Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Das K21-Konzept überzeugt die S21-Fans natürlich nicht

12.11.10 (Bahnhöfe, Deutschland)

Manchmal stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, sechs bis acht Stunden am Rechner zu sitzen und über Phoenix die nächste Schlichtungsrunde zu sehen. Heute hat es sich gelohnt. Schon allein wegen des Vortrags von Klaus Arnoldi vom Verkehrsclub Deutschland, der souverän und ohne Spitzen das Konzept von K21, dem Kopfbahnhof mit einigen Verbesserungen, erklärte.

Das Ergebnis ließ die S21-Freunde buchstäblich alt aussehen. Betretende Gesichter auf der Befürworterseite waren Dauerzustand. Denn K21 hat mehr Kapazität als S21, kann über Jahre in Stufen realisiert werden und kommt mit einem Minimum an Tunnelstrecken aus. Auch die heute schon weitgehende Kreuzungsfreiheit des Verkehrs im Stuttgarter Hbf ließe sich durch ein Überführungsbauwerk, wie es in vielen anderen Bahnhöfen verwendet wird, weiter verbessern.

Vorgeschlagen, aber bewusst nicht verstanden von den Gegnern, wurde eine integraler Taktfahrplan. Nach diesem fahren die Regionalzüge nacheinander ein, zuletzt die ICE und IC, die dann als erste abfahren, bevor sich die Regionalzüge zuletzt in Bewegung setzen. Zum Umsteigen in alle Richtungen bliebe reichlich Zeit, zumal 90 % der Fahrgäste in Stuttgart aus- oder zusteigen und nahezu kein Bedarf für durchgebundene Züge besteht, wohl aber gute Anschlüsse von und zu den Fernzügen. Das Manko von Stuttgart sind heute ja völlig desolate Umsteigeverbindungen. Der ICE fährt gewöhnlich 5 bis 10 Minuten vor Ankunft eines wichtigen Regionalzugs ab. Der nächste ICE frühestens in 55 bis 50 Minuten oder sogar fast zwei Stunden später. Der integrale Taktfahrplan würde diese Situation grundlegend verbessern.

Neben den Spitzfindigkeiten von SSB-Mann Bitzer zu Plänen der S21-Gegner, bei denen von den K21-Gegnern mehr Details verlangt wurden, als es die millionenschweren Planer bis heute zustandegebracht haben, gab es zahlreiche unnütze Scharmützel über Bahnsteighöhen, Sportplätze, Schallschutzwände und Planfeststellungsverfahren. Ich habe mich gewundert, warum nicht auch noch über hölzerne statt Betonschwellen, die Art der Schienenprofile und die Farbe der Schallschutzwände gestritten wurde und man von den Gegnern das Gewicht der Glaskuppel am K21-Kopfbahnhof und eine exakte Kalkulation der notwendigen Brücken verlangte. Die S21-Freunde waren einfach nur dreist.

Die Behauptung, bei der Neubaustrecke seien alle Planfeststellungsverfahren gelaufen, wurde auch durch Wiederholung nicht richtiger. An vielen Stellen logen die S21-Freunde, dass sich die Balken bogen.

