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	<title>Railomotive &#187; Fleischmann</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
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		<title>Management übernimmt Modelleisenbahn Holding GmbH</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 11:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Online seit 14.6.2011, 14 Uhr, ein paar Stunden vor Ferpress.  Es ist viel geschrieben und gesendet worden über die Rolle des Raiffeisenverbands Salzburg bei der Insolvenz von Roco, dem lange Zeit innovativsten und kundennahesten Unternehmen der Modellbahnbranche. Nun zieht sich die Bank zurück, das gegenwärtige Management kauft ihr das Unternehmen, zu dem auch Fleischmann gehört, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8457" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2011/06/Modelleisenbahn-Mgm.jpg"><img class="size-full wp-image-8457" title="Modelleisenbahn-Manager" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2011/06/Modelleisenbahn-Mgm.jpg" alt="" width="640" height="483" /></a><p class="wp-caption-text">Vlnr: Johannes Steinparzer, COO, Roland Edenhofer, CFO, Leopold Heher, CEO (Foto: Modelleisenbahn Holding)</p></div>
<p><span style="color: #888888;"><em>Online seit 14.6.2011, 14 Uhr, ein paar Stunden vor Ferpress.  <img src='http://railomotive.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </em></span></p>
<p>Es ist viel geschrieben und gesendet worden über die Rolle des Raiffeisenverbands Salzburg bei der Insolvenz von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roco">Roco</a>, dem lange Zeit innovativsten und kundennahesten Unternehmen der Modellbahnbranche. Nun zieht sich die Bank zurück, das gegenwärtige Management kauft ihr das Unternehmen, zu dem auch Fleischmann gehört, ab. Hier die <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110614_OTS0129/management-buy-out-sichert-die-zukunft-der-modelleisenbahn-holding-bild">Original-Pressemitteilung</a>, die bemerkenswertesten Sätze und Begriffe habe ich blau markiert:</p>
<p>&#8220;Das Management der Modelleisenbahn Holding GmbH erwirbt von der <span style="color: #0000ff;">Model Railway Holding AG</span> in Form eines Management-Buy-outs 100 Prozent der Marken Fleischmann und Roco. Das teilten die drei beteiligten Manager Leopold Heher (CEO), Roland Edenhofer (CFO) und Johannes Steinparzer (COO) heute, Dienstag, 14. Juni 2011, am Unternehmenssitz in Bergheim bei Salzburg mit. Die Übernahme wird mit 30. Juni 2011 wirksam.</p>
<p>CEO Heher sagte, das Management wolle mit der Übernahme der Eigentümerschaft  den Sanierungserfolg nachhaltig absichern. Aufgrund der genauen Kenntnisse des Unternehmens und der langjährigen Erfahrung in dieser Branche habe man sich dazu entschlossen und ein entsprechendes Angebot gelegt. &#8220;Wir haben als verantwortliche Manager nach dem Erwerb von Fleischmann diese Unternehmensgruppe saniert. Die Bilanz 2010 zeigt folgerichtig erstmals schwarze Zahlen über alle Unternehmen hinweg. Jetzt geht es darum, die vorhandenen Erfolgschancen zu nutzen. Wir fühlen uns dazu auch gegenüber den 740 Mitarbeitern und unseren mehr als 1.000 Fachhändlern verpflichtet, die unsere positive Entwicklung erst ermöglicht haben.&#8221;</p>
<p>Die dem Raiffeisenverband Salzburg nahestehende UBG Unternehmensbeteiligungs GmbH hat &#8211; als alleinige Gesellschafterin der Model Railway Holding AG &#8211; die Verhandlungen zu diesem Buy-out geführt. Heher: &#8220;Wir freuen uns, dass der Raiffeisenverband Salzburg unser Angebot angenommen hat. Die Bank ist in den vergangenen sechs Jahren zuerst Roco und dann Fleischmann in äußerst schwierigen Situationen unterstützend zur Seite gestanden. Sie wird auch in Zukunft die hauptfinanzierende Bank bleiben und unseren Weg begleiten.&#8221; <span style="color: #0000ff;">Im April 2011 hatte die UBG die Anteile von Franz Josef Haslberger an der Haslberger Railway Holding AG übernommen und diese anschließend in die Model Railway Holding AG umfirmiert. Über diese im Einvernehmen durchgeführte Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.</span></p>
<p>Heher betonte, dass er mit seinen beiden Kollegen ein strategisches Investment eingegangen sei. Die Branche sei nach wie vor schwierig und die Kernmärkte schrumpfend. Die Modelleisenbahn Holding habe aber im Gegensatz zu anderen internationalen Anbietern die notwendige Restrukturierung bereits erfolgreich durchgeführt. Eigentümer, die nahe am Tagesgeschäft agieren, sind in dieser Situation durch Flexibilität und Entscheidungsgeschwindigkeit ein zusätzlicher Vorteil. &#8220;Die Marken Fleischmann und Roco sind nach dieser Übernahme optimal auf die aktuelle Marktlage eingestellt.&#8221;</p>
<p>Als strategische Zielsetzungen nannte Heher<br />
- das Ankurbeln des weltweiten Exports,<br />
- die Intensivierung des Internetverkaufs in Kooperation mit dem Fachhandel und<br />
- die Repositionierung des Produktes Modelleisenbahn durch Digitalisierung, um neue Spielqualitäten zu erreichen und die Steuerung zu vereinfachen.</p>
<p>Die operativen Grundlagen der Modelleisenbahn Holding, durch die der Sanierungserfolg herbeigeführt worden ist, bleiben auch nach dem Management-Buy-out unverändert.</p>
<p>- Die Modelleisenbahn Holding produziert in internationaler Arbeitsteilung. Die Kernfunktionen Steuerung, Entwicklung und Know-how-intensive Produktion finden in Österreich und Deutschland statt.<br />
