Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Eisenbahnfotos aus alten Tagen

24.07.11 (DB, Diesellok, Eisenbahn, Fotografie, Güterverkehr)

Nur einige Ältere unter den RAILoMOTIVE-Lesern wissen, dass ich schon ab Ende der sechziger Jahre Beiträge über Eisenbahnen geschrieben und fotografiert habe. Mein Fotoarchiv dürfte 50.000 bis 100.000 Negative und Dias umfassen – so genau weiß ich es selbst nicht. Da gibt es noch viele Schätze zu heben, denn nur ein sehr kleiner Teil der Bilder von Kleinbild über 6×45 bis 6×6 wurde in eigenen und fremden Büchern oder Zeitungen und Zeitschriften bereits veröffentlicht. Viele Negative habe ich nie als Foto gesehen, weil das Vergrößern im Schullabor und später zuhause bestenfalls 20 Abzüge pro Stunde erlaubte. Heute komme ich manchmal nach einer Fototour mit 800 Digitalfotos nach Hause, die ich sofort betrachten kann – um mich dann mühsam in mehreren Durchgängen wenigstens von den Viert- und Fünftbelichtungen zu trennen.

Früher hätte ich gern das Geld gehabt für besseres Filmmaterial, auch wenn der Ilford Pan F („die Älteren unter Ihnen erinnern sich vielleicht“ ;-)) bald den lichtschwachen Adox 14 DIN und die Perutz- und Agfa-Schwarzweißfilme ablöste. Die später auch für einen Schüler und Studenten dank der Mitarbeit bei Zeitungen, etwa dem Schwarzwälder Boten, erschwinglicher gewordenen Diafilme waren meist von Agfa. Die teuren Kodak-Filme mit ihrem Blau- und Purpurstich mochte ich nicht, obwohl ich heute manchmal über haltbarere und feinkörnigere Kodachromes froh wäre. Von den billigen gelbgrünstichigen Orwo-Filmen aus der DDR, ganz abgesehen, die zur Not für grobkörnige Dias herhalten mussten. Zwei mit einer Schiene gekoppelte Asahi-Pentax-Spiegelreflexkameras belichteten je einen Schwarzweißnegativ- und einen Diafilm, mit dem Effekt, dass die punktgenaue Auslösung der nicht motorisierten Kameras (sowas gab es damals noch nicht) am vorgesehenen Punkt zwei leicht verwackelte Bilder erzeugte…

Die Bilder dokumentieren viele Erlebnisse und Erinnerungen, die im Laufe eines Lebens so verblasst sind wie manche Dias – sofern sie nicht schon damals wegen Unterbelichtung und gelegentlichen Entwicklungsfehlern und ausgelutschten Bädern in sparsamen Entwicklungsanstalten (ja, so hieß das, wenn man nicht Labor sagen wollte!) nicht gerade hohe Qualität hatten. Welcher Film für diesen leicht unterbelichteten Schnappschuss, der sich auch mit Silverfast nicht retten ließ, am Bw Rottweil herhalten musste, weiß ich nicht mehr. Er entstand am 14. Juli 1972, also vor 39 Jahren und zeigt, dass die Deutsche Bundesbahn auch Jachten beförderte. Heute sind bei der DB solche lästigen Transporte nicht willkommen und viel zu teuer. Den Job erledigen billig Schwerlaster auf den Straßen.

Bootstransport hinter der V 200 vom Bw Villingen mit der seit 1968 gültigen DB-"Computernummer "220 039-2. Hinten rechts steht eine der letzten 078er im Bw Rottweil. (Foto: Friedhelm Weidelich)

Diese schlecht gepflegte 145 stand etwa 1974 in Freiburg Hbf abfahrbereit nach Titisee-Neustadt hinauf ins Höllental. Die "Silberlinge" genannten Nahverkehrswagen waren damals modern. Noch heute mutet DB Regio diese lauten, mehrfach leicht modernisierten und x-fach umlackierten, völlig überalterten Wagen den Pendlern zu. Sie sind etwa 45 Jahre alt! (Foto: Friedhelm Weidelich)

Ein Kommentar

  • 1
    Marc Schmidt:

    Sehr schöne Bilder. Da kommen Erinnerungen hoch. Bitte mehr davon! In der Jugend gings mit Opa (ein echter Eisenbahner) am Wochenende immer in den Schwarzwald (natürlich mit der Bahn) und dann folgte eine Erläuterung nach der nächsten… noch immer sehr lehrreich!

 
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