Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Erste Siemens-Loks der Class 7100 in Australien im Einsatz

19.08.09 (Australien, Elektrolok, Güterverkehr, Lokomotiven)

Die ersten Elektrolokomotiven der Class 7100 der Pacific National, der größte private Eisenbahngesellschaft Australiens, wurden nun auf Schmalspur-Schienen (Kapspur 1067 mm) in Queensland in Dienst gestellt. Pacific National hatte 23 der elektrischen Güterzuglokomotiven für den Kohletransport bei Siemens bestellt. Gefertigt und getestet wurden die Loks im Siemens-Werk München-Allach, wo ich im März einige Exemplare bewundern konnte. Sie haben sogar einen Wasseranschluss für die eingebaute Küche, die man auf den langen Strecken wohl braucht.

Siemens Class 7100 im Einsatz bei der australischen Pacific National (Foto: Siemens)

Siemens Class 7100 im Einsatz bei der australischen Pacific National (Foto: Siemens)

Die Class 7100 ist eine sechsachsige, 132 Tonnen schwere Elektrolok. Mit jeweils drei dieser Lokomotiven befördert Pacific National Ganzzüge mit einem Gewicht von 12.720 Tonnen. Dafür wurden bisher bis zu fünf Gleichstrom-Loks benötigt. Die neuen Wechselstrom-Loks von Siemens haben eine Leistung von 4.000 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Zwei Loks befinden sich an der Spitze des Zuges, die dritte wird in der Zugmitte eingefügt. Eine gute Zugkraftausnutzung durch optimierten Schleuderschutz, verbunden mit der effizienten Drehstromtechnik, macht diesen Schritt möglich.

Lok 7104 am 31.3.09 im Werk München-Allach  (Foto: Weidelich)

Lok 7104 am 31.3.09 im Werk München-Allach (Foto: Weidelich)

Zur besonderen Ausrüstung des Zuges gehört die elektronisch geregelte Druckluftbremse, die Electronically Controlled Pneumatic Brake (ECP). Über eine elektrische Verbindung erhalten hierbei alle Waggons gleichzeitig den Bremsbefehl ohne Verzögerung durch Druckänderungen in der Druckluftleitung. Mit Hilfe dieses hochmodernen Bremssystems kommt ein Zug mit fast 13.000 Tonnen Gesamtgewicht bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h schon nach 650 Metern zum Stehen. Sonst übliche Bremsweglängen wären nahezu doppelt so lang. Auch die dritte Lok ist über das ECP-Kabel angeschlossen und nicht funkgesteuert.

Neben einer deutlichen Reduzierung der Wartungskosten ließ sich auch der Energieverbrauch, im Vergleich zu den Vorgängerloks, senken. Durch den Ersatz fünf alter Loks durch drei neue werden bis zu 2.100 kWh und durch die Netzrückspeisung weitere 4.500 kWh bei einer Streckenlänge von rund 380 Kilometern gespart. Damit verringern die Güterzugloks die Energiekosten und leisten einen Beitrag zur geringeren CO2-Belastung.

 
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