- Die getrennt geführten Marken Fleischmann und Roco haben durch ihre Positionierung als hochwertige und innovative Spielware weltweit Entwicklungspotenzial. Die Modelleisenbahn Holding setzt dabei weiterhin auf die Kooperation mit dem Fachhandel.<br />
- Die Finanzierung des Unternehmens ist sichergestellt: Zinsen und Tilgung können aus dem operativen Ergebnis bedient werden. <span style="color: #0000ff;">Operativ wird die Modelleisenbahn Holding 2011 so viele Neukonstruktionen auf den Markt bringen wie niemals zuvor.</span> Technologisch liegt der Schwerpunkt auf den digitalen Effekten (Bewegung, Licht, Geräusch) sowie auf einer Verbesserung der Anlagensteuerung. Der Umsatz 2011 wird bei rund 52 Millionen Euro erwartet, was zu einer weiteren Verbesserung bei EBIT und EGT gegenüber 2010 führen wird.</p>
<p>Die Modelleisenbahn Holding GmbH mit Sitz in Bergheim bei Salzburg (Österreich) zählt mit den beiden Marken Fleischmann und Roco zu den wichtigsten europäischen Herstellern in ihrer Branche. Sie hat aktuell 740 Mitarbeiter in vier Ländern und erwirtschaftete 2010 50,7 Millionen Euro Umsatz, ein EBIT von 2,3 Millionen Euro und ein EGT von 1,0 Millionen Euro. Die Modelleisenbahn Holding GmbH verfolgt die Vision, der Qualitätsspielware Modelleisenbahn durch Innovation, Systemerweiterung und moderne Produktionsstrukturen neue Marktsegmente zu erschließen, um den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.&#8221;</p>
<p>Nur zwei Anmerkungen zum Modellbahnmarkt:</p>
<p>- Die Überflutung eines schrumpfenden Markts mit mehr Neukonstruktionen als je zuvor mag zwar kurzfristig den Umsatz ankurbeln, ist aber mittelfristig die falsche Strategie.  Die mangels ordentlicher Vorbildrecherche in vielen Details fehlerhaften Neuentwicklungen oder Überarbeitungen haben kaum zum Vertrauen in die inzwischen sündhaft teuren Modelle beigetragen. Eine neue Dampflok der Baureihe 10 mit Geräusch und pulsierendem Dampf aus Zylindern und Schornstein kostet 600 Euro. Der hohe Preis begrenzt die verkäufliche Stückzahl, die wiederum die Stückkosten erhöht. Die Branche leidet schon seit vielen Jahren an Marktsättigung, zu geringen Stückzahlen und überhöhten Preisen.</p>
<p>- Der Trend geht altersbedingt zu größeren Maßstäben, speziell Null (1:43,5, 1:45 und 1:48) und Eins (1:32). Auch Bemo will nun bei Null einsteigen. Würde Märklin eine nachvollziehbare Neuheiten- und Produktionspolitik verfolgen, wären auch Gartenbahnen gut verkäuflich. Die großen Modelle sind zwar vielfach teurer als H0, bieten aber durch Größe, Gewicht und Fahreindruck einen viel höheren Wert als H0 und kleiner. Da sich hier nur viele kleinere Hersteller tummeln, ist der Konkurrenzkampf geringer und das Angebot viel kleiner und meist limitiert, was den Preisverfall reduziert. Zudem ist die heutige Rentner- und Pensionär-Generation noch sehr zahlungskräftig. Jüngere H0-Käufer dagegen müssen sich ihre Modelle aus dem knappen Familienbudget abknapsen, die Modelle nur mit heftigem Wertverlust verkäuflich.</p>
<p><strong>Nachtrag 18.30 Uhr:</strong> Auf der Medienseite der <a href="http://www.modelleisenbahn-holding.com/">Modelleisenbahn Holding</a> ist die Meldung immer noch nicht veröffentlicht. Bei <a href="http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?10,5423418">Drehscheibe Online</a> hat man die Meldung endlich entdeckt und bemängelt ebenso wie die Fachpresse die vielen Fehler an neuen Modellen. <a href="http://railomotive.com/2010/06/modellbahnindustrie-was-inzwischen-geschah/">Vor einem Jahr</a> meldete sich der externe Presseprecher bei mir und bestritt, dass Roco auch in China produziert (obwohl ich das von verschiedenen Insidern bestätigt bekommen habe). Die DSO-Diskutierer haben das gerade neu thematisiert und es gibt laut Aussagen eines mit den chinesischen Produktionsstätten sehr vertrauten Fachmanns klare Indizien, dass zumindest Teile des neuen VT 12.5 wie etwa die Leiterplatten von Sanda Kan kommen.</p>
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		<title>iPhone-App mit Modellbahnanlagen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 12:05:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine iPhone-App zeigt Modellbahn-Ausstellungsanlagen in Deutschland, Schweiz und Österreich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Miniatur-Wunderland in Hamburg kennt dank pfiffiger Medienarbeit der Geschäftsführer heute jeder. Doch es gibt weit über 100 Modellbahn-Schauanlagen in Deutschland, der Schweiz und Österreich, die auch eingefleischte Modellbahner nicht alle kennen. Und wer den Modellbahnvirus in sich trägt, fragt sich manchmal auf Reisen, wo jetzt eigentlich diese tolle Anlage war, von der man mal gelesen hat. Der Mensch vergisst bekanntlich schnell.</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0182.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6984" title="IMG_0182" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0182.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p>Mit einer <a href="http://www.vgbahn.de/app-schauanlagen.php4">iPhone-App der Verlagsgruppe Bahn</a> (iTunes-Suchbegriff: Schauanlagen) ist die Suche nach Modellbahn-Schauanlagen, die einen Besuch wert sind, ganz einfach. Die App, die noch bis Heiligabend für nur 79 Cent zu haben ist und dann 5,99 € kosten wird, zeigt Bilder, hat Beschreibungen des Charakters der Anlagen, Informationen über Öffnungszeiten, Eintrittspreise und wie man bis Bus und Bahn oder Pkw hinkommt. Auf einer Karte werden alle Anlagen angezeigt, so dass man auch auf einer Ferienreise oder im Urlaub schauen kann, was am Wegesrand oder im Umkreis liegt. Auch nach Stichworten kann gesucht werden, was für Fans bestimmter Modellbahnmarken wichtig sein kann.</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0183.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6985" title="IMG_0183" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0183.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p>Wer lieber mit dem iPad auf dem Sofa durch die Modellbahnlandschaften surft, kann die App auch da benutzen.</p>
