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	<title>Railomotive &#187; Hochgeschwindigkeitszüge</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
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		<title>Britische Gewerkschaft warnt vor ICE-Test im Kanaltunnel</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 10:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die britische Eisenbahnergwerkschaft RMT warnt vor ICE-Test im Kanaltunnel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische <a href="http://www.rmt.org.uk/Templates/Internal.asp?NodeID=138023&amp;int1stParentNodeID=89732">Eisenbahnergewerkschaft RMT</a> warnt, dass die für Oktober geplanten Tests, <span style="color: #ff0000;">mit dem ICE durch den Kanaltunnel</span> zu fahren, die Verwässerung von Sicherheitsstandards einleiten könne. Unter den geltenden Sicherheitsbestimmungen müssten Züge, die den Kanaltunnel durchqueren wollen, mindestens 375 Meter lang sein. Die ICE 3 sind nur 200 Meter lang. Außerdem müssen sie feuersichere Türen zwischen den Wagen haben. Die Züge passen auch nicht zum Tunnel-Fluchtsystem.</p>
<p>Eurotunnel als Betreiber des Tunnels hat die bevorstehenden Tests bestätigt, allerdings müsste die Channel Tunnel Intergovernmental Commission (IGC) die Sicherheitsbedingungen entscheiden.</p>
<p>Es wird erwartet, dass die DB für die Hochgeschwindigkeitsstrecke HS1 Folkestone – London bieten wird, um 2012 Züge nach London zur Olympiade anbieten zu können.</p>
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		<title>Die ganze Deutsche Bahn ist ein Problem&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 13:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Junge Welt berichtet ausführlich über den Umgang mit überlasteten Klimaanlagen im ICE und weitere Versäumnisse der Deutschen Bahn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und die Mitarbeiter müssen das ausbaden.</p>
<p>Das ist nur einer der Schlüsse, die man aus der Lektüre des hervorragenden, fundierten <a href="http://www.jungewelt.de/2010/07-31/023.php">Beitrags von Winfried Wolf </a>in der Jungen Welt ziehen muss, die ich Ihnen trotz der Länge sehr empfehle. Er listet noch einige neue Fakten zu dem Theater mit den Klimaanlagen auf, die vielen Lügen von Rüdiger Grube oder seine Ahnungslosigkeit über die Bedingungen, die in seinem Unternehmen herrschen. Die Mitarbeiter in den unteren Etagen können einem leid tun, denn sie baden die Versäumnisse der unfähigen Manager über ihnen aus.</p>
<p>Bezeichnend ist der Druck, der nun auf Siemens als Konsortialführer aufgebaut wird, um das Letzte bei der Preisgestaltung für die immer noch nicht bestellten 300 ICx <a href="http://www.dowjones.de/site/2010/07/bahn-droht-siemens-mit-scheitern-der-icxverhandlungen.html">herauszupressen</a>. Statt 4 Mrd. Euro strebt Grube nun einen Gesamtpreis von 3 Mrd. Euro an. Das ist die alte Leier: Nicht Qualität, Komfort und Dauereinsatzfähigkeit sind das Ziel des Vorstandsvorsitzenden, sondern eine Billiglösung für kurzfristigen Profit. Wenn Züge ein Massenprodukt wären, die mit einer beträchtlichen Spanne verkauft würden, könnte man so denken. Grube zeigt erneut, dass er von Schienenfahrzeugen rein gar nichts versteht. Man kann nicht einfach einen Zug 25 % billiger machen, ohne auf Qualität zu verzichten.</p>
<p>Eigentlich sagt einem das der gesunde Menschenverstand.</p>
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		<title>Grube spricht</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 12:57:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rüdiger Grube verteidigt sich im Deutschlandfunk wegen der Zugausfälle und Klimaanlagen-Probleme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB Mobility Logistics AG, der sich in den letzten Tagen immer sehr zurückhielt, gab dem Deutschlandfunk ein <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1226028/">Interview</a>. Bitte lesen Sie es. Es ist ein Dokument der Arroganz, mangelnden Empathie und Überheblichkeit.</p>
<p>Gestiegene Wartungsaufwendungen bei den alten Zügen, die durch den Verschleiß selbstverständlich steigen, werden als Großtat verkauft und folgende Fragen wischiwaschi beantwortet. Rechtfertigungen, wo Demut angesagt wäre. Auszug aus dem Interview:</p>
<p><em>Meurer: Stimmt es, dass ab sofort Zugbegleiter und Lokführer jetzt selbst entscheiden dürfen, wann ein Zug gestoppt wird?</em></p>
<p><em>Grube: Da gibt es ganz klare Richtlinien, nach denen müssen sich die Lokführer und unser Zugpersonal verhalten. Wenn bestimmte Werte überschritten würden, ja, dann müssen sie selbst entscheiden, dass dieser Zug auch dann im nächsten Bahnhof zum Stillstand kommt.</em></p>
<p><em>Meurer: Diese Richtlinie gab es doch am letzten Wochenende schon?</em></p>
<p><em>Grube: Ja, aber nun muss ich auch ganz offen sagen &#8211; aber das ist keine Entschuldigung, nur vielleicht mit Fakten hinterlegen -, bei den 255 ICEs, die wir tagtäglich betreiben, machen wir 1400 Fahrten und davon haben sehr, sehr viele geklappt. Sie haben gerade von 40 Ausfällen gesprochen. Die Zahl ist richtig. Aber da sehen Sie auch, dass wir sehr, sehr viele Züge betrieben haben, wo keine Störungen eingetreten sind. Also man muss das immer ein bisschen ins rechte Licht rücken.</em></p>
<p><em>Meurer: Aber vielleicht wäre weniger passiert, wenn die Zugbegleiter sich gesagt hätten, ich darf das, ich mach das jetzt, ich sage jetzt, der Zug hält am Bahnhof. Er hat sich aber nicht getraut, weil er es doch nicht darf.</em></p>
<p><em>Grube: Das kann ich Ihnen jetzt im Einzelnen nicht sagen, warum der Mitarbeiter sich nicht dafür entschieden hat. Aber es gab ja durchaus auch Fälle, es sind ja nicht alle so ausgegangen wie der Fall, den Sie eingangs erläutert haben am Beispiel Bielefeld, wo ich übrigens mich am Samstag sofort entschuldigt habe.<br />
</em></p>
