Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Morgen trifft der erste Desiro RUS in Russland ein

03.03.12 (Bahnindustrie, Deutschland, Eisenbahn, Nahverkehr, Personenverkehr, Russland, Triebwagen)

Gestern vormittag ging im Fährhafen Mukran unter der Regie von DB Schenker der erste von 38 Desiro-RUS-Zügen auf die Reise nach Russland. Die „Petersburg“ legte am Nachmittag ab und wird morgen in Ust-Luga eintreffen. Auf der russischen Breitspur (1520 mm) geht es dann ins Depot bei Sankt Petersburg, in dem auch die Hochgeschwindigkeitszüge Velaro RUS gewartet werden.

 

Mit zwei Breitspurlokomotiven der Baureihe 347 wird der erste Desiro RUS in Mukran zur Verladung gebracht

Alt und neu: Lastotschka für russisch "Schwalbe" steht auf den Kopfenden

Die russischen Eisenbahnfähren können auf zwei Ebenen beladen werden

Eine Lok schiebt den fünfteiligen Zug langsam auf der unteren Verladeebene zum Schiff

Der Kopfwagen rollt schon auf dem mittleren Gleis der "Petersburg"

Hier wird der Zug angekuppelt und an die Bremsleitung angeschlossen. Dann werden alle Wagen mit Zugseilen gesichert.

Eine bunte Traube von Transportspezialisten vergewissert sich, dass der Zug perfekt steht.

Die Fähre hat genügend Platz für das große Lichtraumprofil des Desiro RUS

In Mukran wurde der Zug diese Woche zusammengestellt, gekuppelt und elektrisch verbunden, nachdem er im benachbarten Hafenbecken per Küstenmotorschiff angelandet wurde. Der fünfteilige Nah- und Regionalverkehrszug mit der Achsfolge Bo’Bo’+2’2’+2’2’+2’2’+Bo’Bo‘ (was in der Eisenbahnterminologie bedeutet, dass die beiden Drehgestelle beider Kopfwagen an allen Achsen angetrieben sind und die drei Zwischenwagen keinen Antrieb an den jeweils zwei Drehgestellen haben) hat eine Antriebsleistung von 2550 kW und erreicht 160 km/h. Der Desiro RUS ist für 3 kV Gleichstrom und 25 kV/50 Hz Wechselstrom ausgelegt und kann damit unterbrechungsfrei auf Strecken mit gemischter Stromversorgung fahren. Der Zug ist 270 t schwer und 126.462 mm lang. Er ist mit 3.480 mm rund einen halben Meter breiter als die deutsche ML-Version, die bei der Mittelrheinbahn fährt. Der in Krefeld gebaute RZD-Zug hat 443 Sitzplätze und ist für den extremen Temperaturbereich von -40 °C bis +40 °C konzipiert.

Die "Petersburg" im Hafen Mukran. Zu DDR-Zeiten war sie als "Mukran" unterwegs.

Im April 2012 beginnen die Test- und Zulassungsfahrten, unter anderem im Testzentrum in Schterbinka bei Moskau. Schon im kommenden Jahr wird der Zug für den Regelverkehr bei Sotschi eingesetzt werden. Dort muss er große Steigungen bis zu 4 % bewältigen, wenn er 2014 Fahrgäste zu den Austragungsorten der Winterolympiade bringt.

Weitere Bilder und Berichte über die Verladung des Zugs in Krefeld hier und hier.

(Dies ist übrigens mein 750. Blog-Beitrag.)

Aktueller Nachtrag: Am 4.3.2012, 22 Uhr, traf die Fähre in Ust-Luga ein. (Danke, Herr Burg, für die Info.)

3 Kommentare

  • 1
    Lukas:

    Dann moechte ich doch mal gratulieren 😉

    Weiter so, vor allem mit solchen nicht alltaeglichen Beitraegen.

  • 2
    Friedhelm Weidelich:

    Danke, wenn ich die Chance dazu bekomme, immer gern. Leider hat der Rest der Bahnindustrie noch nicht ganz erkannt, wie man Anlässe für Presseevents findet und wie man sie durchführt.

  • 3
    Peter Burg:

    Hallo Herr Weidelich,
    vielen Dank für die Bilder vom Ladegeschehen auf der Fähre „Petersburg“ ex . Mukran.
    War 23 Jahre an Bord tätig ( DSR, dann F.Laiesz). Nach dem Verkauf 2010 verfolge ich den Weg der Petersburg. Haben Sie noch ein paar Bilder vom Schiff, Aufbauten, Crew….
    Wäre sehr schön. Mit freundlichen Grüßen Peter Burg
    ( wer noch Bilder und Geschichten rund um die „Petersburg“ ex. Mukran hat..bitte gerne an : peter-burg@freenet.de)

 
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