Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

DB startet Pilotprojekt Grüner Bahnhof – sagt sie

07.03.11 (Bahnhöfe, Deutschland, Eisenbahn, Marginalien, Personenverkehr)

Die DB AG startet mit „Grüner Bahnhof“ ein Bauprogramm für klimafreundliche Bahnhöfe. In Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt und Kerpen-Horrem in Nordrhein-Westfalen sollen für über sechs Millionen Euro die ersten „grünen Bahnhöfe“ Deutschlands entstehen, meldete die Pressestelle der Deutschen Bahn heute. Dafür gibt es Fördergelder von der EU und sonst kaum einen weiteren Grund.

Außer schlichter PR: „Mit dem Projekt entstehen die ersten CO2-neutralen Bahnhöfe. Das erreichen wir durch den Einsatz umweltfreundlicher Geothermie-Anlagen. Der Name ist damit Programm, denn Bahnhöfe wie Lutherstadt Wittenberg und Horrem stoßen im Jahr jeweils etwa neun Tonnen Kohlendioxid aus“, sagt Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG.

Herr Zeug, der zu Unrecht nicht im Blickwinkel der bundesweiten Medien steht, ist für den Zustand der deutschen Bahnhöfe verantwortlich. Grüne Bahnhöfe haben wir dank seiner Untätigkeit schon reichlich, wie diese Fotos aus Neuss Hbf beweisen:

Grüner Bahnhof 1

Grüner Bahnhof 2

Grüner Bahnhof 3

Grüner Bahnhof 4

Grüner Bahnhof 5

Grüner Bahnhof 6

Die Marketingabteilung des Bahnhofsverwalters hat sich alle Mühe gegeben, sprachlich innovativ zu sein:
„Die neuen Bahnhofsgebäude sind nicht nur gut für das Klima, sie bieten den Reisenden auch ein völlig neues innovatives und komfortables Gebäudekonzept“, so Zeug weiter. Die klare Gliederung im Inneren des Gebäudes erleichtert die Orientierung. Im Zentrum ist als zentraler Anlaufpunkt für die Kunden die so genannte digitale Rezeption zu finden. Hier sind alle wichtigen Informationen abrufbar. Über einen Bildschirm kann der Kunde zudem direkt mit einem Servicemitarbeiter sprechen. Die Gebäude, die das Architekturbüro der DB Station&Service AG (20 % Honorar?) plant, werden in modularer Bauweise erstellt.

Digitale Rezeption! Auf so etwas muss man erst einmal kommen! Die Umbenennung in Green Mobility Center gilt DB-intern bereits als beschlossene Sache. Um den grünen CO2-sparenden Aspekt des Schienenverkehrs noch öffentlichkeitswirksamer zu kommunizieren, denkt die DB offenbar über eine Neubeschriftung ihrer Bahnhöfe nach. Die hässlichen dunkelblauen Bahnhofsschilder und Bahnsteiganzeigen sollen dann grünen Displays weichen, den digitalen Location Readouts.

Die nächste Pressemitteilung wird voraussichtlich lauten (Textvorschlag):

BUND verleiht der DB ihren Preis „Urbane Biotope“

Den Umweltpreis 2011 des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erhielt die DB Station&Service AG für das über 16-jährige konsequente Engagement für naturbelassene urbane Grundstücke, die seltenen Lurchen, Nagetieren, Tauben, Kaninchen, Schmetterlingen und an anderer Stelle bedrohten Vogelarten großflächigen Unterschlupf bieten.

Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB Mobility Logistics AG, sagte dazu: „Ich freue mich sehr über diesen Preis. Das Angaschmang für die Umwelt stand in meinem bisherigen Berufsleben immer an vorderster Stelle. Außerdem profitiert die Deutsche Bahn in ganz besonderer Weise durch die eingesparten Personalkosten bei unseren Stationen.“ Ganz besonders bedankte sich Dr. Grube beim Vorstandsvorsitzenden der DB Station&Service AG: „Ich beglückwünsche meinem Vorstandskollegen Dr. André Zeug für seinen so erfolgreichen Einsatz – für die Umwelt und meinen internationalen Logistikkonzern.“

 
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