<p>Im Klartext: Der Bahnkunde soll sich also freuen, wenn er mal nicht einen Kreislaufkollaps hatte oder fast erstickt ist, denn sehr, sehr viele Züge &#8220;klappen&#8221; ja. Und Fahrgäste in &#8220;nicht klappenden&#8221; Zügen haben einfach Pech. Können Sie sich vorstellen, dass der Lufthansa- oder Air-Berlin-Vorstandsvorsitzende so über seine Flugzeuge und Mitarbeiter reden würde?</p>
<p>Diesem Mann ist nicht mehr zu helfen.</p>
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		<title>Von Content-Schiebern, Politikern, Managern und Staatsanwälten</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 20:06:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn hat zugegeben, dass weit mehr Züge mit defekten Klimaanlagen gefahren sind. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen den Zugchef.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider muss ich mich schon wieder für meine Kollegen fremdschämen. Es scheinen, gerade in den Internetmedien, doch überwiegend copy-and-paste-Journalisten zu sitzen, die Pressemitteilungen und die schlecht recherchierten und wiederkäuenden Agenturmeldungen in die Seiten kopieren, ohne sie gelesen und verstanden zu haben. <strong>Content-Schieber</strong> nenne ich diese Kollegen. Spiegel online und sueddeutsche.de lese ich schon lange nicht mehr, und wenn ich doch mal aus Langeweile reinschaue, finde ich nur oben genannten Müll, Klatsch und Tratsch, &#8220;könnten Sie Bundespräsident oder Kaiser von China werden?&#8221;, Denklers schaurige Interviews mit neoliberalen Untoten oder das übliche Gefasel von Lobbyisten, deren Verpflichtungen für Versicherungs-, Energie- und Autokonzerne nicht genannt werden. Recherchiert wird selten. Der Blogger Marc Michels hat das fein <a href="http://marcmichels.blogspot.com/2010/07/die-bahn-zeigt-sich-spendabel.html">beobachtet</a>.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>Aber &#8220;investigative&#8221; iPhone- und iPad-Geschichten sind halt schneller aus amerikanischen Blogs zusammengekloppt als die Ergebnisse harter Recherche in Zügen, bei Bahnbetrieben, Bahnherstellern, Fahrgastverbänden, Ministerien und Eisenbahnern. Es fährt ja auch kaum jemand Bahn, während sich 82 Millionen Bundesbürger ganz gewiss nach einem iPhone sehnen oder in einem souverän antretenden achtzylindrigen Luxusklasse-Cabrio geschmeidig durch die Toskana rollen wollen, Siebecks schwerem Mercedes (470 Milligramm CO2/km) folgend. Oder einfach nur <a href="http://www.sueddeutsche.de/auto/bmw-m-gts-feuerdrache-1.972539">den Feuerdrachen von BMW</a> reiten, <a href="http://www.sueddeutsche.de/auto/citron-ds-thp-franzoesischer-drivestyle-1.953537">französischen Drivestyle</a> (le style de conduite français, fremdsprachig wenig begabter Kollege!) genießen, den geländegängigen <a href="http://www.abendblatt.de/ratgeber/auto-motor/article1566573/Stadtflitzer-mit-Krokodil-Optik.html">Stadtflitzer mit Krokodiloptik</a> zum Fressen gern haben oder ihr Glück im<a href="http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,702638,00.html"> Lindwurm aus Lorch</a> suchen und ausflippen, wenn ein Auto elektrisch zwar nur 20 bis 200 km weit fährt, aber wie eine Rakete </em></span><span style="color: #ff0000;"><em>beschleunigt</em></span><span style="color: #ff0000;"><em>. Das sind die Themen, die Redakteure wirklich bewegen. Ein paar Dutzend Halbtote in den Zügen sind eher marginal und keine anstrengende Recherche wert. Zumal Journalisten, die nicht einmal den Unterschied zwischen Lok- und Zugführer kennen, keine Lust auf heiße Züge haben, weil der hoch motorisierte Roadster mit Tankgutschein schon vor der Tür steht und die Rubrik immer noch &#8220;Auto&#8221; und nicht &#8220;Mobilität&#8221; heißt, obwohl die Autoanzeigen längst ins Internet abgewandert sind. Der Zug der Zeit fährt ohne sie, Benzin im Blut beeinträchtigt das Denkvermögen.<br />
</em></span></p>
<p>Noch immer wird in den sich wiederholenden Meldungen, welche Zeitung wo was gehört und geschrieben haben will, von drei ausgefallenen ICE am Samstag gesprochen, obwohl das längst widerlegt ist. Scheibchenweise kommt heraus, dass ein CDU-Staatssekretär, ein paar Abgeordnete und das <strong>Bundesverkehrsministerium</strong> – eigentlich jeder mit politischem Einfluss – schon lange von den Problemen wussten, die seit Jahren bei ICE 1 und ICE 2 existieren. Brennende Triebköpfe waren 2009 nicht ungewöhnlich (der ICE 3 hat keine). Und das, sagten mir Insider, weil es durch mangelnde Reinigung der Lokomotiven zu Staubexplosionen in den heißen Fahrzeugen kam. Heute trat übrigens eine Task-Force zusammen, die die Ursachen der aktuellen Mängel finden will, die sich nicht auf die Klimaanlage beschränken müssen.</p>
<p>Unternommen wurde von der Bahn bei den zahlreichen Ausfällen bisher nicht viel, außer der üblichen Propaganda und Leugnung von Tatsachen, was man auch lügen nennen kann. Die Politik ließ sich von DB-Vorstandsvorsitzenden Grube ebenso einwickeln wie schon von Mehdorn, an dem man sich wenigstens tüchtig reiben konnte und den ich inzwischen trotz seiner falschen Politik für den durchsetzungsfähigeren <strong>Manager</strong> halte als &#8220;i schaff baim Daimler, mir send die Beschte&#8221;-Gewächs Grube mit seiner hanseatischen Zugeknöpftheit. Grube hat zwar angekündigt, dass irgendwann die über 15 Jahre alten ICE 2 überarbeitet werden. Aber dabei ist es geblieben. Letzten Freitag kündigte er auch noch die Absicht einer stärkeren Zusammenarbeit mit der SBB an, weil der internationale Verkehr ja erkennbar sein Lieblingskind ist. Der Inlandverkehr interessiert ihn nicht, denn dann hätte er schon längst neue Züge bestellt bei den noch bis 2012 oder 2014 andauernden Engpässen. Bis 2014 läuft (hoffentlich nicht!) Grubes Vertrag, da will er dann sicher eine neue Deutsche Bahn Mobility Logistics Worldwide International AG an die Börse bringen und mit neuen Zügen glänzen. Vielleicht ist dann Stuttgart 21 auch soweit fertig: Acht Gleise ohne Anschluss, aber schön, um repräsentative Parties auf den schmalen Bahnsteigen mit Gefälle zu feiern. Skater werden den Gruben-Bau jedenfalls klasse finden.</p>
