Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

DB nutzt mehr Windkraft

01.11.11 (DB, Deutschland, Grube, Technologien)

Bekanntlich stehen bei Wind viele Windräder still, weil unsere Strom-Oligopole lieber zum Erhalt des status quo in ihre Vorstände, Stadtwerke, Großkraftwerke, Journalisten, zweifelhafte Elektroautos und Aktionäre investieren als in dezentrale Strukturen und leistungsfähige Leitungsnetze, die den Windstrom aufnehmen können. Warum soll man auch die Konkurrenz fördern…

Die Deutsche Bahn betreibt ein eigenes Netz, das nicht wie üblich mit 50 Hertz pulsiert, sondern mit 16 2/3 Hertz, was an Nebeltagen manchmal ein hübsches ungefährliches Flackern rund um die Oberleitung erzeugt. Weil das Atomkraftwerk Neckarwestheim II abgeschaltet bleibt, das viel Bahnstrom produzierte, und auch das neue Kohlekraftwerk Datteln 4 nicht in die Gänge kommt, braucht die Deutsche Bahn Alternativen. Aus bahnnahen Kreisen hörte ich, dass regenerative Energien eine Herzensangelegenheit des DB-Vorstandsvorsitzenden Grube seien, der sich 2010 noch in einer riesigen Gemeinschaftsanzeige als Freund der Atomkraft geäußert hatte – angeblich auf Druck des BDI.

Egal:  Jetzt hat DB Energie, der Energieversorger der Deutschen Bahn, einen Stromliefervertrag mit dem Windparkbetreiber EWE Energie AG aus Oldenburg abgeschlossen. Die Windfarm Elsdorf II liegt an der A1 zwischen Bremen und Hamburg und verfügt über acht Windräder.

Es ist der dritte Vertrag innerhalb von 18 Monaten. Wie in den Windparks Märkisch-Linden (seit März 2010) und Hoher Fläming (Januar 2011) wird auch der in Elsdorf erzeugte Strom zum Antrieb von Zügen genutzt. Elsdorf II liefert rund 30 Gigawattstunden (GWh) Strom im Jahr. Damit bezieht DB Energie jährlich insgesamt rund 104 GWh aus Windenergie. Diese Strommenge reicht aus, um mehr als 20.000 Haushalte mit Strom zu versorgen oder 51.000 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen.

Dr. Hans-Jürgen Witschke, Geschäftsführer DB Energie: „Unser erklärtes Unternehmensziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien im Bahnstrom-Mix von derzeit 19,8 auf mindestens 35 Prozent bis 2020 zu erhöhen. Aufgrund begrenzter Potenziale anderer erneuerbarer Energieträger in Deutschland wird insbesondere die Windenergie hierbei eine Rolle spielen.“

 
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