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	<title>Railomotive &#187; Märklin</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
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		<title>Mythos Märklin in Oberhausen &#8211; aus der größten Privatsammlung der Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 15:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Sammler gibt in der Ausstellung "Mythos Märklin" in Oberhausen Einblicke in die größte Märklin-Sammlung der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4931" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229894.jpg"><img class="size-full wp-image-4931" title="P7229894" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229894.jpg" alt="" width="640" height="314" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Storchenbein&quot; von ca. 1890 (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Die größte Märklin-Sammlung der Welt gehört einem Mann im angrenzenden Ausland, der anonym bleiben will. Nur wenige hatten das Privileg, sie besichtigen zu dürfen. Sie umfasst eine fünfstellige Zahl von Märklin-Spielzeugen der Vorkriegszeit und eine weit größere Zahl aus der Zeit nach 1945. Das Privatmuseum soll ein Fußballfeld füllen und enthält auch Einzelstücke und Muster mit einem unermesslichen Sammlerwert.</p>
<p>Der frühere Märklin-Pressesprecher <a href="http://roland-gaugele.de/">Roland Gaugele</a> und Karlheinz Menrad, der ehemalige Chef der ungarischen Märklin-Produktion und Geschäftsführer der <a href="http://menrad-event.de/">Menrad Event GmbH</a>, kennen den Sammler seit vielen Jahren und haben es geschafft, seinem Fundus rund 500 exklusive Stücke zu entlocken, die nun ein Jahr lang in der <a href="http://miniaturwelt-oberhausen.de/">Miniaturwelt Oberhausen</a> gezeigt werden:<span style="color: #ff0000;"><strong> Mythos_Märklin</strong></span>. Viele Ausstellungsstücke waren noch nie zu sehen. Ihre Existenz war selbst eingefleischten Märklin-Kennern nicht bekannt. Denn Märklin begann vor 150 Jahren nicht als Modellbahnfirma, sondern als Hersteller von Blechspielzeug. Puppenstuben, funktionsfähige Herde, Sandspielzeuge, fahrbare Handpumpen, Schiffen, Ritterburgen, Autos, Kutschen, Dampfmaschinen, Metallbaukästen und nicht zuletzt Eisenbahnen gehörten zu dem riesigen Sortiment – Abbilder der Realität und mit hohem Spiel- und Lernwert. Denn Spielen war früher immer das Nachspielen und Üben der Welt der Erwachsenen, keine Flucht in digitale Fantasiewelten. Märklin, das waren handbemalte Spielzeuge, die gepflegt und vererbt wurden und deshalb mehr als ein Jahrhundert überdauert haben. Und nur das Kennerauge fand auf der ganzen Welt Stücke, die ebenfalls aus Göppingen stammten, auch wenn das auf den ersten Blick nicht erkannbar war. So etwa eine Sparbüchse, die um 1910 einen Zeppelin-Gedenkstein in Stuttgart-Echterdingen nachbildete. Sammler bezahlen heute dafür 5000 Euro! Auch die erste elektrische Autorennbahn ist zu sehen, sie stammt von 1934. <span style="color: #ff0000;">Märklin war früher technische Avantgarde.<span style="color: #000000;"><br />
</span></span></p>
<div id="attachment_4932" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229927.jpg"><img class="size-full wp-image-4932" title="P7229927" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229927.jpg" alt="" width="640" height="584" /></a><p class="wp-caption-text">Als Werbebotschaften noch einfach und manchmal wahr waren (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Die Ausstellung <a href="http://www.mythos-maerklin.de/">Mythos Märklin</a> hat mich sehr beeindruckt, denn nicht nur die Exponate bis zu einer riesigen Dampflok von 1910 auf Spurweite 12 cm sind mehr als einen liebevollen Blick wert. Die Vielfalt und technische Qualität der Ausstellungsstücke, die mit aus heutiger Sicht unglaublichem Aufwand und viel Liebe hergestellt wurden, ist schier unglaublich.<span style="color: #ff0000;"> Märklin ist deutsches Kulturgut und war eine Marke vom Feinsten!</span></p>
<p>Schade, dass sie nun von Eigentümern, Heuschrecken und untauglichem Personal kaputtgemacht wurde, die den kulturellen Wert von Märklin nicht verstanden haben. Aber wir haben nicht nur andere Zeiten, sondern einen Wertewandel, der nur noch kurzfristige &#8220;Ergebnisse&#8221; anstrebt und seine langfristige Orientierung verloren hat. Das merkt man auch am heutigen Auftritt der Restmarke Märklin, die als kurioser, nahezu geschichtsloser Gemischtwarenladen, allen Charmes entkleidet, nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.</p>
<p>Ich empfehle Ihnen wärmstens, diese Ausstellung zu besuchen und sich viel Zeit zu nehmen. Betrachten Sie in Ruhe die handbemalten Details und Muster und die enorm hohe Qualität der Märklin-Stücke. Viele werden nie wieder zu sehen sein. Die Chance ist einmalig. <span style="color: #ff0000;"><em>Mythos Märklin</em></span> fasziniert. Noch bis Juli 2011 wird in Oberhausen einzigartig Kulturgeschichte dokumentiert.</p>
<p>Wer dann noch Ausdauer hat, sollte sich im Haus das Ruhrgebiet in H0 im Zustand von 1965 bis 1970 anschauen, eine auf höchstem modellbahnerischen Niveau gebaute, vielfach unterschätzte 700 Quadratmeter große Anlage ohne aufdringliche Effekte, aber mit vielen (auch beweglichen) Details zum Entdecken. Mit Stahlwerken in Aktion, der Villa Hügel, unendlich langen Fahrstrecken, riesigen Güterbahnhöfen und all den Zutaten des Ruhrgebiets, wie es früher einmal war.</p>
<div id="attachment_4933" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229836.jpg"><img class="size-full wp-image-4933" title="P7229836" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229836.jpg" alt="" width="640" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Eine riesige nostalgische Märklin-Anlage von 1960 mit Blechschienen, hunderten von Wiking-Autos ohne Scheiben und einer Autofabrik (oben Mitte) überrascht die Besucher gleich nach dem Eingang (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Den Katalog zur Märklin-Ausstellung sollte man mitnehmen, um zuhause die Details der Exponate und ein paar Anekdötchen des Sammlers  nachzulesen und in Ausschnitten alter Märklin-Kataloge zu schmöckern, die heute wie damals faszinieren. Die wenigen eingetragenen Preisen lassen erahnen, dass Märklin immer eine Marke für die gehobene Mittel- und Oberschicht war. Habgier und schlechtes Management haben leider dafür gesorgt, dass es auch heute wieder so ist. Modellbahnen sind wieder Luxusartikel. Doch sie zu sammeln, lohnt sich bei der Massenware nicht mehr.</p>
<p>Fahren Sie nach Oberhausen, es lohnt sich!</p>
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		<title>Modellbahnindustrie: Was inzwischen geschah</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 20:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen.
Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen.</p>
<p>Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, die ich übrigens nur beim ersten Mal (wegen des nervigen russischen Spams) freischalten muss, ruhig etwas mehr sein könnten, weiß ich doch, dass die Bahnindustrie, Eisenbahnfreunde, Lokführer und die Deutsche Bahn mitlesen. Und manchmal kommen Reaktionen von Seiten, mit denen ich gar nicht gerechnet habe.</p>
<p>Dass weite Teile der Modellbahnindustrie einen miserablen Job machen, was ihre Kommunikation betrifft, habe ich oft genug beklagt. Nicht, weil ich Journalismus und PR von allen Seiten des Schreibtischs und von innen und außen kenne, sondern weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe, dass diese in der Kommunikation durch und durch dilettierende mittelständische Industrie in der größten Not doch noch die Kurve kriegt. Leider spricht nichts dafür, dass meine Hoffnung erfüllt würde.</p>
<p>Obwohl: Da schrieb mir doch der Marketingleiter einer Firma, der mich seit dem Abgang des einzigen ernstzunehmenden Pressesprechers dieser Branche hartnäckig ignoriert hatte, kürzlich eine einschmeichelnde Mail, dass er mich &#8220;als exzellenten Kenner der Branche&#8221; gern zu einem Gespräch einladen möchte, um &#8220;meine Sicht der Dinge hinsichtlich des Gartenbahnmarkts im Allgemeinen und der Situation der Marke LGB im Besonderen zu erfahren&#8221;. Man würde für mich auch eine Werksführung machen.</p>
<p>So ködert man keinen Selbstständigen, für den Know-how und Zeit bares Geld sind. Mit dem üblichen bunten Werbewagen, den man nicht einmal mehr bei eBay los wird, als Gegenleistung für mein Wissen, meine Zeit und die Fahrtkosten kann ich nichts anfangen.</p>
<p>Ich hätte ihm gern vermittelt, wie der Weltmarkt aussieht und was man tun könnte an einem Dutzend Baustellen. Und sei es nur, auch mal an die Journalisten und Kunden zu denken, die keinen Clubbeitrag bezahlen, keine Hauspostillen lesen und keine Videos im Internet sehen wollen. Etwa durch den Versand einer Pressemitteilung, ein Hintergrundgespräch und wenigstens den Hauch einer Information mit einer Haltbarkeit von mehr als drei Tagen. Gut, das wäre schon vor zwei Jahren sein Job gewesen und ich hätte ihm damals gern geholfen, weil die Firma wichtig für die Branche ist. Aber man hätte mich schon fragen müssen.</p>
<p>27 Jahre Know-how im Gartenbahnmarkt, zu dem ein bisschen mehr als &#8220;LGB&#8221; gehört, habe ich mir mühsam und nicht bloß aus Hobbyinteresse erarbeitet. Anlass für das jäh aufgeflammte Interesse des Marketingleiters war übrigens die Besprechung einer Bachmann-Lok in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die um die 344.000 Exemplare verkauft und gern meine Beiträge druckt. Zum Vergleich: Das eisenbahn magazin verkaufte im ersten Quartal 23.468 Hefte, die Miba 23.599, das Märklin-Magazin 75.580. Ein Blatt solcher Reichweite ist schon interessant, auch wenn ich für einen Vorweihnachtsbeitrag in einer Ingenieurzeitung ebenfalls sechsstelliger Auflage zweimal um Fotos betteln musste, die dann so eines &#8220;Marktführers&#8221; nicht würdig waren.</p>
<p>Und weil diese Firma Millionenbeträge an Consultants bezahlt hatte, um durch mutmaßlich sinnfreie und bar jeden Branchenwissens veredelte Beratung in der Insolvenz zu landen, habe ich einen Tagessatz verlangt, der deutlich unter dem gewohnten Berater-Niveau lag und die Chance geboten hätte, binnen sieben Stunden einen Weltmarkt zu erfassen und die ganz besonderen Mentalitäten der Gartenbahn-Käufer, die nur seltenst Gartenzwerge besitzen, wenigstens ansatzweise verstehen zu lernen. Zumal denen der (einstige) Glanz der Marke Märklin keinen Cent wert ist. Auch wenn das schon vor zwei Jahren keine neue Erkenntnis war, als wohl Alix Partners unbedingt LGB haben wollte – vermutlich auf der Erkenntnis basierend, dass die Spur 1 und LGB dieselbe Spurweite haben und das wahnsinnige Synergieeffekte brächte. Consultants denken so schlicht und meist sehr eindimensional. Nicht nur in dieser Branche. Es gibt schon Verleger, denen Berater eingeredet haben, dass sie fast ohne Redakteure multimedial hochinnovative Produkte machen könnten, so mit Video, Podcasts, Social Media, Twitter und Facebook und Leser-Reportern, die immer tolle Handy-Fotos und -videos sofort ins Netz stellen. Das Geschäftsmodell ist dann, die Leser zielgenau nach ihren individuellen Interessen mit Hilfe von Google, Flash cookies und Pop-ups werbemäßig zuzudröhnen. Von Werbeblockern haben die Verlagsmanager und ihre dummen Werbekunden, die von Mediaagenturen und armseligen Social Media-Experten &#8220;beraten&#8221; werden, noch nie gehört. Eurozeichen im Auge machen blind. Aber das nur nebenbei.</p>