<p>Die ICx, die pro Stück mit 20 bis 25 Millionen Euro kalkuliert werden und deutlich billiger als die Ende 2011 verfügbaren 407er für den Auslandsverkehr sind (35 Mio. €), hat Grube immer noch nicht bestellt. Ein Mann der Tat ist er nicht. Wie gesagt: Der Inlandsverkehr, das von ihm immer wieder zitierte Brot-und-Butter-Geschäft, das ihm angeblich so am Herzen liegt, ist nur ein Textbaustein in Interviews. Grube klopft Sprüche und träumt von der Welt AG. Die Daimler-Schule scheint keine gute zu sein.</p>
<p>Zurück zum Viehtransport vom Samstag: Bei einem brennenden Triebkopf hätte der Zug natürlich sofort gehalten, und so hat die <strong>Staatsanwaltschaft</strong> Bielefeld, die ich heute leider trotz mehrerer Versuche nicht erreichen konnte, Ermittlungen gegen den Zugführer aufgenommen. Immerhin schon mal wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Körperverletzung. Schließlich ließ der Zugchef seine Fahrgäste eine halbe Stunde länger leiden und setzte sie auch der Gefahr des <strong>Erstickungstods </strong>aus. <strong>Der Wagen bekommt bei Ausfall der Klimaanlage keine Frischluft mehr </strong>(was die werten Kollegen immer noch nicht herausgefunden haben)<strong>.</strong> Es war also nicht nur der Hitzeschock, der die Reisenden hyperventilieren ließ. Falls es stimmt, dass die Anlagen im ganzen Zug nicht funktionierten, haben die Zugbegleiter sogar Tote riskiert. Dass der Fahrgastverband Pro Bahn empfiehlt, nach einer halben Stunde zu halten, ist dagegen ein Armutszeugnis. Da kann ein Fahrgast schon krepiert sein.</p>
<p>Nun wird in den teilweise grenzenlos dämlichen Leserkommentaren in den Onlinemedien über die Kleinen, die man hängt und die Großen, die man laufen lässt, diskutiert. Natürlich wird das auch hier so sein, doch jeder Kleine würde ebenso angeklagt, wenn sich herausstellen würde, dass er einen bewußtlosen Menschen am Straßenrand gesehen hat und erst nach einer halben Stunde die Polizei verständigte. Dieser Mann oder diese Frau als Zugchef wusste weder, wie man mit Fahrgästen umgeht noch darf künftig jemand mit so wenig Courage die Gewalt über einen Zug erhalten. Ich würde ihm nicht einmal einen Service Point (die immer noch so heißen) anvertrauen. Jetzt bloß kein Mitleid.</p>
<p>Und bitte keine Storys vom Fenster zum Öffnen. Die Bahn hätte Luftklappen oder andere Systeme für derlei Notfälle bestellen müssen, natürlich hätte sie sie bekommen. Aber es hätte auch genügt, den Zug anzuhalten und die Türen zu öffnen. Niemand wäre von einem entgegenkommen Zug überfahren worden. Dafür gibt es Signale, Funk und die Linienzugbeeinflussung. Aber das wissen nicht einmal Journalisten. Außer jenen, die nebenberuflich für die Bahn arbeite(te)n und in solchen Fällen auffallend oft die Klappe halten, weil ihnen der schöne Nebenverdienst wichtiger ist (oder war) als die Wahrheit. Da gibt man doch lieber exklusiv Homburgs Phrasen weiter. Mietschreiber und Sprachrohr eben.</p>
<p>Mitleid habe ich aber mit Siemens und den Konsortien aus teilweise erloschenen Firmen, welche die ICE-Züge konstruiert und geliefert haben und nun mit Häme und Spott übergossen werden wie berechtigterweise die DB. Wenn ein Zug ausgeschrieben wird, gibt es ein Lastenheft, also eine ausführliche Bestellung mit dem, was ein Zug haben und können muss. Was da drinsteht, wird auch so geliefert und vom Kunden Bahn und dem Eisenbahnbundesamt abgenommen. So wie Sie Ihr Auto mit allem möglichen Schnickschnack bestellen, gegen Unterschrift in Empfang nehmen und auf bestimmte Teile eine 3-jährige Garantie bekommen und bei einem Dacia etwas weniger Qualität erwarten können als bei einem Audi A8. Etwa zwei, drei Jahre steht auch der Zug-Hersteller für Fehler gerade, die mangels Testzügen nicht völlig auszuschließen sind. Trotz Testfahrten, Simulationen und dem ganzen Ingenieurgedöns. Ganz seriös, wie nach den Problemen 2003 mit den Klimaanlagen des ICE 3, wird dann miteinander geredet und der Fehler abgestellt. Testzüge wären heute unbezahlbar. Ein Zug, der 50 oder 100 Millionen Kilometer fahren muss, braucht laufend intensive Wartung. Wie ein Flugzeug. Und das bricht den Start ab, wenn etwas nicht stimmt. ICEs mit defekten Klimaanlagen schickt die DB munter in Berlin auf die Reise. Wird schon gutgehen. Siemens kann nichts dafür, wenn die Züge nicht gewartet werden. VW haftet auch nicht, wenn Sie Ihren Golf zehn Jahre lang nicht warten lassen und das Öl nicht wechseln. Dann verabschiedet sich der Motor auch.</p>
<p>Nach zwei oder drei Jahren ist die Gewährleistung des Herstellers beendet, sofern der Kunde keinen Wartungsvertrag will. Und wenn der Zug eben aus Kostengründen für eine Haltbarkeit von 10 oder 15 Jahren (=&#8221;zeitfest&#8221; statt den üblichen 30 bis 40 Jahren =&#8221;dauerfest&#8221;) konstruiert wurde, verschleißt er eben. Weil billig ist auch billig. Das hat nichts mit deutscher Ingenierkunst oder Unvermögen zu tun, wie manche glauben. Wer, wie ich, oft genau diese Züge benutzt hat, weiß, wie verschlissen der ICE 2 ist und wie oft er wegen Mängeln verspätet ist.</p>
<p>Es ist ausführlich im Schwarzbuch Deutsche Bahn belegt, dass die DB ihre Züge nicht ausreichend wartet. Sie allein ist schuld daran, wenn jetzt Züge im Betrieb ausfallen. Aber auch die gewissenlosen Politiker, die diese Tatsachen kennen und mit Schulterzucken quittieren. Sie wollen die Bahn auf börsenfähig trimmen, weil Börsengänge vor Jahren einmal schick waren. Dass es keinen vernünftigen Grund dafür gibt, wollen sie nicht kapieren. Da, wo es schon Wettbewerb gibt, tut die DB alles, ihn zu stören. Die Konkurrenz hat hochmoderne Regionalzüge, aber leider kein Geld für den Fernverkehr.</p>
<p><strong>Heute gab die Bahn endlich zu, dass mindestens 41 (DB), wenn nicht sogar 100 Züge (Pro Bahn) seit Samstag wegen defekter Klimaanlagen aufgefallen sind.</strong><strong> </strong>Das hatte ich schon in meinem vorigen Beitrag über die Pseudoentschädigung  vermutet.<strong><br />
</strong></p>
<p>Die Bahn hat also wieder einmal fett gelogen. Aber ist das was Neues?</p>
