Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Bahnindustrie: Timing muss man können

13.09.11 (Bahnindustrie, DB, Deutschland, Marginalien, Marketing, Verkehrspolitik)

Als Pressestellen noch nicht chronisch unterbesetzt waren, sprach man mit den Mitbewerbern, wenn man Termine plante. Denn niemand hat etwas davon, wenn sich Journalisten zwischen zwei Terminen entscheiden müssen.

Heute und morgen sind die viel besuchten Pressetage bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), zu der nicht nur die Redakteure und Journalisten reisen, bei denen das Benzin im Blut den größeren Anteil ausmacht. Auch viele Journalisten, die sich für Verkehrsleitsysteme, Fahrerassistenzsysteme, Elektromobilität und andere Aspekte der Mobilität interessieren, sind heute und morgen in Frankfurt. Das ist genau die Zielgruppe, die sich auch für „grüne“ Antriebstechnologien, Nahverkehr und innovative Schienenverkehrssysteme interessiert. Traffic – Verkehr eben.

Es spricht nicht gerade für vorausschauendes Timing, wenn sich die Bahnindustrie und etliche Verkehrsnetzbetreiber ausgerechnet heute und morgen in Bonn zu Traffic Talks treffen. Was soll das, außer wenigen Agenturmeldungen, für eine Resonanz bringen? Die IAA dominiert in diesen Tagen eindeutig die Berichterstattung. Presseprofis wissen das.

Die Bahnindustrie steht offensichtlich gern im Schatten der glanzvollen Autoindustrie und scheut den positiven PR-Erfolg. Obwohl sie den bitter nötig hätte. Gerade dann, nachdem sie Bundesverkehrsminister Ramsauer, der Straßenverkehrslobbyist, bei einem inszenierten „Bahngipfel“ die Bahnindustrievorstände den Medien vorgeführt hat, was ihre Exportchancen schmälern könnte. Ramsauer würde es nicht wagen, nach größeren Rückrufaktionen die Autoindustrie derart anzugreifen.

Ich kann mir nicht erklären, warum die Bahnindustrie alles tut, um ihren Scheffel unters Licht zu stellen. Ist es fehlendes Selbstbewusstsein oder die weit verbreitete falsche Ingenieurdenke, dass man für gute Produkte im B2B-Geschäft kein positives Image in der Öffentlichkeit braucht?

Die Quittung für die mangelhafte Darstellung ihrer Interessen, die sich mit Umweltschutzzielen und den Interessen vieler Bürger decken, hat die Bahnindustrie gerade eben in der Streichung wichtiger Neubauprojekte bekommen.

Nachtrag 15.9.2011: Nach meinen Informationen ging die Initiative für diese von den überregionalen Medien nahezu unbeachtet gebliebene Veranstaltung vom Landesverkehrsministerium NRW aus. Sie sollte auch die Nachfolgeveranstaltung für die in Dortmund gestrichene „#Rail“ sein.

Der Bahnindustrie haben die nordrhein-westfälischen Strategen jedenfalls einen Bärendienst erwiesen.

Ein umweltfreundliches, professionell fotografiertes Hybridfahrzeug wie der neue Honda Insight haben heute beste Chancen auf Veröffentlichung (Foto: Honda)

 

 
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