Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Geschäftsklima der Bahnindustrie kühlt ab

20.02.10 (Deutschland, Eisenbahn, Marketing)

Wie das Beratungsunternehmen SCI Verkehr ermittelte, gab das Geschäftsklima der deutschen Bahnbranche im ersten Quartal 2010 erneut leicht nach. Die Geschäftserwartung verschlechtert sich gegenüber dem Vorquartal, allerdings zeigen die Unternehmen durchaus uneinheitliche Tendenzen. Die wachsende Skepsis über die zukünftige Geschäftsentwicklung resultiert vor allem aus sinkenden Auftragspolstern. Nur noch 3 % melden einen verhältnismäßig großen Auftragsbestand (im Vorquartal waren es 17 %). Die Zukunftserwartungen der Bahnindustrie sind gespaltener denn je: Während sich Unternehmen im Bereich Infrastruktur und Personenverkehr teilweise über neue Aufträge freuen können, bleibt die Lage im Güterverkehr krisenhaft.

Der mit Grafiken garnierte Bericht von SCI Verkehr ist hier als PDF verfügbar: 100219 BBB Quartal I-2010

Dazu passt auch folgende Meldung der Allianz pro Schiene:

Beim Güterverkehr hat der Marktanteil des Lkw im Jahr 2009 einen historischen Höchststand erreicht. Das geht aus den neuesten Angaben des Jahrbuchs „Verkehr in Zahlen“ und aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Danach hat der Lkw einen Modal Split von 72 Prozent, während der Marktanteil des Schienengüterverkehrs 2009 nach fünf Wachstumsjahren erstmals um gut einen Prozentpunkt auf 16,2 Prozent gesunken ist. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, wies darauf hin, dass die Entwicklung im Personenverkehr – trotz Wirtschaftskrise – genau gegenläufig sei. „Seit Jahren wächst der Personenverkehr auf der Schiene, während die Straße schrumpft“, sagte Flege. So sei die Zahl der Personenkilometer bei der Eisenbahn im Jahr 2008 um 4,3 Prozent gewachsen, während der Pkw-Verkehr ein Minus von 1,6 Prozent zu verzeichnen habe. An diesem Trend hat sich auch in der Wirtschaftskrise nichts geändert. Die Eisenbahn hat laut „Verkehr in Zahlen“ im Jahr 2008 mit 7,6 Prozent den höchsten Marktanteil seit der Wiedervereinigung erreicht. Im gleichen Jahr sank der motorisierte Individualverkehr mit 79,6 Prozent auf den tiefsten Wert seit 1990.

Flege forderte die Bundesregierung auf, die politischen Rahmenbedingungen zugunsten des Schienenverkehrs zu verändern. Die Menschen entdecken die Eisenbahn wieder, da zeichnet sich ein fundamentaler Bewusstseinswandel ab. Es ist an der Zeit, das Angebot massiv auszubauen.“ Für den Güterverkehr erinnerte Flege daran, dass das Ziel „Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene“ im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung stehe. „Wenn die Regierung ihre eigenen Ziele ernst nimmt, muss sie jetzt gegensteuern und etwas für den Eisenbahngüterverkehr tun“, sagte Flege. Die Zahlen zeigten deutlich, dass die Wirtschaftskrise die jahrelange Wachstumsperiode im Schienengüterverkehr unterbrochen habe. „Der Eisenbahngüterverkehr ist krisenbedingt fast doppelt so hart getroffen worden wie der Lkw-Verkehr. Hier ist ganz klar die Politik gefragt.“

 
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