Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Der Rangierbahnhof Maschen wird nach 32 Jahren im laufenden Betrieb erneuert

20.10.09 (Güterverkehr, Innovationen, Strecken, Technologien)

Richtungsgruppe Nord-Süd in Maschen (Foto: Cremedia, CC)

Richtungsgruppe Nord-Süd in Maschen (Foto: Cremedia, CC)

Siemens erhielt von der DB Netz AG den Auftrag, den Rangierbahnhof Maschen, die größte Güterdrehscheibe Europas, mit neuer Steuerungstechnik auszurüsten. Siemens Mobility wird bis Mitte 2013 die 88 Richtungsgleise mit dem Ablaufsteuerungssystem MSR 32 erneuern. Bereits im August 2010 werden die ersten Richtungsgleise in Betrieb gehen. Der Auftragswert beläuft sich auf 18 Mio. EUR.

Der Rangierbahnhof Maschen vor den Toren Hamburgs ist zentrale Drehscheibe für den Güterverkehr der Seehäfen Hamburg und Bremerhaven sowie nach Skandinavien. Die Zugbildungsanlage Maschen wurde am 7. Juli 1977 eingeweiht, hat eine Länge von 7.000 Metern und ist 700 Meter breit. Bis zu 150 Güterzüge werden werktäglich getrennt und zusammengestellt. Wenn die Konjunktur wieder anzieht, werden die Seehäfen, die momentan mit der Flaute kämpfen, wieder mehr zu tun bekommen. Ein guter Zeitpunkt also, um die von Siemens stammende Rangier- und Steuerungstechnik von 1977 in einer umfassenden Gesamtbaumaßnahme auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Der Rangierbahnhof wird bei laufendem Betrieb umgebaut. Siemens wird 48 Richtungsgleise und die Verteilzone der Ablaufanlage Süd-Nord sowie 40 Richtungsgleise der Ablaufanlage Nord-Süd modernisieren. Das von Siemens eingesetzte Steuerungssystem MSR 32 steuert die Funkloks, die Laufwege der Wagen sowie deren Geschwindigkeit in den Berg-, Tal- und Richtungsgleisbremsen und stellt über die Förderanlagen die Wagen kuppelreif in den Richtungsgleisen zusammen. Dabei erfolgt die Laufwegsteuerung der Weichen für alle Abläufe vom Berg bis in die Richtungsgleise vollautomatisch. Durch die kontinuierliche Berechnung der variablen Abdrückgeschwindigkeit und der Laufüberwachung wird eine eventuelle Anstoß- oder Einholungsgefahr vermieden. Während der Modernisierungsphase muss die Steuerungstechnik von Siemens sowohl die alte als auch die neue rangiertechnische Anlage steuern können.

Auch die weitere Infrastruktur des Rangierbahnhofs mit über 200.000 Schwellen und mehr als 120 Kilometern Gleisen wird erneuert. Dabei werden fast 200.000 Kubikmeter Schotter bewegt und 230 Weichen, 97 Gleisbremsen, 88 Förderanlagen für Güterwagen und 60.000 Meter Kabeltrassen modernisiert. Die 88 Richtungsgleise erhalten eine konstante Neigung von 0,5 Promille für einen besseren Betriebsablauf. Die Arbeiten sollen Ende 2013 beendet sein und werden insgesamt über 230 Millionen Euro kosten.

 
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