Kefers wiederholter Vorwurf, dass das K21-Konzept erst in 30 Jahren realisiert werden könne, gehörte zu den besonders sinnlosen Einwürfen, zumal das Konzept modular aufgebaut ist, nach und nach gebaut werden kann (aber nicht muss!) und der heutige Bahnhof ja bestens funktioniert. Man tat so, als ob eine andere Planung als S21 niemals durchsetzbar sei und bemühte mit krauser Logik sogar den Verwaltungsgerichtshof. Erstaunlich ist immer wieder die Vision, den neuen Bahnhof einschließlich der Tunnel etwa 2020 fertig zu haben und dann über 100 ha Fläche für Bauten zu verfügen. Ich wette, falls S21 wirklich je gebaut wird, dass vor 2025 bis 2030 kein Verkehr durch den U-Bahnhof fließen wird! Und da der neue Bahnhof mit den Tunneln und der Neubaustrecke steht und fällt, ist bei technischen Problemen und Verzögerungen eine Bauruine als Bahnhofsdisko wahrscheinlicher, als die S21-Freunde jemals zugeben würden. Denn wie sie auf Details herumhackten, welche die Gegner in Heimarbeit nicht so schnell ermitteln konnten, war schon auffallend als letzte Verteidigungslinie. Die Gegner haben an diesem Schlichtungstag dutzendfach mehr Kompetenz bewiesen als all die Gutachter und Professoren, die sich am Mittwoch im Verkehrsausschuss und heute als „Fachleute“ erwiesen haben, die zwar in Treue fest zu S21 und der „Zukunft“ (was für ein Blabla, wahrscheinlich meinen sie ihre eigene!) stehen, aber nach meinem Eindruck besser Hilfe bei Modellbahnern und Bahn-Simulationsspielern suchen sollten, um zu verstehen, was die wirklichen betrieblichen und technischen Probleme eines U-Bahnhofs sind und wie man Fahrpläne strickt. Fachkompetenz sieht jedenfalls anders aus. Die fand man heute in beeindruckender Weise bei den S21-Gegnern bzw. K21-Befürwortern, denen niemand ein paar hundert Millionen Euro für die Planung in den Rachen geworfen hat.

Besonders daneben benahm sich (wieder einmal) Verkehrsministerin Tanja Gönner, die diesmal am Ende kurz vor dem Explodieren war, sich an keine Regeln halten wollte und Geißler ständig ins Wort fiel, auch wenn er es ihr ausdrücklich nicht erteilt hatte. Sie ermahnte aber belehrend wie immer die Gegner, sich nur bei erteiltem Wort zu melden. Diese offensichtlich schlecht erzogene Person gehört m. E. zu den schwersten Bürden der S21-Befürworter, weil sie sich nicht im Griff hat und wie ferngesteuert wirkt. Es fällt auf, dass sie nicht zuhört, dafür aber ständig auf ihren Laptop schaut, sich über Mitteilungen amüsiert, dann wieder vor Wut kocht und bei ihren zahlreichen Einlassungen die ersten Sätze abliest. Diese sind auch sauber und sinnvoll formuliert. Sobald sie frei redet, schwurbelt sie und fällt mit steigender Wut ins Schwäbische und abgehackte, nicht zusammenhängende Sätze und Wiederholungen mit immer weniger Sinn. Mir scheint, sie wird von Beratern (z. B. Ministerium, Bauwirtschaft, PR-Agentur, Mediationscoach) per Laptop und Internet gecoacht und gelenkt. Und während Kefer anzusehen ist, dass er hier halt eine Rolle zu spielen hat und er und selbst Wirtschaftsminister Pfisters Gesichter zeigen, dass die Argumente der Gegner sie beeindrucken, kämpft Gönner wie eine Furie. Es würde mich nicht wundern, wenn sie privat heftig in das Projekt S21 verwickelt wäre. Denn ihr Einsatz ist in keiner Hinsicht angemessen und nachvollziehbar, von ihrem übersteigerten Geltungsbewusstsein einmal abgesehen.

Denn – fast vergessen – ist S21 doch ein Bahnprojekt und die DB müsste dafür kämpfen. Doch wer Gönners angeblich ruhende Verbindung zur ECE-Stiftung „Lebendige Stadt“ kennt, kann ahnen, warum sie so vehement für das Immobilenprojekt kämpft.

Da Gönner heute als künftige Bundesumweltministerin gehandelt wurde, könnte sich diese schwere Hypothek für die S21-Freunde bald erledigt haben. Zur Denk- und Handlungsweise von Angela Merkel passt sie sicher bestens, ihr fehlen aber Selbstdisziplin und die Fähigkeit zum strategischen Vorgehen, ohne ihre Empfindlichkeiten und Minderwertigkeitskomplexe vor sich her zu tragen. Gönner, da waren sich alle beobachtenden Twitterer einig, ist eine schreckliche, zutiefst unsympathische Person.

Heute wurde m. E. überdeutlich, dass nichts, aber auch gar nichts, für den U-Bahnhof und die zwei bzw. drei (inkl. Abstellbahnhof) neu zu bauenden Bahnhöfe spricht.

Nachtrag 13.11.: Für meine Begriffe völlig unlogisch ist, dass jetzt K21 auf dem Prüfstand steht und die S21-Befürworter Angreifer spielen dürfen und sich die S21-Gegner verteidigen und viel bessere Pläne vorlegen müssen.

Das ist so, als ob ein angeklagter Mörder die Staatsanwaltschaft und den Richter angreift, mit welchem Recht sie denn nun urteilen wollten. Der Mord sei doch eine Super-Sache für die Menschheit gewesen.

Kommt als nächster Nebenkriegsschauplatz, wer warum und mit welcher Qualifikation auf den beiden Seiten sitzt, weil den S21-Fans die Argumente ausgegangen sind? Die notwendige seelsorgerische Unterstützung der S21-Freunde durch Pfarrer (?) Bräuchle wird natürlich niemand ernsthaft bestreiten wollen. Obwohl er ja nicht katholisch ist und deshalb nicht die Beichte der vielen Lügen abnehmen kann. 😉

Ich will einige vergessene Fakten ins Gedächtnis zurückrufen:

  1. Diese Schlichtung war ursprünglich angelegt, S21 auf Machbarkeit und Sinn zu überprüfen, weil das Projekt – realistisch gerechnet – bis zu 18 Mrd. Euro kosten wird und einen jahrzehntelangen Eingriff in die Innenstadt und den Zugriff auf das Geld der Steuerzahler erfordert.
  2. S21 wurde 15 Jahre angeblich bis ins Detail geplant (was es nicht ist), steht nun aber als Alternative zu K21 da. K21 erscheint mir zwar weit durchdachter zu sein, kann aber gar nicht bis ins Detail geplant sein, weil es als Projekt bisher abgelehnt wurde und man nicht in zwei Wochen ohne Geld wasserdichte Planungen aus dem Hut zaubern kann. Die S21-Gegner haben nicht Hunderte von Millionen und 15 Jahre für die Planung zur Verfügung gehabt.
  3. Es gibt keinen Grund, K21 sofort zu realisieren, weil der Bahnverkehr in Stuttgart Hbf über die Jahre abgenommen hat. K21 kann aber in kleinen Projekten nach und nach gebaut werden, und das ohne Zeitdruck und mit geringeren Mitteln.
  4. Die verbesserte Anbindung des Provinzflughafens Stuttgart (für Ulmer Bürger u.a.!) ist ein Gaga-Ziel, also ohne Sinn. Selbst die weit größeren Flughäfen haben keine 10-Minuten-S-Bahn-Takte. Dafür braucht man auch genügend Fluggäste.
  5. Die Gewinnung von 100 ha für den Aufbau einer zweiten Innenstadt ist städtebaulicher und ökologischer (weil die Belüftungsfunktion stark reduziert wird) Unsinn.
  6. Lärmargumente gelten nicht gegen die Bahn, da allein mindestens 1600 Parkplätze auf dem freiwerdenden Gelände geplant sind. Autolärm ist schon heute ein Problem in Stuttgart.
  7. Die Schlichtung hat sich inhaltlich verfranst: Eigentlich ging es nur darum, Sinn, Machbarkeit, Vorteile und Finanzierbarkeit von S21 zu prüfen. Es wurde bereits belegt, dass der Untergrundbahnhof weit weniger Kapazität hat als der alte Bahnhof je hatte, keinen Taktfahrplan ermöglicht, zahlreiche nicht durchdachte Planungen enthält, teilweise nur mit neuen Fahrzeugen zu betreiben ist, enorme Betriebskosten nach sich zieht und dass auch die Neubaustrecke unwirtschaftlich ist (sofern man wie ein ehrlicher Kaufmann rechnet und sich nicht selbst betrügt).
  8. Noch einmal: Die Alternative K21 braucht man nicht unbedingt, weil es keinen ernsthaften Grund gibt, die Funktion des heutigen Bahnhofs in Frage zu stellen. S21 braucht man nur als Immobilienprojekt, doch dafür ist der Aufwand geradezu irrsinnig zu hoch im Gegensatz zum (äußerst fraglichen) städtebaulichen Nutzen und den ökologischen Folgeschäden.
  9. Die Schlichtung sollte sich wieder auf S21 konzentrieren. Dass die S21-Befürworter keine Argumente mehr haben, sich ständig widersprechen und lügen, wurde nicht erst am Tag 4 der Schlichtung deutlich.