<p>Gehört habe ich von dem plötzlich so von mir begeisterten Manager seit Wochen nichts mehr, weil er möglicherweise andere Probleme hat. Dafür erreichte mich gestern eine Pressemitteilung von der PR-Agentur des Insolvenzverwalters und heute noch einmal von der Firma selbst. Der Inhalt hat sich inzwischen herumgesprochen und ist meines Erachtens so zu interpretieren: Die Kündigung durch Sanda Kan ist kein Problem, weil man schon vor einem Jahr nach neuen Lieferanten gesucht habe, aber nicht so recht welche finden konnte, obwohl man schon mit der Rückholung der Werkzeuge nach Göppingen und Ungarn begonnen habe, man aber auch mit chinesischen Zulieferern im Gespräch sei, wobei natürlich Göppingen und Ungarn von der Kündigung profitieren würden, weil dort niemand entlassen werden müsse und die Produktion von Sanda Kan nach Ungarn verlagert würde. Das Weihnachtsgeschäft sei nicht betroffen. Ich habe schon bessere Pressemitteilungen gelesen&#8230;</p>
<p>Kollegen haben herausgefunden, dass die &#8220;6 bis 7 Prozent des Märklin-Umsatzes&#8221; mit Sanda Kan nur ein Teil der Wahrheit sind und Märklin insgesamt etwa 25 Prozent des Umsatzes durch den sehr preiswerten Einkauf bei (weiteren) chinesischen Zulieferern generiert. LGB wird jedenfalls nach meinen Quellen nicht bei Sanda Kan produziert. &#8220;Made in China&#8221; passt großartig zu Märklin, wie jeder weiß.</p>
<p>Von Aristo-Craft erfuhr ich übrigens auf Nachfrage, dass die Großbahnmodelle auch in Zukunft bei Sanda Kan produziert werden. Inzwischen in einer Qualität, bei der sich LGB eine dicke Scheibe abschneiden könnte.</p>
<p>Wenn sich jetzt die von Sanda Kan Hinausgeworfenen um andere Lieferanten bemühen, dürfte es ein Hauen und Stechen geben. Denn auf kleine Mittelständler wartet man in China nicht gerade. Inzwischen fehlen dort nicht zuletzt wegen der Ein-Kind-Politik die jungen Arbeitskräfte, wie vorgestern in der International Herald Tribune zu lesen war. Selbst renommierte Fertigungsstätten für Modellautos arbeiten mit halber Besetzung, weil die Karawane der Arbeitskräfte nicht mehr kommt und in den neuen Fabriken in der Provinz, nah der Heimat, Arbeitsplätze findet.</p>
<p>Entgegen Ferpress-Gerüchten nicht auf dem Weg nach China seien jedenfalls die Marken Roco und Fleischmann, erzählte mir heute nach dem Lesen des letzten Beitrags Michael Prock, Pressesprecher der Modelleisenbahn GmbH, am Telefon. Das Gerücht sei blanker Unsinn. Entwickelt würde nach wie vor in Heilsbronn bei Nürnberg und Gloggnitz (Österreich) und produziert im neuerdings nach deutschen Qualitätsstandards zertifizierten Werk in Rumänien. Ich habe keinen Grund, diese seine Aussage anzuzweifeln. Auch wenn die übrige Politik dieses Unternehmens- und Kapitalgeflechts und die juristischen Winkelzüge mir nicht durchweg vertrauenerweckend scheinen und ich mit der Entwicklung von Roco und Fleischmann, vor allem preislich, nicht glücklich bin. Aber ich bin ja auch nicht verpflichtet, eine H0-Dampflok für über 300 Euro zu kaufen. Solche Preise sind bei den heutigen Nettoeinkommen einfach unvertretbar, erst recht bei der Montage in einem Billiglohnland und bei allem Verständnis für höhere Konstruktions- und Werkzeugkosten bei uns. Dass auch die meisten anderen Hersteller diese Prügel verdienen, macht die Sache nicht besser.</p>
<p>Als &#8220;exzellenter Kenner der Branche&#8221; hätte ich in Göppingen übrigens als erste Maßnahme empfohlen, die LGB-Preise radikal um 30 % zu senken. Als Konjunkturprogramm. Aber Wachstum, glauben unsere selbsternannten Eliten, gibt es ja nur bei steigenden Preisen und Steuern. Und auf dem eigenen Konto.</p>
<p>Ein Studium der Volks- oder Betriebswirtschaft, bei einzelnen Frauen auch der Physik, ersetzt leider oft den gesunden Menschenverstand. Und wenn der weg ist, ist er weg. So wie vielleicht ein Teil der Modellbahnindustrie, wenn Sankt Nikolaus das Totenglöckchen zwischen leeren Regalen läutet.</p>
