Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Wie der Mobilfunk in die Münchener U-Bahn kam

27.11.09 (Bahnhöfe, Deutschland, Metro, Personenverkehr)

Grafik: VodafoneEs hat eine Ewigkeit gedauert, bis in München, wahrscheinlich der letzten deutschen Stadt, das Mobilfunknetz in der U-Bahn ankam. Waren es in München lange Zeit die Wünsche „der Bevölkerung“, wenigstens im Untergrund von Handy-Klingeltönen und Dauergequatsche verschont zu bleiben, waren es anderswo logistische Probleme oder auch der Streit, wer denn nun für die Kosten in den Tunneln aufkommt. Netzbetreiber und Bahnunternehmen schweigen sich dazu beharrlich aus.

Heute veröffentlichte Vodafone Informationen zum Ausbau in München:

Um eine unterbrechungsfreie Mobilfunkversorgung herzustellen, benötigen die Netzbetreiber eine große Zahl von Verstärkern in den Tunnelröhren und den unterirdischen Bahnhöfen. Die unterirdische Vernetzung ist eine logistische Herausforderung: So wurden zum Beispiel für das Kernnetz der Münchner U-Bahn, das unter der Federführung von Vodafone ausgebaut wurde, mehr als 400 Antennen und rund 100 Verstärker auf der etwa 75 Kilometer langen Tunnelstrecke und in den 89 Bahnhöfen montiert. Vor der Montage haben Vodafone-Techniker die Signalausbreitung auf allen Strecken gestestet und die Netzplaner die Platzierung der Antennen in den zwischen 300 Meter und drei Kilometer langen Tunnels genau bestimmt. Die optimale Platzierung der technischen Anlagen innerhalb des unterirdischen Röhrennetzes ist die Basis für eine hohe Netzqualität.

Was sich über der Erde mit Hilfe von Simulationsprogrammen errechnen lässt, ist unter der Erde schwerer kalkulierbar, da jede Tunnelröhre eine eigene Beschaffenheit und Form hat. Da sich die elektromagnetischen Felder in engen Tunnelröhren nur beschränkt ausbreiten können, wird gezielt an jedem Tunnelende eine Antenne platziert. Ihre Funkwellen überlappen sich in der Mitte, so werden Funklöcher vermieden. In längeren Tunnels kommt eine Antenne mit Verstärker in der Mitte hinzu.

Die Montage der Mobilfunktechnik im Tunnel kann in vielen Fällen nur nachts, während der Fahrbetrieb ruht, erfolgen. Die Antennen und die Verstärkereinheiten sind mit Glasfasern an die sogenannte Zentralstation angebunden. Von dieser zentralen Schaltstelle aus werden Gespräche und Daten an die Vermittlungsstelle der jeweiligen Netzbetreiber weitergeleitet. Je nach angewähltem Teilnehmer wird dann eine Verbindung ins Festnetz oder in diejenige Funkzelle ausgebaut, in der sich der angerufene Gesprächspartner gerade befindet.

Womit auch dem unkundigen Handy-Nutzer einmal erklärt wurde, wie Mobilfunkverbindungen aufgebaut werden. Denn sie reichen in Städten selten weiter als ein paar hundert Meter.

Die Antennen an den Tunnelenden oder in den Tunneln (dafür gibt es sogenannte Schlitzkabel) hat Vodafone in der Grafik übrigens vergessen…

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