Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Nur noch Tempo 10 auf der Müngstener Brücke

12.04.10 (Deutschland, Eisenbahn, Gleisbau und Wartung, Nahverkehr, Personenverkehr, Strecken, Triebwagen)

Nur noch 10 km/h (das sagt die Eins auf dem Schild rechts) sind auf der Müngstener Brücke erlaubt (Foto: Weidelich)

Schon letztes Jahr kam der Verdacht auf, dass die 107 m hohe Müngstener Brücke – die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland – nicht in bestem Zustand sei. Die riesigen Rostflächen auf der 112 Jahre alten Brücke sind dabei weniger bedrohlich als die festsitzenden Loslager, die Wärmeausdehnungen und Schwingungen beim Überfahren und Sturm aufnehmen sollen. Das Eisenbahnbundesamt hat deshalb Ende letzter Woche eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 10 km/h erlassen und erlaubt nur noch den leichten Regionalbahn-Triebwagen der Baureihe 628, die hier den RB-47-Verkehr abwickeln, die Überfahrt.

12. April 2010: Ganz schön rostig. Unten der Neubau eines Ausflugslokals. (Foto: Weidelich)

Im September 2009 hatte die DB erklärt, bis Mitte 2010 eine „Nachrechnung“ der Brückenstatik vorzulegen. Nun hat das EBA sie gezwungen, bis 30. September diesen Nachweis vorzulegen, sonst wird die Brücke am 1. Oktober 2010 gesperrt.

Das wäre nicht nur ein harter Schlag für die zahlreichen Fahrgäste, die hier werktags im 20-Minuten-Takt und am Wochenende jede halbe Stunde über die Brücke rollen. Auch für die Brückenparkbesucher wäre die Brücke nur noch halb soviel wert. Am härtesten würde es die Fans treffen, die jeweils im Oktober zum Brückenfest kommen, bei dem auch Dampfzüge eingesetzt werden. Die wären viel zu schwer.

Die DB sieht das locker. „Wenn nicht in diesem Jahr, dann erfolgt die Sanierung im nächsten“, sagte DB-NRW-Sprecher Gerd Felser dem Solinger Tageblatt. Man sei auf der Suche nach Herstellern für die zu erneuernden Loslager. Angeblich investiert die DB 400.000 Euro jährlich in den Unterhalt der Brücke, die über weite Flächen stark verrostet ist. Das Bearbeiten und Neulackieren der komplizierten Konstruktion mit 950.000 Nieten ist sicher keine Arbeit, die man in ein paar Wochen erledigen kann.

Zum Bau der Brücke hier ein historischer Bericht von 1897.

Nur mit einem starken Tele kommt man dem Zug so nahe (Foto: Weidelich)

 
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