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	<title>Railomotive &#187; Unterwegs – Erfahrungen</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
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		<title>Erstklassig fahren mit 54 Grad Innentemperatur</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/07/erstklassig-fahren-mit-54-grad-innentemperatur/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 19:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn mutet Reisenden auch in der ersten Klasse Temperaturen über 50 Grad zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Entgegen den Lippenbekenntnissen von Bahnchef Grube fahren ICE weiter mit defekten Klimaanlagen. Gestern erwischte es eine Bekannte auf dem Weg von München nach Oldenburg. Sie ist fast täglich unterwegs und besitzt eine Bahncard 100 1. Klasse, Kostenpunkt 6400 Euro.</p>
<p>Der ICE 732, ein Zug des Typs <strong><span style="color: #ff0000;">ICE 1</span></strong>, verließ München Hbf um 18.20 Uhr. Die erste Klasse war da noch gut klimatisiert. Doch bis Nürnberg hatte sich alle Wagen bereits in Brutkästen verwandelt. „Es wurde immer heißer, die Luft wurde nur noch bewegt“, klagt die Dame. Und weil sie schlau ist, hatte sie ein Thermometer mit. Das zeigte in der Nähe von Würzburg<strong> <span style="color: #ff0000;">54° C</span></strong> an, bei einer Außentemperatur von 34 °C.</p>
<p>Im Bordrestaurant waren schon in Nürnberg keine Getränke mehr verfügbar. „Ein Witz“, findet sie, „dass nur Minifläschchen von 0,2 und 0,3 Liter mitgeführt werden, die man fast mit einem Schluck leer hat.“ Was bis dahin angeboten wurde, war warm.  Kostenlose Getränke gab es nicht, auch nicht in der 1. Klasse.</p>
<p>Hatte nicht Personenverkehrsvorstand <strong><span style="color: #ff0000;">Homburg</span></strong> vor einigen Tagen vollmundig <a href="http://railomotive.com/2010/07/katastrophen-pr/">versprochen</a>, dass die <strong><span style="color: #ff0000;">Getränkevorräte aufgestockt</span></strong> seien?<strong></strong></p>
<p>Im ersten Wagen 1. Klasse waren auch die Toiletten defekt, worauf mit einem rasch beschrifteten Papierhandtuch an der Tür hingewiesen wurde.</p>
<p>Die Displays, in denen die Wagennummern und Bahnhöfe angezeigt werden, waren etwa ab Fulda  abgeschaltet. „Vielleicht wollte man ja verhindern, dass man sich die Wagennummern aufschreibt“, vermutet die Reisende. Oder sie haben vor der Hitze kapituliert.</p>
<p>Sie hat die Reise überstanden, weil es in der Nacht kühler wurde und auf den Bahnhöfen kühlere Luft in die Wagen strömte. „Eine Dusche und mein Bett, das war alles, was ich noch wollte“, sagt sie über die Ankunft nach Mitternacht an der Küste.</p>
<p>Ein Verwandter arbeitet beim DRK in Göttingen. Am Bahnhof dort häufen sich auffallend die Hitzeopfer, hat er berichtet.</p>
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		<title>70 Grad! Frontal 21 berichtet über massive Bahnprobleme</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/07/70-grad-frontal-21-berichtet-uber-massive-bahnprobleme/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 12:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn hat weit mehr Probleme mit Lokomotiven, Zügen und Strecken, als sie zugibt. Das fand das ZDF-Magazin Frontal 21 heraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4872" class="wp-caption alignnone" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P2225155-Arbeitskopie-2.jpg"><img class="size-full wp-image-4872" title="P2225155 - Arbeitskopie 2" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P2225155-Arbeitskopie-2.jpg" alt="" width="420" height="364" /></a><p class="wp-caption-text">Außerplanmäßiger, gut einstündiger Halt wegen Störung am Luftfederungssystem eines ICE 2, Febr. 2010</p></div>
<p>Während die meisten Medien nach einem kurzen Sturm das Thema Bahn vorerst abgehakt zu haben scheinen, legt das ZDF heute in <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,8091059,00.html?dr=1">Frontal 21</a> nach, denn bei der Deutschen Bahn treten deutlich mehr technische Pannen auf als  bisher bekannt. Das zeigen interne Dokumente, die Frontal21 vorliegen. So kam es allein am 10. Juli 2010, also an dem Tag,  an dem mehrere ICE- Klimaanlagen ausfielen, insgesamt zu 293 Störfällen  bei Zügen. Dazu zählen Bremsstörungen, Triebzugschäden, Störungen an  Funkeinrichtungen und Zwangsbremsungen mit unbekannter Ursache. 485 Züge  seien insgesamt über 100 Stunden verspätet gewesen. Wartungsmängel, bereits beim Winterdebakel sauber herausgearbeitet und im Schwarzbuch DB dokumentiert, seien dafür verantwortlich.</p>
<p>Ich habe in den letzten Monaten etliche Screenshots eingestellt, die die häufigen Mängel dokumentieren: Zum Beispiel die<a href="http://railomotive.com/2009/09/momentaufnahme-bei-twitter-die-deutsche-verspatungsbahn/"> Deutsche Verspätungsbahn</a> (Sept. 2009), von wegen <a href="http://railomotive.com/2010/01/von-wegen-keine-verspatung/">keine Verspätung</a> und <a href="http://railomotive.com/2010/01/auf-hochgeschwindigkeitsstrecken-langsamer/">auf Hochgeschwinigkeitsstrecken langsamer</a> (Jan. 2010), <a href="http://railomotive.com/2010/02/tgv-fahren-frankfurt-paris/">ausgefallene Mehrsystem-ICE</a> und <a href="http://railomotive.com/2010/02/ice-verspaetung-durch-pinkelpausen/">Verspätung durch Pinkelpausen</a> (Febr. 2010), <a href="http://railomotive.com/2010/04/sechs-mal-so-viel-ausgefallene-ice-zuge-wie-vor-zwei-jahren/">sechsmal so viele ausgefallene ICE-Züge</a> (April 2010), nur <a href="http://railomotive.com/2010/07/hannover-drei-fernzuege-der-deutschen-bahn-sind-puenktlich/">drei Fernverkehrszüge pünktlich</a> (Juli 2010).</p>
<p>Dass das sogar Toilettentüren in Doppelstöckern betreffen kann, zeigen <a href="http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/aktuell/kurios/2010/07/19/bahn-mitarbeiter-befreit-fahrgaeste/mit-brecheisen-aus-regio-zug-toilette.html">Fotos eines BILD-Leserreporters</a>. Hier hatten sich zwei Partygänger zum (verbotenen) Rauchen ins WC eingeschlossen und mussten mühsam durch Einschlagen der Scheibe befreit werden. Da diese mehrschichtig sind und Folien eingearbeitet haben, ist das genau so schwer wie im ICE, wo es nur einzelne, mit rotem Punkt gekennzeichnete Scheiben gibt, die einschlagbar sind. Diese wurden erst nach dem grausigen ICE-Unfall in Eschede eingebaut, nachdem die Helfer damals ebenfalls die Erfahrung gemacht haben, dass ICE-Scheiben nur sehr schwierig einzuschlagen sind.</p>
<p>Auch der überhitzte ICE spielt im Beitrag eine Rolle. Interne Protokolle der Bahn hätten gezeigt, dass es <span style="color: #ff0000;">im ICE über 70° C</span> gehabt hat und nicht 40 bis 50° C, wie die Medien brav voneinander abgeschrieben haben, obwohl die Betroffenen von 60° C gesprochen haben.</p>
<p>Hoffentlich wissen die ZDF-Autoren auch, dass die Leute wegen fehlender Luftzufuhr außerdem fast erstickt sind und deshalb der Fall weit brisanter ist, als die meisten Medien glauben und berichtet haben. Die Deutsche Bahn hat aus meiner Sicht mit dem Leben der Fahrgäste gespielt.</p>
<p><strong>Nachtrag 18 Uhr:</strong> <em>Die Deutsche Bahn weist die Behauptung der ZDF-Sendung „Frontal 21“ vom heutigen Dienstag als in keiner Weise nachvollziehbar zurück. Danach hätten Fahrgäste im Innenraum des ICE 846 am 9.7.2010 Temperaturen von bis 70 Grad Celsius ertragen müssen.<br />
Der DB liegen keinerlei Anhaltspunkte für diese Behauptung vor. Eine interne Störfall-Analyse hatte bis zu 61 Grad Celsius im sogenannten Energieversorgungsblock der Klimaanlage festgestellt. Dieses Aggregat befindet sich jedoch außerhalb des Fahrgast-Innenraums an der Unterseite des Zuges.</em></p>
<p>Das sind die ersten konkreten Angaben der DB zu dem Vorfall. Schlimm genug, dass die Angst vor der Sendung die DB nun dazu bringt, in bewährter Weise, nämlich scheibchenweise, mit Fakten an die Öffentlichkeit geht. Sicher weiß die DB auch, wie heiß es wirklich im Zug war.</p>
<p>Die Basler Zeitung berichtet unter der süffisanten Überschrift: <a href="http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Leicht-geduenstet-im-ICE/story/18582879">Leicht gedünstet im ICE</a>. Schöner könnt ich&#8217;s auch nicht sagen.</p>
<p><strong>Nachtrag 23.7.2010:</strong> Weil die &#8220;über 70 Grad&#8221; für viele Zuschauer unwahrscheinlich wirkten, veröffentlichte das ZDF das <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7017011,00.pdf">Originaldokument der DB</a>.</p>
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		<title>Die Deutsche Bahn setzt PR-Katastrophe fort</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Vorstände der Deutschen Bahn trampeln von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen und lassen jegliches Gespür für Kommunikation mit Kunden und Medien vermissen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als einer, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von allen Seiten des Schreibtischs kennt, bin ich inzwischen fassungslos über die unbeschreibliche Inkompetenz der Führung der Deutschen Bahn, von Vorstandschef Grube über Vorstand Homburg bis zum Kommunikationschef, der entweder nichts zu sagen hat oder auf beratungsresistente, geradezu vernagelte Vorstände trifft. Denn mit jeder Aussage demonstrieren die Führungskräfte Kaltschnäuzigkeit, fehlende Empathie und einen eklatanten Mangel an Wissen, wie Kommunikation funktioniert und wirkt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein anderes Unternehmen in einer Krise derart amateurhaft und arrogant reagiert hat. Im Bahnturm herrscht in den entscheidenden Ebenen offensichtlich eine kommunikative Inkompetenz, die in der Nachkriegsgeschichte beispiellos ist. Vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan-Skandal">Contergan</a>-Hersteller Grünenthal vielleicht einmal abgesehen.</p>
<p>Mit jedem Interview, jeder Talkshow hüpfen die Bahn-Manager von Fettnapf zu Fettnapf. Und zwar so, dass es spritzt. Zuerst gibt Personenverkehrsvorstand Homburg den Unterkühlten und Unbeteiligten bei <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,706813,00.html">Illner</a>, dann sagt Grube im Deutschlandfunk-Interview sinngemäss, dass man doch immerhin einen Großteil der Züge ohne Probleme ans Ziel bekomme. Obwohl er in diesem Interview nur Ungenaues zu den Pflichten des Zugpersonals sagt und in einem <a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8503588/Sauna-Zuege-Politik-erhoeht-den-Druck-auf-die-Bahn.html">internen Brief</a> an die Mitarbeiter ihnen seine &#8220;vollste Anerkennung und  Unterstützung&#8221; ausspricht und großkotzig tönt &#8220;Bei all den unbestreitbaren Schwierigkeiten<span style="color: #ff0000;"> werde  ich es nicht zulassen, dass die Bahn als unsicheres Verkehrsmittel in  Misskredit gebracht wird</span>&#8220;, verprügelt er nun in <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707026,00.html">Spiegel online</a> das Zugpersonal: &#8220;Es gibt klare Richtlinien, wie das Zugpersonal in solchen Fällen  reagieren muss. Den Wagen schnellstmöglich zum Stillstand bringen und  versuchen, die Klimaanlage wieder in Gang zu kriegen. Fällt sie total  aus, nicht weiterfahren, sondern einen Ersatzzug organisieren.&#8221; Das habe einige Male nicht geklappt. Aha!</p>
<p>Weiß Grube eigentlich, wovon er redet? Wie bringt man einen einzelnen Wagen im Zug zum Stillstand? Hat der schon mal in einem Zug gesessen, weiß der eigentlich, wie ein Triebzug aufgebaut ist? Wo bitte hat die DB Ersatzzüge? Weiß Grube, dass er für die aktuelle Sommer- und die vergangene Winterkatastrophe die Verantwortung trägt?</p>
<p>Mit seiner Kaltschnäuzigkeit hat Grube dem Staatsunternehmen Deutsche Bahn einen milliardenschweren Imageschaden beschert und sich konsequent viele Gründe für einen Rauswurf wegen kommunikativer Inkompetenz und offensichtlicher Führungsschwäche erarbeitet. Ich fürchte nur, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer nicht Manns genug ist, den überforderten Grube zu entlassen und durch einen gelernten Eisenbahner zu ersetzen. Er würde damit ein Zeichen setzen.</p>
<p>Inzwischen häufen sich die Berichte über Horrorfahrten mit der Bahn. So, wie sie jeder schon einmal erlebt hat. Etwa <a href="http://www.traum-frei.de/?p=77">hier</a>. Wobei zumindest tröstlich ist, dass im Bordbistro wohl ab 40° C nicht mehr gearbeitet werden darf, was doch auf eine gewisse Fürsorge der Bahn schließen lässt. Leider kenne ich die Höchsttemperaturen nicht, ab denen die Zugbegleiter ihr Sakko und ihre Weste ausziehen und die Arbeit einstellen dürfen. Möglicherweise wird ihnen auch Treue bis in den Tod abverlangt, weil Räder rollen müssen bis zum Sieg. Und den hat sich Grube ja vorgenommen. <strong><span style="color: #ff0000;">Grube lässt sich die Bahn nicht in Misskredit bringen, er macht es lieber selbst.</span></strong></p>