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		<title>Wochenrückblick</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 14:22:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stuttgart 21, Märklin und Spur-Null-Bahnen zu Weihnachten]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/Auhagenkarte.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6899" title="Auhagenkarte" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/Auhagenkarte.jpg" alt="" width="640" height="393" /></a></p>
<p>Es gäbe so viel zu schreiben und ich habe zu wenig Zeit! Deshalb nur ein Rückblick mit einigen Links.</p>
<p><strong>Stuttgart 21:</strong> Was die Landesregierung Baden-Württemberg mit S21, dem Untersuchungsausschuss und EnBW praktiziert, ist aus meiner Sicht eine brisante Mischung aus Lügen, Vertuschung, Polizeiwillkür, Egozentrismus, Polit- und Wirtschaftskriminalität und die Missachtung von simpelsten parlamentarischen Spielregeln, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Es fehlen mir die Worte für das Verhalten von Mappus und seiner CDU. Und ich verstehe nicht die Laschheit einer Opposition, die sich das alles gefallen und von jenseits der Gesetze handelnden Politikern vorführen lässt.</p>
<p>Ich habe große Zweifel, ob ein größerer Teil der baden-württembergischen Bevölkerung, durch SWR und Zeitungen systematisch verblödet und mit Lobbyisten- und Parteiinformationen desinformiert und hinters Licht geführt, klug genug ist, dieser Regierung, das sich wie ein Regime verhält, einen Platzverweis zu erteilen. Die Stuttgarter und Leinfelden-Echterdinger Bevölkerung hat nach der Schlichtung, die sich mehr und mehr als <span style="text-decoration: line-through;">Beruhigungspille</span> Placebo bzw. Muster ohne Wert entpuppt, sicher genug Wut im Bauch, Fakten gelernt und begriffen, dass sie von Grube, Kefer, ihrer Stadtverwaltung und Landesregierung wie dumme Jungen behandelt werden. Doch das reicht leider nicht, eine Regierung zu stürzen. Als &#8220;Wutbürger&#8221; würde ich mich von einem schlecht beobachtenden Spiegel-Autor und der dämlichen <em>Gesellschaft für deutsche Sprache</em> jedenfalls nicht diffamieren lassen. Das zeigt nur, dass beide den Sinn des Protests gegen Stuttgart 21 immer noch nicht verstanden haben, wie viele Zeitungen und Kommentatoren auch.</p>
<p>So wenig wie die Redaktionen, die bei Schneefall und gewöhnlichem Winterwetter mangels Urteilsvermögen von <em>Schneekatastrophe</em> sprechen und nicht wissen, dass jeder &#8220;Kundenbetreuer im Nahverkehr&#8221; (früher: &#8220;Schaffner&#8221;) ein Uralt-Smartphone von Nokia bei sich trägt, mit dem er Hilfe holen kann, bevor nach vier Stunden eine Diesellok trotz schlecht gepflegter und eingefrorener Weichen zum Abschleppen eintrifft. Auch, wenn alle Batterien im Zug leer sind. Mal abgesehen von den Fahrgästen, von denen jeder Zweite ein Handy hat, mit dem man die Bundespolizei (0800 6888 000) oder die Feuerwehr (112) verständigen kann. Schließlich war man nicht in Alaska. Siehe auch <a href="http://community.zeit.de/user/cm/beitrag/2010/12/17/alle-reden-vom-wetter-nur-nicht-die-bahn">diesen</a> passenden Beitrag. Doch schon im Sommer zeigte sich ja, dass Zivilcourage, eigenverantwortliches Handeln in Lebensgefahr und Aufbegehren gegen eine stundenlange Gefangennahme durch die Bahn in diesem Land ungewöhnlich wären. Man bezahlt teures Geld für eine schlechte Beförderungsqualität und benimmt sich, als wenn man sich hilflos in den Händen der Obrigkeit befände.</p>
<p>Grube, Homburg und Konsorten haben unterdessen fein ihre Hausaufgaben gemacht und aus dem ICE-Katastrophenwinter 2009/2010 gelernt, wie man sieht. Jetzt haben die ICE nur noch ca. 45 bis 80 Minuten Verspätung, sind von vornherein halbiert und InterCity-Züge fahren dafür 140 bis 180 Minuten später und sollen in einigen Jahren durch Doppelstockzüge ersetzt werden, die bekanntlich für kurze Fahrgastwechsel, viel Gepäck und insbesondere Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer besonders geeignet sind. Wir werden ja alle jünger und lieben das Treppensteigen und boxen uns gern durch Menschenmassen, die die breiten Türen auf dem Bahnsteig verstopfen, weil sie wie die Tiere auf die wenigen Plätze drängen. Und die Berliner S-Bahn fährt jetzt noch seltener, weil Drohungen der Politiker ja immer geholfen haben und die DB ja wahnsinnig seriös und ehrlich ist. Bundesverkehrsminister Ramsauer interessiert es erst gar nicht, was seine Untergebenen im Bahntower so treiben bzw. unterlassen.</p>