<p><em>(Sorry, jetzt ist es doch wieder ein langer Beitrag geworden.)</em></p>
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		<item>
		<title>VDI bestätigt Funktionsfähigkeit von Klimaanlagen bei 35 Grad</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 13:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der VDI sagt, dass Klimaanlagen auch bei 35 Grad und vollen Zügen funktionieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bekommt die Bahnindustrie unvermittelt Schützenhilfe vom Verein Deutscher Ingenieure. Der schrieb soeben in einer Pressemitteilung:</p>
<h2>VDI: Klimaanlagen kühlen auch bei 35 Grad und vollen Zügen</h2>
<p>Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. sieht aus technischer Sicht kein Problem mit Klimaanlagen in Personenzügen. &#8220;Klimaanlagen können auch bei Temperaturen über 35 Grad und vollen Zügen ordnungsgemäß funktionieren &#8211; gerade in modernen Fahrzeugen&#8221;, sagt Thomas Terhorst, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. Der VDI hat bereits 2004 eine Richtlinie (VDI 6032 &#8220;Hygiene-Anforderungen an die Lüftungstechnik in Fahrzeugen zur Personenbeförderung&#8221;) erstellt. Diese zeigt auf, wie Klimaanlagen in Bahnen funktionsfähig gehalten werden können. &#8220;Regelmäßige technische Wartungen müssen durch geschultes Personal durchgeführt werden&#8221;, ergänzt Terhorst. &#8220;Aus medizinischer und hygienischer Sicht stellen Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad in einem Wagon einen akzeptablen Bereich dar. Alles was darüber hinaus geht, ist sicherlich gesundheitlich nicht zuträglich.&#8221;</p>
<p>Die VDI-Richtlinie 6032 beschreibt die Maßnahmen, mit denen Lüftungstechnische Anlagen in Fahrzeugen (wie der Bahn) den z.B. wetterbedingten Anforderungen gerecht werden. Eine Checkliste zur Kontrolle des Hygienezustandes ist zur Unterstützung der Wartung jedes Fahrzeugtyps der Richtlinie beigefügt. Ziel der Richtlinie ist es, Verbrauchern, Fahrzeugherstellern, Konstrukteuren und dem Wartungspersonal Sicherheit für den Umgang mit Fragen der Lufthygiene zu geben. Bei Einhaltung der Richtlinie besteht aus medizinischer und technischer Sicht kein Zweifel an der Unbedenklichkeit der Nutzung von Lüftungsanlagen in Fahrzeugen.</p>
<p><a href="http://www.vdi.de/richtlinien">www.vdi.de/richtlinien</a> oder <a href="http://www.vdi.de/6032">www.vdi.de/6032</a></p>
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		</item>
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		<title>Katastrophen-PR, made in Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 16:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn kommuniziert auch zwei Tage nach den Klimaschock-Problemen mit ICE weiter äußerst ungeschickt und unprofessionell. Glaubhafte Entschuldigungen sehen anders aus. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Deutsche Bahn hat aus dem Winter-Desaster nichts gelernt</strong> und ist offensichtlich beratungsresistent. Wobei ich glaube, dass dort niemand nach Beratung gefragt hat, obwohl es genügend auf Krisen-PR fokussierte PR-Agenturen und Berater gibt. Doch die Einsicht, bei der Kommunikationsarbeit – vom selbstgefälligen Vorstand bis zur riesigen Kommunikationsabteilung – völlig versagt zu haben, kommt in Berlin auch bei der neuerlichen Hitzewelle niemand in den Sinn.</p>
<p>Soeben verbreitete die Deutsche Bahn folgende Pressemitteilung, die dieses aufs Traurigste dokumentiert. Floskeln, notgedrungene Entschuldigungen und das zwischen den Zeilen gegebene <strong>Versprechen, dass sich nichts ändern</strong> <strong>wird</strong> (meine Bemerkungen dazu in Rot):</p>
<p><em><strong>Deutsche Bahn reagiert auf hitzebedingte Ausfälle</strong></em></p>
<p><em>Lückenlose Aufklärung der Vorfälle vom Wochenende • Direkte Gespräche mit betroffenen Schulen • Tägliche Überprüfungen der Klimaanlagen • Grube: „Nehmen Ereignisse sehr ernst“ • Homburg: „Anlaufstelle für Betroffene“</em></p>
<p><em>(Berlin, 12. Juli 2010)  Die Deutsche Bahn wird die Vorfälle im Zusammenhang mit den ausgefallenen ICE-Klimaanlagen lückenlos aufklären. Dies versicherte DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube am Montag in Berlin. Gleichzeitig werde die DB selbstverständlich auch die Ermittlungen der Bundespolizei intensiv unterstützen. Grube sagte weiter: „Wir nehmen die Ereignisse der letzten Tage sehr ernst. Nach meiner sofortigen telefonischen Entschuldigung am Sonntag haben wir heute vor Ort persönlichen Kontakt mit den betroffenen Schülern und Lehrern in Willich aufgenommen. Wir werden für den erlittenen Schaden eine schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung leisten.“ </em><span style="color: #ff0000;"><strong>Die DB hat Menschen der Lebensgefahr ausgesetzt.</strong> Eine Wiedergutmachung, sofern das überhaupt möglich ist bei Menschen, die Todesangst hatten, ist wohl das Mindeste!</span><em> </em></p>
<p><em>Auch mit einer zweiten betroffenen Schule in Remscheid hat die DB zwecks Entschädigungsmaßnahmen direkten Kontakt aufgenommen. Bei extremen Außentemperaturen und hohem Fahrgastaufkommen waren am Samstag in drei ICE-Zügen die Klimaanlagen komplett ausgefallen. Reisende an Bord eines Zuges mussten in Bielefeld ärztlich versorgt werden. </em><span style="color: #ff0000;">Schon wieder das Gesülze wegen Außentemperaturen und Fahrgastaufkommen. Wieder nur die Aussage: <strong>Wir können nichts dafür. </strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Deutsche Bahn kann nichts für Unwetter und für Menschen, die sich vor den Zug werfen, wie auch am Wochenende mehrfach geschehen. <strong>Für alle anderen Dinge ist ganz allein die Deutsche Bahn verantwortlich.</strong></span><em><span style="color: #ff0000;"><br />
</span><br />
Zur Vermeidung solch schwerwiegender Vorfälle legen die Mitarbeiter in den DB-Werken nochmals gesteigertes Augenmerk auf die Wartung und Instandhaltung der Klimaanlagen. Auch das Bordpersonal wurde auf die konsequente Anwendung einer bestehenden Richtlinie hingewiesen, bei Ausfall von Klimaanlagen in einzelnen Wagen den Fahrgästen eine Weiterfahrt in klimatisierten Zugbereichen zu ermöglichen. Bei vollständigem Ausfall der Klimatisierung sind die Züge am nächstmöglichen Bahnhof zu stoppen und die Fahrgäste auf andere Züge zu verteilen. </em></p>
<p><em> </em><span style="color: #ff0000;">Es ist inzwischen</span><span style="color: #ff0000;"> mehrfach belegt, dass nicht nur am Samstag, sondern auch gestern und heute in Berlin ICE abgefahren sind, bei denen in einzelnen oder mehreren Wagen die Klimaanlage nicht arbeitete.<span style="color: #ff0000;"> </span></span><span style="color: #ff0000;">Ein &#8220;nochmals gesteigertes Augenmerk&#8221; kann ich nur so interpretieren, dass &#8220;endlich mal&#8221; auch die Klimaanlagen ordentlich gewartet werden. Denn selbst Bahnmitarbeiter und viele Reisende bestätigen, dass es schon lange solche Ausfälle gegeben hat. <strong>Es ist kein neues Problem. </strong>Betroffen ist vor allem der ICE 2, der bis zu 16 Jahre in Betrieb ist und irgendwann ein wenig modernisiert werden soll. <em><br />
</em></span></p>
<p><em> „Unsere oberste Priorität ist und bleibt, unsere Kunden zuverlässig, pünktlich und &#8211; vor allem aber – sicher ans Ziel ihrer Reise zu bringen“, so Grube weiter.</em><span style="color: #ff0000;"> <strong>Herr Grube, das glauben Sie wohl doch selber nicht</strong>. Ständig reden Sie von Ihrem Brot-und-Butter-Geschäft, tun aber nichts, um es auf einem fahrgastfreundlichen Niveau zu halten. Größer könnte die Diskrepanz zwischen Ihren Sprüchen und der traurigen Realität der von Ihnen und Ihrem Vorstandskollegen Homburg zu verantwortenden Deutschen Bahn nicht sein. Merken Sie nicht, wie Sie sich mit Ihrem Geschwätz längst unglaubwürdig und lächerlich gemacht haben? Haben Sie keine Berater und sind Sie nur von Ja-Sagern umgeben? </span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wenn Sie, <strong><span style="color: #ff0000;">Herr Grube</span></strong>, Ihr Brot-und-Butter-Geschäft wirklich ernstnehmen würden, hätten Sie schon nach den Winterproblemen eine systematische Aufarbeitung der ICE in Auftrag gegeben. Da Sie aber keine Reservezüge haben und Stillstände Umsätze kosten, haben Sie und Ihr Kollege Homburg die Züge weiter auf Verschleiß gefahren. Mit Verlaub:<span style="color: #ff0000;"> <strong>Ihre Fahrgäste sind Ihnen scheißegal</strong></span><strong>.</strong> Ihnen geht es um shareholder value und persönliche Erfolge beim Erwerb von ausländischen Gesellschaften. Nun muss das Zugpersonal ausbaden, was Sie, die Vorstände, durch Nicht-Investitionen und Sparen bei der Wartung verbockt haben. Und der durch und durch naive Bundesverkehrsminister schaut einfach zu. Muss es erst Tote geben? Ich fürchte, dass Sie sogar dann von bedauerlichen Einzelfällen sprechen würden.<br />
</span></p>
<p><em>DB-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg kündigte eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Kunden an. „Damit wollen wir eine rasche Bearbeitung gewährleisten“, sagte er in Berlin. Ab 19 Uhr ist dafür die E-Mail-Adresse hitzewelle@deutschebahn.com geschaltet. Die schriftliche Kontaktaufnahme ist über folgende Adresse möglich: DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort „Hitzewelle“, Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg. Betroffene Fahrgäste können außerdem auch das DB-Kundenportal unter 01805 99 66 33 nutzen. </em><span style="color: #ff0000;">Klasse, das kostet 14 ct pro Minute und verbindet mit einem Callcenter<em>. </em>Was für ein Service und welch herrliche Gespräche mit unterbezahlten Callcenter-Agenten, die nichts für das Schlamassel können.</span> <em><br />
</em></p>
<p><strong>Hilfreicher dürfte es bei überhitzten Wagen ohne Alternative, im Zug umzuziehen oder umzusteigen, die <a href="http://www.bundespolizei.de/">Bundespolizei</a> zu verständigen. Sie müsste Züge mit kollabierten Fahrgästen unverzüglich stoppen. <span style="color: #0000ff;">Die Rufnummer der Bundespolizei ist</span> <span style="color: #0000ff;">0800 6 888 000</span>. </strong>Man sollte sie im Handy gespeichert haben.<strong><br />
</strong></p>
<p>Diese Pressemitteilung ist ein Dokument der Ungeschicklichkeit, der Arroganz und der Dummheit.</p>
<h2><strong>Eine angemessene, professionelle Pressemitteilung hätte etwa so ausgesehen:</strong></h2>
<p><span style="color: #ff0000;">Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn Dr. Rüdiger Grube bedauert zutiefst die Vorkommnisse vom Wochenende in drei ICE und weiteren Zügen, in denen die Klimaanlagen ausgefallen waren. &#8220;Dass Fahrgäste in Lebensgefahr geschwebt haben, hat mich sehr erschüttert&#8221;, sagte Grube. &#8220;Das zeigt mir, dass wir bei unseren Bemühungen um jederzeit betriebsfähige Züge noch größere Anstrengungen unternehmen müssen. Wir werden alles tun, um die Mißstände unverzüglich abzustellen. Deshalb habe ich angeordnet, dass kein ICE mehr mit einer defekten Klimaanlage, und sei es auch nur in einem Wagen, auf die Strecke geht.&#8221; </span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Grube traf sich heute mit den Mitarbeitern aus den Werken, dem Eisenbahnbundesamt und der Bahnindustrie zu einem Krisengespräch, um eine schnelle Lösung des Problems zu erreichen. Die Deutsche Bahn hat vorsorglich bereits in der Nacht vom Samstag auf Sonntag begonnen, die Klimaanlagen der betroffenen Züge zu untersuchen und zu reparieren. &#8220;Wir werden alles dafür tun, dass sich die bedauerlichen Vorfälle nicht mehr wiederholen und werden in allen ICE2-Zügen die Luftfilter unabhängig vom Wartungsstand unverzüglich auswechseln&#8221;, betonte Grube. &#8220;Unsere Fahrgäste haben ein Recht auf komfortable, zuverlässige Züge. Dafür übernehme ich die Verantwortung.&#8221;<br />
