Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken langsamer

28.01.10 (Deutschland, Eisenbahn, Hochgeschwindigkeitszüge, Strecken)

Verzögerungen-280110Die Deutsche Bahn fährt auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken bis auf Weiteres nur noch 200 km/h. Der Grund sind abfallende Eisstücke, die bei höherem Tempo so hart in den Schotter schlagen, dass dieser hochgeworfen wird und die ICE-Züge beschädigen kann. Eine Maßnahme, an der es nichts zu kritisieren gibt.

Im Vorfeld meiner Wirtschaftswoche-Recherchen gab es nach meinen Informationen aus erster Hand schon einmal so eine Anordnung, am 13. Januar. Noch am 15. Januar bestätigten mehrere Reisende, dass ihre ICE nie über 200 km/h gefahren seien. Die DB wollte die interne Anordnung auf Anfrage nicht bestätigen und schrieb: „Geschwindigkeitsreduzierungen gehören zu den möglichen Maßnahmen als Reaktion auf witterungsbedingte Phänomene dazu. Einzelne betriebliche Maßnahmen kommunizieren wir allerdings nicht.“

Dies sei die erste Anordnung dieser Art, sagte mir soeben Daniela Bals, stv. Leiterin und Sprecherin Personenverkehr. Es habe bisher keine gegeben. Gut.

Entscheidender ist die Auskunft, dass das Tempolimit, wohlgemerkt nur auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken, keine größeren Auswirkungen haben soll, weil für Baustellen Geschwindigkeitsreduzierungen einkalkuliert sind und momentan nicht gebaut würde. Deshalb wäre auch keine Pressemitteilung zu dem Thema notwendig. Gut.

Ein Blick auf die Störungsmeldungen der Bahn zeigt: Die aktuellen Verzögerungen im Betriebsablauf sind mit meist 10 Minuten akzeptabel.

Nicht so gut sieht es momentan bei den witterungsbedingten Störungen aus (unten).

Witterungsb-280110Überhaupt nicht lustig sind die Störungen an Triebfahrzeugen der ach so gut gewarteten ICE-Flotte (siehe unten und vor drei Tagen). 40, 70 und sogar 110 Minuten Verspätung. Das straft die Behauptungen der Bahn, ihre Züge seien intakt, Lügen.Störung-Tfz-280110

Dazu kommen noch Weichen- und Oberleitungsstörungen und die unvermeidlichen Verzögerungen durch Warten auf umsteigende Fahrgäste und Notarzteinsätze. Alle Störungen und Verzögerungen müssen zusammengerechnet werden. Eine ziemlich verheerende Bilanz, von den wegen Wartungsarbeiten halbierten Züge einmal abgesehen.

Wie kommt es bloß, dass Journalisten und Fahrgäste der Deutschen Bahn nur noch wenig vertrauen?

2 Kommentare

 
Get Adobe Flash player

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen