Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Desiro RUS von Siemens in der Klimakammer von RTA Wien

22.05.12 (Bahnindustrie, Eisenbahn, Nahverkehr, Österreich, Russland, Triebwagen)

Zwei Hochdrucksprüher erzeugen künstlichen Schnee (Foto: Friedhelm Weidelich)

Draußen sind es 22 Grad, in der Klimakammer minus 8 °C. Für die Techniker der RTA Rail Tec Arsenal Fahrzeugversuchsanlage in Wien ist das Routine, für die Techniker und Ingenieure von Siemens immer wieder ein Höhepunkt am Ende eines Entwicklungsprozesses und enorm anstrengend. Denn gearbeitet wird aus Kosten- und Energiegründen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Denn einen 100 m langen Klima-Wind-Kanal auf +45 °C aufzuheizen oder auf -40 °C herunterzukühlen und Windgeschwindigkeiten bis 300 km/h zu erzeugen, verbraucht so viel Energie wie eine moderne Elektrolok unter Volllast.

Bei dieser Gelegenheit kann gleich das Display getestet werden.

Scheinwerfer des Desiro RUS: Ist die Scheinwerferheizung stark genug? (Foto: Weidelich)

Ein Kopfwagen (der Steuerwagen) und ein zweiter Wagen, der den Dachstromabnehmer trägt, muss vom April bis Mitte Juni im Klimawindkanal zahlreiche Tests über sich ergehen lassen. Überprüft wurden die Funktionen der Nasszellen, des Pantographs und der Türen bei allen Temperaturen, Schnee, Regen und Eis. Bei meinem Besuch wurde die Leistungsfähigkeit der Scheiben-, Kamera- und Scheinwerferheizungen geprüft.

Immer wieder wird die Scheibe eingeschneit und der Scheibenwischer betätigt (Foto: Weidelich)

Zwei Schneekanonen erzeugen sehr feinen, genau definierten Schnee (Foto:Weidelich)

500 bis 600 Sensoren messen Luftbewegungen, Temperatur und Feuchtigkeit (Foto: Weidelich)

Im Wagen simulieren Heizungdecken und Wasservernebler die Fahrgäste, um die Steuerung der Klimaanlage zu optimieren. Denn sie muss auch die Luft eines überbesetzten Zuges von zu viel Feuchtigkeit befreien können.

Matten auf den Sitzen erzeugen die Körperwärme eines Fahrgasts, ca. 80 bis 120 W (Foto: Weidelich)

Die Tests sind Voraussetzungen für die Zertifizierung durch die russische Bahnaufsichtsbehörde. Die beiden Wagen wurden über den Rhein-Main-Donau-Kanal von Krefeld nach Wien gebracht und müssen wegen des großen russischen Lichtraumprofils auf diesem Weg wieder zurück nach Krefeld, bevor die Verschiffung des vierten Zugs nach Russland zur Russischen Eisenbahn RZD erfolgen kann.

Im Kontrollstand der RTA werden über fast 600 Sensoren Daten erfasst. (Foto: Friedhelm Weidelich)

 
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