<p>Da auch die über 30 Jahre alten IC-Wagen viele Probleme machen, greifen kundenfreundliche Eisenbahner alten Schlages zur Selbsthilfe, wie die BILD <a href="http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/aktuell/nachrichten/2010/07/16/schaffner-befestigt-defekte-trittleiter/mit-eigener-bahn-krawatte.html##">berichtet</a>: Mit einer DB-Krawatte und Kabel band er eine defekte Klapptrittstufe hoch, damit der Zug fahren konnte.</p>
<p>Das <span style="color: #0000ff;">Überlebensset</span> für Bahnfahrer sollte nicht nur aus <span style="color: #0000ff;">Wasser, Hammer, Pinkelflasche, Handtuch, Sauerstoffflasche, Thermometer und Kamera zur Beweissicherung, Vierkantschlüssel und Smartphone </span>bestehen. Man sollte auch <span style="color: #0000ff;">e</span><span style="color: #0000ff;">ine Rolle glasfaserverstärktes Klebeband und Draht</span> dabei haben, um dem Zugpersonal bei den täglich anfallen Reparaturen hilfreich zur Seite zu stehen. So werden die Verspätungen nicht ganz so groß.</p>
<p>PS: Soeben erreichte mich folgende DB-Pressemitteilung, die nicht weiter kommentiert werden muss:</p>
<p><em>Zu Meldungen über eine angebliche Distanzierung von DB-Chef Rüdiger Grube gegenüber Mitarbeitern verweist die DB auf die folgende Originalpassage im neuen Spiegel-Interview</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>(Berlin, 17. Juli 2010)  Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG: „Es gibt klare Richtlinien, wie das Zugpersonal in solchen Fällen reagieren muss. Nämlich bei einem Komplettausfall der Klimaanlage die Reisenden so schnell wie möglich aus diesen Zügen herausbringen. Aber es gibt nichts zu beschönigen: Es sind anscheinend Fehler gemacht worden. Die Staatsanwaltschaft und auch wir untersuchen diese Fälle derzeit ganz genau. Und die Wahrheit muss auf den Tisch. Aber eins sei auch klipp und klar gesagt: Gegen Vorverurteilungen verwahre ich mich ebenso wie gegen eine pauschale Verunglimpfung unseres Zugpersonals. Die machen einen sehr guten Job und genießen meine volle Unterstützung.</em></p>
<h2><strong>Die Deutsche Bahn ist eine Lachnummer mit angeschlossenem Dauer-Versuchsbetrieb.</strong></h2>
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		<title>Die Deutsche Bahn bräuchte Manager mit Anstand</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 10:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Umgang der Deutschen Bahn mit ihren zum Teil verzweifelten Fahrgästen (und der Presse) zeigt nur allzu deutlich, dass der Vorstand nicht nur organisatorisch, sondern auch intellektuell überfordert ist. Die Abwälzung der Verantwortung auf das Zugpersonal, das wiederum von den sieben Betriebsleitzentralen abhängig ist, ist perfide, rücksichtslos und in den möglichen Folgen &#8211; Hitzetote &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Umgang der Deutschen Bahn mit ihren zum Teil verzweifelten Fahrgästen (und der Presse) zeigt nur allzu deutlich, dass der Vorstand nicht nur organisatorisch, sondern auch intellektuell überfordert ist. Die Abwälzung der Verantwortung auf das Zugpersonal, das wiederum von den sieben Betriebsleitzentralen abhängig ist, ist perfide, rücksichtslos und in den möglichen Folgen &#8211; Hitzetote &#8211; fahrlässig und kriminell. In anderen Ländern wäre der Bahnvorstand samt dem Verkehrsminister bereits zurückgetreten. <strong>Unseren Managern und Berufspolitikern fehlt inzwischen jene menschliche Eigenschaft, die man Anstand nennt.</strong></p>
<p><strong>Anstand zeigen vielmehr die Fahrgäste, die nicht die Scheiben einschlagen.</strong> Die nicht die Polizei rufen und die nicht ihr Geld zurückfordern. Die versuchen, für die überforderten, überlasteten Zugbegleiter Verständnis zu haben und wie die Lämmer ertragen, dass die Deutsche Bahn seit Jahren nicht in der Lage ist, ein funktionierendes Bahnsystem zu garantieren, wie es in anderen Ländern annähernd selbstverständlich ist.</p>
<p>Es liegt nicht am System Eisenbahn oder an Siemens, dass die Deutsche Bahn und ihre Züge so sind, wie sie sind. Es ist der Privatisierungswahn einer von neoliberalen Strömungen geleiteten und von einem lammfrommen, in der Summe wenig leistungsfähigen Parlament nicht kontrollierten Bundesregierung, der diese nun schon seit mindestens zehn Jahren anhaltene Fehlentwicklung möglich gemacht hat. Wir sind die Dummen.</p>
<p>Ein Eisenbahnverkehrssystem gehört zur Daseinsvorsorge eines hochentwickelten Staats. Es wird niemals Gewinne abwerfen, und das muss es auch nicht. Wenn die Politik sich dann Manager aus der Autoindustrie und der Luftfahrt holt, um eine Privatisierung um jeden Preis vorzubereiten, handelt sie nicht nur dumm sondern auch unverantwortlich.</p>
<p>Dürr und Mehdorn haben aus einem gut funktionierenden System Bahn versucht, eine Art Luftverkehr mit angeschlossenem Regionalschienenverkehr zu machen. Wie ein System Eisenbahn funktioniert, haben sie nie verstanden. Es hat sie auch nicht interessiert. Und deshalb gibt es keine Rückfallebenen, keine Reserven, keine vorbeugende Wartung und zu wenig Züge. Ohne technisches Verständnis kann man aber kein Eisenbahnsystem betreiben. Die Lufthansa leistet sich dagegen Manager, die das System Luftfahrt von A bis Z verstanden haben. Eisenbahn ist aber kein Transportsystem für Arme, sondern eine lebenswichtige Infrastruktur für einen Industriestaat. Dafür brauchen wir keine Manager dritter Klasse (ein Bahnbegriff). Die Bahn braucht helle Köpfe mit Eisenbahnerfahrung und erstklassige Vorstände und hervorragende Manager in den Führungsebenen. Keine gegelten BWL-Fuzzis, sondern gestandene Leute mit Biss und Erfahrung. Keine Karrieristen ohne Loyalität, sondern <strong>Eisenbahner, die die Kosten im Blick haben, aber es als ihre Hauptaufgabe und Pflicht ansehen, für einen reibungslosen Betrieb sorgen</strong>.</p>
