Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Nachgewiesen: Die Harzer Schmalspurbahnen sind ein wichtiger Tourismusfaktor

21.10.09 (Bahnhöfe, Dampflok, Deutschland, Marketing, Museumsbahnen, Personenverkehr, Strecken)

Es sind nicht Geschmacksverirrungen wie diese...

Es sind nicht brutale Geschmacksverirrungen wie dieser elektronische Zuganzeiger in Drei Annen Hohne...

... sondernd solche Dampfzüge, die Touristen in den Harz locken (Fotos: Weidelich)

... sondernd solche Dampfzüge, die Touristen in den Harz locken (Fotos: Weidelich)

Dampf-Schmalspurbahnen sind ein Tourismusfaktor. Rund 36 Prozent der Fahrgäste der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), die 2008 von der Hochschule Harz für eine Studie befragt wurden, kamen nur in den Harz, um die Bahn zu erleben.

Neben den Fahrkosten gaben die Tagesbesucher durchschnittlich 16,48 Euro und die Übernachtungsgäste 82,62 Euro pro Tag in den untersuchten Landkreisen Harz und Nordhausen aus. Gäste mit dem Ziel HSB blieben etwa 1,5 Tage länger im Harz als andere Übernachtungsgäste. Mit der Studie sei auch erwiesen, dass jeder Euro der Landes- und Kommunalförderung von jährlich rund zehn Millionen sich in rund 3,70 Euro regionaler Wertschöpfung niederschlage, sagte Georg Westermann, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Prozessmanagement und Consulting bei der Hochschule Harz laut einer Pressemitteilung. Die HSB erzeugt in den Unternehmen einen Wertschöpfung von rund 37 Mio. Euro. Dieser Betrag entspricht ca. 12 Prozent der gesamten touristischen Wertschöpfung beider Landkreise. Etwa jeder achte erwirtschaftete Euro in der Tourismusbranche wird durch die HSB und ihre Gäste generiert.

Auch aus diesem Grund sei es reizvoll, die Gleise wieder bis nach Braunlage in Niedersachsen zu verlegen, sagte HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie soll bis Jahresende vorliegen.

Traurig ist allerdings, dass die HSB Fahrgäste, die mit dem Auto anreisen, durch Parkgebühren selbst an entlegenen Bahnhöfen wie in Elend bestraft. Die Studie erfasst auch nicht die unzähligen HSB-Fotografen, die wegen der teilweise dünnen Fahrpläne etwa auf der Selketalbahn gar keine andere Chance haben, als die seltenen Dampfzüge mit dem Auto zu verfolgen. Ab und zu lassen die auch Geld an der Tankstelle.

Mit einem eingängigen Taktverkehr, der nicht zwei- bis vierstündige Löcher in den Fahrplan reißt, würde man es Fotografen, Wanderern und Gelegenheits-Mitfahrern sehr viel leichter machen, die HSB nicht nur auf der teuren Brockenbahn spontan zu benutzen und Fahrgeldeinnahmen zu generieren. Die von der romantischen Selketalbahn fast verschwundenen Dampfzüge, ein seit 20 Jahren untauglicher Fahrplan und die immer noch fehlende (moderne!) touristische Infrastruktur an dieser Strecke sind ein Armutszeugnis für alle Beteiligten. So verkommt dank ungenutzter Chancen ein reizvoller Streckenzweig der HSB und erhöht den touristischen Druck auf den Brocken. Aber das ist eine andere Geschichte.

 
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