Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

BNSF-Brennstoffzellenlok jetzt im Praxistest

29.03.10 (Eisenbahn, Hybridlok, Innovationen, Nordamerika)

Schwarzenegger besucht Brennstoffzellenlok (Foto: Office of the CA Gov.)

Manchmal dringen Nachrichten nur langsam über den Großen Teich, weil amerikanische Unternehmen oft eine sehr seltsame, selektive Pressearbeit betreiben oder sich die vielen Korrespondenten deutscher Zeitungen und Zeitschriften allzu oft an Google, Apple, Facebook und anderen digital operierenden Firmen und relativ leicht verständlichen Themen festbeißen. Die erste Brennstoffzellenlok der Welt haben sie übersehen und weil ich das Thema seit Jahren verfolge, konnte ich für die FAZ, Wirtschaftswoche und VDI-Nachrichten darüber berichten.

Über die Railway Gazette stieß ich nun nach einiger Internetrecherche auf die Quelle der Information, dass die Lok seit Januar auf dem Rangierbahnhof Commerce in Kalifornien getestet wird. Was BNSF-Chef Matt Rose, Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Bürgermeister Pringle sagten, kann man hier, auf der Seite des Gouverneurs, nachlesen – Politiker machen aus gutem Grund immer noch die beste Öffentlichkeitsarbeit. 😉 Wobei der amerikanische Stil doch etwas von unseren Gewohnheiten abweicht. Denn sogar Schwarzeneggers Gattin Maria Shriver wird auf der Homepage des Gouverneurs ausführlich vorgestellt.

Schwarzenegger sagte: „Believe me, the world is watching this right now. They will be talking about it in Europe, about this technology.“

Schade, dass er sich da wohl geirrt hat. Doch wichtiger ist sein flammendes Engagement für einen kalifornischen Personenschnellverkehr (der nach unseren Maßstäben weit unterhalb des allseits propagierten Hochgeschwindigkeitsverkehrs liegt). In dieser Hinsicht sind die USA ein Entwicklungsland auf Dritte-Welt-Niveau, wie auch Präsident Obama immer wieder betont.

2 Kommentare

  • 1
    Peter:

    Ich hoffe es handelt sich bei dieser Hybrid-Rangierlok nicht um eine rollende Bombe, denn ich habe schon solche Lokomotiven bis auf den Rahmen abgebrannt gesehen! Grund waren qualitativ schlechte Batterien aus China.

    Die Fahrmotoren dieser Hybridlokomotive werden von einem kleinen Brennstoffzelle und einem grossen Batteriepaket mit Strom versorgt. Während den Betriebspausen füllt der dauernd arbeitende Wasserstoffgenerator das Batteripaket auf, so dass die Energie für die relativ kurzen Einsätze gespeichert werden kann.

    Die Lok von Vehicle Projects LCC basiert auf einer ehemaligen Diesel-Hybridlokomotive von Railpower, welche unter dem Markennamen „Green Goat“ vertrieben werden. Diese Lokomotiven funktionieren ebenfalls wie oben beschrieben, nur dass anstelle der Brennstoffzelle ein kleiner Dieselmotor mit einem Generator den Strom erzeugt. Heute sind ca. 70 Lokomotiven mit dieser Technologie in den USA im Einsatz. Der Name rührt vom seltsamen Aussehen des Prototypen, das im Entfernten an eine Geiss erinnert. Die meisten Green Goats wurden auf Rahmen und Fahrwerken von alten Diesellokomotiven aufgebaut, so dass Dieseltank und Elektromotoren übernommen werden konnten.

    Die Firma Vehicle Projects LCC hat nichts mit „Green Goat“ zu tun, auch wenn im Handelsblatt steht „Vehicle Projects aus Denver, Colorado, hat die Brennstoffzellenlok namens Green Goat („Grüne Geiß“) entwickelt.“

    Green Goat ist ein eingetragener Markenname von „Railpower Technology“, welche die Hybridtechnik mit Dieselmotoren entwickelt hat.

  • 2
    admin:

    Wahrscheinlich meinst du bei dem Handelsblatt-Artikel den dort verfügbaren, den ich für die Wirtschaftswoche geschrieben habe. Für den Fehler mit dem Green Goat kann ich leider nichts, die letzte Fassung habe ich vor der Veröffentlichung nicht lesen können. Da hat die Redaktion etwas zu freizügig redigiert. Sowas kommt vor.

 
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