Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Bekommt die Müngstener Brücke eine Schwester aus Beton?

10.06.11 (Deutschland, Gleisbau und Wartung, Personenverkehr, Strecken, Verkehrspolitik)

Kulissen eines Trauerspiels (Foto: Friedhelm Weidelich)

Wenn man das unwürdige Theaterstück der DB um die Müngstener Brücke verfolgt, wird allmählich klar, dass die DB das Technikdenkmal so schnell wie möglich loswerden will. Zuletzt hatte sie ein zu geringes Gesamtgewicht für die 628er-Triebwagen angegeben, mit der Folge, dass die Fahrgäste einen Teil der Strecke im Bus zurücklegen müssen, bevor sie den Zug wieder besteigen können. Das kann Folge der fachlichen Inkompetenz sein, die in vielen Führungsschichten der DB vorzuherrschen scheint. Es könnte aber auch Bestandteil einer bewusst gefahrenen Zermürbungstaktik sein. Denn die DB hat schon Grobkalkulationen, was eine parallel errichtete Betonbrücke kosten würde, wie das Solinger Tageblatt hier (die ganze Provinzposse), hier und hier ausführlich berichtet. Die Solinger SPD hat den Braten gerochen und schlägt einen Sanierungsneubau vor, bei dem die Stahlteile Stück für Stück ersetzt werden, wie das bereits bei der Wuppertaler Schwebebahn teilweise geschah.

Die Idee, die 114 Jahre alte Brücke ein paar Meter seitlich zu verschieben, erscheint mir dabei ziemlich wahnwitzig. Hier noch einmal ein zeitgenössischer Beitrag v0n 1897, der beschreibt, wie die filigrane Müngstener Brücke damals gebaut wurde.

Die seit vielen Jahren ungepflegte Brücke ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die DB Netz AG Investitionskosten spart und Infrastruktur so verfallen lässt, bis eine Stilllegung oder ein Neubau, von dem die DB allein durch die Planungskosten profitiert, notwendig wird. Auf das Gemeinwohl und eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur zu achten, ist nicht die Sache des DB-Konzern. Kein Wunder bei den Bundesverkehrsminister-Darstellern, die eigentlich ihre (und unsere!) DB kontrollieren sollten.

 

 
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