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		<title>Die Modellbahnindustrie steht vor dem Kollaps</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/06/die-modellbahnindustrie-steht-vor-dem-kollaps/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 19:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gartenbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[USA Trains]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil der chinesische Auftragsfertiger Sanda Kan den meisten Modellbahnfirmen gekündigt hat, steht die Modellbahnindustrie (Brawa, Brekina, Hornby, Märklin, Trix) vor dem Zusammenbruch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Insider wussten es schon einige Tage. Eine amerikanische Zeitschrift,<a href="http://www.modelrailroadnews.com/channels/n-scale/single-article-page/interesting-times/6fa58324da.html"> Model Railroad News</a>, veröffentlichte gestern die Hiobsbotschaft. Da war auch heute in Deutschland kein Halten mehr, Ferpress zog heute Abend nach: Ein großer Teil der Modellbahnindustrie (nicht nur die europäische!) kämpft weltweit ums Überleben. Der Grund: <span style="color: #0000ff;"><strong>Einer der größten Modellbahnhersteller in China, Sanda Kan, hat die Auftragsfertigungsverträge gekündigt! </strong><span style="color: #000000;">Und das ist kein Gerücht. Die Information kommt direkt von diversen Modellbahnfirmen.</span></span></p>
<p>Ganz hart trifft es <strong>Brawa, Brekina, Hornby und Märklin mit Trix</strong>, die spätestens zum Jahresende, nach Abarbeitung laufender Aufträge, vor die Tür gesetzt wurden.</p>
<p>Aber auch die Gartenbahnbranche ist betroffen, denn auch Aristo-Craft und USA Trains lassen bei Sanda Kan fertigen. Ob auch Märklin noch LGB-Formen dort liegen hat, ist nicht bekannt, es kursieren die wildesten Gerüchte. Wo Accucraft, die in letzter Zeit nur noch sehr schleppend liefern, fertigen lässt, entzieht sich momentan meiner Kenntnis.</p>
<p><span style="color: #3366ff;">Piko dagegen hat mit seinem eigenen Werk in China gut lachen.</span> Wieder einmal hat sich Dr. Wilfer als schlauer Fuchs erwiesen.</p>
<p>Sanda Kan gehört seit 2008 zur chinesischen Kader Holding, die u. a. die Marken Bachmann, Liliput, Graham Farrish und Williams (letztere britische Marken) vertreibt. Kader hat mit der Auftragsfertigung von Modellbahnen 107 Mio. $ Umsatz gemacht und weitere 90 Mio. $ mit der sonstigen Spielzeugfertigung umgesetzt. Zuvor war Sanda Kan durch Qualitätsprobleme und mehrere Besitzerwechsel aufgefallen. Unter anderem war zuerst auch die Heuschrecke JP Morgan beteiligt und hatte wohl mit den üblichen Methoden aus Kreditaufnahme zu Lasten der Firma und Entlassungen die Firma zunächst in Lieferprobleme und die Insolvenz getrieben.</p>
<p>Für die Modellbahnindustrie, die einen Teil ihrer Fertigung (wie Märklin) oder die ganze Produktion (Brawa, Brekina) nach China ausgelagert hat, rächt sich das nun in existenzbedrohender Weise. Stark steigende Löhne, null Loyalität der Arbeiter (wen wundert&#8217;s), sogar vereinzelt Streiks gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Qualitätsprobleme, Materialkostensteigerungen und die Aufwertung der chinesischen Währung erst vor wenigen Tagen machen der Branche immer mehr zu schaffen. Dazu kamen strukturbedingt die Probleme mit nicht verfügbaren Ersatzteilen. Wenn eine Produktion, die eine Mindestmenge erfordert, einmal läuft, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Mängel müssen teuer im Zielland behoben werden. Das kennt man nicht nur aus China, sondern auch aus Slowenien. Selbst die Modellbahnpresse hat sich vor ein paar Monaten über Qualitätsmängel bei inzwischen großteils unverschämten Preisen beklagt. Kaufzurückhaltung ist die logische Folge. Ein Markt für Kinderspielzeug ist das schon lange nicht mehr, auch wenn es immer noch Firmenretter gibt, die solches glauben.</p>
<p>Dabei schien die Fertigung in China lange Zeit die Lösung überhaupt zu sein, denn die reinen Produktionskosten lagen und liegen immer noch in der Regel bei nicht einmal 10 Prozent des Ladenpreises in Deutschland. Was hier für 129 € über den Ladentisch geht, kostet im Einkauf 12 bis 13 €. Die Folge der ungehemmten Massenkonstruktion- und produktion war eine Überschwemmung des Markts. Wer gut bezahlte, bekam gute oder sogar hervorragende Qualität. Billigproduktion erzeugte, wie bei LGB-Modellen sichtbar, mittelprächtige Qualität – die hierzulande trotzdem zu gewohnt hohen Preisen wie aus deutscher Fertigung verkauft wurden. Auch Märklin verdarb sich seinen Ruf durch die teilweise China-Produktion.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Nun steht die Branche mit dem Rücken zur Wand</span></strong> und suchte letzte Woche bereits heftigst nach neuen Produktionsfirmen in China. Das Bild, das einige Klitschen abgegeben haben sollen, ist erschütternd. Und gerade die kleinen, aber sehr feinen Serien der Modellbahnindustrie erfordern mehr spezifisches Know-how und Präzision als die Montage billiger Elektronikspielzeuge.</p>
