Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Zur WM startet ein Zug von Bombardier – der Gautrain

07.06.10 (Afrika, Bahnindustrie, Eisenbahn, Nahverkehr, Personenverkehr, Triebwagen)

Seit Monaten verfolge ich die geradezu euphorischen Meldungen des Gautrain auf Twitter. Nun wäre es höchste Zeit für einen Beitrag über diese neue Verbindung bei Johannesburg gewesen, da nimmt mir Bombardier die lästige Arbeit ab (zumal mich dieses ganze Fußball-Showbiz herzlich wenig interessiert). Hier die eben eingetroffene Pressemitteilung:

Foto mit künstlerischem Anspruch oder falschem Tele mit zu kleinem Bildkreis (Foto: Bombardier)

Am vergangenen Wochenende wurde in Johannesburg offiziell die Eröffnung des ersten Bauabschnitts des Gautrain-Nahverkehrssystems gefeiert. Gastgeber der Veranstaltung war die Regierung der Provinz Gauteng. Zu den Gästen gehörten neben der Premierministerin der Provinz Gauteng, Nomvula Mokonyane, weitere Vertreter der Provinzregierung und der Aktionäre. Die Eröffnungsfahrt mit dem in Südafrika Gautrain genannten Bombardier-Electrostar-Zug fand zwischen dem Bahnhof Marlboro und dem O.R. Tambo International Airport statt.

Am 8. Juni 2010 wird das System für den Linienverkehr freigegeben. Bombardier hatte das Bauprogramm erheblich beschleunigt, damit Südafrika die Besucher der Fußball-WM mit dem Gautrain willkommen heißen kann. Im Rahmen des nun abgeschlossenen ersten Bauabschnitts werden fünf Züge die Passagiere auf der 20 Kilometer langen Strecke zwischen dem Johannesburger O.R. Tambo International Airport und dem Hotel-, Einkaufs- und Handelszentrum Stanton befördern. Weitere Haltpunkte sind die Pendlerbahnhöfe Marlboro und Rhodesfield.

André Navarri, President von Bombardier Transportation, erklärte: „Die südafrikanische Regierung baut ein modernes und effektives Schienennetz auf. Als weltweit führender Anbieter von integrierten Transportsystemen sind wir sehr stolz darauf, einen Beitrag hierfür leisten zu dürfen. Der Gautrain wird besonders im Laufe der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft wichtig für Johannesburg. Aber er wird auch auf lange Sicht zum wirtschaftlichen Erfolg der Provinz Gauteng beitragen.“

Eran Gartner, President der Systems Division von Bombardier Transportation, ergänzte: „Ich bin sehr stolz auf das engagierte und vielseitige, eigens für dieses Projekt aufgestellte Team. Es hat zahlreiche Herausforderungen gemeistert, denn in einem beschleunigten Bauprogramm ist es ihm gelungen, Verzögerungen, die während der ersten Tiefbauarbeiten entstanden sind, aufzuholen und die erste Bauphase abzuschließen. Die Provinz Gauteng und Südafrika können sich den Besuchern der FIFA-Fußball-WM nun von ihrer besten Seite zeigen“, so Gartner. Und weiter: „Dies ist das erste Schnellbahnsystem überhaupt in Südafrika. Es bietet Eisenbahntechnik auf Weltniveau. Wir hoffen, dass der Gautrain Vorbild für eine breite Erneuerung des ausgedehnten Personenverkehr-Schienennetzes in Südafrika ist. So würde nachhaltig Beschäftigung für unsere Mitarbeiter und Mobilität für Südafrika entstehen und die von uns geschaffenen Fertigungskapazitäten würden sich langfristig auszahlen.“

Nach der für 2011 geplanten Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes wird das Gautrain-Projekt aus einem 80 Kilometer langen zweigleisigen Netz und zehn Bahnhöfen bestehen. Gautrain wird Südafrikas Wirtschaftszentrum Johannesburg mit der Hauptstadt Pretoria und dem O.R. Tambo International Airport verbinden.

Bombardier hat im September 2006 als Mitglied der Bombela Concession Company den Zuschlag von der Regierung der Provinz Gauteng erhalten. Der Vertrag umfasst die Bereitstellung eines integrierten Schienensystems mitsamt einer Flotte von 96 Electrostar-Zügen, von denen ein Großteil in Südafrika montiert wird. Weitere Lieferbestandteile sind das Zugsteuerungssystem Cityflo 250, Stromversorgungs- und -verteilungssysteme, Kommunikations- und automatische Abrechnungssysteme, das Projektmanagement, der Gleisbau, System-Engineering und -integration sowie Prüfung und Inbetriebnahme. Bombardier wird während der ersten 15 Betriebsjahre in die Wartung des Systems eingebunden sein.

Die enge Projektzusammenarbeit der Strategic Partners Group fördert den Einsatz schwarzer Arbeitskräfte. Im Baubereich sind Bouygues Construction und Murray & Roberts die Partner von Bombardier. Sie erstellen unter anderem Tunnel, Bahnhöfe und das Wartungsdepot.

Das Design der Electrostar-Zugflotte wurde am Bombardier Transportation-Standort im britischen Derby entwickelt. Dabei wurden 81 der 96 Fahrzeuge als sogenannte „Flatpacks“ zur Endmontage nach Südafrika geliefert und nur die ersten 15 vollständig am Fertigungsstandort Derby montiert.

Ebenso wichtig wie der Gautrain selbst ist das damit verbundene sozialökonomische Entwicklungsprogramm SED (Social Economic Development). In dessen Rahmen erfüllt Bombardier Anforderungen in Bezug auf die Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer und auf weitere lokale Wertschöpfung. Bislang hat Bombardier alle diese Verpflichtungen erfüllt und wird die Vorgaben während der weiteren Bauphase sogar übertreffen. Diesen Vorgaben entsprechend besteht das Bombardier-Projektteam zu 90 Prozent aus südafrikanischen Mitarbeitern. Die verbleibenden zehn Prozent sind internationale Fachkräfte, die sich in intensiven Programmen zur Weitergabe von Fähigkeiten und zum Aufbau von Kapazitäten einbringen.

 
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