Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Siemens ist bevorzugter Anbieter für neue ICE und IC-Züge

25.01.10 (Deutschland, Eisenbahn, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitszüge, Personenverkehr)

Siemens ist „Preferred Bidder“ (also bevorzugter Anbieter) der Deutschen Bahn beim Ausschreibungsverfahren über bis zu 300 neue Züge für den Fernverkehr. Der ICx wird mehrere Milliarden Euro kosten und die Nachfolge der IC/EC-Züge und der ICE-1- und ICE-2-Flotte antreten. Nach dieser Vorentscheidung konzentrieren sich die weiteren Detail-Verhandlungen über Design und technische Ausstattung der neuen ICx-Züge auf das Systemhaus Siemens. Auch Bombardier wird im Boot sein, wobei es diesmal kein Konsortium geben soll.

Dr. Volker Kefer ist seit 10. September 2009 Vorstand Technik, Systemverbund und Dienstleistungen bei der Deutschen Bahn, kam von Siemens und verantwortete dort u. a. die Drehgestellentwicklung bei Siemens SGP. Er kann sich eine Spitze nicht verkneifen: „Bei den neuen Zügen wird die Qualität der Technik ein zentrales Thema sein. Das Festschreiben von Meilensteinen zur Qualitätssicherung ist für uns ein entscheidender Punkt in den Verhandlungen.“ Als wenn die DB bei den letzten Lastenheften, der Qualitätskontrolle und Abnahme der Züge nicht beteiligt gewesen wäre! Aber so lenkt man eben von den Versäumnissen der Bahn ab. Wer Qualität bezahlt, kooperativ bei der Erprobung neuer Züge ist und vor allem weiß, was er will, bekommt auch Qualität. Auf Anhieb fehlerlos kann aber auch ein hochkomplexer, mit Informationstechnik vollgestopfter Zug nicht sein. Nicht einmal die Automobilindustrie schafft trotz ausgeklügelter Methoden absolut fehlerlose Produkte (und gönnt sich sogar Vorserien zur Erprobung, was die Bahn nicht mehr tut). Nicht zuletzt fährt kein Zug Millionen von Kilometern bei höchstwahrscheinlich reduzierter vorsorglicher und korrektiver Wartung. Hoffentlich kapieren Kefers Vorstandskollegen endlich, dass Qualität über Jahrzehnte ohne substanzielle Wartung nicht erhalten werden kann.

Die neuen ICx-Züge sollen die Plattform für die neue Fahrzeuggeneration im Fernverkehr der DB sein und ab 2015 die lokbespannten InterCity-Züge ablösen. Bis zum Sommer dieses Jahres soll die Bestellung dieser Züge erfolgen. Die qualitative Unterscheidung zwischen ICE und IC sollen erhalten bleiben. Mit der Entscheidung für ein Triebzugkonzept verzichtet die Bahn auf Flexibilität, denn die Zuglänge ist festgelegt und nicht erweiterbar. Fällt nur eine Komponente aus, muss der ganze Zug in die Werkstatt. Ein Grund für das derzeitige Fiasko.

 
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