Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Schienenverkehr historisch: Die dampf-elektrische Lok von Heilmann

09.11.09 (Dampflok, Elektrolok, Geschichte, Innovationen)

Elektrolok mit Dampfgenerator

Mit ein wenig Nautilus-Design: Heilmanns Elektrolok mit dampfbetriebenen Generatoren

1966 berichtete das Lok-Magazin über diese Lok. So alte Hefte habe ich leider nicht, obwohl ich ab den 70er Jahren einige eisenbahngeschichtliche Beiträge für diese damals sehr renommierte Zeitschrift geschrieben habe, die noch Druckfahnen zur Korrektur an ihre Autoren schickte.

Im Prometheus vom 26. Mai 1897 fand sich eine Beschreibung der Lok von Jean Jacques Heilmann, einem Franzosen. Schon 1894 wurden mit einer ähnlich konstruierten Lok Versuchsfahrten in Frankreich durchgeführt. Die als „elektrische Locomotive“ bezeichnete Lok leistete 769 PS und war so zufriedenstellend, dass die französische Westbahn zwei stärkere Loks, wie sie hier gezeigt werden, in Auftrag gab.

Die Lok ist im Grunde der Vorläufer der diesel-elektrischen Loks, bei denen ein Dieselmotor den Generator antreibt und die Fahrmotoren an den Achsen sitzen. Diese elektrische Kraftübertragung fand drei bis vier Jahrzehnte später vor allem in den USA und Russland Verbreitung. In Deutschland setzte man auf die hydraulische Kraftübertragung mit Flüssigkeitsgetriebe.

Zwei stehende Verbund-Dampfmaschinen trieben bei der Heilmanns Lok zwei Generatoren an, die den Strom für die acht Motoren in den beiden vierachsigen Drehgestellen lieferten. Die Generatoren waren für 1000 A bei 455 V („Volts“ sagte man damals noch) ausgelegt und konnten kurzfristig auch die doppelte Leistung bringen. Die acht Elektromotoren, die an die Achswellen über bewegliche Verbindungen gekoppelt waren, hatten je 125 PS Leistung bei 100 km/h. Betont wird die Stromlinien-Verkleidung des Führerstands. Der Beitrag, aus dem ich hier die Illustrationen zeige, endet folgendermaßen:

Ein Vergleich der Heilmannschen mit einer gewöhnlichen Dampflocomotive, deren Nutzwirkung zu 42 bis 43 pCt. ((= Prozent)) angenommen werden kann, fällt zu Gunsten der ersteren aus, da sie einen grösseren Nutzeffect besitzt und sich durch geringeren Kohlenverbrauch auszeichnet. Ob sie aber im Stande sein wird, die Dampflocomotive zu verdrängen, das wird wohl von ihren Beschaffungs-, Betriebs- und Unterhaltungskosten abhängen, über welche noch die Erfahrungen fehlen.

 
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