Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Wer hat's kapiert? Die Schweizer.

17.12.09 (Eisenbahn, Innovationen, Mobilität, Schweiz)

Elektroauto für die Bahnverladung (Foto: Rinspeed)

Elektroauto für die Bahnverladung (Foto: Rinspeed)

Das Magazin Focus veröffentlichte die Pressemitteilung leicht umformuliert, ich bringe das (werblich entrümpelte) Original:

Auto, Bahn und Web gehen auf Genfer Autosalon 2010 (4.-14. März 2010) eine neuartige Symbiose ein. Zum ersten Mal in seiner langjährigen Concept Car-Historie entwickelt die Schweizer Auto- und Konzeptschmiede Rinspeed nicht nur ein Fahrzeug, sondern gleich ein komplettes Mobilitätskonzept. Auf den Namen „UC?“ (steht für: „Urban Commuter“ -„You see?“) hört der sympathische Zweisitzer mit Elektroantrieb, der und erklärtermaßen für eine künftige Serienfertigung konzipiert wurde.

Nomen est omen: Der gerade 2,50 Meter kurze Flitzer soll helfen, den innerstädtischen Verkehrsinfarkt zu vermeiden und dabei gleichzeitig durch ein zukunftsweisendes Waggon-Ladesystem per Intercity-Zug das Zeug haben, große Strecken bequem, stau- und somit stressfrei zu überbrücken. Gebucht wird der gewünschte mobile Stellplatz mit Batterieladeanschluss bequem über das Internet. Rinspeed-Boss Frank M. Rinderknecht: „UC? – das ist eine neue hoch emotionale, Web-basierte Autowelt, die Individual- und öffentlichen Personenverkehr intelligent miteinander verzahnt. Wir wollen eine Community mit Menschen schaffen, die offen sind für eine neu definierte Mobilität.“

Die mittels zentralen Joysticks gesteuerte “Knutschkugel” bringt 124 Newtonmeter Kraft auf die Straße, ist 110 Stundenkilometer schnell und hat eine Reichweite von 120 Kilometern. Das Entscheidende aber: Es besteht durchaus die Chance, dass es sie in Serie geht. Denn das Konzept ist so ausgelegt, dass Großserienhersteller es leicht adaptieren und integrieren können. Und da gibt es schon intensive Gespräche auf höchster Ebene.

Die Idee ist nicht neu, aber durch die Einbindung eines kompakten Elektroautos, das während der Fahrt nachgeladen wird, interessanter als die älteren Konzepte, die seit Jahrzehnten herumgeistern. Ein ganz aktuelles aus den USA stelle ich noch vor.

Realistischer ist es auch, weil ernstzunehmende Zulieferer mit “im Boot” sind: Continental, Eberspächer, Pirelli und viele andere.

Mobilität und nicht Auto heißt das Zukunftsthema. Gut, dass die ersten Ideen im Autoumfeld reifen. Nun wäre es schön, wenn die Tageszeitungs-Ressorts, die ihre Rubrik trotz des längst verschwundenen Anzeigengeschäfts noch immer “Auto” nennen, endlich aufwachten und merken würden, dass sie einen Mega-Trend verschlafen haben. MOBILITÄT, Kollegen, Mobilität!

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