<p>Die Dummen sind nicht nur die Kunden, die – zumindest im Gartenbahnbereich – seit eineinhalb Jahren kaum noch neue Ware geliefert bekommen. Nicht zuletzt, weil Märklin LGB nicht ans Laufen bekommt, was angesichts der internen Umstände nicht verwundert. Die Dummen sind vor allem die Händler, denen Umsatz fehlt und von denen einige den Laden für immer geschlossen haben. Ganz besonders dumm da stehen die vermeintlichen Hersteller, die eigentlich nur Modellbahnvertriebsfirmen sind. Sie haben nur noch mit einzelnen Konstrukteuren Modelle für die Produktion vorbereitet oder gleich ganz mit einem Bündel Zeichnungen chinesische Konstrukteure beauftragt – mit all den Unwägbarkeiten, dass dann schon mal ein Radstern sich nach innen verjüngt, weil die Chinesen nun mal kein Wissen über unsere Bahnen haben oder amerikanische Beschriftungen grotesk falsch abtippen. Modellbahnen und Modellautos können heute fast nur noch, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, chinesische Firmen herstellen. Denn die deutsche Modellbahnindustrie hat ihr Know-how in Formenbau und Produktion verloren. So schaufelte sie ihr eigenes Grab.</p>
<p>Roco war ja bereits so ungeschickt, seine gute österreichische Produktion nach Slowenien und dann Rumänien auszulagern. Mit sichtbaren Folgen für die Qualität. Seitdem Fleischmann von Roco gemanagt wird, ist auch diese Marke am Verglühen. Ferpress weiß von Gerüchten, dass China künftig diese Marken produzieren könnte, zusammen mit der antiquierten, aber immer noch großen US-Marke Lionel, die Billigspielzeug zu horrenden Preisen anbietet, und Atlas, einer amerikanischen Modellbahnmarke. Das soll Sanda Kan, zusammen mit den eigenen Marken rund um Bachmann, angeblich gut auslasten. 20 der bisher 80 Kunden sollen für profitable Umsätze sorgen. Sanda Kan hatte sich schon bisher geweigert, Modelle unter bestimmten vierstelligen Stückzahlen zu produzieren, weil es sich nicht lohnte.</p>
<p>Die Modellbahnindustrie steht nun am Scheideweg: Will sie mit Qualität und den gewohnt (zu) hohen Preisen weitermachen – dann muss sie wieder Know-how in Deutschland oder zumindest Europa aufbauen. Denn entgegen allen Gerüchten lassen sich auch hier Modellbahnen produzieren und vor allem schnell reagieren, wenn sich Modelle als Renner erweisen. Oder sie bleibt in China, produziert Massenware in geringer Auswahl und mit null Service wie schon von amerikanischen Fabrikaten bekannt und geht allmählich unter, weil Qualität, Profit und Preise nicht mehr stimmen.</p>
<p>Wer jetzt schnell handelt und in Europa Know-how und die Fertigung reaktiviert, könnte noch Chancen haben. China bietet als Produktionsstandort für die relativ kleinen Modellbahn-Stückzahlen keine Perspektive mehr.</p>
<p>Jetzt geht es ums nackte Überleben. Gier und unternehmerische Kurzsichtigkeit rächen sich. Die Modellbahnindustrie steht vor dem Kollaps.</p>
<p><strong>Nachtrag 23.6.10:</strong> Die kanadische <a href="http://www.rapidotrains.com/">Rapido Trains</a> hat heute Nacht in einer <a href="http://www.rapidotrains.com/telegraph_currrent.html">Kunden-Rundmail</a> über die Pläne von Sanda Kan berichtet und verweist darauf, nicht betroffen zu sein, weil die Firma eine eigene Produktion in China hat. Die Fotos zeigen eine bessere Hinterhofwerkstatt. Eine Fertigung in Kanada sei wegen der hohen Investitionskosten für eine kleine Firma nicht finanzierbar. Wegen der Lohnerhöhung um 21 % in China werden Preiserhöhungen angekündigt. Rapido Trains macht zwar hochdetaillierte Ware auf Brawa-Niveau zu ähnlich hohen Preisen. Ob das das richtige Signal ist, bezweifle ich. Die Modellbahnindustrie hat den Wahlschalter auf <span style="color: #ff0000;">Selbstzerstörung</span> gedreht.</p>
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		<title>Lionel hat kein Interesse mehr an Märklin</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/03/lionel-hat-kein-interesse-mehr-an-marklin/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 18:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie das Handelsblatt meldet, ist Lionel nicht länger interessiert an Märklin. Ich hatte das bereits am 6.3. erwähnt.
Für Märklin ist das kein Verlust. Lionel wäre als Kinderspielzeughersteller kein guter Käufer gewesen, zumal Amerikaner kein Verständnis für die europäische Mentalität und diese Marke haben. Lionel hätte Märklin endgültig zerstört.
Doch Märklin braucht dringend schnellstens einen Käufer, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/modellbahnhersteller-zu-teuer-lionel-bietet-nicht-mehr-fuer-maerklin;2544464">meldet</a>, ist Lionel nicht länger interessiert an Märklin. Ich hatte das bereits am 6.3. erwähnt.</p>
<p>Für Märklin ist das kein Verlust. Lionel wäre als Kinderspielzeughersteller kein guter Käufer gewesen, zumal Amerikaner kein Verständnis für die europäische Mentalität und diese Marke haben. Lionel hätte Märklin endgültig zerstört.</p>
<p>Doch Märklin braucht dringend schnellstens einen Käufer, der die Marke pflegt und wieder aufbaut. Der Markenwert schwindet mit jedem Tag. Abgewiesene Käufer mit Herzblut, denen man vor den Kopf gestoßen hat, kommen nicht unbedingt wieder, neue Interessenten sind rar. Am Ende droht die Zerschlagung.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hochglanz-Journalismus für Märklin</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 16:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FTD druckte eine erschreckend distanzlose Lobhudelei auf Märklins Interimsgeschäftsführer Seitzinger]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war einmal Abonnent der Financial Times Deutschland. Viele Jahre lang, seit Mitte 2000. Fast von Anfang an. Jeden Morgen, von Montag bis Freitag, freute ich mich auf jede neue Ausgabe. Auf lachsrotem Papier. Mit witzigen Fotos, kreativem Layout und flotter Schreibe. Mit einer frechen Wochenendbeilage mit verrückten Ideen. Die FTD war das junge Gegenstück zum altväterlichen Handelsblatt: frisch, experimentierfreudig, mit jungen Wilden in der Redaktion. Und Kolumnisten, die etwas von Wirtschaftspolitik verstanden und nicht den monokausalen volkswirtschaftlichen Mist von Sinn und anderen Wirtschafts“forschungs“instituts-“Experten“ nachbeteten.</p>
<p>Nach vier, fünf Jahren gingen die ersten guten Redakteure. Einer nach dem anderen. Auch die Wochenendbeilage wurde weggekürzt. Und so wie Umfang, Kreativität und Qualität der FTD schwanden, schwand auch mein Interesse. Ich habe die FTD gekündigt. Eine Weile las ich sie noch online. Toll. Denn die Beiträge standen schon am Donnerstagabend online. Kostenlos. Dann kam ein Relaunch des Onlineauftritts. Er gefällt mir nicht. Ich schaue nur noch selten rein.</p>
<div id="attachment_3640" class="wp-caption alignright" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/PC281959.jpg"><img class="size-full wp-image-3640" title="PC281959" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/PC281959.jpg" alt="" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Märklin ramponiert und schrottreif? Nicht für die FTD. (Foto: FW)</p></div>
<p>Nun erhielt ich einen Link. Ein Märklin-Artikel. Über Geschäftsführer Seitzinger. Von Nina Klöckner. Ich las ihn. Erschütternd. <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:agenda-der-mann-der-maerklin-saniert/50084233.html">„Der Mann, der Märklin saniert.“</a> Ach wirklich?</p>
<p>Nein, ich möchte die Railomotive-Leser nicht länger mit diesem Kurzsatz-Gestammel nerven, das Nina Klöckner in der Journalistenschule gelernt haben muss und das so viel besser zur Bildzeitung passen würde. Doch Frau Klöckner arbeitet bei der FTD, die nun, weil moderne Verlagsmanager eben Zahlenmenschen und nicht einer Qualitätszeitung verpflichtet sind, aus einem Wirtschaftsmedien-Redakteurspool schöpfen muss, der auch so überflüssige Printprodukte wie „Impulse“ und ein früher ernstzunehmendes Magazin namens „Capital“ versorgt. Verlagsmanager mögen das für eine gute Idee halten, für Redakteure selbst mit wenig Berufserfahrung ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Die FTD ist journalistisch nur noch ein klappriges Gerippe ohne Fleisch.</p>
<p>Nina Klöckner arbeitete „für die Sportteile der Stuttgarter Zeitung und der FTD. Nach zwei Europameisterschaften, einer Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in Athen wechselte sie die Stadien gegen Papst-Pilgerreisen, Provinzflughäfen oder die perunanischen Anden. Außer dem Schreiben liebt Nina das Meer, guten Wein, Reisen und Sport.“ So steht es in ihrem Selbstporträt.</p>
<p>Das qualifiziert sie natürlich, das Porträt eines 70-jährigen Mann zu schreiben, der ganz allein Märklin retten wird. Das steht schon fest, und weil der Sommer nah ist und Herr Seitzinger zurück in seine verdiente Pension in Spanien will, muss der Verkauf bald gelingen. Wird er auch. Nina Klöckner glaubt daran.</p>
<p>&#8220;Seitzinger hat bei Kässbohrer geschuftet&#8221;, schreibt sie. Ging die Firma damals nicht in die Insolvenz? Saß nicht Insolvenzverwalter Pluta bis 1995 im Aufsichtsrat? Ach ja: „Die beiden kennen sich schon lange, Seitzinger hat für Pluta schon so manche Firma saniert. Und ihm ist in 13 Monaten gelungen, woran niemand mehr so recht glaubte: die Wiederbelebung einer Legende. Der Neuanfang bei Europas größtem Modelleisenbahnhersteller. &#8230; Märklin lebt. Und in Göppingen wollen sie Seitzinger am liebsten gar nicht mehr gehen lassen.“</p>
<p>So etwas tippen vielleicht naive 20-jährige Volontärinnen mit bunten Plastikfingernägeln, die noch an die Allwissenheit von Geschäftsführern glauben und keinen blassen Schimmer von Märkten haben. So schreiben aber auch Journalisten, die gelernt haben, dass man eine Story so zuspitzen muss, dass die Kernthese belegt wird. In diesem Fall: „Seitzinger ist der Superheld. Mit 70.“ Was dagegen spricht, lässt man weg. So geht Journalismus. Häufig jedenfalls. Gottseidank nicht immer. Es gibt auch viele Redakteure, die wirklich recherchieren, hinterfragen und ihre Märkte kennen.</p>