<p>Die Kostenrechner im Auftrag des Vorstands, die weniger von der Eisenbahn verstehen wie ein einfacher Modelleisenbahner, haben das Unternehmen kaputtgespart. Weil man alle Bilanzierungstricks nutzen will und sich plötzlich als Weltkonzern sieht, hat man die Bahn-Holding in Dutzende GmbHs zerlegt. Was zur Folge hat, dass Zuständigkeiten aufgesplittert sind und an den Schaltstellen Amateure vor Excel-Tabellen sitzen, die Weichen, Ausweichgleise und Fahrzeuge als Kostenstelle betrachten, nicht aber als Produktionsmittel. Fahrgäste kennen sie nur als Einnahmeseite. Entscheidungen dauern oder werden gar nicht erst getroffen. Die zusammenhaltende DB-Familie der Mitarbeiter gibt es nicht mehr, der Stolz auf  &#8220;die Bahn&#8221; ist verflogen. Die Mitarbeiter kämpfen allein mit den Widrigkeiten ihrer Scheiß-Firma und freuen sich auf den Feierabend. Sie mussten sich arrangieren. Und nur noch wenigen Macht die Arbeit Spaß. Ich kenne viele Eisenbahner.</p>
<p>Grube hat dieses vermurkste System übernommen, stromlinienförmig weitergeführt und sich lieber im Ausland nach &#8220;Wachstumschancen&#8221; umgeschaut. Das Kerngeschäft in Deutschland und seine Wachstumschancen hat er vernachlässigt, was seinem eigentlichen Chef, dem Bundesverkehrsminister, aber nicht aufgefallen ist.</p>
<p>Nach den Beinahe-Todesfällen und den seit Jahren anhaltenden Problemen in den ICE und den Lügen der Pressestelle hätte Grube eigentlich seinen Hut nehmen müssen. Ein integrer Manager mit Anstand, Menschlichkeit und Charakter hätte das getan.</p>
<p><strong>Die Deutsche Bahn Mobility Logistics AG ist ein miserabel geführtes Unternehmen und eine Lachnummer.</strong> Sie schadet dem Image Deutschlands, der deutschen Industrie und der Bevölkerung. Daran, fürchte ich, wird sich mit dem Personal in Berlin nichts ändern, wenn wir uns nicht endlich zu wehren beginnen.</p>
<p>Schreiben Sie an Ihre Abgeordneten, an den Bundesverkehrsminister und bestehen Sie auf der Erstattung von Fahrpreisen bei größeren Verspätungen &#8211; per Brief auf Kulanz und nicht mit den Erstattungsformularen. Erstatten Sie Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung. Bringen Sie Bahn, Politik und Justiz in Bedrängnis. Schreiben Sie auf, welche Züge und Wagen mit nicht funktionierender Klimaanlage auf die Reise geschickt wurden. Geben Sie diese Daten an die Presse weiter, twittern und bloggen Sie gegebenenfalls.</p>
<h1 style="text-align: center;"><span style="color: #ff0000;"><strong>Es ist unsere Bahn.</strong></span></h1>
<p style="text-align: left;">Sie wurde von unsern Steuergeldern und denen unserer Vorfahren finanziert. Sie gehört nicht Ramsauer und Grube. Und wir lassen sie nicht weiter von unfähigen Bürokraten und Managern zerstören!</p>
<p><em>Bitte lesen Sie auch diesen hervorragenden <a href="http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~EE7E2E111BBB94FCC8CC3C646345E7FAD~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Kommentar </a>von Edo Reents in der FAZ.</em></p>
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		<title>Die Bahn muss die Probleme längst gekannt haben</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 13:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich nach einem Bericht konkret und kritisch über das Verhalten der DB und des Zugpersonals. Das &#8220;verkrieche&#8221; sich, um mit Leitstellen zu telefonieren und Informationen für die Reisenden zu erhalten. Ohne die Erlaubnis einer Leitstelle würde ein Zug nicht angehalten, weil niemand mehr eigenverantwortlich handeln wolle.
Das System Mehdorn/Grube, von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich nach einem <a href="http://www.themenportal.de/verkehr/ice-klimaanlagen-problem-hat-sich-seit-tagen-angedeutet-bahnpersonal-vor-ort-und-im-zug-ueberfordert-und-allein-gelassen-23291">Bericht</a> konkret und kritisch über das Verhalten der DB und des Zugpersonals. Das &#8220;verkrieche&#8221; sich, um mit Leitstellen zu telefonieren und Informationen für die Reisenden zu erhalten. Ohne die Erlaubnis einer Leitstelle würde ein Zug nicht angehalten, weil niemand mehr eigenverantwortlich handeln wolle.</p>
<p>Das System Mehdorn/Grube, von der Bundesregierung eingefädelt, trägt faule Früchte.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Auszug aus einem weiteren Augenzeugenbericht aus ICE 846</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 00:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[ICE]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaanlage]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinische Post]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn hat nicht dafür gesorgt, dass in Bielefeld bei Ankunft des Zuges Sanitäter anwesend waren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.rp-online.de/niederrheinsued/willich/nachrichten/willich/Im-Zug-kollabiert_aid_880581.html">Rheinische Post </a>hat mit der kollabierten Schulklasse gesprochen. Der folgende Absatz spricht für sich selbst:</p>
<p><em>Nach 50 Minuten Fahrt hält der Zug. Am Bielefelder Hauptbahnhof wird der ICE evakuiert. &#8220;Die Bahn lügt, wenn sie sagt, da seien direkt Rettungskräfte vor Ort gewesen&#8221;, empört sich Lehrerin Dagmar Reichenberg-Arnoldy, &#8220;Wir haben selber erste Hilfe geleistet. Zum Glück war ein Arzt an Bord.&#8221; &#8220;Ich bin Sanitäterin und habe versucht, andere zu beruhigen. Aber dann bin ich selbst zusammengebrochen&#8221;, sagt Schülerin Michaela Brux.</em></p>
<p><a href="http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/50-grad-in-ice-schueler-in-klinik-1.81637">Hier</a> ein weiterer Bericht der Rheinischen Post.</p>
<p>Ein anderer, zudem verspäteter Zug mit Hitze-Problemen war nach Informationen der <a href="http://www.neue-oz.de/preexport_startseite/20100711-__ber_50_Grad_Hitze_im_ICE__Klimaanlage_auch_im_Zug_nach_Osnabr__ck__defekt.html">Osnabrücker Zeitung</a> am Samstag von Hamburg in Richtung Osnabrück unterwegs. <em>Hier durften Reisende in die 1. Klasse wechseln, zudem gab es Getränke. Der 12.36-Uhr-IC von Berlin via Osnabrück nach Amsterdam blieb in Stendal mit Lokschaden liegen; als ein Ersatzzug kam, war dieser ebenfalls nicht klimatisiert. Fahrgäste weigerten sich daraufhin, in den Zug einzusteigen.</em></p>
<p>Ein Leserbrief aus dem Tagesspiegel:</p>
<p><em>Nicht, dass in dem IC um 14:26 von Berlin aus während der Fahrt ebenfalls die Klimaanlage ausfiel, sondern das auf er Strecke zwischen Berlin und Hannover auch noch drei Weichenstellprobleme auftauchten! Die Klimaanlage also aus, die Fenster zwar auf, aber dennoch steht der Zug immer wieder minutenlang in der Pampa und wird wie ein Hochofen aufgeheizt. Wassernachschub kam sporalisch und nicht vollständig. Letztendlich, als das Wasser anscheinend ausgegangen ist gabs kleine süße Tetrapaks mit Orangensaft &#8211; wie durstlöschend!<span style="color: #ff0000;"> Das Personal wollte aufgrund menschenunwürdiger Verhältnisse den Zug in Wolfsburg stoppen. &#8220;Selbst einen Hund lässt man bei diesem Wetter nicht im Kofferraum&#8221;, ertönte es aus den Zuglautsprechern.</span><br />
Die Fahrgäste wurden gefragt, ob sie weiterfahren möchten oder in Wolfsburg ein Austausch stattfinden sollte, aber wohin dann mit den Gästen eines vollständig gefüllten ICs? In den Nächsten, der ebenfalls voll ist? Eine Alternative wurde uns Samstag Nachmittag nämlich nicht angeboten, weswegen ausnahmslos alle Fahrgäste sich für eine Weiterfahrt des Zuges entschieden, um überhaupt noch ans Ziel zu kommen.</em></p>
<p>In den Kommentaren der <a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8423300/Bahn-bietet-nach-Hitze-Drama-mehr-Getraenke-an.html">Welt</a> wird über weitere ausgefallene Klimaanlagen berichtet.</p>
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		<title>Hannover gegen 19 Uhr: drei Züge im Fernverkehr sind pünktlich</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/07/hannover-drei-fernzuege-der-deutschen-bahn-sind-puenktlich/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 16:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[verspaetungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast der gesamte Fernverkehr der Deutschen Bahn ist am 11. Juli 2010 in Hannover unpünktlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den Chaostagen im Winter wiederholen sich Zugausfälle und Verspätungen nun auch im Sommer. Eine Momentaufnahme aus Hannover:</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/Hannover-11072010-1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4611" title="Hannover 11072010-1" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/Hannover-11072010-1.jpg" alt="" width="640" height="591" /></a></p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/Hannover-11072010-21.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4613" title="Hannover 11072010-2" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/Hannover-11072010-21.jpg" alt="" width="640" height="608" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hitzeschock im ICE und eine peinliche Entschuldigung</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/07/hitzeschock-im-ice/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 10:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bahnindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Hitzeschock]]></category>
		<category><![CDATA[ICE]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaanlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bahn fährt ICE bei großer Hitze auch mit defekter Klimaanlage, weil Ersatzzüge fehlen ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4579" class="wp-caption alignnone" style="width: 586px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PE240960.JPG.jpg"><img class="size-full wp-image-4579 " title="PE240960.JPG" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/PE240960.JPG.jpg" alt="" width="576" height="460" /></a><p class="wp-caption-text">DB Fernverkehr ist stolz auf die gut gepflegten ICE 2 (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Moderne Züge sind für hohe Geschwindigkeiten gebaut und müssen deshalb druckdicht sein. Denn beim Einfahren in Tunnel und bei Zugbegegnungen entstehen starke Luftdrücke. Deshalb gibt es auch keine Fenster mehr zum Öffnen und eine Klimaanlage.</p>
<p>Fällt die einmal aus, heizt sich der Wagen bei den gegenwärtigen Temperaturen binnen Minuten auf. Es entsteht ein feuchtheißes Klima und eine Hitze fast wie in der Sauna. Das hält man nur wenige Minuten aus.</p>
<p>Wenn die Klimaanlage im ICE ausfällt, dürfte so ein Zug nicht mehr weiterfahren. Tut er es doch, kann es zu so dramatischen Szenen kommen wie am Samstagabend zwischen Hannover und Köln, als 27 Schüler kollabierten und eine verzweifelte Mutter in voller Fahrt versuchte, mit dem Nothammer die Scheibe einzuschlagen, um ihr um Luft ringendes Kind zu retten, wie das Westfalen-Blatt <a href="http://www.westfalenblatt.de/start.php?id=39787&amp;artikel=reg&amp;PHPSESSID=ab03b775a2ed99017183c97d95550ac3">berichtet</a>. 44 Menschen mussten ärztlich behandelt werden. Die Bundespolizei <a href="http://de.news.yahoo.com/17/20100711/tbs-44-bahnreisende-wegen-kaputter-ice-k-a704da0.html">vermutet</a>, dass der Zug schon in Berlin mit defekter Klimaanlage losfuhr. Wundern würde es mich nicht. Auf der Strecke Berlin &#8211; Düsseldorf/Köln fielen am Samstag laut <a href="http://de.news.yahoo.com/2/20100711/twl-bahn-evakuiert-wegen-klimaanlagen-au-4bdc673.html">Pressemeldungen</a> insgesamt <span style="color: #ff0000;"><strong>drei</strong> ICE </span>wegen <span style="color: #ff0000;">defekter Klimaanlagen</span> aus.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Ein erschütternder Augenzeugenbericht findet sich hier in der </span></strong><a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8413614/Panik-im-ICE-Die-laengsten-30-Minuten-des-Lebens.html"><strong><span style="color: #ff0000;">Welt</span></strong></a><strong><span style="color: #ff0000;">.</span></strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Und beim <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/wetter02/sommer_2010/100711.jhtml?showAllComments=1&amp;offset=40">WDR</a> fand ich noch einen Eintrag:</span><strong><span style="color: #ff0000;"> </span></strong><em>Carsten Lueg schrieb vor 4 Stunden(n):<br />
