Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Frankfurter Bundespolizei räumt erneut überfüllten ICE-Zug

31.01.10 (Deutschland, Eisenbahn, Hochgeschwindigkeitszüge, Strecken)

Foto: Thomas Kuhn

Foto: Thomas Kuhn

Foto: Thomas Kuhn

Foto: Thomas Kuhn

Wie das Internet-Portal Der Westen berichtet, wurde gestern erneut ein ICE in Frankfurt/Main-Flughafen von der Bundespolizei „geräumt“, um einen nur einteiligen Zug von München nach Köln/Dortmund von zu vielen Fahrgästen zu befreien. Das scheint nun ein Dauerzustand zu werden.

Schon im August 2009, als die ersten ICE wegen des Achsbruchs häufiger in die Inspektion mussten, habe ich dort auf einen Zug reduzierte ICE-Züge erlebt, die sonst als Doppelzug gefahren wären. Trotzdem hatte die DB Platzkarten für beide Zughälften verkauft. So versuchte ich dann woanders Platz zu finden und die Berufspendler standen bei 280 km/h in den Gängen.

Der Westen verweist noch auf den Bericht meiner Kollegen der Wirtschaftswoche und von Handelsblatt, Süddeutscher Zeitung und VDI-Nachrichten, die in diesem ICE 104 zum Aussteigen aufgefordert wurden und dann über eine Stunde auf die nächste Fahrgelegenheit warten mussten. Ohne Kompensation natürlich. Thomas Kuhn stellte mir zwei Handy-Fotos der Aktion zur Verfügung.

Bemerkenswert ist dieser Leserbrief in Der Westen:

Die Bahn belügt die Öffentlichkeit – gezielt. Wer einmal für die Mitarbeiterzeitschrift der Bahn gearbeitet hat, der weiß, wie da die Dinge für diesen Konzern schöngeschrieben werden. Die neuerlichen Fälle beweisen nur wieder einmal, dass dass nur das Geld der Fahrgäste willkommen ist, die Personen natürlich nicht. Wenn nun schon die Polizei zahlende Fahrgäste aus dem Zug holt, dann erfüllt ist das wohl die Nichterfüllung eines geschlossenen Beförderungsvertrages.

Ob das juristisch wirklich haltbar ist, kann ich nicht beurteilen.

Sicher ist jedoch: Die Deutsche Bahn beschädigt ihr Image und ihr Geschäft momentan so nachhaltig wie nie zuvor.

Nachtrag 1.2.: Ein heutiger Kommentar zu dem Beitrag in Der Westen: Heute morgen wurde der „Wetterstein“ in Köln-Deutz geräumt. Ich bin schon in Düsseldorf nicht mehr reingekommen und nahm den Folgezug. Die Züge fahren nicht „ausnahmsweise“ einteilig, sondern schon seit Wochen regulär. Da ich täglich zwischen Düsseldorf und Frankfurt pendel, darf ich diesem Vergnügen ständig beiwohnen. Leider gibt es aus Verbrauchersicht keine Alternative.

2 Kommentare

 
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