Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Neues Siemens-Joint Venture in Russland

27.05.10 (Bahnindustrie, Deutschland, Eisenbahn, Elektrolok, Lokomotiven, Nahverkehr, Russland, Triebwagen)

Die Russischen Eisenbahnen (RZD) haben heute 221 Güterzuglokomotiven bei OOO Ural Locomotives, einem Joint-Venture mit Siemens-Beteiligung, bestellt, die ab 2011 gefertigt werden sollen. Das neue Unternehmen zur Produktion von Elektrolokomotiven am Standort Verkhnyaya Pyshma nahe Jekaterinburg war vergangene Woche mit dem russischen Hersteller von Güterlokomotiven, OJSC Sinara Transport Machines (Sinara), gegründet worden. Siemens hält an dem Gemeinschaftsunternehmen 49 Prozent. Die Auftragsvergabe fand im Rahmen des internationalen Eisenbahnforums „Strategische Partnerschaft 1520“ in Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste statt. Über die Höhe des Auftragsvolumens haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Darüber hinaus haben sich Siemens und die RZD auf den langfristigen Ausbau ihrer Partnerschaft verständigt. Eine Grundsatzvereinbarung sieht vor, zukünftig auch Regionalzüge mit Siemens-Technik in Russland zu produzieren.

Siemens investiert mehr als 100 Mio. EUR in den Aufbau der Fertigung, bei der rund 800 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Rahmen des Joint-Ventures ist Siemens für die Lieferung der elektrischen Antriebskomponenten verantwortlich. Diese werden in Sankt Petersburg hergestellt, wo weitere rund 20 Mio. EUR investiert werden. Zeitgleich hat auch der Aufbau eines Engineeringzentrums für Schienenfahrzeuge in Moskau begonnen, das zusätzlich rund 200 Arbeitsplätze bei Siemens in Russland schaffen soll.

„Russland ist für die Bahntechnik ein strategischer Wachstumsmarkt. Mit unserem kompletten Portfolio für moderne und umweltfreundliche Verkehrstechnik sind wir bei Schienenfahrzeugen und Bahninfrastruktur bestens positioniert und wollen für die RZD auch weiterhin ein verlässlicher Partner sein. Dabei messen wir auch in Zukunft der lokalen Fertigung in Russland hohe Bedeutung bei“, sagte Division-CEO Hans-Jörg Grundmann.

Es spricht viel dafür, dass Dr. Grundmann das Potenzial des russischen Markts richtig einschätzt. Denn auch die chinesische Bahnindustrie kämpft um Vertrauen und Aufträge in Russland.

 
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