7 Kommentare

  • 1
    Tweets that mention Das K21-Konzept überzeugt die S21-Fans natürlich nicht /// Railomotive -- Topsy.com:

    […] This post was mentioned on Twitter by mBloging Tester, Wolfgang Schmitt, loretta boldoni, s21_bot, wolfsrebellen and others. wolfsrebellen said: RT @RAILoMOTIVE: Kleine Zusammenfassung einiger Aspekte des Schlichtungstags: http://bit.ly/a8jY2x #s21 […]

  • 2
    Michael Kaufmann:

    Danke, allerbesten Dank!

  • 3
    Lukas:

    Um mal nur die Diskussion zu betrachten, man muss den S21 Befuerworten definitiv lassen, dass sie die besseren Strategen sind, sie haben es geschaft aus einer Defensivposition herauszukommen und in die Offensive zu gehen. Jetzt greifen die Gegner nicht mehr S21 an sondern sind damit beschaeftigt K21 zu verteidigen.
    Die Gegner sind mit vollem Karacho den Befuerwortern in’s offene Messer gelaufen.

  • 4
    Friedhelm Weidelich:

    Das ist (leider) richtig. Es hat damit zu tun, dass die Befürworter ja mit allen Mitteln ein Milliardenprojekt durchziehen wollen und jedes Mittel recht ist. Auch Strategieberatung, Propaganda und wiederholte Lügen bzw. jede Woche andere Aussagen zur Neubaustrecke.

    Das Problem der S21-Gegner ist ein Problem, denn hier sind keinen Millionensummen im Hintergrund. Und wie jede bunte Bewegung ist die Gegenbewegung nicht straff geführt. Mit einem Strategieberater, der die Schlichtungen verfolgt und von außen strategische Ratschläge gibt, wie sie Frau Gönner offensichtlich (wenn auch ohne größeren Nutzen) erhält, könnten die Gegner besser punkten.

    Andererseits hat es Charme, wie die Gegner weitgehend Hand in Hand arbeiten und argumentieren. Dass Geißler die Strategie der S21-Freunde nicht ganz durchschaut und das Spiel mit dem Angriff auf K21 mitmachte, finde ich etwas schade. Aber ein gutes 90 % durchdachtes K21 ist mir lieber als ein S21, bei dem hunderte Millionen nicht ausreichten, um wenigstens 50 % sauber durchzuplanen und die offensichtlichen Mängel nicht zu sehen. Die Stuttgarter Universität hat sich gründlich blamiert.

  • 5
    Stefan Krüger:

    Alos zunächst mal möchte ich dafür werben ;-), dem Blog hier einen Dank auszusprechen. Profiliert, pointiert, aber nicht grob unfair wird hier der Schlichtungstag zusammengefaßt, das ist eine Dienstleistung.
    #Der Vergleich mit dem Mörder ist nicht so gelungen und könnte wegen mir wegbleiben.
    Es ist natürlich überhaupt kein Problem, das K21 hier diskutiert wird und das deutlich wird, dass es Unterschiede in der Dataitiefe einen 500 Mio-Planung zu einer (vielleicht) 0,1 Mio-Planung gibt. Ich sag nur „Gott-sei-dank“ ist das so. Dass die Qualitätsunterschiede aber so klein sind, hätte ich nie gedacht und das hat auch die letzte Hausfrau in Hintertupflingen gemerkt.
    Insofern ist das ein wirklich guter Schachzug vom Geißler, das ist ein modernes Märchen nach dem Strickmuster „des Kaisers neue Kleider“.

  • 6
    Stephan:

    Vielen Dank für Ihre gute Zusammenfassung, auch wenn jetzt anscheinend die Stuttgarter und auch die Baden-Württemberger Bürger erst durch Schaden klug werden müssen. Aber wer weiß was in 20 Jahren sein wird, ob da der Schaden durch S21 überhaupt noch auffallen würde. Die meisten Veranwortlichen für das „bestgeplante“ Projekt sind da schon längst im Altersheim.