</span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Leider werden durch die Reparaturen einzelne Züge ausfallen, so dass Engpässe nicht ganz vermeidbar sind. Die Deutsche Bahn wird auf www.bahn.de und Twitter Zugausfälle frühzeitig ankündigen und eine Buchung von vornherein unterbinden. Fahrgäste, die schon für ausgefallene Züge gebucht haben, bekommen den Fahrpreis an den Service Points unmittelbar erstattet oder erhalten von der Deutschen Bahn auf Wunsch kostenlos reservierte Plätze in anderen Zügen. Darüber hinaus hat die Deutsche Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, die rund um die Uhr erreichbar ist. Selbstverständlich wird die Deutsche Bahn allen Fahrgästen, die in unklimatisierten ICE- und IC-Wagen fahren mussten, unbürokratisch den Fahrpreis erstatten. </span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Als Entschuldigung für die Ausfälle und Unannehmlichkeiten senkt die Deutsche Bahn ab sofort bis Ende August 2010 die Fahrpreise pauschal um 15 Prozent und empfiehlt dringend eine Platzreservierung, die in allen ICE künftig im Fahrpreis enthalten ist. &#8220;Das sind wir unseren Kunden schuldig&#8221;, sagte Grube.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Grube hatte sich am Sonntag bei den betroffenen Schulklassen telefonisch entschuldigt. &#8220;Ich bin entsetzt, dass so etwas passiert ist und kann mich nur herzlichst bei den Schulklassen und Lehrern entschuldigen. Die Deutsche Bahn wird unverzüglich eine umfassende Wiedergutmachung leisten und den Betroffenen außerdem für drei Monate kostenlose Fahrten in allen Zügen anbieten&#8221;, sagte Grube. Darüber hinaus wird der Vorstandsvorsitzende die Klassen zu einem Gespräch nach Berlin einladen und die Besichtigung eines ICE-Werks und einer Betriebsleitzentrale organisieren. &#8220;Das ist das Mindeste, was ich jetzt tun kann&#8221;, sagte Grube.<br />
</span></p>
<p>Zur Beinahe-Katastrophe in den ICE liefert die Deutsche Bahn eine PR-Katastrophe nach.</p>
<p>Die Deutsche Bahn hatte schon vor dem Klima-Skandal ein <a href="http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/deutsche-bahn-bleibt-unsympathisch-434810/">miserables Image und <strong>gilt als extrem unsympathisch</strong></a>. Auch eine Leistung des Vorstands.<em><br />
</em></p>
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		<title>Die Bahn muss die Probleme längst gekannt haben</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 13:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich nach einem Bericht konkret und kritisch über das Verhalten der DB und des Zugpersonals. Das &#8220;verkrieche&#8221; sich, um mit Leitstellen zu telefonieren und Informationen für die Reisenden zu erhalten. Ohne die Erlaubnis einer Leitstelle würde ein Zug nicht angehalten, weil niemand mehr eigenverantwortlich handeln wolle.
Das System Mehdorn/Grube, von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich nach einem <a href="http://www.themenportal.de/verkehr/ice-klimaanlagen-problem-hat-sich-seit-tagen-angedeutet-bahnpersonal-vor-ort-und-im-zug-ueberfordert-und-allein-gelassen-23291">Bericht</a> konkret und kritisch über das Verhalten der DB und des Zugpersonals. Das &#8220;verkrieche&#8221; sich, um mit Leitstellen zu telefonieren und Informationen für die Reisenden zu erhalten. Ohne die Erlaubnis einer Leitstelle würde ein Zug nicht angehalten, weil niemand mehr eigenverantwortlich handeln wolle.</p>
<p>Das System Mehdorn/Grube, von der Bundesregierung eingefädelt, trägt faule Früchte.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Auszug aus einem weiteren Augenzeugenbericht aus ICE 846</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 00:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rheinische Post]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn hat nicht dafür gesorgt, dass in Bielefeld bei Ankunft des Zuges Sanitäter anwesend waren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.rp-online.de/niederrheinsued/willich/nachrichten/willich/Im-Zug-kollabiert_aid_880581.html">Rheinische Post </a>hat mit der kollabierten Schulklasse gesprochen. Der folgende Absatz spricht für sich selbst:</p>
<p><em>Nach 50 Minuten Fahrt hält der Zug. Am Bielefelder Hauptbahnhof wird der ICE evakuiert. &#8220;Die Bahn lügt, wenn sie sagt, da seien direkt Rettungskräfte vor Ort gewesen&#8221;, empört sich Lehrerin Dagmar Reichenberg-Arnoldy, &#8220;Wir haben selber erste Hilfe geleistet. Zum Glück war ein Arzt an Bord.&#8221; &#8220;Ich bin Sanitäterin und habe versucht, andere zu beruhigen. Aber dann bin ich selbst zusammengebrochen&#8221;, sagt Schülerin Michaela Brux.</em></p>
<p><a href="http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/50-grad-in-ice-schueler-in-klinik-1.81637">Hier</a> ein weiterer Bericht der Rheinischen Post.</p>
<p>Ein anderer, zudem verspäteter Zug mit Hitze-Problemen war nach Informationen der <a href="http://www.neue-oz.de/preexport_startseite/20100711-__ber_50_Grad_Hitze_im_ICE__Klimaanlage_auch_im_Zug_nach_Osnabr__ck__defekt.html">Osnabrücker Zeitung</a> am Samstag von Hamburg in Richtung Osnabrück unterwegs. <em>Hier durften Reisende in die 1. Klasse wechseln, zudem gab es Getränke. Der 12.36-Uhr-IC von Berlin via Osnabrück nach Amsterdam blieb in Stendal mit Lokschaden liegen; als ein Ersatzzug kam, war dieser ebenfalls nicht klimatisiert. Fahrgäste weigerten sich daraufhin, in den Zug einzusteigen.</em></p>
<p>Ein Leserbrief aus dem Tagesspiegel:</p>
<p><em>Nicht, dass in dem IC um 14:26 von Berlin aus während der Fahrt ebenfalls die Klimaanlage ausfiel, sondern das auf er Strecke zwischen Berlin und Hannover auch noch drei Weichenstellprobleme auftauchten! Die Klimaanlage also aus, die Fenster zwar auf, aber dennoch steht der Zug immer wieder minutenlang in der Pampa und wird wie ein Hochofen aufgeheizt. Wassernachschub kam sporalisch und nicht vollständig. Letztendlich, als das Wasser anscheinend ausgegangen ist gabs kleine süße Tetrapaks mit Orangensaft &#8211; wie durstlöschend!<span style="color: #ff0000;"> Das Personal wollte aufgrund menschenunwürdiger Verhältnisse den Zug in Wolfsburg stoppen. &#8220;Selbst einen Hund lässt man bei diesem Wetter nicht im Kofferraum&#8221;, ertönte es aus den Zuglautsprechern.</span><br />
