Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Belgiens Hochgeschwindigkeitsnetz ist fertig

09.12.09 (Bahnhöfe, Belgien, Eisenbahn, Europa, Hochgeschwindigkeitszüge, Personenverkehr, Strecken)

Sonderzug nach Meer an der holländischen Grenze (links) und Thalys nach Paris (Foto: Weidelich)

Sonderzug nach Meer an der holländischen Grenze (links) und Thalys nach Paris (Foto: Weidelich)

Mit großem medialen Aufwand, viel Prominenz, darunter Inge Vervotte, Belgiens Ministerin für den öffentlichen Dienst und öffentliche Unternehmen und SNCB-Chef Marc Descheemaeker, und einigen hundert Besuchern aus dem In- und Ausland wurde gestern in Brüssel eine frohe Botschaft verkündet: Belgiens Hochgeschwindigkeitsnetz ist fertig!

Inge Vervotte, Ministerin für den öffentlichen Dienst und öffentliche Unternehmen (Foto: Weidelich)

Inge Vervotte, Ministerin für den öffentlichen Dienst und öffentliche Unternehmen (Foto: Weidelich)

Die polternde Fahrt über die Weichenstraßen von Brüsseler und Antwerpener Bahnhöfen erinnert zwar eher an die Gleislage von Grubenbahnen und werfen den Zug hin und her. Doch wenn der Thalys hinter Antwerpen auf 300 km/h beschleunigt und die Lkw auf der parallelen Autobahn zu parken scheinen, kommt modernes Fahrgefühl auf. In Meer, kurz vor der holländischen Grenze, präsentierten die beteiligten Unternehmen vielsprachig, welche Investitionen erforderlich waren und wie sich Belgien in einem europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz positioniert.

Infrabel, der Anfang 2005 gegründete Netzbetreiber, ist ein Unternehmen der liberalisierten ehemaligen Staatsbahn SNCB, vergibt aber auch die Trassen an ausländische Eisenbahnverkehrsunternehmen. 5,2 Milliarden Euro flossen in Laufe von 16 Jahren in drei Achsen:

  • Brüssel (Halle) – französische Grenze (71 km)
  • LGV 2 und 3 Löwen – Lüttich (300 km/h) und Lüttich – deutsche Grenze (260 km/h), insgesamt 64 km
  • LGV 4 Antwerpen – holländische Grenze

Investiert wurde in einen neuen Bahnhof in Liège-Guillemins (Lüttich), der mit seinen hohen Hallendächern und moderner Architektur beeindruckt. Auch Antwerpen Centraal, einer der schönsten Bahnhöfe Europas, wurde durch einen Tunnel zu einem Durchgangsbahnhof mit moderner Architektur.

Brüssel bildet nun den Knotenpunkt für den Verkehr nach Köln und Frankfurt, Luxemburg bis Basel, Paris und Südfrankreich, Lille und London und über die neue LGV 4 nach Rotterdam und Amsterdam. Über die LGV 2 bis 4 werden ab kommenden Sonntag, 13.12.2009, Hochgeschwindigkeitszüge fahren, aber auch Regionalzüge. Für Ende 2010 ist auf der Strecke nach Holland der Fyra vorgesehen, von dem es aber erst zwei Züge gibt. Bis dahin, wahrscheinlich noch länger, fahren hier vor allem lokbespannte Züge.

Thalys-Sonderzug bei Meer (Foto: Weidelich)

Thalys-Sonderzug bei Meer (Foto: Weidelich)

 
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