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Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Baudenkmalzerstörung Teil 2: Tschüss Südflügel

30.01.12 (Bahnhöfe, DB, Deutschland, Eisenbahn, Geschichte)

So sah der Südflügel 1971 aus. (Foto: Friedhelm Weidelich)

Heute lässt die Deutsche Bahn einen weiteren Teil eines Baudenkmals, den Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs, abreißen.

Rechtsanwalt Eisenhart von Loeper, ein unermüdlicher Kämpfer gegen die Unlogik der Deutschen Bahn, Teile des alten Bahnhofs schon abzureißen, bevor das Gesamtprojekt durchgeplant, finanziert und komplett genehmigt ist, hat gestern Strafanzeige gegen die DB-Vorstände Grube und Kefer erstattet.

Der juristische Kampf wird auf allen Ebenen weitergehen, bis das Projekt aufgegeben wird. Und auch der Protest der Bürger gegen die Stadtzerstörung ist noch lange nicht beendet. Denn was hier abläuft, widerspricht in jeder Hinsicht dem gesunden Menschenverstand.

 

4 Kommentare

  • 1
    Thomas Neuhaus:

    Diese vom Krieg und der Abrißwut der Nachkriegszeit so zerstörte und entstellte Stadt könnte sich heute mit dem Titel eines Weltkulturerbes schmücken, wenn die Politik es 2009 gewollt hätte – niemand spricht mehr davon. Das hätte für Stuttgart eine neue Ära einläuten können.

    Stattdessen reißt man es ab um eine häßliche, gesichtslose, schräge Haltestelle zu bauen, die leistungsschwächer ist als der Bonatzbahnhof. Niemand scheint sich dabei die Frage zu stellen wie man mit diesem Murks den Bahnverkehr der Zukunft bewältigen will.

    Ein Irrsinn – man kann es einfach nicht glauben was hier passiert – und die Grünen haben hier seit Regierungsantritt völlig versagt. Der offene Brief der Ingenieure22 an die beiden Winfrieds spricht für sich.

  • 2
    Friedhelm Weidelich:

    Ein paar Minuten, nachdem ich das Bild online gestellt hatte, biss der Bagger zu. Wir müssen diesem Irrsinn fassungslos zusehen, auch dank der Grünen, denen das Gespür für Politik (= Auseinandersetzung, Werben, Kämpfen, juristisch Prüfen, Mitstreiter gewinnen) zu fehlen scheint. Ich hatte mit Jörg Rupp, Parteirat im Landesverband der Grünen, diverse Händel per Twitter. Arroganz, Inkompetenz und immer wieder die Sprachregelung „Die Volksabstimmung ist gelaufen, das Volk will den Bahnhof, wir haben alles getan und tun nichts mehr gegen S21.“ Wer sich so von einem mit PR-Schlachten und Lügen herbeimanipuliertem Ergebnis leiten lässt und die Hände in den Schoß legt, ist unfähig zu Politik. S21 wird den Grünen massiv schaden – und darauf freuen sich die alten Kräfte in Baden-Württemberg. Selbst gutmütige Grünen-Wähler werden sich von dieser erbärmlichen Laienspielschar abwenden. Die beiden Winfrieds gehören leider mit dazu, vor deren Fähigkeiten mein Respekt auf Null gesunken ist. Männer ohne Courage, die sich lieber verstecken, anstatt zu handeln und Flagge zu zeigen.

    Bitte verlinken Sie den Brief der Ingenieure, ich habe ihn auf deren Website noch nicht entdeckt.

  • 3
    Nina Picasso:

    Es ist wirklich grausig!

    Jetzt will die Bahn doch das alte Bahndirektionsgebäude komplett abreißen lassen!Kommt billiger!

    Zitat aus Pressemitteilung der Architekten:

    …Und dieses architektonische und bauhistorische Kleinod will die Deutsche Bahn auch noch abreißen? Als wenn es noch eines besonderen Beweises bedurft hätte: Auf welch tönernen Füßen muss die Kostenberechnung von Stuttgart 21, „des am besten geplanten Projektes“, tatsächlich stehen? Obwohl mit den eigentlichen Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen wurde, sollen nun an dem winzigen verbliebenen denkmalschutzrechtlichen Feigenblatt der Planfeststellung auch noch die Bagger angesetzt werden, um Einsparungen im Promillebereich zu erzielen?….

    Der Konzern hat überhaupt keine Planrechtfertigung.
    Kosten-Nutzen nicht gegeben.Dieses Projekt besteht nur noch aus Ausnahmegenehmigugnen- z. T. derart perfide Ausnahmegenehmigungen, dass Leib und Leben im Unglücksfall nicht viel zählen-Cash in the Däsh,is the name of the Game.Zocker-Grube-Spruch!

    Das Grundwassermanagement ist absolut an der Grenze des Machbaren,wie ein Bahn-Geologe schön formulierte, die Testläufe waren nie vollständig…
    Aber zerstören-ja,das kann die Bahn-sinnlos-nutzlos!

    Das die Landesregierung ständig auf der VA rumreitet,ist unfassbar! Diese VA ist NICHT rechtskräfitg.Es laufen 16! Verfahren vor dem Staatsgerichtshof!

    Das EBA ist doch nur abhängig-es ist selbst teilweise in Rechtsbrüche verstrickt.Wie kann man da das EBA als Aufsichtsbehörde für das Projekt S21 hinstellen? EBA ist befangen!

    http://kopfbahnhof-21.de/index.php?id=610&tx_ttnews%5Btt_news%5D=725&tx_ttnews%5BbackPid%5D=609&cHash=b8b844e9d8

  • 4
    Logikus:

    Die Grünen akzeptieren das Ergebnis der Volksabstimmung ohne Wenn und Aber. In Wirklichkeit ist die Volksabstimmung jedoch das Ergebnis einer dreifachen Täuschung:
    1. Täuschung über die Rechtswirksamkeit von Geißlers „Schlichterspruch“
    2. Täuschung über die Leistungsfähigkeit des Tunnelbahnknotens im Stresstest (widerlegt von Boris Palmer und Dr. Engelhardt)
    3. Täuschung über die Ausstiegskosten in Höhe von 1,5 Mrd. €, in denen Grundstückskosten, die bereits im voraus von der Stadt an die DB gezahlt wurden, nicht als Rückerstattung berechnet wurden.
    Somit hat im November 2011 in Baden-Württemberg eine wohl einmalige VOLKSTÄUSCHUNGSABSTIMMUNG stattgefunden. Ich habe dieses Wort erfunden und gebe es hiermit zum eifrigen Kopieren frei!

 
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