Unsere Tochter gehörte zu den Schülern aus Remscheid die im Zug waren. Das Krisenmanagement der Bahn war nicht erkennbar, nur Feuerwehr und Lehrer haben gehandelt. Am Ende haben wir sie und zwei andere Schülerinnen aus Bielefeld abgeholt. Mal sehen ob die Bahn sich auf meine Email von heute meldet und den Ablauf erklärt.</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Vorfälle zeigen erneut, dass es der Deutschen Bahn an Sensibilität für ihre Fahrgäste mangelt.</span> Das ist noch <strong>sehr</strong> freundlich formuliert. Dem unbeholfenen Zugchef (die Klimaanlage fällt selten in allen Wagen aus und die 1. Klasse ist oft leer) sollte man die Kündigung und der Bahn eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung schicken.</p>
<p>Dass so etwas nach den zahlreichen Pannen 2003 jetzt wieder häufiger passiert, kann viele Ursachen haben. Doch entscheidender ist das logistische Problem, das die <span style="color: #ff0000;">DB Fernverkehr</span> selbst geschaffen hat: <span style="color: #ff0000;">Es gibt praktisch keine Ersatzzüge.</span> Und wenn, dann mehrere hundert Kilometer entfernt: Ein, zwei sehe ich häufig in Köln. In Frankfurt, Hamburg und München könnte es noch jeweils einen geben. Aber kein einziger ist in Hannover verfügbar, einem der wichtigsten Umsteigebahnhöfe im ICE-System. Wenn dann irgendetwas schiefgeht, werden die Reisenden in die folgenden, immer vollen Züge gestopft oder verpassen regelmäßig ihren nächtlichen Anschluss nach Hamburg.</p>
<p>Man könnte den alten Zeiten hinterhertrauern, als alle 30 bis 80 km an Bahnknotenpunkten Loks und Wagen in Reserve standen und man noch <em>Vorzüge</em> fahren konnte – Entlastungszüge, die zusätzlich vor einem gut besetzten planmäßigen Zug fuhren. Die Bundesbahn kannte die Auslastung ihrer Züge genau, und das ohne Computersysteme. Und sie wusste, dass es Verkehrsspitzen gab, die man durch mehr Züge auffangen musste. Die DB Fernverkehr kann das nicht.</p>
<p>Die moderne Vertaktung hat zwar den Charme, dass im Fernverkehr (fast) jede Stunde ein ICE oder IC fährt. Das ist zwar auf vielen Strecken zu wenig, hat aber denselben Grund wie die Weiterfahrt des Sauna-ICE: <strong><span style="color: #ff0000;">Die DB Fernverkehr hat zu wenige Züge.</span></strong> Denn &#8220;herumstehende&#8221; ICE gelten bei der DB als totes Kapital, das sie sich laut Grube angeblich nicht leisten kann. Und da offensichtlich ausschließlich <strong>Profit</strong> <strong>statt</strong> Kundennutzen (und nicht <strong>Kundennutzen</strong> <em><strong>und</strong></em> Profit) die Vorstände der DB antreibt, fährt man eben mit der denkbar knappsten Zug-Anzahl. Weil die hausinternen Kostenrechner vermutlich nichts von der Eisenbahntechnik verstehen, sind Ausfälle, längere Reparaturen oder Zusatzzüge einfach nicht vorgesehen. Oder nur in einem verschwindend geringen Maß, das mit der Eisenbahnpraxis nicht vereinbar ist. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Das haben wir schon im Winter erlebt.</p>
<p>Läppische <a href="http://railomotive.com/2010/04/der-neue-407-der-deutschen-bahn/">15 ICE-Züge</a>, jedoch nur für den Auslandsverkehr, hat die DB bestellt. Ziele wie London, Cannes und Paris klingen für deutsche Bahnvorstände eben glanzvoller als Bremen, Bielefeld oder Würzburg. Lieber pokert die DB mit der Industrie um niedrigste Preise (bei entsprechenden Qualitätsabstrichen), als endlich 100 neue ICE für einen besseren und vor allem zuverlässigen Inlandsverkehr zu bestellen. Die kämen zwar nicht teurer als der Arriva-Kauf. Aber für den Börsengang wäre das eben keine so tolle Story.</p>
<p><strong>Nachtrag: </strong>Wie der <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/wetter02/sommer_2010/100711.jhtml?rubrikenstyle=panorama">WDR</a> meldet, sei der ICE 846 überfüllt gewesen und das Zugpersonal habe in Durchsagen nach Ärzten gesucht. Die Frau, die das Fenster einschlagen wollte, sei schwanger gewesen. In einem Leserbrief im Tagesspiegel steht, es seien 56° C im Zug gewesen. Es wurde offenbar kein Wasser verteilt. Dass der Zug überhaupt auf die Strecke ging, ist ein Skandal. Immerhin gibt es noch Personal mit Zivilcourage: Laut WDR musste ein Reisender mehrfach den ICE wechseln, weil jeweils die Klimaanlagen  ausgefallen waren und das Zugpersonal es nicht verantworten wollte  loszufahren.</p>
<p>Bundesverkehrsminister Ramsauer wird wahrscheinlich wieder auf der Bahnindustrie herumhacken, anstatt die Bahnvorstände zu feuern. Die haben nämlich an erster Stelle versagt.</p>
<p><strong>Nachtrag 2</strong>: <strong>Die Bahn entschuldigt sich</strong> mit der eben erhaltenen Pressemitteilung (rote Hervorhebungen von mir):</p>
<p><em>Die Deutsche Bahn bedauert die teilweise erheblichen Unannehmlichkeiten </em><span style="color: #0000ff;">(mit dem <a href="http://www.j-heim.de/HitzeKaelte.htm#Hitzeersch%C3%B6pfung%20/%20Hitzeschock">Leben von Fahrgästen zu spielen</a> sind bloß erhebliche Unannehmlichkeiten??)</span><em> für rund 1.000 Fahrgäste durch den hitzebedingten Ausfall von drei ICE-Zügen am gestrigen Samstag. <span style="color: #ff0000;">Aufgrund der extremen Außentemperaturen und des hohen Fahrgastaufkommens</span> waren in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die <span style="color: #ff0000;">Klimaanlagen ausgefallen</span>. </em><span style="color: #0000ff;">((Der Kausalzusammenhang erschließt sich mir nicht. Die Umstände, ja die unglücklichen Umstände! Die DB kann offensichtlich weder das Wetter noch die Belegung der Züge vorhersehen. Und 33° C sind ebenso wenig extrem wie -10° C im Winter. Die Temperaturen gab es schon, als die Züge bestellt und in der Klimakammer getestet wurden.))</span><em> Das Bordpersonal hatte daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover bzw. in Bielefeld gestoppt. Zusätzliche DB-Mitarbeiter auf den Bahnhöfen und an den Service Points verteilten die Reisenden dann auf andere Züge. Fahrgäste mit hitzebedingten Beschwerden wurden vom Technischen Hilfswerk (THW) und Einsatzkräften der Feuerwehr ebenfalls vor Ort versorgt.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>„Leider haben einzelne Fahrgäste durch die <span style="color: #ff0000;">bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände</span> auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir wollen diese Kunden für die erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen und bitten sie, sich bei uns zu melden.“ <span style="color: #ff0000;">Homburg veranlasste ebenfalls eine Aufstockung der nichtalkoholischen Getränkevorräte an Bord der Züge.</span></em></p>