Die Fahrgäste wurden gefragt, ob sie weiterfahren möchten oder in Wolfsburg ein Austausch stattfinden sollte, aber wohin dann mit den Gästen eines vollständig gefüllten ICs? In den Nächsten, der ebenfalls voll ist? Eine Alternative wurde uns Samstag Nachmittag nämlich nicht angeboten, weswegen ausnahmslos alle Fahrgäste sich für eine Weiterfahrt des Zuges entschieden, um überhaupt noch ans Ziel zu kommen.</em></p>
<p>In den Kommentaren der <a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8423300/Bahn-bietet-nach-Hitze-Drama-mehr-Getraenke-an.html">Welt</a> wird über weitere ausgefallene Klimaanlagen berichtet.</p>
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		<item>
		<title>Jetzt hat die Deutsche Bahn auch noch ein PR-Problem</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 20:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn korrigiert nach vier Stunden ihre Pressemitteilung zum Ausfall von Klimaanlagen im ICE und formuliert Homburgs Vorsorge für Getränke neu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die DB bessert nach. Und zwar bei der Pressemitteilung. <strong>Die alte Fassung von heute, 16.03 Uhr:</strong></p>
<p><em>Deutsche Bahn entschuldigt sich für hitzebedingte Ausfälle</em></p>
<p><em><span style="color: #3366ff;">Homburg: „Bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände &#8211; werden Fahrgäste für erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen“</span></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>(Berlin, 11. Juli 2010)  Die Deutsche Bahn bedauert die <span style="color: #3366ff;">teilweise</span> erheblichen Unannehmlichkeiten für rund 1.000 Fahrgäste durch den hitzebedingten Ausfall von drei ICE-Zügen am gestrigen Samstag. <span style="color: #3366ff;">Aufgrund</span><span style="color: #3366ff;"> der</span> extremen Außentemperaturen <span style="color: #3366ff;">und des hohen Fahrgastaufkommens </span>waren in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen. Das Bordpersonal hatte daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover bzw. in Bielefeld gestoppt. Zusätzliche DB-Mitarbeiter auf den Bahnhöfen und an den Service Points verteilten die Reisenden dann auf andere Züge. Fahrgäste mit hitzebedingten Beschwerden wurden vom Technischen Hilfswerk (THW) und Einsatzkräften der Feuerwehr ebenfalls vor Ort versorgt.<br />
„Leider haben einzelne Fahrgäste <span style="color: #3366ff;">durch die bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände</span> auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir wollen diese Kunden <span style="color: #3366ff;">für die erlittenen Unannehmlichkeiten</span> entschädigen und bitten sie, sich bei uns zu melden.“ Homburg veranlasste ebenfalls eine Aufstockung der nichtalkoholischen Getränkevorräte an Bord der Züge.<br />
Fahrgäste, die von hitzebedingten Fahrzeitverlängerungen betroffen sind, können die generellen Entschädigungsleistungen bei Verspätungen ab 60 bzw. 120 Minuten in Anspruch nehmen und sich 25 bzw. 50 Prozent des Fahrpreises ersetzen lassen.</em></p>
<p><strong>Die neue Fassung von 20 Uhr.</strong> Änderungen sind blau gekennzeichnet.</p>
<p><em>Deutsche Bahn entschuldigt sich für hitzebedingte Ausfälle</em></p>
<p><em><span style="color: #3366ff;">DB-Vorstand Homburg: „Werden Fahrgäste für erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen“</span></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>(Berlin, 11. Juli 2010)  Die Deutsche Bahn bedauert die erheblichen Unannehmlichkeiten für rund 1.000 Fahrgäste durch den hitzebedingten Ausfall von drei ICE-Zügen am gestrigen Samstag. Bei extremen Außentemperaturen und hohem Fahrgastaufkommen waren in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen. Das Bordpersonal hatte daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover bzw. in Bielefeld gestoppt. Zusätzliche DB-Mitarbeiter auf den Bahnhöfen und an den Service Points verteilten die Reisenden dann auf andere Züge. Fahrgäste mit hitzebedingten Beschwerden wurden vom Technischen Hilfswerk (THW) und Einsatzkräften der Feuerwehr ebenfalls vor Ort versorgt.<br />
„Wir bedauern sehr, dass einzelne Fahrgäste auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten <span style="color: #3366ff;">und sogar im Krankenhaus behandelt werden mussten</span>. <span style="color: #3366ff;">Darüber sind wir sehr betroffen und</span> möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir wollen diese Kunden dafür entschädigen. <span style="color: #3366ff;">All jene, die wir nicht direkt erreichen können</span>, bitten wir, sich bei uns zu melden.“ Homburg <span style="color: #3366ff;">stellte bereits im Vorfeld der Hitzeperiode sicher,</span> dass die Vorräte an nichtalkoholischen Getränken an Bord der Züge aufgestockt wurden.<br />
Fahrgäste, die von hitzebedingten Fahrzeitverlängerungen betroffen sind, können die generellen Entschädigungsleistungen bei Verspätungen ab 60 bzw. 120 Minuten in Anspruch nehmen und sich 25 bzw. 50 Prozent des Fahrpreises ersetzen lassen.</em></p>
<p>Jetzt entschuldigt man sich für die notwendige Behandlung im Krankenhaus. Und Vorstandsmitglied Homburg hat also persönlich schon vor der Hitzeperiode sichergestellt, dass mehr Getränke vorrätig sind. Abgesehen davon, dass das nicht glaubwürdig ist, bedeutet es auch, dass er von den unzuverlässigen Klimaanlagen wusste und diese tatenlos in Kauf nahm.</p>
<p>Wie schrieb der <a href="http://railomotive.com/2010/02/die-bahnindustrie-wehrt-sich-gegen-ramsauer/">Verband der Bahnindustrie im Februar</a>: <em>Der Verband erklärt, dass die <strong>Wartung und Instandhaltung von Zügen ebenso wie eine ausreichende Betriebs-Reserve </strong>sehr wichtig für Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit seien. Das gelte umso mehr bei extremen Witterungsbedingungen. Kälte, <strong>Hitze</strong>, Nässe, Eis und Schnee erfordern deutlich höhere Anstrengungen bei der Wartung. Das betrifft alle Verkehrsträger, nicht nur die Bahn.</em></p>
