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Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Eisenbahn-Güterverkehr sank bis September um ein Fünftel

02.12.09 (Deutschland, Eisenbahn, Güterverkehr)

Das Statistische Bundesamt zog heute eine Bilanz des Eisenbahn-Güterverkehrs:

Auf dem deutschen Schienennetz sind von Januar bis September 2009 insgesamt 226,4 Millionen Tonnen Güter transportiert worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht dies im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 57,7 Millionen Tonnen (–20,3 %). Parallel ging in den ersten drei Quartalen 2009 die Beförderungsleistung – also das Produkt aus Tonnage und Weg – um 21,5 % auf 69,8 Milliarden Tonnenkilometer gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode zurück.

Eine Betrachtung nach Quartalen zeigt, dass sich der ausgeprägte Negativ-Trend von Juli bis September abgeschwächt hat: Während Mengenverluste von 21,2 % im ersten Quartal beziehungsweise 23,6 % im zweiten Quartal zu verzeichnen waren, reduzierte sich das Minus im dritten Quartal auf 16,1 %.

Der Rückgang der Tonnage insgesamt von Januar bis September 2009 um rund ein Fünftel ist auch auf die Abnahme der Güterströme mit Auslandsbezug zurückzuführen: So nahmen der Versand ins Ausland (30,5 Millionen Tonnen) um 29,6 %, der Empfang aus dem Ausland (31,9 Millionen) um 30,3 % und der Transitverkehr durch Deutschland (11,3 Millionen) um 30,8 % ab. Der prozentuale Rückgang im innerdeutschen Verkehr (152,7 Millionen) war mit –14,5 % deutlich moderater.

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise schlägt sich deutlich in den Güterstrukturen des Eisenbahnverkehrs nieder: Insbesondere die Stahl produzierende und verarbeitende Industrie hat durch ihren hohen Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen der Bahn einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Gütertransports. In den Güterabteilungen Eisen und Nichteisen-Metalle, Erze und Metallabfälle sowie bei den zur Verarbeitung benötigten Festen mineralischen Brennstoffen wurden in den ersten drei Quartalen 2009 etwa 34 % der Gesamttransporte, aber fast 39 Millionen Tonnen weniger transportiert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das sind mehr als zwei Drittel des Gesamtrückgangs von 57,7 Millionen Tonnen. Weitere starke Abnahmen gab es bei Chemischen Erzeugnissen und bei „Besonderen Transportgütern“, die auch den Kombinierten Verkehr (Container und Wechselbehälter) umfassen. Stabil oder sogar leicht zunehmend zeigten sich die Transportergebnisse von Steinen und Erden sowie von Mineralölerzeugnissen.

Die im Kombinierten Verkehr verladenen Güter erreichten bei einem Minus von 21,5 % eine Tonnage von 40,8 Millionen.

Eine Tabelle mit detaillierteren Daten zeigt Destatis hier.

 
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