<p><em>Fahrgäste, die von hitzebedingten Fahrzeitverlängerungen betroffen sind, können die generellen Entschädigungsleistungen bei Verspätungen ab 60 bzw. 120 Minuten in Anspruch nehmen und sich </em><span style="color: #ff0000;"><em>2</em></span><span style="color: #ff0000;"><em>5 bzw. 50 Prozent des Fahrpreises ersetzen</em></span><em> lassen.</em></p>
<p>Ja das ist doch wirklich mal großzügig (und in den Fahrgastrechten vorgeschrieben)! <strong>Besser wäre der Rücktritt von Vorstandsmitglied Homburg</strong>. Denn der kann&#8217;s nicht. Nicht einmal eine Entschuldigung formulieren lassen, die über eine Verlautbarung der Beförderungsbedingungen hinausgeht. Statt umgehend die Klimaanlagen in Ordnung bringen zu lassen und die vorbeugende Wartung zu verbessern, veranlasst er die Aufstockung der umsatzbringenden Getränke. Was für eine mutige Vorstandsentscheidung, Herr Homburg! <strong>Da hätten Sie auch gleich ankündigen können, dass das Rote Kreuz jetzt ständig mitfährt, um bei Klimaanlagenausfällen zu helfen.</strong></p>
<p><strong>Nachtrag 3: </strong>Auch heute wird in den Zügen wegen ausgefallener Klimaanlagen geschwitzt: Ein <a href="http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Unsere-Redakteurin-schwitzt-im-Pannen-Zug_aid_880380.html">Bericht</a> aus dem Zug.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Köln Hauptbahnhof, die Informationshölle für Bahnreisende</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/05/koln-hauptbahnhof-die-informationsholle-fur-bahnreisende/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 11:36:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bahnhöfe]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs – Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[DB]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>

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		<description><![CDATA[Fahrgastinformation hat für die Mitarbeiter des Kölner Hauptbahnhofs offenbar keine hohe Priorität]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend, 18.42 Uhr. Der Regionalexpress 7 nach Krefeld sollte jetzt abfahren, ist aber nicht in Sicht. Am Ende des Gleises 9 in Richtung Rheinbrücke blockiert einer dieser 628er-Triebwagen, die für ihre Untermotorisierung bekannt sind und die Beschleunigung einer Schnecke haben, die Zufahrt zum Gleis. Der Zug kommt nicht, der Zuganzeiger springt nach einer kurzen unpassenden Anzeige auf &#8220;Zugdurchfahrt&#8221; um.</p>
<p>Die ersten iPhone-Besitzer zücken ihr Smartphone, suchen einen anderen Zug und eilen von dannen. 10 Minuten später eine genuschelte Durchsage, die beim besten Willen nicht zu verstehen ist. Die Kölner Lautsprecheranlage scheint seit 30 Jahren nicht mehr auf neuere Erkenntnisse der Akustik abgestimmt worden zu sein. Ich gehe in den Gang hinunter, schaue auf die elektronische Abfahrtstafel: 15 Minuten Verspätung. Aha, gleich müsste der Zug kommen.</p>
<p>Er kommt nicht. Ich eile auf den Bahnsteig 10, weil die Masse dorthin geht und vielleicht etwas von der nächsten Ansage verstanden hat. Doch Richtung Neuss fährt der Zug nicht. Zurück in den Durchgang, wo immer noch 15 Minuten Plus verkündet wird. Es sind aber schon 20 Minuten Verspätung.</p>
<p>Eine Kollegin sucht, wie sie später erzählt, nach dem Fahrdienstleiter auf dem Bahnsteig. Die Bude ist zu. Sie läuft auf den nächsten Bahnsteig, wo ihr zwei Bedienstete heiter erklären, dass auf unserem Bahnsteig eine Kollegin sein müsste. Mit anderen Worten: Es ist ihnen egal, dass an Gleis 9 200 Menschen ohne Informationen warten, denn die Anzeige kündigt nun einen anderen Zug an und der Triebwagen, der einen Motorschaden haben soll, noch immer am Gleis.</p>
<p>Mittlerweile ist eine halbe Stunde vergangen und ich finde endlich ein Rotkäppchen in der Bude an Bahnsteig 9. Da hinten an Gleis 8 sei der Zug, am anderen Ende des Bahnsteigs, sagt die dicke Dame in aller Seelenruhe, während ich mich über die fehlenden Durchsagen und die falsche Anzeige beschwere, was sie ungerührt an sich abprallen lässt. Ich hetze hin und erreiche den Zug gerade noch. Andere, die immer noch nicht wissen, was denn nun los ist, bleiben auf dem Bahnsteig zurück.</p>
<p>Organisation scheint nicht die Stärke des Personals im Kölner Hauptbahnhofs zu sein. &#8220;Et hät no emmer jutjejange&#8221;, sagt man in Köln. Ein Anspruch auf <span style="color: #ff0000;">Dummheit im Dienst</span> erwächst daraus nicht!</p>
<p>Dass Fahrgastinformation in Köln Hbf Nebensache ist und hier alles unkoordiniert und mit kölscher Laxheit läuft, ist auch hier im <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/verbraucher/archive/2010/02/01/zug-faellt-aus.aspx">FAZ-Blog</a> nachzulesen. Seit dem 1. Februar hat sich daran nichts geändert.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Aktuelle Fahrgastinformation auf kleinen Bahnhöfen fehlt oft</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/03/aktuelle-fahrgastinformation-auf-kleinen-bahnhofen-fehlt-oft/</link>
		<comments>http://railomotive.com/2010/03/aktuelle-fahrgastinformation-auf-kleinen-bahnhofen-fehlt-oft/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 16:13:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bahnhöfe]]></category>
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		<description><![CDATA[Bahnhöfe waren einmal die Visitenkarten der Städte für den Bahnreisenden. Heute sind sie entweder zu unübersichtlichen Ladenstraßen mit wenig Platz für die Passagiere verkommen oder eben nur noch verkommen: mit Graffiti besudelt, die keinen anderen Anspruch haben, als wie ein Hund das Revier des &#8220;writers&#8221; zu markieren, der weder eine Botschaft noch einen Funken Verstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3659" class="wp-caption alignnone" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/DSCF4046-2008-05-16-um-07-13-12.jpg"><img class="size-full wp-image-3659" title="Foto: Friedhelm Weidelich" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/DSCF4046-2008-05-16-um-07-13-12.jpg" alt="" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Ein poetischer Bahnsteig-Moment in all dem Geschmiere: Wenn ich dich sehe, verändern sich die Farben der Luft.  (Foto: F. Weidelich)</p></div>