<p>Nicht nur Homburgs Stelle ist fehlbesetzt. Auch die Pressestelle. <strong>Unprofessionell und</strong> <strong>Dilettantismus pur.</strong> Aber auch das ist nichts Neues in der DB-Kommunikation.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kleine Presseschau: Russland und der ICx</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/07/kleine-presseschau-russland-und-der-icx/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 17:28:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interviews mit Rüdiger Grube, Volker Kefer und Wladimir Jakunin über Eisenbahn-Themen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird viel interviewt in diesen Tagen, doch nur selten kommen mehr als ein paar einstudierte Manager-Sprechblasen dabei heraus. Die Kollegen der <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article8270412/Grube-will-mit-dem-ICE-bis-ans-Mittelmeer.html">WELT</a> haben sich alle Mühe gegeben, dem DB-Vorstandsvorsitzenden Konkretes zu entlocken. Der verheddert sich, wenn es um die Auflösung der gewerkschaftlichten Tarifeinheit geht, in Floskeln &#8220;Wer will schon in einem Land investieren, in dem Unternehmen durch Dauertarifverhandlungen und Streiks gelähmt sind.&#8221; Er meint Deutschland, scheint aber auf einem anderen Planeten zu leben. Die bis zu 20 % niedrigeren Tariflöhne bei DB-Töchtern als bei den meist schlechter als die DB bezahlenden Privatbahnen sind für ihn &#8220;schlichtweg Notwehr&#8221;.</p>
<p>Dass DB Netz Mitbewerber diskriminiert und zum Beispiel für Bahnstrom mehr verlangt als von DB-Töchtern, bestreitet Grube, obwohl diese Vorwürfe belegt sind. Warum hat dann die Bundesnetzagentur einen Zugang zu den Betriebszentralen vorgeschrieben? Siehe auch <a href="http://railomotive.com/2010/02/db-netz-muss-betriebszentralen-offnen/">hier</a>. Vollmundig verkündet er: &#8220;So lange ich Bahnchef bin, wird es einen diskriminierungsfreien Zugang für alle geben, die in Deutschland Schienenverkehre anbieten.&#8221; Man sollte ihn daran messen.</p>
<div id="attachment_4488" class="wp-caption alignnone" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P1000227.jpg"><img class="size-full wp-image-4488" title="P1000227" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P1000227.jpg" alt="" width="420" height="285" /></a><p class="wp-caption-text">Letzten Freitag in Düsseldorf Hbf: ICE 25 Minuten später, zweiter ICE &quot;Ansage beachten&quot;, ICE nach Wien fällt aus (Foto: FW)</p></div>
<p>Während in den letzten Wochen wieder häufiger ICE ausfallen, nach meiner Erfahrung Ersatzzüge bei größeren Netzstörungen erst gar nicht gestellt werden oder ICE und IC mit abenteuerlichen Verspätungen unterwegs sind, träumt und plant Grube eine ICE-Verbindung nach Südfrankreich (und nach London sowieso). Der Mann weiß Prioritäten zu setzen. Immerhin: Die ICE2 werden modernisiert und &#8220;die IC-Flotte&#8221; vom Rost befreit. Und das Bahnhofspersonal bekommt Headsets! Das freut den deutschen DB-Kunden natürlich.</p>
<p>Ein bisschen besser informiert ist DB-Technikvorstand Volker Kefer, der in der <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0703/wirtschaft/0021/index.html">Berliner Zeitung</a> noch Zurückhaltung verbreitete, was den ICx betrifft, den Grube in einem anderen Interview ja bereits zur Lieferung 2014 ankündigte, obwohl er noch gar nicht bestellt ist. Die Verhandlungen der DB mit einem Konsortium aus  Siemens und Bombardier als &#8220;bevorzugten Bietern&#8221; seien jedoch ins Stocken geraten. <em>&#8220;Wir sind noch nicht bei dem Preis  angelangt, zu dem sich das Projekt auch rentiert&#8221;, so Kefer. Ein  endgültiger Beschluss werde vermutlich im Spätsommer getroffen.</em></p>
<p>Was soll sich an einem Projekt wie diesem rentieren? Wird wieder einmal die Bahnindustrie ausgepresst, um nicht &#8220;dauerfeste&#8221; Züge zu bestellen, die nach zehn Jahren wegen der preislichen Kompromisse Probleme machen?</p>
<p>Rätselhaft klingt die Aussage: <em>Die ICx-Flotte soll einen modularen Aufbau erhalten. &#8220;So können wir die  Züge je nach Erfordernis flexibel zusammensetzen&#8221;, erklärte Kefer. </em>Das würde eine Abkehr von den fest gekuppelten Triebzügen bedeuten, bei denen nicht einfach mal ein Wagen zusätzlich oder weniger möglich ist. Allerdings hatte Grube erst vor ein paar Tagen erklärt, dass die alten IC-Wagen modernisiert weiterfahren sollen. Diese Züge sind flexibel. Man müsste dann aber auch mal eine Rangierlok und an Eisenbahnknotenpunkten Rerservewagen zur Verfügung haben&#8230;</p>
<p>Durchdachte Pläne klingen jedenfalls anders.</p>
<div id="attachment_4483" class="wp-caption alignnone" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PB090023.jpg"><img class="size-full wp-image-4483 " title="PB090023" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PB090023.jpg" alt="" width="420" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Grube und Jakunin auf der #rail 2009 (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Dass es auch anders geht, zeigt das <a href="http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/eurasische-bahn-landbruecke-ist-unser-langfristiges-ziel-433950/">Wirtschaftswoche-Interview</a> von Reinhold Böhmer, der mir vor 20 Jahren den Magazinjournalismus näherbrachte, mit Wladimir Jakunin, dem Chef der Russischen Eisenbahnen RZD. Der kennt, weil er kein austauschbarer Manager ohne Bezug zur Eisenbahn ist, jede Menge Fakten und hat klare Pläne für den Ost-West-Güterverkehr.</p>
<p>Auf der #rail2009 waren die Ziele und Vorstellungen der RZD schon definiert:</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PB090009.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4485" title="PB090009" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PB090009.jpg" alt="" width="576" height="640" /></a></p>
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