<p>Aber zurück zu Stuttgart 21: Wenn nun Kefer ankündigte, die Bahn werde den Stresstest selbst durchführen und von SMA prüfen lassen, zeigt er, dass er dem Schlichterspruch nur halbherzig akzeptieren und weiter vernebeln und manipulieren will. Der Baubeginn an der Neubaustrecke ist folgerichtig eine völlige Ignoranz der Bevölkerung und zeigt, dass die DB S21 bis zum bitteren Ende wegen Geldmangel durchziehen wird, gedeckt durch Verkehrsminister Ramsauer. Bis dieser Turmbau zu Babel – wenn überhaupt – fertig ist, haben die Entscheider längst das Zeitliche gesegnet oder zumindest den Dienst quittiert. Der Steuerzahler zahlt die Zeche sowieso.</p>
<p>Hannelore Schlaffer hat in der <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2750588_0_4537_-unterirdisches-terminal-mit-weltstadtflair.html">Stuttgarter Zeitung</a> plastisch beschrieben, was Stuttgart zu erwarten hat. Dass der Untergrundbahnhof Stuttgart 21 inzwischen selbst in der sächsischen Provinz zum Gespött geworden ist, zeigt die Weihnachtswerbekarte von <strong>Auhagen</strong> – eine Modellbahnzubehörfirma, die ich seit 20 Jahren mit Freude beobachte und die sich nach der Reprivatisierung wacker geschlagen hat.</p>
<p>Alles andere als wacker schlug sich <strong>Märklin</strong>. Der hoch pokernde Insolvenzverwalter musste nun klein beigeben, weil sich kein Käufer gefunden hat, wie <a href="http://www.handelsblatt.com/modellbahnhersteller-maerklin-steht-vor-einem-scherbenhaufen;2714433">Sönke Iwersen im Handelsblatt</a> schön beschrieb und was trotz eines Dementis des Insolvenzverwalters richtig ist. <strong>LGB</strong> ist weiter ein Fremdkörper im Märklin-Bauchladen, die Marke inzwischen fast wertlos und mehr als stiefmütterlich behandelt. Ich kenne Leute, die die Marke liebend gern sachkundig weitergeführt hätten. Die unkommunikativen und vor sich hin stümpernden Marketing- und Produktmanager in Göppingen haben der Marke den Rest gegeben. Und auch Märklin steht nicht gut da. Das glanzvolle Image ist dahin, die 150-jährige Geschichte abgeschlossen. Märklin ist ein abgeschlossenes Sammelgebiet, von Sammlern nicht mehr ernstgenommen und für viele nur noch pure Nostalgie. Schade.</p>
<p>Trotzdem freut sich die Branche, die sich immer mehr in Kleinstfirmen aufsplittert, dass Märklin die Insolvenz überstanden hat. Doch die Freude dürfte voreilig sein, weil das ehemals starke Zugpferd nur noch ein klappriger Gaul ist – ebenso wie <strong>Roco</strong> und <strong>Fleischmann</strong>. Bei immer weniger Läden, dem Kampf der verbliebenen Händler gegen Direktvermarktung durch die Hersteller, bei Keller- und Garagenhändlern ohne nennenswerte Kosten und der mangelnden Präsenz im Bewusstsein der Öffentlichkeit wird Modellbahn mehr und mehr ein Nischenhobby für ältere Herren, die sich die ultrateuren, wenn auch hübsch detaillierten Modelle (IC-Wagen 55 bis 85 €, Dampflok über 290 €, Ellok 230 €) leisten können, weil die heutigen Renten noch passabel bis üppig sind.</p>
<p>In zehn, 15 Jahren wird das ganz anders aussehen. Und weil exklusive Modellbahnen bald besser im Juwelierladen verkauft werden, steigt <strong>Brawa</strong> in die Baugröße Null ein, 1:45 und etwa doppelt so groß wie die übliche Modellbahn. Ein offener Güterwagen, zweiachsig und bis in feinste Details nachgebildet, wird um die 100 € kosten. Wer nicht über ein Haus ab 150 Quadratmeter und eine stattliche Beamtenpension verfügt, wird dann seine Spur-Null-Bahn als Brett an die Wand hängen und auf den zwei, drei Metern Gleis mit drei Wägelchen auf und ab fahren. Die Größe der Modelle ist nicht nur Brillenträger-freundlich, sondern bewahrt auch vor Materialschlachten, die den späteren Erben bei der Verhökerung auf Ebay sowieso nur zur Last fallen.</p>
<p>Eine Perspektive für Weihnachten bietet sich schon jetzt. Statt Socken und Krawatten greift Frau schon mal nach einem H0-Wägelchen zum Preis einer exklusiven Seidenkrawatte (bitte vorher diskret erkundigen, welche Epoche der werte Gatte fährt) – oder wartet auf noch mehr teure Null-Modelle. Legen Sie jetzt den Grundstein mit einem Spur-Null-Wagen und einer Weiche. Dann brauchen Sie nur noch alle paar Jahre etwas zu schenken oder können jetzt schon Geburtstag und Weihnachten geschenkemäßig zusammenlegen. <img src='http://railomotive.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nachtrag 19.12.: Ein ganz kleiner Modellbahnhersteller teilte gerade mit, dass zum 1. Februar die Modellbahnpreise wieder angehoben werden. Diese &#8220;Tradition&#8221;, die ich schon fast seit 50 Jahren kenne, pflegt die Modellbahnbranche in ihrer relativen Unfähigkeit zu marktangepassten Preisen auch 2011 wieder. Denn Preissteigerungen zwischen 5 und 10 % werden einfach jedes Jahr festgelegt, ganz egal, wie sich das Lohnniveau in Deutschland entwickelt hat. Denn diese sterbende Branche hat bis heute nicht gelernt, Fertigungstiefen zu reduzieren, Entwicklungszeiten zur verkürzen und Serien, die über ein paar hundert Stück niemals hinauskommen werden, einfach nicht zu entwickeln. Man hat sich immer gern von nahestehenden Fans bequatschen lassen, doch deren einzigartige Lieblingsmodelle zu bauen. Und um bei steigenden Stückkosten noch ein paar Euro zu verdienen, lagerte man das Know-how nach China aus, die Produktion gleich mit – oder ging wenigstens nach Rumänien und Ungarn, mit den bekannten Qualitätsproblemen und immensen Folgekosten.</p>