<p>Bahnhöfe waren einmal die Visitenkarten der Städte für den Bahnreisenden. Heute sind sie entweder zu unübersichtlichen Ladenstraßen mit wenig Platz für die Passagiere verkommen oder eben nur noch verkommen: mit Graffiti besudelt, die keinen anderen Anspruch haben, als wie ein Hund das Revier des &#8220;writers&#8221; zu markieren, der weder eine Botschaft noch einen Funken Verstand hat. Weil Toiletten fehlen, werden die dunklen Ecken zum Pinkeln missbraucht. Weil Personal fehlt, sind Bahnsteige und Unterführungen eine Müllstation, durch die sich sensiblere Bahnreisende so schnell wie möglich bewegen und irgendwie versuchen, das Gesehene auszublenden, um nicht kotzen zu müssen. Dreck, Kippen, Erbrochenes, angebissene Burger, Kaugummis seit dem 2. Weltkrieg, weggeworfene Verpackungen, überquellende Abfallbehälter, Streumaterial von vor vier Wochen, gelegentlich ein dahindämmernder Alkoholkranker oder ein bettelder Junkie, dazu unter dem Bahnsteigdach trotz Abwehrmaßnahmen fröhlich gurrende und kotende Tauben, ein nur zeitweise betriebsbereiter Aufzug (gern auch mit Uringeruch und anderen menschlichen Abfällen) und als ewiger Quell der Freude ein Automat, der meist nicht funktioniert, flankiert von einem Entwertungsapparat, der ebenfalls nur zeitweise seine Arbeit verrichtet und den Fahrgast mit nicht entwertetem Ticket hoffen lässt, in keine Kontrolle zu geraten, weil er die Automatennummer und den Vornamen des Entwerters nicht weiß und im Zweifelsfall die Beweislast trägt, kein Schwarzfahrer zu sein.</p>
<p>Nun könnte man zwar erwarten, dass die Deutsche Bahn, genauer Bahn &amp; Service, ein wenig in Personal investiert, zumal jeder Halt jeden Bahnbetreiber Geld kostet. Aber da Bahn &amp; Service ebenso ein Profitcenter ist wie der Rest der DB, ist nicht Service der Geschäftszweck, sondern eben der Profit. Aus diesem Grund ist es natürlich ausgeschlossen, an den Automaten einen kostenlose Telefonnummer zu schreiben, mit dem man auf das Nichtfunktionieren hinweisen kann. Aber es ist nur eine teure &#8220;Service&#8221;-Rufnummer. So zahlt der hilfsbereite Bahnkunde auch noch dafür, dass nur selten jemand die Automaten kontrolliert und sie, obwohl das kein Problem wäre, ihren Ausfall selbstständig an eine Servicezentrale funkten. Wer wegen eines versagenden Automaten das Geld zurück will, darf sich auf mehrwöchiges Warten einstellen und hat keine Chance herauszufinden, wer eigentlich die Eingabe bearbeitet. Es sei denn, man ruft die teure Nummer an, die im Zweifelsfall mit einem Callcenter verbunden ist, in dem arme Teufel für Billigstlöhne auch noch Kundenfreundlichkeit heucheln müssen oder nur für die Fälle bezahlt werden, die sie in der Stunde abfertigen. Das könnte gut sein.</p>
<p>Hin und wieder machen die Verkehrsverbünde eine Bestandsaufnahme auf den Bahnhöfen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bewertete in der Landeshauptstadt nur den Düsseldorfer Hauptbahnhof und Düsseldorf Flughafen mit über 90 % zufriedenstellend. Insgesamt steht die Landeshauptstadt mit ihren vielen versifften S-Bahnhöfen am drittletzten Platz. Durchaus verdient, denn schlecht beleuchtete Tunnelgänge, manchmal ganz fehlende Zugänge für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen, Graffiti und Schmutz neben verwinkelten Gängen sind nach meiner Erfahrung die Regel. Sehr häufig fehlen Zuganzeiger mit verlässlichen Angaben. In meinem benachbarten S-Bahnhof Bilk war ein neuer Zuganzeiger in Hässlich-Blau etwa drei Monate beleuchtet, aber ohne Anzeige. Seit ein, zwei Monaten zeigt er die Züge zwar korrekt an, verweist aber per Laufband auf einen ominösen Versuchsbetrieb. Lautsprecherdurchsagen sind extrem selten.</p>
<p>Dass die Fahrgastinformation wichtig ist und zur Zufriedenheit beiträgt, weiß der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Dort hat sich die Situation laut <a href="http://www.vbbonline.de/qualitaetsanalyse2009/">&#8220;Qualitätsanalyse Bahnhöfe &#8211; Fahrgastinformation und Service 2009&#8243;</a> verbessert. 39 % der untersuchten Bahnhöfe bescheinigt die Analyse sehr gute und gute Fahrgastinformationen. Besonders bei den Lautsprecherdurchsagen im Regel- und Störungsfall gibt es Verbesserungen. 43 % schneiden mit einzelnen Mängeln ab, bei 18 % der Bahnhöfe sieht der VBB allerdings weiterhin dringenden Verbesserungsbedarf.</p>
<p>VBB Geschäftsführer Hans-Werner Franz: &#8220;Die Kunden werden von der Deutschen Bahn auf den Bahnhöfen zunehmend besser informiert. Dieser Aufwärtstrend ist erfreulich und auch ein Ergebnis der regelmäßigen Qualitätsüberprüfungen durch den VBB, in denen immer wieder Mängel bei der Fahrgastinformation beanstandet werden. Die Information für die Fahrgäste ist eines der wichtigsten Qualitätskriterien. Wenn die Menschen auf dem Bahnsteig stehen, müssen sie umfassend und aktuell über ihre Verbindungen informiert werden. Nur so fühlt man sich als Kunde ernst genommen und hat dann auch Verständnis, wenn sich der Zug mal verspätet. Bedauerlicherweise ist die Situation vor allem auf den kleineren und mittleren Bahnhöfen in Brandenburg noch immer nicht zufriedenstellend.&#8221; Mangelhaft sei oft leider auch die Kommunikation bei Großstörungen, wie zum Beispiel am Berliner Hauptbahnhof. &#8220;Je mehr Verspätungen es gibt, desto schlechter werden die Kunden darüber informiert. Da muss die Bahn noch nachbessern&#8221;, sagt Franz.</p>
<p>Die VBB-Analyse zeigt, dass in knapp 50 % der Bahnhöfe keine dynamischen Zugzielanzeigen vorhanden sind und in etwa 40 % auch keine Ansagen im Regelfall durchgeführt werden. Hierbei und auch bei der Information im Störungsfall besteht Handlungsbedarf, um die Situation für die Fahrgäste zu verbessern. Grundsätzlich müssen die vorhandenen Informationssysteme fehler- und mängelfrei sein. Nach Einschätzung des VBB muss es an allen Stationen für die Fahrgäste möglich sein, sich über die aktuelle Verkehrslage zu informieren bzw. automatisch informiert zu werden. Das gilt auch für die kleineren Bahnhöfe in Brandenburg, die mit der entsprechenden Technik ausgestattet werden müssen.</p>
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