    Ich habe inzwischen den Verdacht, dass die diversen Hochgeschwindigkeitstrecken (Eurotunnel, eventuell bald ein Tunnel zwischen Rügen und Schweden, auch der Gotthardtunnel!) in Deutschland und Europa nicht nur , wie in Stuttgart, eine Verbindung zu einem Immobilienprojekt, sondern noch einen Hintergrund haben. Es könnte mit dem Phänomen „Peak Oil“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Globales_%C3%96lf%C3%B6rdermaximum ) zusammen hängen bzw. damit, dass es in mittlerer bis späterer Zukunft zwar praktisch keinen Luftverkehr mehr geben wird (weder Pflanzenöl noch Wasserstoff sind eine Alternative zum Kerosin), aber die diversen Manager dennoch schnell in Europa hin und her reisen müssen. Dank Windkraft und anderer alternativer Stromerzeuger wird es auch in Zukunft keinen Mangel an Elektrizität geben.

    Beim Projekt Stuttgart 21 gibt es anscheinend keinen Mangel an Geld, aber überall sonst im Land fehlt es bei der Eisenbahn, d.h. vor allem bei seiner Infrastuktur an allen Ecken und Enden (Lärmschutz, Weichenheizungen, Personal, Wartungseinrichtungen, Ausweichstrecken, Zustand der Gleise, Alter der Züge, Zustand ländlicher Bahnhöfe falls noch vorhanden etc.). Die optimale Anbindung des Bodenseegebietes scheint zudem wieder in weite Ferne zu rücken:

    Streit um die Gäubahn geht weiter
    http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Streit-um-die-Gaeubahn-geht-weiter;art372448,5151253

  • 7
    Friedhelm Weidelich:

    Vielen Dank für Ihr Lob. Ich sehe das auch so, mit Sicherheit sind die Profiteure schon tot oder in Rente, wenn – wirklich realistisch und nicht nur satirisch geschätzt – 2035 der neue Bahnhof in Betrieb gehen kann. Aber wahrscheinlich wird es so weit nicht kommen, weil das Geld ausgehen wird und die Bürger doch noch zur Vernunft kommen, wenn sie sehen, wo deshalb drastisch gespart werden muss.
    Die These zu peak oil ist zwar interessant, aber es gibt ja sechs europäische Fernstreckenkorridore in den Planungen der EU, die für den Güterverkehr vorgesehen sind und eher zu der These passen:
    A: Rotterdam-Genua
    B: Neapel-Berlin-Stockholm
    C: Antwerpen-Basel/Lyon
    D: Sevilla-Lyon-Turin-Triest-Ljubljana
    E: Dresden-Prag-Brünn-Wien-Budapest
    F: Duisburg-Berlin-Warschau

    Die ominöse Magistrale Paris – Bratislava kommt darin nur als Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Personenverkehr vor. Bekanntlich ist der geplante Abschnitt Stuttgart – Ulm für den Güterverkehr nicht geeignet. Die kurzen, leichten Güterzüge gibt es nur in der Fantasie der „Experten“ und wird es nie geben. Insofern ist diese Strecke, auf der nur ganz wenige Hochgeschwindigkeitszüge fahren, von völlig untergeordneter Bedeutung und wird es auch bleiben, da die Güterströme und der Personenverkehr über andere Strecken fließt. Und niemand wird 14 Stunden mit der Bahn fahren, um von Paris nach Bratislava zu reisen. Auch nicht, wenn es 10 oder sonstwie frei erfundene Minuten schneller wird dank der Neubaustrecke.
    S21 ist ganz klar ein Städtebau- und Immobilienprojekt. Mit einem besseren Bahnhof hat es nichts zu tun, nicht im geringsten.
    Die Gäubahn kenne ich sehr gut, ich bin an ihr aufgewachsen und kenne die vielen eingleisigen Abschnitte. Die waren schon vor 40 Jahren ein Engpass und sind es noch heute.
    Aber wenn ich die alte Reichsautobahn Ulm – Stuttgart sehe, wundert mich nichts mehr. In Baden-Württemberg hat man dank der CDU/FDP und einer kaum vorhandenen Opposition Jahrzehnte geschlafen in Sachen Verkehrspolitik. Und zwar in jeder Hinsicht.

 
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