Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Auszug aus einem weiteren Augenzeugenbericht aus ICE 846

12.07.10 (Deutschland, Eisenbahn, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitszüge, Personenverkehr, Triebwagen, Unterwegs – Erfahrungen)

Die Rheinische Post hat mit der kollabierten Schulklasse gesprochen. Der folgende Absatz spricht für sich selbst:

Nach 50 Minuten Fahrt hält der Zug. Am Bielefelder Hauptbahnhof wird der ICE evakuiert. „Die Bahn lügt, wenn sie sagt, da seien direkt Rettungskräfte vor Ort gewesen“, empört sich Lehrerin Dagmar Reichenberg-Arnoldy, „Wir haben selber erste Hilfe geleistet. Zum Glück war ein Arzt an Bord.“ „Ich bin Sanitäterin und habe versucht, andere zu beruhigen. Aber dann bin ich selbst zusammengebrochen“, sagt Schülerin Michaela Brux.

Hier ein weiterer Bericht der Rheinischen Post.

Ein anderer, zudem verspäteter Zug mit Hitze-Problemen war nach Informationen der Osnabrücker Zeitung am Samstag von Hamburg in Richtung Osnabrück unterwegs. Hier durften Reisende in die 1. Klasse wechseln, zudem gab es Getränke. Der 12.36-Uhr-IC von Berlin via Osnabrück nach Amsterdam blieb in Stendal mit Lokschaden liegen; als ein Ersatzzug kam, war dieser ebenfalls nicht klimatisiert. Fahrgäste weigerten sich daraufhin, in den Zug einzusteigen.

Ein Leserbrief aus dem Tagesspiegel:

Nicht, dass in dem IC um 14:26 von Berlin aus während der Fahrt ebenfalls die Klimaanlage ausfiel, sondern das auf er Strecke zwischen Berlin und Hannover auch noch drei Weichenstellprobleme auftauchten! Die Klimaanlage also aus, die Fenster zwar auf, aber dennoch steht der Zug immer wieder minutenlang in der Pampa und wird wie ein Hochofen aufgeheizt. Wassernachschub kam sporalisch und nicht vollständig. Letztendlich, als das Wasser anscheinend ausgegangen ist gabs kleine süße Tetrapaks mit Orangensaft – wie durstlöschend! Das Personal wollte aufgrund menschenunwürdiger Verhältnisse den Zug in Wolfsburg stoppen. „Selbst einen Hund lässt man bei diesem Wetter nicht im Kofferraum“, ertönte es aus den Zuglautsprechern.
Die Fahrgäste wurden gefragt, ob sie weiterfahren möchten oder in Wolfsburg ein Austausch stattfinden sollte, aber wohin dann mit den Gästen eines vollständig gefüllten ICs? In den Nächsten, der ebenfalls voll ist? Eine Alternative wurde uns Samstag Nachmittag nämlich nicht angeboten, weswegen ausnahmslos alle Fahrgäste sich für eine Weiterfahrt des Zuges entschieden, um überhaupt noch ans Ziel zu kommen.

In den Kommentaren der Welt wird über weitere ausgefallene Klimaanlagen berichtet.

Ein Kommentar

  • 1
    Hoefig, Barbara:

    Ich hatte am Samstag 10.7. von München kommend (Abfahrt 12.51h) bereits hinter Augsburg eine sich immens steigende Hitze im Abteil bemerkt – bis Würzburg geschah -bis auf ein paar Flaschen warmes Mineralwasser – nichts – dort wurden wir des Zuges verwiesen und standen endlos auf dem Bahnsteig herum in sengender Hitze.
    Kaltes Wasser war nur für Kinder erhältlich – die Erwachsenen (ich werde 70) durften zuschauen. Der dann kommende Zug war rettungslos überfüllt und von freien Sitzplätzen weit und breit keine Spur.
    Ich bin zu 100% schwerbehindert – aber das interessiert keinen, der auf seinen Sitzplatz beharrt.
    In Hannover angekommen schickte mich ein Bahnbeamter zu einem Lift, dessen Türen nicht zu öffnen waren … somit verpasste ich den Anschlusszug nach Bremen – dort – bei 36° – hatte ich bis 23.04h zu warten – bis ich endlich nach Bremerhaven fahren konnte.

    Dieses menschenverachtende Verhalten der Deutschen Bahn wird mich davon abhalten JEMALS WIEDER die DB zu benutzen!!!!

 
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