Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Ab morgen: noch höhere Preise bei der DB

12.12.09 (Deutschland, Eisenbahn, Europa, Marketing, Museumsbahnen, Personenverkehr)

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Fahrpreiserhöhung der DB AG zum Fahrplanwechsel morgen. Zwar falle der Preisanstieg von durchschnittlich1,8 Prozent im Nah- und Fernverkehr diesmal moderat aus. Es sei für die Fahrgäste dennoch nicht nachvollziehbar, wenn die Bahnpreise alljährlich zum Fahrplanwechsel ohne Verbesserungen von Qualität und Angebot angehoben würden. Auf diese Weise werde die gegenüber anderen Verkehrsträgern umweltfreundlichere Bahn zunehmend unattraktiv. Die Preise für die vor allem bei Stammkunden beliebte Bahncard 50 steigen um gut zwei Prozent auf 230 Euro, die Bahncard 100 wird rund vier Prozent teurer. Zudem wird das Nachtzug-Angebot weiter ausgedünnt.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: *Gerade all jene, die regelmäßig mit der Bahn unterwegs sind, treffen die Preiserhöhungen überdurchschnittlich stark: Zwar steigt der Preis für die Bahncard 25 nicht an. Die treuesten Stammkunden der DB, die Inhaber der Bahncard 50 und der Bahncard 100, werden jedoch wie Stiefkinder behandelt und müssen ab Dezember erneut tiefer in die Tasche greifen.“ Unverhältnismäßig sei aus Sicht des VCD auch der Preisanstieg bei den Sitzplatzreservierungen um bis zu 25 Prozent. Am Automaten kosten die Reservierungen dann 2,50 Euro, am Schalter 4,50 Euro pro Person und Fahrt.

Heidi Tischmann, VCD-Bahnexpertin: „Um das Bahnfahren konkurrenzfähiger und damit attraktiver zu machen, ist es notwendig, alle Verkehrsträger steuerlich gleichzustellen. Die Bahnen in Deutschland zahlen Mineralöl- und Ökosteuer, die Fluglinien nicht. Auf Flugverkehrstickets ins Ausland wird keine Mehrwertsteuer fällig, auf Bahntickets wird der volle Mehrwertsteuersatz aufgeschlagen. Hier ist die Bundesregierung gefordert, für gleiche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.“

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird europaweit das Angebot im Nachtzugverkehr weiter eingeschränkt. Unter anderem stellt das polnische Bahnunternehmen PKP den Nachtzug von Berlin nach Warschau ein, mit ihm verschwinden die Wagen nach Krakau, Gdynia und Kaliningrad. Der City Night Line zwischen  Wien und Amsterdam wird ebenso gestrichen, wie der Nachtzug zwischen Mailand und Amsterdam. Begründet wird die Reduzierung im Nachtzugverkehr mit der mangelnden Nachfrage. Tischmann: „Wenn die Bundesregierung den Mehrwertsteuersatz für Hotels reduzieren will, dann muss sie ihn auch für Übernachtungen in Zügen senken. So würden Fahrten mit dem Nachtzug preiswerter und damit wieder attraktiver.“ Der VCD kritisiert aber auch das Unvermögen der europäischen Bahngesellschaften, einen attraktiven Nachtzugverkehr als Alternative zum Flugverkehr anzubieten. Gerade europaweite Verbindungen seien wegen ihren großen Entfernungen lohnend.

Aktuelle Hintergrundinformationen zum Fahrpreissystem der Deutschen Bahn AG sowie den VCD-Service »Wege zum Fahrschein« finden Sie unter www.vcd.org/bahnpreise.html.

 
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