<p>Natürlich weiß diese Dame – Mitte, Ende 30 – nichts über abverkaufte millionenteure Lagerbestände, die etwa dem Gewinn 2009 entsprochen haben sollen. Nichts über ausgesetzte Zinszahlungen, 100 unbezahlte Überstunden pro Mitarbeiter, den Krach mit dem Betriebsrat und einen &#8220;Drohbrief&#8221; Seitzingers an die Märklin-Händler-Initiative, dass ohne die Hälfte des Jahresumsatzes bis 31.3. der Märklin-Fortbestand gefährdet sei – was für viele Märklin-abhängige Händler das Todesurteil bedeuten würde und die unter Druck setzt zu bestellen.</p>
<p>Sie ahnt nicht, wie stark der Lack schon ab ist von der einst glanzvollen Marke Märklin, dass die Insolvenz viel zu lange dauert und dass Lionel endgültig abgesprungen ist. Die Fußballexpertin hat nichts gehört von übersättigten Märkten, wegsterbenden Sammlern und überteuerten Märklin-Produkten mit Qualitätsmängeln. Von dem sinnlosen Kauf von LGB, Trix und Hübner und verpulverten Millionen für MFOR, SpyTec und anderen Blödsinn, der niemals zur Marke passte. Sie kennt die fachfremden Vertriebsleiter und Produktmanager nicht und stellt nicht infrage, ob Plutas Preis für Märklin nicht unangemessen hoch und in der notleidenden Branche als nicht erzielbar gilt. Und welche Firmen hat Seitzinger für Pluta saniert? Existieren die denn noch?</p>
<p>Nina Klöckners Stil ist auf Hochglanz poliert, ihre Firmenporträts sind makellos. Neben dem FTD-Beitrag könnte, wie im lokalen Anzeigenblatt, die Anzeige von Märklin stehen. Oder von Lamy. Zitat aus einer <a href="http://www.ftd.de/karriere-management/management/:fallstudie-lamy-design-oder-nichtsein/50084136.html">Lamy-Story</a>: „Die Auszeichnungen hängen in der Heidelberger Lamy-Zentrale oben im Flur, eine neben der anderen. Nicht nur für Noto: Seit Lamy auf Design setzt, ist die Firma Stammgast bei Preisverleihungen.“</p>
<p>Wow. Diese Frau weiß zweifellos, wie man Firmen inszeniert. Geschäftsführer und Vorstände – schließlich sind sie auch Anzeigenkunden – lesen so etwas gern. Moderner Wirtschaftjournalismus, vom distanzlosen Sport“journalismus“ abgeleitet.</p>
<p>Für mich ist der Werbeartikel nichts als blanker Gefälligkeitsjournalismus und ein Zeichen, dass sich die FTD aufgegeben hat. Ich habe die FTD aus meinen Top Sites im Safari-Browser genommen. Endgültig.</p>
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		<title>Wau, jetzt gibt es Märklin-TV!</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marginalien]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Märklin-TV begeistert Märklin-Fans, aber nur, wenn sie Clubmitglied werden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Groucho Marx (1890 – 1977), der große Komiker, begründete seine Kündigung beim Friars Club in Beverly Hills folgendermaßen: „I don&#8217;t care to belong to any social organization that will accept me as a member.“ Auf Deutsch: <strong>Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied akzeptiert.</strong></p>
<p>Auch <strong>Märklin</strong> hat einen <strong>Club</strong>. Sogar zwei. Den &#8220;Märklin Insider&#8221; und den &#8220;1. FC Märklin&#8221;, der allem Anschein nach nichts mit Fußball zu tun hat, sondern Kinder anregen könnte, ihre Intelligenz etwas stärker einzusetzen als beim Ballspiel. Bestens betuchte Eltern natürlich vorausgesetzt.</p>
<p>Die herausfordernd getextete <a href="http://www.maerklin.de/de/service/erlebnis/clubs.html">Märklin-Website</a> verspricht großes Glück: <em>„<span style="color: #0000ff;">Für Sie sind Modelleisenbahnen nicht nur irgendein Hobby, sondern eine Leidenschaft? Hier finden Sie Gleichgesinnte</span></em><em>“</em>, behauptet da ein Online-Poet gleich neben dem Titelbild des „Märklin Insider“, auf dem eine 03.10 vermutlich in einem Sandkasten abgelichtet wurde. So genau kann man das nicht erkennen, denn beim Klick auf den Titel öffnet sich eine neue Seite, auf der ein <a href="http://www.insider.maerklin.de/de/login">Eisenbahnkran</a> aus meiner Kindheit einen Magirus, so etwa für Spur 0, verziert. Ein Modell, das jeden Märklin-Bahner wegen der schieren Nähe zum H0-Hobby faszinieren muss. Leider scheitere ich schon bei meinem weitere Bemühen, Gleichgesinnte zu finden. Denn ich habe weder Mitgliedsnummer noch Passwort.</p>
<p>Interessant wäre herauszufinden, wie man in einer Zeitschrift, die der &#8220;Insider&#8221; dem Hörensagen nach und wegen der mir zugespielten schlechten Fotokopien zu sein scheint, <em><strong>Gleichgesinnte</strong></em> findet. Als Pappkameraden? Hatte man diesen Begriff nicht früher als Chiffre für Partnertausch, Gruppensex und gleichgeschlechtliche Ambitionen verwendet? Ich weiß es nicht mehr, so alt ist dieser Begriff.</p>
<p>Irgendwie fallen mir bei der Erinnerung an die 60er-Jahre unsere Kloppereien in der Schule ein, als es darum ging, ob man die Rolling Stones oder die Beatles toll fand. Da musste man sich entscheiden, man konnte nur Fan einer Band sein. Ich bevorzugte die Stones, habe aber nach vielen Stones-LPs und CDs ein Jahrzehnt später unbeschadet zwei Beatles-LPs und ein paar CDs in meine Sammlung genommen.</p>
