Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Tunnelgefahren – in Deutschland und in der Schweiz

09.06.11 (Deutschland, Eisenbahn, Güterverkehr, Personenverkehr, Schweiz)

Es kommt schon mal vor, dass Züge in Tunneln stecken bleiben. Oder sogar im Tunnel zu brennen beginnen.

Letztes Jahr blieb ein ICE stundenlang im Pulverdinger Tunnel bei Vaihingen stecken, weil der Triebfahrzeugführer bei einer Notbremsung nicht, wie vorgeschrieben, aus dem Tunnel ausgefahren ist und die Notbremsung so lange außer Kraft gesetzt hat. Es dauerte Stunden, bis die Fahrgäste den Zug verlassen konnten. (Siehe auch meinen Beitrag vom 22.8.2010.) Dilettantismus, wie er bei der Deutschen Bahn völlig normal ist und offensichtlich aus als normal angesehen wird. Einen Schuldigen fand man nicht, wie die StN berichten.

Heute brannten im Simplon-Tunnel in der Schweiz mehrere Güterwagen. Wegen des Rauchs musste sogar die Passstraße gesperrt werden. Aber passiert ist keinem etwas. Bei der SBB, die auch nicht mehr so perfekt funktioniert wie noch vor Jahren, war effektive Hilfe schnell zur Stelle und der Brand ist gelöscht. Weil dadurch für den Lötschberg-Basistunnel kein Löschzug zur Verfügung stand, hat man ihn vorübergehend aus Sicherheitsgründen geschlossen. In Deutschland, bei der Deutschen Bahn, wäre so viel Vorsorge undenkbar. Da hätte man’s drauf ankommen lassen. Oder man schickt eine Lok, die zu schwach ist, einen Zug aus dem Tunnel zu schleppen oder die keine passende Scharfenberg-Kupplung hat.

Bei den geplanten Steilstrecken in den vielen geplanten Tunneln rund um Stuttgart 21 kann das tödliche Folgen haben. Denn da macht man es nicht nur den Zügen, sondern auch den Rettungskräften besonders schwer. Das ist bekannt, aber schon wieder weitgehend aus der Diskussion verdrängt.

Ein Kommentar

  • 1
    Dieter Webmayer:

    Der Brand im Simplon brach morgens um 6:30 aus. Gelöscht war er am Abend gegen 20:00. Wenn man das effektive Hilfe nennt, dann hat das Konzept gut funktioniert. Einfach ausbrennen lassen. So würde man das wohl auch in Deutschland bei den meisten Bahntunneln machen.
    In Stuttgart wurden allerdings für solche Fälle spezielle Löschroboter besorgt.

 
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