Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Wenn die Deutsche Bahn doch nur wüsste, wie ihre Triebzüge heißen…

28.10.09 (Deutschland, Marginalien, Nahverkehr)

Es klemmt bei den Coradia-Triebzügen von Alstom. Auszug aus einer aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Bahn DB Mobility Logistics AG:

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember ist der Betriebsstart für neue schnelle und umsteigefreie Verbindungen zwischen München und Passau vorgesehen. Zwischen Würzburg und Nürnberg sowie zwischen Nürnberg und Neustadt (Aisch)/Markt Bibart sind kleinere Fahrplanverbesserungen geplant. Auf diesen Strecken sollten laut Planung der DB Regio Bayern neue Triebzüge des Typs ET 440 an den Start gehen. Der Bahn wurde jetzt jedoch mitgeteilt, dass zwischen dem Hersteller, der Firma Alstom, dem Zulieferer der Bremsen und dem Eisenbahn-Bundesamt noch offene Fragen zur Zulassung der Fahrzeuge zu klären sind. Laut Auskunft von Alstom sind technische Fragen an den Bremszylindern der Züge ursächlich für den aktuellen Zulassungsstopp.

Abgesehen davon, dass die 1869 von Westinghouse erfundenen Bremszylinder keine neue Technologie mehr sind, aber heute offenbar wieder eine ständige technische Herausforderung darstellen und „technische Fragen an den Bremszylindern“ (wie kleben die wohl dran?) die Zulassung verhindern: Die Deutsche Bahn DB Mobility Logistics AG kennt nicht einmal ihre eigene Fahrzeug-Nomenklatur.

Als 1968 bei der Deutschen Bundesbahn die sechsstelligen Computernummern mit der Prüfziffer nach dem Bindestrich eingeführt wurden, erhielten die elektrische Triebwagen, bisher als ET bezeichnet, die Baureihen-Ziffer 4 als Kennzeichen für die Traktionsart. Dampfloks bekamen eine 0 vorangestellt (Baureihe 38 -> 038), Elloks eine 1 statt dem E (E10 -> 110), Dieselloks eine 2 statt dem V für Verbrennungsmotor (V200 -> 220) usw. Die Deutsche Reichsbahn der DDR konnte das natürlich nicht nachmachen und vertauschte die Traktionsartziffern für Diesel- und Elektroloks und stellte auch die Dampflok-Nummern anders zusammen, nummerierte aber sonst nach dem gleichen Schema.

Die DB-Einteilung von 1968 gilt noch heute, auch wenn die Triebfahrzeugnummern inzwischen in eine 12-stellige international gültige UIC-Kennzeichnung eingebettet sind. Folgerichtig sind ICE-Triebzüge als Baureihen 401, 402 und 403 unterwegs und nicht als ET 01, 02 und 03. Viele S-Bahn-Züge haben zum Beispiel die Baureihenbezeichnung 423 und heißen nicht ET 423, ebenso wenig wie eine Elektrolok der Baureihe 101 als E 101 bezeichnet wird.

Es gibt also weder einen ET 440 noch einenTyp“ ET 440 sondern nur die Baureihe 440. Denn in der ersten Vier steckt der Elektrotriebwagen schon drin.

ET passt zwar prima zu DB Mobility Logistics, sollte aber für außerirdische Zukäufe im Zuge der Privatisierung vorgehalten werden.

 
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