Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Auch in Düsseldorf wird jetzt über Stuttgart 21 geredet

01.10.10 (Bahnhöfe, Deutschland)

Ich war auf einen kleinen Demo vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof. Es regnete und nieselte, ab und zu hörte der Regen auf. Aus etwa 25 Teilnehmern, von der Piratenpartei organisiert und sogar polizeilich angemeldet, waren am Ende um die 60 geworden, beobachtet von einem Dutzend Polizisten. Ich habe mich mit einigen Polizisten unterhalten, ihnen die Vorgänge heute Morgen geschildert, so wie ich sie gesehen habe. Sie wussten nicht näher, was da los war.

Ich habe auch erklärt, dass es zwar um die Verhinderung eines Irrsinnsprojekts geht, aber auch um die Wut auf Politiker, die sich vom Volk völlig abgekoppelt haben und ihm in Stuttgart zeigen, dass ihnen die Bürger egal sind. Von einem Polizisten abgesehen, der latent aggressiv auf das Stichwort Demonstrationen reagierte, habe ich mich mit vier Polizisten sehr offen unterhalten können. Sie durften sich privat nicht äußern, aber es schien schon durch, dass sie privat wahrscheinlich anders denken als sie dienstlich handeln müssen. Wenn die Polizei dreimal Demonstranten zum Gehen auffordern würde, könne sie nichts anderes tun, als zu unmittelbarem Zwang zu greifen. Mit randalierenden Fußballfans haben sie einige Erfahrung.

Mehrfach betonten die Polizisten, dass das Demonstrationsrecht ein wichtiges Recht sei und die Bürger das Recht darauf hätten. Bis eben zu jenem Punkt, an dem der Platz nach dreimaliger Aufforderung geräumt werden muss. Das ist jetzt gar nicht zynisch gemeint.

Wasserwerfer mit Reizgas gebe es in NRW jedenfalls nicht mehr. Eine junge Polizistin hatte von Kollegen aus Stuttgart gehört, dass Steine gegen Polizisten geflogen seien. Inzwischen, nach der Tagesschau, dementierte die Polizei das.

Zum Ende der Veranstaltung gegen 22 Uhr kamen noch Landtags-Abgeordnete, ich habe das nicht weiter verfolgt. Es gab wohl einige gute Gespräche mit Passanten.

Als schon fast alle gegangen waren, trafen ein paar Jusos mit Fahnen ein. Irgendwie typisch: Die SPD kommt bei S21 regelmäßig zu spät. Nicht nur in Stuttgart.

Ein Anfang in Düsseldorf. Später waren etwa 60 Demonstranten auf dem Platz. (Foto: FW)

Baden-Württembergs Innenminister Rech log mittlerweile im Interview mit dem ZDF, dass sich die Balken bogen.  Sogar die EU habe das Projekt abgesegnet! Eine blanke Lüge, vom übrigen Gestammel über „gewaltbereite Demonstranten“ abgesehen. Dieser Mann ist fertig, in jeder Hinsicht. Ein Versager im Amt. Den Auftritt stellte das ZDF jetzt auch auf Youtube ein.

Jemand in Twitter hat seine Körpersprache treffend analysiert:

Flügel.tv berichtet weiter über die Vorgänge im Schlosspark. Sie tun das, was eigentlich Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen wäre, die heute massiv versagt haben bei ihrer Berichterstattungspflicht.

Ein Kommentar

 
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