Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Schienenverkehr historisch: Die elektrische Zugbeleuchtung

25.10.09 (Geschichte, Großbritannien, Museumsbahnen, Technologien)

PA259697

Vor ein paar Jahren stieß ich auf eine 110 Jahre alte technische Fachzeitschrift, den „Prometheus, Illustrirte Wochenschrift über die Fortschritte in Gewerbe, Industrie und Wissenschaft“. Prometheus stammt aus der griechischen Mythologie und heißt „der Vorausdenkende“. Wir bilden uns heute ja gern ein, neue Technologien erfunden zu haben. Doch wer in dieser Zeitschrift blättert, stößt nicht nur auf Elektroautos und Röntgenscanner gegen den Schmuggel auf großen internationalen Bahnhöfen, sondern auch auf oberleitungslose Straßenbahnen, frühe Elektrozüge, Dampfloks mit Stromlinie und andere Entwicklungen, die sich oft erst Jahrzehnte oder ein Jahrhundert später durchsetzten oder in „moderner Zeit“ noch einmal erfunden wurden.

Strom für die Wagenbeleuchtung durch Rotation, Riemen und Generator (Foto: Weidelich)

Strom für die Wagenbeleuchtung durch Rotation, Riemen und Generator (Foto: Weidelich)

Ich werde nun ab und zu einen Beitrag aus dem Prometheus zitieren, nicht zuletzt, weil die Beiträge sprachlich oft ein Genuss sind und man sieht, wie nach Bezeichnungen für neue Technologien gesucht wurde, die noch keinen Namen hatten. Die folgende Notiz stammt vom 1. Dezember 1897:

Die elektrische Zugbeleuchtung in England macht neuerdings beachtenswerthe Fortschritte. Mehr als zwanzig englische Eisenbahn-Gesellschaften sind übereingekommen, ihre Züge elektrisch zu beleuchten. Auf den Achsen eines jeden Wagens sind Dynamomaschinen angebracht, die sich bei einer Verminderung der Zuggeschwindigkeit unter 20 km ausschalten und die Beleuchtung einer Accumulatoren-Batterie überlassen. Die Installationskosten sollen für jeden Wagen etwas über 1200 Fr. betragen.

Das Prinzip wurde bei der Deutschen Bundesbahn bis in die 70er-Jahre verwendet. Bei Museumsbahnen sind noch Wagen mit riemengetriebenen Generatoren und Akkus im Einsatz (siehe oben bei der Museumseisenbahn Weizelsdorf-Ferlach).


 
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