Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Führungskräftewechsel bei der SBB

12.01.11 (Personalien, Verkehrspolitik)

Die Schweizer lachen gern und mit Recht über die Zustände bei der Deutschen Bahn. Und vergessen dabei, dass ihr Bahnsystem, schlimmer als in Deutschland, schon einmal für Stunden zusammengebrochen ist. Allerdings ist den Schweizern noch nicht das Gespür für die Jahreszeiten und die Notwendigkeit von Personal und Wartung verloren gegangen. Die SBB hat weiter den Ruf, wie ein Uhrwerk zu funktionieren, was auch mit dem integralen Taktfahrplan zu tun hat, den die K21-Befürworter so gern in Baden-Württemberg sehen möchten und der mit dem Hirngespinst S21 unmöglich ist.

Die SBB wird von dem Schweizer Andreas Meyer geleitet, der zuvor in Deutschland als „Sanierer“ der Berliner S-Bahn unangenehm aufgefallen ist. Dann auch in der Schweiz, denn viele Manager der SBB haben das Unternehmen seit Meyers Eintritt verlassen. Kein gutes Omen.

Jetzt übernehmen noch mehr Deutsche das strategische Ruder der SBB. Stephan Pfuhl wird am 1.4.2011 der neue Leiter Fernverkehr der Division Personenverkehr der SBB. Pfuhls bisherige Funktion als Leiter Unternehmensentwicklung der SBB übernimmt Armin Weber, bisher Leiter Unternehmensentwicklung in der Division Personenverkehr.

Der Geschäftsbereich Fernverkehr gestaltet und vermarktet das Zugsangebot im internationalen, nationalen und interregionalen Fernverkehr und „trägt maßgeblich zum positiven Konzernergebnis der SBB bei“, wie eine SBB-Pressemitteilung erläutert.

Und weiter in der Pressemitteilung: „Stephan Pfuhl ist ein ausgewiesener Bahnfachmann mit breiter Führungserfahrung: Er war 10 Jahre in verschiedenen Positionen bei der Deutschen Bahn tätig, so unter anderem als Geschäftsführer zweier Busunternehmen und Regionalleiter bei der DB Stadtverkehr in der Region Hessen. Bei der SBB arbeitet Pfuhl seit 2007. (Anm.: Da übernahm Meyer den Vorstandsvorsitz.) Er baute den Bereich der Unternehmensentwicklung auf und leitete diesen. In dieser Funktion nahm er auch Einsitz (hübsches schweizerisches Wort!) in die erweiterte Konzernleitung der SBB. Stephan Pfuhl hat die heutige Konzernstrategie massgeblich mitgeprägt und strategische, divisionsübergreifende Konzernprogramme aufgebaut. Der 43-jährige Deutsche studierte an der Universität Bayreuth Betriebswirtschaft und absolvierte 2003 in den USA ein Executive MBA an der Purdue University. Er wechselt am 1. Februar in die Division Personenverkehr und wird seine neue Aufgabe am 1. April 2011 übernehmen. Pfuhl ist verheiratet, Vater von 2 Kindern und wohnhaft in Bern.“

„Die bisherige Funktion von Stephan Pfuhl als Leiter Unternehmensentwicklung des SBB-Konzerns und Mitglied der erweiterten Konzernleitung übernimmt per 1. Februar 2011 Armin Weber. Der 35jährige arbeitet seit Anfang 2010 bei SBB Personenverkehr als Leiter Unternehmensentwicklung. Zuvor war er 7 Jahre in verschiedenen Funktionen bei der Deutschen Bahn tätig, zuletzt als Leiter Markt und Verkehr bei der DB Stadtverkehr. Er studierte an der Universität in Mannheim Betriebswirtschaftlehre und absolvierte 2008 ein MBA mit Vertiefung in strategischer Unternehmensführung an der SDA Bocconi Business School in Mailand. Armin Weber verfügt über ausgewiesene Kenntnisse im Aufbau und der Weiterentwicklung strategischer Planungen. Er ist verheiratet, Vater zweier Kinder und wohnhaft in Muri bei Bern. Der Nachfolgeprozess für die neue Leitung der Unternehmensentwicklung Personenverkehr ist eingeleitet.“

Eine Schweizerin, die noch bei der deutschen Telekom-Tochter T-Systems (Informations- und Kommunikationstechnologie) als Senior Vice President tätig ist, wird neue Leiterin der SBB Division Personenverkehr. Jeannine Pilloud tritt ihr Amt am 1. April 2011 an.

Da ist also eine heftige Umbildung in Gang. Ich wünsche den Schweizern, dass ihnen deutsche Bahnverhältnisse erspart bleiben.

Ein Kommentar

  • 1
    A. Gehrig:

    Besten Dank für die guten Wünsche; doch sind wir schon auf dem besten Weg dazu.. Ab dem Fahrplanwechsel darf das Zugbegleitpersonal keine Billete mehr im Zug verkaufen, sondern nur noch Billete Plus Zuschlag von CHF 90 für’s Fahren ohne gültiges Billet.
    Mein Mitgefühl gilt den Zugbegleitern, die diese Regelung durchsetzen müssen.

    Ich würde den Herrn Meyer zu gerne einmal während 10 Tagen den Dienst eines Kondukteurs verrichten sehen. Mit Früh- und Spätschicht, selbstverständlich. Mit Ausgangsleichen am frühen Samstagmorgen die ganze Waggons unbrauchbar für die Weiterfahrt machen, Renitente nicht 1. Klasse Billetbesitzer aber 1. Klasse Sitzbeleger etc.

    Träumen darf man ja, oder?

 
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