<p>Wer verstehen will, warum die Kaufzurückhaltung bei Märklin und Co.-Produkten so groß ist, sollte sich mal diese <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=7784#h08">Tabelle</a> anschauen. Während in allen entwickelten Ländern außer Israel und Japan deutlich mehr verdient wird, gingen die Löhne in Deutschland seit 2000 inflationsbereinigt um 4,5 % zurück! Dank an Frau Christiansen, Frau Will und die Herren Sinn(los), Henkel, Hundt und andere Wirtschaftsuntergangsjammerer (sprich: Lobbyisten): Sie haben ganze Arbeit geleistet! Und nun kämpft der Exportvizeweltmeister, dass die Länder, die dank ihrer Importe aus Deutschland und der deutschen Niedrigstlöhne ein Handelsbilanzdefizit und Wettbewerbsprobleme haben, nicht untergehen. Mit unserem Steuergeld, das dank der kalten Progression immer mehr wird und die Lohn-Negativspirale nach unten weiter verstärkt.</p>
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		<title>Modellbahnindustrie: Was inzwischen geschah</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/06/modellbahnindustrie-was-inzwischen-geschah/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 20:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen. Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen.</p>
<p>Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, die ich übrigens nur beim ersten Mal (wegen des nervigen russischen Spams) freischalten muss, ruhig etwas mehr sein könnten, weiß ich doch, dass die Bahnindustrie, Eisenbahnfreunde, Lokführer und die Deutsche Bahn mitlesen. Und manchmal kommen Reaktionen von Seiten, mit denen ich gar nicht gerechnet habe.</p>
<p>Dass weite Teile der Modellbahnindustrie einen miserablen Job machen, was ihre Kommunikation betrifft, habe ich oft genug beklagt. Nicht, weil ich Journalismus und PR von allen Seiten des Schreibtischs und von innen und außen kenne, sondern weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe, dass diese in der Kommunikation durch und durch dilettierende mittelständische Industrie in der größten Not doch noch die Kurve kriegt. Leider spricht nichts dafür, dass meine Hoffnung erfüllt würde.</p>
<p>Obwohl: Da schrieb mir doch der Marketingleiter einer Firma, der mich seit dem Abgang des einzigen ernstzunehmenden Pressesprechers dieser Branche hartnäckig ignoriert hatte, kürzlich eine einschmeichelnde Mail, dass er mich &#8220;als exzellenten Kenner der Branche&#8221; gern zu einem Gespräch einladen möchte, um &#8220;meine Sicht der Dinge hinsichtlich des Gartenbahnmarkts im Allgemeinen und der Situation der Marke LGB im Besonderen zu erfahren&#8221;. Man würde für mich auch eine Werksführung machen.</p>
<p>So ködert man keinen Selbstständigen, für den Know-how und Zeit bares Geld sind. Mit dem üblichen bunten Werbewagen, den man nicht einmal mehr bei eBay los wird, als Gegenleistung für mein Wissen, meine Zeit und die Fahrtkosten kann ich nichts anfangen.</p>
<p>Ich hätte ihm gern vermittelt, wie der Weltmarkt aussieht und was man tun könnte an einem Dutzend Baustellen. Und sei es nur, auch mal an die Journalisten und Kunden zu denken, die keinen Clubbeitrag bezahlen, keine Hauspostillen lesen und keine Videos im Internet sehen wollen. Etwa durch den Versand einer Pressemitteilung, ein Hintergrundgespräch und wenigstens den Hauch einer Information mit einer Haltbarkeit von mehr als drei Tagen. Gut, das wäre schon vor zwei Jahren sein Job gewesen und ich hätte ihm damals gern geholfen, weil die Firma wichtig für die Branche ist. Aber man hätte mich schon fragen müssen.</p>
<p>27 Jahre Know-how im Gartenbahnmarkt, zu dem ein bisschen mehr als &#8220;LGB&#8221; gehört, habe ich mir mühsam und nicht bloß aus Hobbyinteresse erarbeitet. Anlass für das jäh aufgeflammte Interesse des Marketingleiters war übrigens die Besprechung einer Bachmann-Lok in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die um die 344.000 Exemplare verkauft und gern meine Beiträge druckt. Zum Vergleich: Das eisenbahn magazin verkaufte im ersten Quartal 23.468 Hefte, die Miba 23.599, das Märklin-Magazin 75.580. Ein Blatt solcher Reichweite ist schon interessant, auch wenn ich für einen Vorweihnachtsbeitrag in einer Ingenieurzeitung ebenfalls sechsstelliger Auflage zweimal um Fotos betteln musste, die dann so eines &#8220;Marktführers&#8221; nicht würdig waren.</p>
<p>Und weil diese Firma Millionenbeträge an Consultants bezahlt hatte, um durch mutmaßlich sinnfreie und bar jeden Branchenwissens veredelte Beratung in der Insolvenz zu landen, habe ich einen Tagessatz verlangt, der deutlich unter dem gewohnten Berater-Niveau lag und die Chance geboten hätte, binnen sieben Stunden einen Weltmarkt zu erfassen und die ganz besonderen Mentalitäten der Gartenbahn-Käufer, die nur seltenst Gartenzwerge besitzen, wenigstens ansatzweise verstehen zu lernen. Zumal denen der (einstige) Glanz der Marke Märklin keinen Cent wert ist. Auch wenn das schon vor zwei Jahren keine neue Erkenntnis war, als wohl Alix Partners unbedingt LGB haben wollte – vermutlich auf der Erkenntnis basierend, dass die Spur 1 und LGB dieselbe Spurweite haben und das wahnsinnige Synergieeffekte brächte. Consultants denken so schlicht und meist sehr eindimensional. Nicht nur in dieser Branche. Es gibt schon Verleger, denen Berater eingeredet haben, dass sie fast ohne Redakteure multimedial hochinnovative Produkte machen könnten, so mit Video, Podcasts, Social Media, Twitter und Facebook und Leser-Reportern, die immer tolle Handy-Fotos und -videos sofort ins Netz stellen. Das Geschäftsmodell ist dann, die Leser zielgenau nach ihren individuellen Interessen mit Hilfe von Google, Flash cookies und Pop-ups werbemäßig zuzudröhnen. Von Werbeblockern haben die Verlagsmanager und ihre dummen Werbekunden, die von Mediaagenturen und armseligen Social Media-Experten &#8220;beraten&#8221; werden, noch nie gehört. Eurozeichen im Auge machen blind. Aber das nur nebenbei.</p>
<p>Gehört habe ich von dem plötzlich so von mir begeisterten Manager seit Wochen nichts mehr, weil er möglicherweise andere Probleme hat. Dafür erreichte mich gestern eine Pressemitteilung von der PR-Agentur des Insolvenzverwalters und heute noch einmal von der Firma selbst. Der Inhalt hat sich inzwischen herumgesprochen und ist meines Erachtens so zu interpretieren: Die Kündigung durch Sanda Kan ist kein Problem, weil man schon vor einem Jahr nach neuen Lieferanten gesucht habe, aber nicht so recht welche finden konnte, obwohl man schon mit der Rückholung der Werkzeuge nach Göppingen und Ungarn begonnen habe, man aber auch mit chinesischen Zulieferern im Gespräch sei, wobei natürlich Göppingen und Ungarn von der Kündigung profitieren würden, weil dort niemand entlassen werden müsse und die Produktion von Sanda Kan nach Ungarn verlagert würde. Das Weihnachtsgeschäft sei nicht betroffen. Ich habe schon bessere Pressemitteilungen gelesen&#8230;</p>
<p>Kollegen haben herausgefunden, dass die &#8220;6 bis 7 Prozent des Märklin-Umsatzes&#8221; mit Sanda Kan nur ein Teil der Wahrheit sind und Märklin insgesamt etwa 25 Prozent des Umsatzes durch den sehr preiswerten Einkauf bei (weiteren) chinesischen Zulieferern generiert. LGB wird jedenfalls nach meinen Quellen nicht bei Sanda Kan produziert. &#8220;Made in China&#8221; passt großartig zu Märklin, wie jeder weiß.</p>
<p>Von Aristo-Craft erfuhr ich übrigens auf Nachfrage, dass die Großbahnmodelle auch in Zukunft bei Sanda Kan produziert werden. Inzwischen in einer Qualität, bei der sich LGB eine dicke Scheibe abschneiden könnte.</p>
<p>Wenn sich jetzt die von Sanda Kan Hinausgeworfenen um andere Lieferanten bemühen, dürfte es ein Hauen und Stechen geben. Denn auf kleine Mittelständler wartet man in China nicht gerade. Inzwischen fehlen dort nicht zuletzt wegen der Ein-Kind-Politik die jungen Arbeitskräfte, wie vorgestern in der International Herald Tribune zu lesen war. Selbst renommierte Fertigungsstätten für Modellautos arbeiten mit halber Besetzung, weil die Karawane der Arbeitskräfte nicht mehr kommt und in den neuen Fabriken in der Provinz, nah der Heimat, Arbeitsplätze findet.</p>
<p>Entgegen Ferpress-Gerüchten nicht auf dem Weg nach China seien jedenfalls die Marken Roco und Fleischmann, erzählte mir heute nach dem Lesen des letzten Beitrags Michael Prock, Pressesprecher der Modelleisenbahn GmbH, am Telefon. Das Gerücht sei blanker Unsinn. Entwickelt würde nach wie vor in Heilsbronn bei Nürnberg und Gloggnitz (Österreich) und produziert im neuerdings nach deutschen Qualitätsstandards zertifizierten Werk in Rumänien. Ich habe keinen Grund, diese seine Aussage anzuzweifeln. Auch wenn die übrige Politik dieses Unternehmens- und Kapitalgeflechts und die juristischen Winkelzüge mir nicht durchweg vertrauenerweckend scheinen und ich mit der Entwicklung von Roco und Fleischmann, vor allem preislich, nicht glücklich bin. Aber ich bin ja auch nicht verpflichtet, eine H0-Dampflok für über 300 Euro zu kaufen. Solche Preise sind bei den heutigen Nettoeinkommen einfach unvertretbar, erst recht bei der Montage in einem Billiglohnland und bei allem Verständnis für höhere Konstruktions- und Werkzeugkosten bei uns. Dass auch die meisten anderen Hersteller diese Prügel verdienen, macht die Sache nicht besser.</p>
<p>Als &#8220;exzellenter Kenner der Branche&#8221; hätte ich in Göppingen übrigens als erste Maßnahme empfohlen, die LGB-Preise radikal um 30 % zu senken. Als Konjunkturprogramm. Aber Wachstum, glauben unsere selbsternannten Eliten, gibt es ja nur bei steigenden Preisen und Steuern. Und auf dem eigenen Konto.</p>
<p>Ein Studium der Volks- oder Betriebswirtschaft, bei einzelnen Frauen auch der Physik, ersetzt leider oft den gesunden Menschenverstand. Und wenn der weg ist, ist er weg. So wie vielleicht ein Teil der Modellbahnindustrie, wenn Sankt Nikolaus das Totenglöckchen zwischen leeren Regalen läutet.</p>
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		<title>Wie sich die Modellbahnbranche selbst schädigt</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 19:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gartenbahn]]></category>
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		<description><![CDATA[Modellbahnen sind zu teuer für Kunden, deren Kaufkraft seit Jahren sinkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Spielwarenmesse rückt näher, die Neuheitenlisten und -kataloge fast aller Hersteller sind bekannt. Ich sehe die üblichen Materialschlachten, die 180-seitigen Neuheitenprospekte, dieses ewige „Viel hilft viel“ und die ebenso üblichen satten Preissteigerungen. Märklin und LGB langen wieder besonders heftig zu, und die Preise der Personenwagen bei Roco – aus längst abgeschriebenen Formen – haben sich in 20 bis 25 Jahren verdreifacht. Und das, obwohl längst nicht mehr in Österreich, sondern in Billiglohnländern (Ungarn, Slowenien, Rumänien, China) produziert wird und die Kaufkraft in Deutschland wegen minimaler Lohnerhöhungen, Steuerprogression, Weihnachtsgeld- und Urlaubsgeldstreichungen seit Jahren stagniert.</p>
<p>Ich kaufe seit 40 Jahren (in den letzten Jahren kaum noch) Modellbahnartikel. Ich habe noch kein einziges Jahr erlebt, in dem die Preise stabil blieben oder gesunken sind. Wenn jährlich zum 1.2. frech 5 bis 7 %, manchmal auch mehr, aufgeschlagen werden, kann das nichts mit gestiegenen Löhnen und Materialkosten zu tun haben. Nein, die Branche macht sich nicht einmal die Mühe, irgendeinen Grund für höhere Preise anzugeben!</p>
<p>Die Modellbahnbranche, soviel ist sicher, hat aus der Krise nichts gelernt. Während Modellbahnhändler aufgeben und ihre Läden schließen, Sammlungen aus allen Nähten platzen, die Nachlässe mit oft neuwertigem Material bei eBay billig zu haben sind, tun die Modellbahnhersteller so, als ob nichts gewesen wäre: Keine Insolvenz von LGB (es waren sogar zwei), keine Insolvenz von Märklin und Faller, keine Schwierigkeiten bei Roco, Fleischmann, Trix, Kibri und Herpa.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wer heute 369 bis 480 Euro für eine H0-Dampflok verlangt, hat schlichtweg den Verstand verloren.</span> 50 bis 80 Euro kostet ein schlichter Personenwagen in H0. Märklin-LGB erdreistet sich, für US-Schnellzugwagen aus abgeschriebenen Formen 350 Euro zu verlangen, 600 Euro für ein plumpes Diesellok-Spielzeug, made in China oder Hungary. Die amerikanische Konkurrenz USA-Trains verlangt für wesentliche bessere Modelle, made in China, gerade mal ein Drittel des Preises. Und macht dabei auch Gewinn, wenn auch vielleicht einen etwas bescheideneren.</p>
<p>Ich mag mich jetzt nicht über Geschäftsführer ohne Kommunikationstalent und Neuheitenblatt auslassen, über &#8220;professionelle&#8221; Investoren mit der Gier nach scheinbar großen Marken und fetten Renditen, sogenannte Consultants ohne Kenntnisse der Modellbaubranche, junge BWL-Karrieristen und Insolvenzverwalter (es gibt auch gute) schimpfen. Das kann Werner Killersreiter, der zwei Jahrzehnte mit Modellbausätzen gehandelt hat, viel besser. Nehmen Sie sich die Zeit für den <a href="http://www.sammlervz.net/nwsIndex.php?action=NwsView&amp;nId=2755&amp;PHPSESSID=ab2d36d08636d3b933a0da172e2f5dab">langen Beitrag</a>, dem ich in nahezu allen Punkten zustimmen muss.</p>
<p>Die Zeit ist mir zu schade, um die Filetierung Fleischmanns durch die Modelleisenbahn-Holding zu kommentieren. Was dort abläuft, bedeutet den Tod der Marke. Der scheint gewollt zu sein. Dummheit im Umgang mit einer (weiteren) Traditionsmarke und <span style="color: #ff0000;">V</span><span style="color: #ff0000;">erarschung der treuen Kunden</span>.</p>
<p>Die Modellbahnbranche steht mit ihrer Hochpreispolitik am Abgrund und wird auf der Spielwarenmesse ab Donnerstag wieder das selbe Programm abspulen wie seit 40 Jahren: Noch mehr Neuheiten, noch höhere Preise, noch kleinere Serien und so dicke Kataloge wie in den Jahren zuvor und wieder keine Anstrengungen, Kinder mit <span style="color: #ff0000;">bezahlbaren</span> <span style="color: #ff0000;"><strong><span style="text-decoration: underline;">aktuellen</span> Modellen <span style="font-weight: normal;"><span style="color: #000000;">zu locken</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #000000;">, </span></span><span style="font-weight: normal;">welche die potenziellen kleinen Kunden aus eigener Anschauung kennen.</span></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wer jetzt nicht Sortimente abspeckt, die Neuheitenzahl begrenzt, Innovationen und Standards schafft und Preise senkt, wird die Quittung vom Käufer bekommen.<span style="color: #000000;"> Käuferstreik.</span></strong></span></p>
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		<title>Kauft Lionel Märklin?</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 09:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Fleischmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Roco]]></category>

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		<description><![CDATA[Lionel gilt als Interessent für Märklin - und wäre der Tod der Marke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Nacht verbreitete Ferpress, die Internationale Eisenbahn-Presse-Vereinigung, die aus Insiderkreisen stammende Information, dass ein Verkauf von Märklin an den amerikanischen Spielzeughersteller <a href="http://lionel.com">Lionel</a> vor der Tür stehen könnte. Schließlich wäre die Spielwarenmesse Anfang Februar der ideale Zeitpunkt dafür.</p>
<p>Nach meinen Informationen aus Insiderkreisen sollen in den letzten Monaten drei potenzielle und durchaus potente Käufer abgesprungen sein oder wurden von Insolvenzverwalter Pluta abgelehnt. Der kann natürlich nicht mit offenen Karten spielen. Für den bevorstehenden Kauf durch Lionel gibt es viele Indizien, doch verifizieren lässt sich das momentan nicht.</p>
<p>Lionel war in den USA das, was Märklin zu guten Zeiten in Deutschland war: eine Kultmarke, mit der Kinder ins Modellbahnhobby eingestiegen sind. Doch im Gegensatz zu Märklin hat sich Lionel kaum weiterentwickelt. Die Spur-Null-Modelle, die doppelt so groß wie Märklins H0-Modelle (Halb-Null, 1:87) sind, und ein paar Spur S-Modelle (1:64) des früheren &#8220;American Flyer&#8221; von Gilbert, sind reines Kinderspielzeug, simpel im Design mit Kinderspielfunktionen auf dem Stand der 50er- und 60er-Jahre. Auch die Fernsteuerung passt zum Kinderspiel-Konzept.</p>
<p>Ende 2004 stand Lionel selbst am Rand der Pleite. Bekanntlich sind Modellbahnen kein Kinderspielzeug mehr, die Zielgruppe sind eindeutig Erwachsene. Dass das einige alte und neue Führungskräfte bei Märklin nicht verstanden haben, lässt sich manchen Äußerungen entnehmen.</p>
<p>Für Märklin wäre der Einstieg von Lionel meines Erachtens der Weg in den Abgrund. Denn Lionel produziert nur in Asien und steht für antiquiertes Blechspielzeug. Aufsteiger in die &#8220;richtige&#8221; Modellbahnwelt mit vorbildnahen Modellen (und nicht Kinderspielzeug) könnten zwar Märklin attraktiv finden, zumal sich beide Systeme mit einem Dreileitersystem (also einer Stromschiene bzw. Punktkontakten zwischen den Schienen) gehalten haben. Märklin gilt aber nicht nur in Deutschland als teuer. In den USA hat es Märklin wegen der hohen Preise und des Wechselstrom-Dreileitersystems nie zu einem nennenswerten Marktanteil gebracht und ist deshalb als &#8220;zu teuer&#8221; im Bewusstsein der Modellbahner dort.</p>
<p>In den USA werden so gut wie keine Modellbahnen mehr hergestellt, die Produktion kommt aus China und bei N-Modellen teilweise aus Japan. Das Preisniveau ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Wenn man die Dollar-Preise umrechnet, sind US-Bahnen vergleichsweise billig und inzwischen qualitativ mal unter, mal sogar leicht über dem Niveau europäischer Modelle. Wenn man Märklin-Produkte in Nordamerika anbieten will, müssen die Verkaufspreise drastisch sinken. Also bleibt nur die Produktion in China mit ihren vielen Unwägbarkeiten. Für die bereits beschädigte einstige Qualitätsmarke Märklin wäre das der Tod, weil dann in Deutschland das sehr hohe Preisniveau einer Billigproduktion in China gegenüberstünde. Die hohen Preise wurden aber zu guten Zeiten nur wegen &#8220;made in Germany&#8221; akzeptiert. Das haben all jene, die die &#8220;wertvolle Marke Märklin&#8221; gern in ihr Portefeuille packen wollten, nie verstanden.</p>
<p>Für die Investoren hinter Lionel, Guggenheim Corporate Funding, könnte die Übernahme von Märklin sinnvoll erscheinen: Sie hätten eine Marke für Aufsteiger von der eigenen Spielzeugmarke und LGB als Großbahnmarke. Auf diesem Markt versucht sich Lionel ebenfalls, offenbar aber mit wenig Erfolg. Dass LGB durch grausame Managementfehler nicht zuletzt von Märklin bereits so gut wie tot ist, kann Lionel nicht wissen.</p>
<p>Modellbahn-Marken sind etwas sehr Sensibles. Investoren und ihre branchenfremden Berater und unerfahrenen Interims-Personale interessiert das nicht. Der Zustand von Roco, Fleischmann, Trix, Märklin und LGB ist Ausdruck dafür.</p>
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		<title>150 Jahre Märklin im SWR</title>
		<link>http://railomotive.com/2009/12/150-jahre-marklin-im-swr/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 12:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Rokal]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Film des SWR zum 150-jährigen Jubiläum von Märklin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen sehenswerten Film zum 150-jährigen Märklin-Jubiläum zeigt der SWR heute um 16 Uhr. Schon vorab ist er <a href="http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/-/id=98578/did=5702076/pv=video/nid=98578/16i898h/index.html">hier auf der SWR-Website</a> zu sehen. Den grauenhaft altbackenen Modellbahn-Romantik-Vorspann mit der &#8220;Sentimental Journey&#8221; (als ob Eisenbahn nur Nostalgiethemen kennen würde) kann man online zum Glück überspringen.</p>
<p>Der Film vermittelt ziemlich gut, wofür Märklin einmal gestanden hat: für modernste Technologien, Schnelligkeit bei der Umsetzung neuer Vorbilder und Spielfunktionen, die andere Modellbahnfirmen nicht bieten konnten – wie die fernsteuerbare Telex-Rangierkupplung, der Lokpfiff auf Knopfdruck oder der Drehkran mit Elektromagnet zum Verladen von Schrott.</p>
<p>Modellbahnhändler Ulrich Schweickhardt schildert seine Sicht der Vertriebspolitik von Märklin und hält die Aufgabe der Kaufhaus-Billigmarke Primex &#8220;ohne Not&#8221; in den neunziger Jahren für einen Kardinalfehler. Und beklagt, was Märklin seitdem verlorengegangen ist: Ideen, Qualität und pünktliche Lieferfähigkeit.</p>
<p>Ex-Betriebsrat Jordan muss ich leider zustimmen. Er beklagt, dass heutige Manager keine Bindung mehr ans Produkt und die Marke haben. Die Heerschar von fachfremden Geschäftsführern und sogenannten Marketingfachleuten bei Märklin, die in den letzten 15 Jahren kaum etwas richtig gemacht und Handel und Kunden gleichermaßen vor den Kopf gestoßen haben, ist groß.</p>
<p>Typisch dafür ist Mathias Hink, der Märklin im üblichen Unternehmensberater-Neusprech als &#8220;eine fantastische brand&#8221; (er meint &#8220;Marke&#8221;) bezeichnet und die Schuld am massiven Versagen der letzten Jahre allein den (vielleicht wirklich) veralteten Produktionsstrukturen gibt – und nicht sich. Wenn man eine Marke nur als Geldvermehrungsmöglichkeit sieht, beratungsresistent ist (weil die eigene sogenannte Beratung ja für 2000 bis 3000 Euro täglich abgerechnet werden kann und das Investment noch lohnenswerter macht) und Markenpflege und brand leadership (das weiß ich sogar ohne BWL-Studium) nicht einmal im eigenen Haus praktiziert, weil man den Markt nicht verstanden hat, dann ist das Ergebnis eben so wie bei diesem traurigen 150-jährigen Jubiläum einer ehemals bedeutenden deutschen Marke. Die Marken-Reputation von Märklin ist am Boden. Da tröstet es auch nicht, dass Fleischmann und LGB ebenso auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit und die Spielzeugmuseen sind. Kennt noch jemand Rokal?</p>
<p>Ich glaube nicht, dass die Marke Märklin noch einmal den alten Glanz zurückerobern kann.</p>
<p>Vielleicht haben sich aber auch die Zeiten zu sehr geändert&#8230;</p>
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