Railomotive

Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich – Fachjournalist

Alle Jahre wieder: nicht funktionierende Klimaanlagen bei DB Fernverkehr

19.08.12 (DB, Deutschland, Grube, Hochgeschwindigkeitszüge, Homburg, Pannen, Personenverkehr, Unterwegs – Erfahrungen)

Schildchen statt vorausschauender Wartung: Die Deutsche Bahn schafft es auch 2012 nicht, ICE-Klimaanlagen betriebsfähig zu halten (Foto: Wiehler)

Es gehört seit Jahren zu den Binsenweisheiten deutscher Bahnkunden: Rüdiger Grube und sein Vorstand Fernverkehr, Ulrich Homburg, sind mit der Organisation einer funktionierenden Bahn überfordert – oder der Betrieb interessiert sie einfach nicht. Gestern stellte sich heraus, dass in den frisch renovierten ICE 2 und laut DMM-Informationen auch in anderen Zügen die Kühlanlagen in den Bordrestaurants reihenweise ausgefallen sind und man nichts oder nur sehr wenig anbieten könne. Wegen eines Triebkopf-Brands in einem ICE 1 (Baureihe 401) mussten die Fahrgäste bei abgeschalteter Klimanlage, die auch für die Frischluftversorgung zuständig ist, über eine Stunde aushalten. Ursache für die seit Jahren auftretenden Brände, so ein Insider, können dicke Staubschichten auf heißen Bauteilen der Triebköpfe sein, die sich bei großer Hitze entzünden. Alltag bei der Deutschen Bahn AG, DB Fernverkehr. Und der Bundesverkehrsminister-Darsteller Ramsauer, der das Bundesunternehmen, das die Bürger finanziert haben, zu beaufsichtigen hat, schaut zu.

Aus Allensbach erreichte mich soeben folgender Bericht:

 
Wenn im Hochsommer die Temperaturen sich jenseits der 30° C Marke bewegen, was in diesen Breiten immer mal wieder vorkommt, muss damit rechnen, dass bei der Bahn in steter Regelmäßigkeit die Klimaanlagen ausfallen. So auch dieses Jahr.
 
Die Bahn hat dieses Problem allem Anschein immer noch nicht im Griff, wie ich mich am 18. August selbst überzeugen konnte.
 
Wer mit der Bahn fährt, kann etwas erzählen – leider nicht nur Positives.
 
Einmal mit Familie per Bahn quer durch die Republik von Norddeich Mole an den Bodensee:
 
Norddeich Mole 11:30 Uhr, der Anleger ist schwarz vor Leuten.  Es ist Quartierwechsel auf den Nordseeinseln und viele Tagesgäste kommen dazu. Drei Minuten vor der planmäßigen Abfahrt noch kein bereitgestellter IC in Sicht. Statt dessen eine Lautsprecherdurchsage, dass der Zug heute in umgekehrter Wagenreihung verkehrt. Das Spielchen kannten wir schon vor der Hinfahrt. Immer lustig, wie sich ein Bahnsteig voller Leute umstülpt. Umgekehrte Wagenreihung des  IC 2019 – mich beschlich schon ein ungutes Gefühl, dass da irgend etwas Notdürftiges bereitgestellt wird.
So war es denn auch: Alte Interregio-Wagen vom Typ Bimz von anno 1973, aufgemöbelt 1990 in Weiden für den längst abgeschafften Interregio, fristen sie lediglich äußerlich umlackiert in IC-Farben ihr Dasein als letztes Aufgebot der DB Fernverkehr.

Das ganze unklimatisiert – der ehemalige D-Zug -Wagen von 1973 hatte so etwas natürlich nicht und hat es bis heute nicht bekommen. Klimatisierung war damals nur den hochwertigsten Reisezügen vorbehalten.
 
Als Ingenieur könnte ich sarkastisch sagen, was nicht da ist, kann nicht kaputt gehen und bei der Zuverlässigkeit der Klimaanlagen der Bahn ist das schon ein Wort.
Eine von unseren Kindern bei Fahrtantritt am Boden entdeckte Mc-Donalds-Tüte signalisierte mir, dass es wohl im beschaulichen Norddeich einen solchen Schnellimbiss gibt oder auch bei der Innenreinigung mittlerweile erweiterte Serviceintervalle gelten – wohl eher letzteres.
 
Na dann, ade Nordsee- Sommerfrische, fast 5 Stunden schmachten bis Köln mit Temperaturen jenseits von 30°C  in einem Premium-Produkt der Deutschen Bahn, wie es in dem neudeutschen Werbegeschwurbel so schön heißt. Nach wie vor sind zahlreiche ehemalige D-Zug-/Interregio-Wagen der Bahn im IC-Binnenverkehr im Einsatz. Und dafür wird noch Zuschlag verlangt – eine bodenlose Frechheit.
 
Köln: Pünktlich angekommen, klatschnass und mit Vorfreude auf den klimatisierten ICE 601 bis Offenburg. Und auch hier zur weiteren Aufwärmung das beliebte Wechselspielchen: drei Minuten vor Abfahrt die Durchsage mit der umgekehrten Reihung Wagen und bei mir schon wieder düstere Ahnungen, was nun kommen wird. Siehe da: unser Wagen mit den Reservierungen war gesperrt wegen – sie werden es schon ahnen – Ausfall der Klimaanlage.

Ach ja,  es ist Hochsommer, das mit den Klimaanlagen der Bahn kannten wir bereits aus den Vorjahren. Kaum waren Kind und Kegel auf diversen Restplätzen verteilt, kamen nach Siegburg Durchsagen mit Entschuldigungen, dass in zwei Wagen die Klimaanlagen ausgefallen seien, der Zug nach Frankfurt HBf umgeleitet und dort aus dem Verkehr genommen wird und wir dort in einen Ersatz-ICE umsteigen können. Daraufhin leicht gereizte Stimmung im Zug.
 
Frankfurt: Am gleichen Bahnsteig kam tatsächlich zeitnah ein Ersatz- ICE und wir konnten die Fahrt mit entsprechender Verspätung fortsetzen. Zumindest das Krisen-Management der Bahn funktioniert.
 
Aber es kommt noch doller: Auch im Ersatz ICE- funktioniert die Klimaanlage in unserem Wagen nicht. Wir sind also vom Regen in die Traufe gekommen.

Das Bord-Bistro war durch dieses Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen natürlich nicht mehr besetzt. Aber der kluge Bahnfahrer im Hochsommer sorgt durch großzügig bemessene Getränkevorräte für Autarkie – man weiß ja nie, bzw. bei der Bahn weiß man es schon im Voraus, was im Hochsommer kommt.
 
Ich muss der Bahn mittlerweile breitestes Organisationsversagen vorwerfen.  Jahrelang kaputtgespart – man merkt es an allen Ecken und Enden.
 
Dass in einem solch komplexen System immer irgendwo Störungen vorkommen, lässt sich nicht vermeiden, aber es ist die Häufung und deren Wiederholung. Und Beteuerungen und Statistiken hinsichtlich Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausfallraten glaub ich denen schon lange nicht mehr.
 
Ich könnte noch viel erzählen: Dass der ICE 601 dann durch einen Personenschaden in Offenburg „gestellt“ wurde, gehört schon zu den Normalitäten, für die die Bahn nun wirklich nichts kann.
Oder von der Signalstörung in Radolfzell vom Hinweg, die uns 15 Minuten und die uns schon um den ersten Anschluss bangen lässt, von dem ICE auf dem Hinweg der schon zu Beginn seines Laufweges 15 Minuten Verspätung hat (den Grund verschweige ich hier, um niemanden in Schwierigkeiten zu bringen),  von dem am häufigsten gestörten Bahnübergang in Südbaden, an dem ich wohne und an dem seit Jahren nichts passiert.  Und davon, dass DB-Netz jährlich hunderte Millionen „Gewinn“ an die Konzernmutter verschiebt, damit man dort weiter den dicken Max in Richtung Weltkonzern machen kann, statt in das Netz substantiell zu investieren – solche und andere strukturellen Probleme machen mich wütend.
 
Totalversagen auch von der Politik, die diesem Treiben nicht Einhalt gebietet.
 
Das Ende des Tages war dann noch etwas versöhnlich: Der Anschluss in Offenburg wartete, die Klimaanlage der Doppelstöcker zeigte in der hereinbrechenden Nacht mit aller Kraft, was sie so draufhatte, als müsste hier etwas wieder gut gemacht werden. Die Verspätung war in Singen wieder eingeholt, wir sind pünktlich angekommen.
 
Ach liebe Bahn – warum musst Du es uns Fahrgästen nur so schwer machen.  Du wärst ein so tolles Verkehrsmittel.

Rolf Wiehler
 
Bei Temperaturen von 36 bis 38 °C fielen heute bis zum Nachmittag mindestens acht DB-Züge wegen defekter Klimaanlagen aus.

14 Kommentare

  • 1
    Medienberichte 19.8. | Bei Abriss Aufstand:

    […] Deutsche Bahn wurde von Sommer überrumpelt WiWo: Jetzt fallen die Kühlschränke aus Railomotive: Alle Jahre wieder: nicht funktionierende Klimaanlagen bei DB Fernverkehr SZ: Alte Bahnhöfe – Nächster Halt Schmuddeldorf dapd: Wowereit und BER: Pleiten, Pech und Pannen […]

  • 2
    Greiner:

    Meine Frau ist gestern Abend mit einem Regionalexpress von Singen nach Stuttgart gefahren. Während in Ihrem Wagen die Leute alles was sie an diesem heißen Tag zum Anziehen dabei hatten auch anziehen mussten, weil die Klimaanlage arktische Temperaturen produziert hat, hat im Nebenwagen die Klimaanlage nicht funktioniert und es war brüllheiß. Kommentar der Schaffnerin: Der Techniker hat bereits danach geschaut.

  • 3
    Lu:

    Der Aufkleber „…Klimaanlage defekt …“ zeigt deutlich genug, dass die Bahn _nichts_ an diesem Zustand ändern will. Denn anders als bei den gelben „Tür kaputt, bitte eine andere evtl. funktionierende Tür benutzen“-Schildern sehen die Klimaanlagen Aufkleber aus, als sollten sie Jahre oder Jahrzehnte überdauern. Die sind nämlich aus dem Material gefertigt, aus dem die Werbe und „nur mit Fahrkarte“-Schilder sind

  • 4
    Daniel Weigelt:

    Ich bin gestern von Dresden nach Freising gefahren. Von Dresden nach Hof mit dem IRE, Dieselzug (laut!) mit Neigetechnik (würg!). Welch Wunder, sogar zwei Wagen, trotzdem recht voll, aber hallo, Klimaanlage funktionierte. Sogar mal mit ordentlichen Temperaturen und nicht gefühlten Minusgraden. Allerdings gibt es nur eine Klimaanlage nur in den Abteilen, dazwischen, bei den Toiletten, war es sehr warm. Von Hof bis Schwandort mit einem anderen RE, das selbe Gefährt wie der IRE. Zustand der selbe. In Schwandorf in den dort startenden ALEX, gefühlte 90 Grad. Fenster liesen sich nur mit vereinten Kräften öffnen, durch die Hitze klebten sie gut zu. (ALEX gehört ja inzwischen auch zur DB). Klimaanlage gibt es in den alten Wagen vermutlich nicht, bei allen geöffneten Fenstern lies es sich halbwegs aushalten.

  • 5
    B. Oehler:

    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch! (Hölderlin)

    Erwartet hatte ich 59 Minuten Aufenthalt in Stuttgart – bei über 30 Grad, auch nachts und bei jetzt quergelüftetem Bahnhof ein zweifelhaftes Vergnügen (auch das Warteräumchen ist naturbelassen). Bekommen habe ich einen verspäteten IC Richtung Saarbrücken, der um 22:09 fahren sollte, um 22:12 noch stand und um 22:25 dann abfuhr. Es war eine sehenswerte Kombination von D-Zug und IR-Waggons aus der Bahngeschichte mit muffelnden, quietschenden und durchgesessenen Sitzen. Der letzte Wagen, in den ich (vermeintlich in Eile) eingestiegen war, gehörte altem D-Zug-Abteilwagen-Adel an, dann kam der IR-Wagen und dann ein neuerer D-Zug-Wagen mit drei Abteilen und Großraum. Nach der Abfahrt das Wunder: es kam kühle Luft aus den Schlitzen unter dem Fenster.
    Danke, liebe Bahn. Du hast doch immer wieder Überraschungen für deine Kunden auf Lager.

    [Der IC der SBB, der mich nach Stuttgart brachte, war übrigens auch ungekühlt. Der Schaffner öffnete dann mal mit seinem Spezialschlüssel die schmalen Fensteroberteile … Knausert die SBB bei ihren Kombinationen, die sie ins Ausland schickt? Kleine Rache für die Steuer-CDs?]

  • 6
    F.Ruhland:

    „ALEX gehört ja inzwischen auch zur DB“

    Nö, gehört er nicht! Die DB AG musste sich im Zuge der Arriva-Übernahme von deren deutschen Aktivitäten trennen. Seitdem gehört – vereinfacht gesagt – der Alex zu Netinera, einer Tochter der italienischen FS.

  • 7
    Christoph Hirsch:

    Typischer Fall, Deutschland! Ihr lasst Euch noch so gerne ein wenig an der Nase rumführen um dann als Nichtwähler der bösen Politik den schwarzen Peter unterzujubeln.

    Ergreift doch mal selber die Initiative, wenn die Leistung wofür ihr meint bezahlt zu haben, nicht geboten wird! Streik, Bestreiken der Züge, Verhindern der Zugsfahrten ist allemal besser anstatt andauernd zu jammern!

    ((Anmerkung der Redaktion: Kommentar aus der Schweiz))

  • 8
    Lukas Iffländer:

    @Daniel Weigelt: ALEX gehoert zu Trenitalia aka Netinera, die DB musste das Deutschlandgeschaeft von Arriva verkaufen.

  • 9
    Ralf Nauner:

    Ich fahr‘ täglich (Mo-Fr) ca. 220km IC. Seite einigen Jahren bestehen fast nur nur noch der Steuerwagen (mit Fahrrad-Abteil) und die 1.Kl aus IC-Waggons – der Rest sind die alten D-Zug-Waggons, die vor Jahrzehnten auf IR (blau-weiß) angepinselt und umgebaut und vor knapp 20 Jahren auf dieses dümmliche (weil schnell schmutzige) ICE-Weiß gestrichen wurden. Dadurch, dass die Zugläufe wochentags immer asymmetrisch sind (mal Dreiecksfahrten, mal Fernverkehrsfahrten bis nach MeckPom) und am Wochenende die Zugläufe nochmal anders sind, sind seit Dezember 2011 praktisch nie die identischen Züge auf meiner Pendlerstrecke – aber immer diese Uralt-Teile gemischt mit den wenigen Alt-Teilen.
    Die erste Konsequenz daraus ist, dass bauart bedingt die elektronische Reservierung – zum Glück für uns Pendler – nie funktioniert. Weil die D-Zug-Waggons keine Elektronik hatten und haben, kann der Zugchef von seinem (1.Kl-Abteil) die Reservierungen nicht bis ans gegenüberliegende Zug-Ende einspeisen). Dafür hängen gelegentlich die Zettelchen an den Fenstern oder bei den Rädern – daran erkennt man dann auch die asymmetrischen Zugläufe.

    Die zweite, klimatologisch in diesen Tagen wichtigere Konsequenz ist, dass die sog. Zugbegleiter praktisch durchweg die Alt-Waggons absperren und die Fahrgäste in die Uralt-Waggons nötigen, weil sie im Gegensatz zu den schweizer Kollegen nicht bereit sind, die Minifenster in der Großraum-Mitte zu öffnen, aber im D-Zug die besagte natürliche Klimaanlage Fenster, genutzt werden könne.

    Aber sind wir mal ehrlich, es sind so ca. 10 bis 15 Tage im Jahr, in denen die Bahn wegen Hitze aus den Klimalatschen kippt. Dafür kann man dann nur wieder größten Respekt vor den alten IC-Waggons haben – die mir eh lieber sind, als das ganze ICE- oder TGV-Gelumpe. Das viel, viel ärgerlichere ist, das die zu 100% im Bundeseigentum befindliche sog. DB AG sich benimmt wie Raubritter am Gemeineigentum von uns allen. Dass sie auf Kosten der Substanz (sowohl Schiene, als auch rollendem Material, als auch Mitarbeiter) täglich einen Milliarden-Raubzug (lateinisch Privatisierung) vor unser aller Augen begeht. Dass leider allzu klar ist, dass eine 1monatige Sperrung der Bruchsaler Kurve (von der SFS STGT-MA Richtung Süden auf die Rheintalbahn bzw. umgekehrt) nicht dazu dient, die katastrophale Umstellung der Heizung der Hochgeschwindigkeitsweichen von ursprünglich Gas auf Strom endlich wieder rückgängig und damit wintertauglich zu machen, sondern gerade uns Pendler schonmal darauf einstellen soll, dass im Zuge von S(chwachsinn)21 u.a. geplant ist, mind. drei wahrscheinlich aber vier Relationen über die besagte Bruchsaler Kurve zu streichen, sprich uns wegzunehmen.

    Wer die Klima- und andere Probleme der DB AG anfangen will zu lösen, muss

    a) die gesamte Bahn (Netz, sog. Service und Betrieb) in eine Art Almende (zurück) umwandeln (alo auch der Verfügbarkeit der Administration entziehen), aber vor allem

    b) bei der jetzigen DB AG die gesamte Führungsebene von E1 bis mind. E3 zum Teufel jagen.

    Dafür würde ich auch 20 und noch mehr Tage im Jahr in Kauf nehmen in meinen noch immer geliebten Zügen zu schwitzen.

  • 10
    B. Oehler:

    @ Christoph Hirsch: Respekt! Die – gewiss vorzeigbaren – Leistungen der SBB wurden also durch Streiks und Verhindern der Zugsfahrten ertrotzt? Das wurde hierzulande wohl konsequent verschwiegen. Wenn es so war, dann sollten wir uns in der Tat daran ein Beispiel nehmen.
    Was die Wahlbeteiligung angeht, bin ich mir dagegen nicht so sicher, ob die Schweizer als Vorbild taugen … 😉

    @ Ralf Nauner: Ihren Lösungsvorschlag würde ich auch gerne auf die Post und andere privatisierte Daseinsfürsorgeeinrichtungen angewandt wissen. Ist es nicht atemberaubend – da hat Herr Hirsch recht – wie untertänig sich die Deutschen ihre in Gemeineigentum befindlichen Dienste ruinieren lassen?

  • 11
    Ralf Nauner:

    @ B. Oehler

    Ich finde untertänig (bzw. als Begriff Untertanen) trifft den Nagel schon ziemlich auf den Kopf bzw. uns Deutsche! Aber hier geht es um die (deutsche) Eisenbahn: Und es gibt weiß Gott genug Probleme schon allein mit der sog. DB AG (in meinen Augen wäre es schon ein Anfang, die sog. Privatisierung (lat. privare = rauben) wenigsten soweit zu negieren, dass wir (Menschen/Kunden) nur noch von der sogenannten Aktiengesellschaft sprechen. Schon allein dadurch würde die Fragwürdigkeit des angesprochenen, asozialen Vorgangs Privatisierung zu Bewusstsein gebracht). Auch noch die Probleme der sog. Deutschen Post AG oder all‘ der geraubten Wasserwerke usw. hier darzustellen, geht über den Zweck von railomotive.com ein wenig hinaus.

    Ich bin schon sehr dankbar, dass es diese Site gibt! Und der Fokus ist glasklar Eisenbahn und Eisenbahnverkehr. Dennoch hat Herr Hirsch – meiner Meinung nach – natürlich Recht!

  • 12
    Friedhelm Weidelich:

    Bitte um Entschuldigung wegen der verzögerten Freischaltung der Kommentare.

    In Nonnenhorn am Bodensee müssen Reisende beim Einsteigen über einen halben Meter überwinden und förmlich in die Züge klettern bzw. hinunterspringen, weil DB Station & Service keinen normgerechten Bahnsteig zur Verfügung stellen will: http://www.schwaebische.de/region/bodensee/lindau/rund-um-lindau_artikel,-Abenteuer-Bahnsteigkante-In-Nonnenhorn-muessen-Fahrgaeste-aus-dem-Zug-springen-_arid,5308668.html

  • 13
    B. Oehler:

    @ Ralf Nauner: Ich wollte natürlich keine neuen Themen hier einführen, nur ihren Lösungsvorschlag ausdehnen. 🙂 Was übrigens seit der sogenannten Privatisierung tatsächlich besser wurde: die Bezahlung des ebenfalls sogenannten Führungspersonals.

    Eine weiteren Höhepunkt des Alltagswahnsinns der Bahn beschreibt Kontext: http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2012/08/boese-bahn/

    Strafanzeige, das wär doch mal was …

  • 14
    Stephan:

    Ich wohne in MeckPomm und musste dieses Jahr beruflich bedingt und finanziel bedingt mehrere Monate mit Bahn und Fahrrad (im Zug dabei) fahren. Den Bahnhof, den ich benutzte, wurde nur alle zwei Stunden von der OLA angefahren. Für etwa eine halbe Stunde Fahrt jeweils morgens und abends zahlte ich 180,- Euro pro Monat. Dazu kamen die Kosten für das Fahrrad von ca. 100,- Euro monatlich (5,- Euro pro Tag).

    Das tolle ist, dass die Fahrradmitnahme extra bezahlt werden muss. In früheren Zeiten war dies mindestens für Jahreskarteninhaber kostenlos (auch für Monatskarteninhaber einmal?). Es gilt jetzt noch ein Kulanzregelung (es gab wohl massive Proteste der Jahreskarteninhaber) für alle Jahreskarteninhaber bis Ende des Jahres. Noch viel toller ist aber, dass man für die Fahrradmitnahme für jeden Tag eine einzelne Karte extra kaufen muss! D.h. entweder bei den freundlichen OLA-Mitarbeitern jedes mal eine Fahrradkarte aus dem Mobilgerät herausleiern lassen oder man bezahlt bei den, in MeckPomm, sehr versprengt aufgestellten Fahrkartenautomaten (auf meiner Strecke mit fünf Bahnhöfen gibt es zwei Automaten und einen Bahnhof mit Fahrkartenverkaufsstelle). Die Einwohnerzahl an diesen drei Bahnhöfen mit Kartenkaufmöglichkeit reicht von ca. 6000 bis ca. 9000 Einwohner. Oft sind die Automaten allerdings wegen Vandalismus defekt.

    Das Problem ist, dass man trotz der Bezahlmöglichkeit mit Bargeld (Münzen + Scheine) den Verkaufspreis bis auf eine Differenz von 5,- passend haben muss. Man kann auch nicht mehrere Fahrkarten mit einem Bezahlvorgang kaufen (z.B. 1 Monatskarte und 5 Fahrradkarten), weil das nicht vorgesehen ist. Es gibt auch keine Wochen- oder Monatsfahrradkarten. Zudem wird bei jedem Abbruch eines Vorgangs irgend ein Mechanismus hinter dem Kartenschlitz aktiviert (=ständige Abnutzung und damit Reparaturbedarf). Ich frage mich was an einer Umprogrammierung der Automaten hin zu mehr Kundenfreundlichkeit so schwierig ist, wenn es schon für Zeitkarteninhaber keine kostenlose Fahrradmitnahme mehr gibt? Könnte man da nicht eine kleine Kartenautomaten-App schreiben? 😉

    Eigentlich wollte ich schon längst einen Brief (das macht mehr Arbeit als eine E-Mail) an die Bahn geschrieben haben, aber es kam leider etwas dazwischen – lieber hätte ich 15 Briefe geschrieben. Das werde ich jetzt nachholen. Die OLA stellt glaube ich bis Ende des Jahres den Betrieb in MeckPomm komplett ein (oder doch nur auf meiner Strecke? Ich meine es war die Aussage komplett). Dies erfuhr ich von einem ziemlich enttäuschten Schaffner der OLA. Der Grund wahr wohl die Nicht-(mehr)-Teilnahme an einer (jährlichen?) Ausschreibung. Auf der gleichen Strecke fahren auch Züge der DB – allerdings ohne Service, ca. 50% schwerer und eine Ganghöhe, die jeweils etwa 1,5m über dem Bahnsteig liegt (bei der OLA ist der Einstieg ebenerdig, wenn auch mit kleinem Spalt). Bei Fahrradmitnahme lohnt sich eine kurze Einweisung in die Arbeit eines Umzugsmitarbeiters bzw. ein mehrwöchiges Krafttraining. 😉
    Ach ja die OLA-Wagen sind/waren klimatisiert, die alten DB-Wagen nicht.

    Und wenigstens ein Bezug zum Thema ( 😉 ):

    Ich kann mich irgendwie nicht daran erinnern, dass es im Jahr 2003 mit dem Sahara-Sommer eine größere Anzahl an Meldungen mit wegen der Klimaanlage ausgefallenen Zügen gab oder ging das wegen der ganzen Katastrophenmeldungen unter?

 
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