Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Siemens-Konsortium automatisierte litauischen Rangierbahnhof bei Vilnius

16.11.09 (Europa, Güterverkehr)

Erster automatisierter Rangierbahnhof Osteuropas ging in Litauen in Betrieb

Der erste automatisierte Rangierbahnhof Osteuropas ging in Litauen in Betrieb (Foto: Siemens)

Ein Konsortium unter Führung von Siemens Mobility modernisierte im Auftrag der Litauischen Eisenbahn, Lietuvos Geležinkeliai (LG), den Rangierbahnhof in Vaidotai in der Nähe der Hauptstadt Vilnius. Der Rangierbahnhof ist Drehscheibe für Güterzüge im baltischen Raum. Durch das gestiegene Transportaufkommen im Ost-West-Handel hatte die Anlage ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Die Ablaufleistung des bisherigen Rangierbetriebs betrug 1.800 Güterwagen pro Tag. Die Kapazität des Rangierbahnhofs mit der russischen Spurweite 1520 mm wurde auf 3.000 Waggons pro Tag erhöht. Es ist der erste automatisierte Rangierbahnhof in Osteuropa.

Der automatisierte Ablauf beschleunigt nicht nur den Zerlegeprozess und erhöht die Rangierqualität, sondern hat den Vorteil, dass gefährliche Arbeiten im Gleis wie das Hemmschuhlegen entfallen. Der Rangierbahnhof wurde bei laufendem Betrieb umgebaut.

Die Gleisanlage mit 21 Weichen wurde im Ablaufbereich komplett erneuert und die Richtungsgruppe von 16 auf 20 Gleise vergrößert. Dazu wurde auch der Gleisplan der Einfahrgruppe geändert, um zusätzliche Fahrwege und größere Nutzlängen zu schaffen. Weiterhin wurden vier bestehende Abstellgleise auf je 1.000 Meter verlängert und vier weitere Abstellgleise mit je 1.000 Metern neu gebaut. Installiert wurden zudem 25 hydraulische Balkengleisbremsen in drei Staffeln. Zur Steuerung des Ablaufbetriebs mit einer automatischen Laufweg- und Bremsensteuerung sowie einer Laufweitenmessung in den Richtungsgleisen wurde die Ablaufanlage mit einem Mikrocomputersystem des Typs MSR32 von Siemens ausgestattet. Umfangreiche Umbauten und Erweiterungen von Innen- sowie Außenanlage des Relaisstellwerks MRC13 durch Siemens waren dazu notwendig. Die Arbeitsplätze des Bedien- und Instandhaltungspersonals wurden an die Anforderungen des litauischen Kunden angepasst. Kommandos und Meldungen erfolgen in litauischer Sprache. Für die sichere Funktion des gesamten Rangierbahnhofs mussten Schnittstellen zum bestehenden Dispositionssystem und zur bestehenden Relaistechnik neu entwickelt und in Betrieb gesetzt werden. Das bisherige System basiert auf russischer Relaistechnik. Außerdem wurden die sechs Trafostationen (10 kV auf 0,4 kV) zur Energieversorgung des Standortes modernisiert. Die SCADA-Leitstelle zur Fernsteuerung der Elektroanlagen wurde dazu erweitert.

Da ein beträchtlicher Teil der zu rangierenden Einheiten Kesselwagen sind, wurde auch ein geschlossenes Entwässerungssystem inklusive Ölabscheider installiert.

Konsortial-Mitglieder waren neben Siemens die SONA Präzisionsschmiede GmbH aus Duisburg und mehrere, von Siemens beauftragte lokale Bauunternehmen.

 
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