Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Bonatzbauten stehen auch in Düsseldorf

15.03.11 (Bahnhöfe, Design, Deutschland, Eisenbahn)

Auf der gestrigen Montagsdemo in Stuttgart sprach Dr. Wolfgang Voigt, stellvertretender Direktor des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt, über die Qualitäten des Stuttgarter Bonatz-Baus. Der neue Bahnhof galt in den 20er-Jahren als ein Monument des modernen Reisens und wurde inspiriert von Bauten in Verona und Moscheen aus Istanbul und Kairo. Denn Paul Bonatz war ein weitgereister Mann mit einem umfangreichen Werk, wie das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt/Main noch bis zum 20.3. zeigt. Ab dem 26.3. ist die Ausstellung zwei Monate lang in Tübingen zu sehen. Voigts Vortrag kann man bei Fluegel.tv folgen, und auch den Auftritt von Georg Schramm sollte man nicht versäumen.

Der neue Stahlhof mit seinem niedlichen Pförtnerhaus (Fotos: FW)

Auch in Düsseldorf gibt es Gebäude, die Bonatz entwickelt hat, wie ich durch einen FAZ-Artikel erfuhr. Das Hochhaus des Stumm-Konzerns, heute Neuer Stahlhof, wurde von 1926 bis 1928 nach Plänen von Paul Bonatz errichtet. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, den die Stadtregierung Düsseldorf 1921 ausgelobt hatte und an dem neben Bonatz u.a. Wilhelm Kreis (2. Preis) und der berühmte Peter Behrens (3. Preis), damals noch Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, teilnahmen. Behrens ist berühmt für zahlreiche Industrie- und Verwaltungsbauten: die Mannesmann-Verwaltung am Rheinufer in Düsseldorf (heute Teil von Vodafone), Fabrikhallen von AEG, die ehemalige Continental-Zentrale in Hannover und vieles mehr.

Wilhelm Kreis, der Zweitplatzierte, entwarf übrigens das 1922 bis 1924 errichtete Wilhelm-Marx-Haus (siehe Foto ganz unten) in kaum mehr als 200 Meter Entfernung, das zuammen mit dem ebenfalls in Düsseldorf erstellten Industriehaus zu den ersten deutschen Hochhäusern gehört. Wie Düsseldorf überhaupt auch wegen der Ansammlung hochwertiger Architektur einen Besuch wert ist. Nicht nur, wenn man sich für Kunst und Altbier interessiert.

Eingang zum Innenhof an der Breiten Straße 69, Düsseldorf

Blick auf den gotisch inspirierten Vorbau des Haupteingangs, ein witziger Kontrast zur modernen Strenge des Hochhauses

Eingangssituation

Die fein vertikal gegliederte Fassade wirkt nicht monumental

Gebaut wurde mit den damals modernen Quetschfugen, die Luft zwischen den Backsteinen ließen

Detail am Pförtnerhaus

Auch an der Gestaltung der wieder aufgebauten Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorfer war Paul Bonatz beteiligt, er leitete die Modernisierung des Provisoriums nach dem 2. Weltkrieg

Detailansicht des Wilhelm-Marx-Hauses von Wilhelm Kreis, gleich am Nahverkehrsknotenpunkt Heinrich-Heine-Allee

 
Get Adobe Flash player

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen