Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Chinas Hochgeschwindigkeitsboom neigt sich dem Ende zu

25.02.12 (China, Eisenbahn, Hochgeschwindigkeitszüge, Personenverkehr, Strecken)

Etliche Jahre baute man in China eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach der anderen. Geld schien keine Rolle zu spielen. Doch schon vor dem tödlichen „Auffahrunfall“ im Juli 2011 wegen mangelhafter Zugsteuerungssysteme am Gleis wurde der chinesische Eisenbahnminister von seinem Posten entfernt und erwartet nun ein Verfahren wegen Korruption.

Inzwischen, berichtete der britische Telegraph diese Woche, sind von 23 Eisenbahnprojekten über 70 Prozent gestrichen, gekürzt oder verspätet.

Die 1800 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke von Lanzhou nach Xinjiang im Nordwesten Chinas ist seit 2009 im Bau und hat die kalkulierten Kosten von 23 Mrd. US-Dollar bereits überschritten, berichtet Business Insider. Die Strecke führt durch Wüsten und die am dünnsten besiedelten Gebiete Chinas und wird deshalb nie rentabel sein. In der Wüste Gobi musste eine 67 km lange Mauer gebaut werden, um den Zug vor starken Seitenwinden zu schützen, die auf einer parallelen alten Strecke einen Zug umgeworfen haben.

Auch in Deutschland müssen IC-Wendezüge bei Sturm langsamer fahren, denn die leichten Steuerwagen sind dann gefährdet, aus dem Gleis gehoben zu werden.

In Indien scheint die Modernisierung von Eisenbahn- und Nahverkehrssystemen voran zu gehen. Französische Firmen bemühen sich verstärkt um diesen Markt, berichtet The Times of India. Frankreich ist sogar bereit, eine Machbarkeitsstudie für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke Pune – Mumbai – Ahmedabad zu finanzieren. Sicher nicht ohne Hintergedanken, Alstom eine Tür zu öffnen.

 
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