Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Der HKX soll nun bald starten

02.07.12 (Bahnindustrie, Deutschland, Eisenbahn, Personenverkehr)

So werden die Züge aussehen, die HXK zwischen Köln und Hamburg pendeln lässt. Foto: Friedhelm Weidelich

Wenn ein neues Unternehmen startet, muss erst einmal viel investiert werden. Dazu gehört auch das Marketing, das bei der ziemlich günstigen Pressearbeit anfängt und bei teurer Fernsehwerbung noch nicht endet. Optimisten ohne Weitsicht geben auch noch für Facebook Geld aus und vergessen dabei Twitter.

Wer bei HKX Marketing macht, ist auch zwei Jahre nach dem angekündigten Start als Fernverkehrs-Mitbewerber nicht erkennbar. Das Kölner Unternehmen sucht noch auf seiner Website nach einem hochqualifizierten Praktikanten, mutmaßlich ohne Bezahlung, denn man hat ja noch nichts verdient.

Aus den spärlichen Veröffentlichungen, die auf Agenturberichten basieren, scheint nur wenig klar:

  • Laut Handelsblatt wird am 23.7.2012 mit drei Zugpaaren zwischen Köln und Hamburg gestartet.
  • Veolia soll den Betrieb übernehmen, nachdem die Versuche, einen modernisierten österreichischen Zug zu verwenden, gescheitert sind.
  • Gefahren wird mit alten „Rheingold-Wagen“. Es kann sich dabei nur um die plüschigen, aber geräumigen TEE-Wagen der 60er Jahre handelt, die ich oben gezeigt habe. Gut!
  • Die teuerste Fahrkarte zu 60 € liegt 23 € unter dem IC-Fahrpreis der DB (und ist demnach teurer als eine DB-Fahrt mit BC50).
  • Die erste Fahrt soll laut FTD mit Geschäftspartnern, Familienangehörigen und Freunden am 14.7. stattfinden. 5 € für die Verpflegung müssen mitgebracht werden.

Ab dem 4. Juli soll man auf der HKX-Website buchen können. Heute um 10 Uhr war da noch keine Angabe zum Betriebsstart.

Wahrscheinlich liegt’s am fehlenden Marketing-Praktikanten, der ein so hochkomplexes Content Management System wie Joomla beherrscht.

2 Kommentare

  • 1
    MKB:

    …oje, so weit ist es schon gekommen. Die Erwähnung, dass Rollmaterial aus den 60er/70er Jahre zum Einsatz kommen, lässt mich zwar kurz aufmerken aber dann doch in schönen Erinnerungen schwelgen. Das waren noch Zeiten, als man sich als Fahrgast fühlen konnte. Schon beim Besteigen eines solchen Wagens tauchte man in eine andere Welt ein. Man hatte das Gefühl willkommen zu sein und sicher und komfortabel an sein Ziel gebracht zu werden. Das war bevor der Reisende zum Kunden degradiert wurde und für die Bahn AG das einzig störenden Element im reibungslosen Ablauf darstellte.

    So weit ist es gekommen, dass ich mich schon auf eine Fahrt mit dem Rheingold Wagen freue. Und wenn da eine E-103 vorgespannt wäre, dann wüsste ich sogar, dass ich im Herbst, wenn mal wieder völlig überraschend Blätter auf den Schienen liegen, pünktlich ankomme. Da fällt mir spontan dieser Spruch ein: Vorsprung durch Technik…

    …aber in den 70zigern war Audi ja noch so was von uncool, schlimmer ging’s nicht mehr. Aber die DB war pünktlich, schnell und zuverlässig. Ja, weit sind wir gekommen…

    Ich wünsche der HKX einen guten Start. Und das mit der Homepage wird überschätzt. Das ist vermutlich Teil der Strategie, gab es doch zu Zeiten der TEE Züge sowas ja auch nicht. Ausserdem wenn die Bahn AG ihr Schienennetz weiter so verwahrlosen lässt, dann war der Rheingold Express mit einer BR 18.5 (S 3/6) schneller unterwegs als ein moderner ICE 407…

    Nichts ist unmöglich…

    Matthias Knézy-Bohm

  • 2
    Friedhelm Weidelich:

    Ja, die alten TEE-Wagen standen wirklich noch für Reisekultur und gediegenes Reisen. Hoffentlich sind sie nicht so muffig wie die IC-Wagen der DB Fernverkehr!

    Ich wünsche dem HKX ebenfalls einen guten Start, weil die verschlafene und viel zu teuere DB Fernverkehr endlich wirklich Mitbewerb braucht. Aber ein Hauch von PR-Arbeit hätte HKX gut angestanden, ich hätte mich jedenfalls darüber gefreut. Wer ausschließlich Fahrscheine per Internet verkaufen will, hätte schon mal jemand fragen sollen, der sich damit auskennt…

    So spricht leider alles für einen unglücklichen, ungeschickten Start. Wahrscheinlich waren zwei Jahre Vorbereitungszeit eben zu kurz. 😉

 
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