Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Hybrid-Oberleitungsbusse sparen tatsächlich 20 Prozent Energie

21.01.11 (Eisenbahn, Europa, Innovationen, Straßenverkehr, Technologien)

Leistungsfähige Kondensatoren speichern Bremsenergie und geben sie beim Anfahren ab (Foto: Vossloh Kiepe)

Seit über einem Jahr sind im abgasgeschwängerten Mailand 30 moderne Hybrid-Trolleybusse von Vossloh Kiepe und Van Hool im Einsatz. Wegen der guten Erfahrungen hat der Verkehrsbetrieb ATM Mailand (Azienda Trasporti Milanesi) nun eine Option über weitere 15 Fahrzeuge eingelöst.

Die Kombination von Hybrid- und Oberleitungsbus-Technologie erzielte eindeutige Energieeinsparungen. Dies wurde von Vossloh Kiepe in einem Vergleichstest ermittelt, bei dem an einigen Bussen die Energiespeicher deaktiviert wurden, um genaue Vergleichsmöglichkeiten zu Fahrzeugen mit aktiviertem Energiespeicher entstanden. Bei den Fahrzeugen mit aktiviertem Speichermedium zeigte sich gegenüber der Vergleichsgruppe eine durchschnittliche Energiereduktion von rund 20 Prozent.

In den Fahrzeugen, die sowohl als O-Busse als auch mit einem Dieselmotor fahren, der über einen Generator Fahrstrom erzeugt, werden Hochleistungskondensatoren, sogenannte Supercaps, Energiespeicher eingesetzt. Sie sind in der Lage, die beim Bremsvorgang entstehende kinetische Energie effektiv zu speichern. Anschließend kann diese Energie wieder zum Beschleunigen, für die Heizung, Klimatisierung oder auch für das oberleitungsfreie Fahren freigesetzt werden.

Die Energiespeicher reduzieren den Treibstoff- bzw. Energieverbrauch der Fahrzeuge sowohl an der Oberleitung als auch im Hybridbetrieb. Aber auch außerhalb des Oberleitungsnetzes können die Busse emissionsfrei anfahren. Dies erhöht bei Fahrgästen und Anwohnern gleichermaßen die Akzeptanz der Fahrzeuge.

 
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