<div id="attachment_3380" class="wp-caption alignright" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/02/PC241764.jpg"><img class="size-full wp-image-3380" title="PC241764" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/02/PC241764.jpg" alt="" width="420" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Märklin-Blech- und Guss-Bahn, knapp 50 Jahre alt (Weidelich)</p></div>
<p>Nicht ganz so handgreiflich waren die Systemkämpfe zwischen <strong>Wechselstrom</strong> und <strong>Gleichstrom</strong> – dass <a href="http://www.acronymfinder.com/%5Bnot-an-acronym%5D-slang-for-bisexuality-%28ACDC%29.html">AC/DC</a> auch noch eine andere Bedeutung hätte, wusste ich damals noch nicht. Jedenfalls bewunderte ich bei einem Mitschüler die Laufruhe einer kleinen Fleischmann-Lok, einer E 69, auf den schicken messingglänzenden Gleisen auf Mössmer-Schaumstoffbettung. Ein Genuss, wo sich doch meine Märklin-Bahn auf den Blechschienen lärmend und funkensprühend vorwärtsbewegte und ebenso spektakulär funkensprühend entgleiste, gelegentlich begleitet von den giftigen Dämpfen dahinschmelzender Kabelisolierungen im Gehänge unter der Tischlerplatte. Auch die über die Anlage verbundenen beiden dicken blauen Trafos, von denen manchmal nur einer am Netz hing, habe ich überlebt.</p>
<p>So bin ich schon früh zum Gleichstromfahrer geworden und habe es niemals bereut. Vor allem nicht, als ich vor ein paar Jahren eine nagelneue digitale Märklin-Lok auf der Spielwarenmesse vor sich hinschnarren hörte. Ich war richtig erschrocken über solches Sounddesign. Meine 49 Jahre alte Märklin-Bahn verdeutlichte mir jüngst zu Weihnachten, dass es richtig war, früh auf dieses Nostalgiespielzeug zu verzichten. Auch wenn ich beim Abbau der fliegenden Gleichstromanlage mit dem alten, wunderbaren Roco-Bettungsgleis die abgefallenen Roco-Teile, hauptsächlich  Pufferteller und Griffstangen, auflesen musste. Die frühen Roco-Loks schnarrten ebenfalls unerträglich, der 485er war durch Zinkpest breiter geworden. Aber die Fleischmann-Loks sind noch ein Gedicht wie früher, leise und genauso robust, wie man es Märklin in guten Zeiten nachsagte, aber ohne offen sichtbare Zahnräder.</p>
<p><strong>Manchmal trifft man eben auch gute Entscheidungen im Leben.</strong></p>
<p>Ob das Clubwesen bei Märklin eine gute Entscheidung war, lässt sich mit Fug und Recht bezweifeln. Aber da dort jemand schon eine bunte Kette von grotesken Fehlentscheidungen getroffen hat und immer noch die Verantwortung auf der leichten Schulter trägt, kommt es auf eine Fehlleistung mehr nicht an. Das Unternehmen hat ja, dem Vernehmen nach auch wegen millionenschwerer Lagerware und eingesparten Beraterhonoraren, einen Rekordgewinn gemacht und ist auf einem guten Weg, auch wenn es wegen der schieren Körpergröße von Herrn Pluta für Investoren nicht einfach sein dürfte, mit ihm auf Augenhöhe zu verhandeln. <span style="color: #ff0000;">Wer mit vollen Kassen auf einem guten Weg ist und viel Zeit hat, bekommt auch Spielraum für neue Flops.</span></p>
<p>Der erste Flop ist, dass ziemlich schwer herauszufinden ist, was eine Clubmitgliedschaft kostet (79,95 Euro – aber bitte suchen Sie mal selbst, wo das steht) und was es für das Geld gibt, das an den Insolvenzverwalter überwiesen werden soll. Es wird einem nicht leicht gemacht, der Glaubensgemeinschaft der Märklinisten beizutreten. Einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die mit der Unternehmensführung der Meinung sind, dass Märklin-Produkte von Natur aus sehr teuer sein müssen – auch jene, die billig in China gefertigt werden. Dazu passt perfekt, dass die <a href="http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:gehaltsreport-was-die-deutschen-verdienen/50056905.html">Kaufkraft</a> in den letzten 18 Jahren um 30 %  bis 50 % gesunken ist, was selbst mathematisch und statistisch wenig vorbelastete Verbraucher am eigenen Geldbeutel gemerkt haben. Die vielen Märklin-Geschäftsführer aber nicht.</p>
<p>Der zweite Flop wird der wieder einmal als <a href="http://www.maerklin.de/de/produkte/sondereditionen/adler.html">Neuheit 666 mal aufgelegte Adler-Zug</a> in Spur 1 sein, der schon zweimal je fünftausend Mal „limitiert“ gefertigt wurde und, 25 Jahre alt, bei Ebay schon für 1 Euro oder ab 599 Euro zu haben ist. Auch die klassischen Blechschnellzugwagen, die man überall als 50 Jahre altes Original für 5 bis 8 Euro bekommt, werden sicher ein Renner. Gerade zusammen mit einer digitaltauglichen V 200, die ich noch im Original besitze und als Kindheitserinnerung gern behalte, aber niemals mit Dekoder kaufen würde. 1960 kostete sie teure 39 DM.</p>
<p>Dass in Göppingen wahre Kommunikationsspezialisten am/im Werk sind, wurde mit der freudigen Verkündigung der Hauptneuheit auf der Spielwarenmesse deutlich: <span style="color: #ff0000;"><strong>Märklin-TV!</strong><strong> </strong></span>Zwar gab es keine Pressemappen im Pressezentrum und auch keine Einladung zur Pressekonferenz. Aber solche Selbstverständlichkeiten belasten eine sensationell erfolgreiche Firma in Insolvenz nur. Da bringt man lieber &#8220;<a href="http://www.maerklin.de/de/service/erlebnis/clubs.html">Fernsehen</a>&#8220;. Der Exklusivität wegen auf der eigenen Website. Und damit bloß nicht zu viele Märklin-Fahrer hineinschauen und der Server nicht überlastet wird, gibt es die frohe Botschaft der Punktkontakt-Videos nur für zahlende Mitglieder. Schließlich kostet die TV-Produktion eine Menge Geld.</p>
<div id="attachment_3381" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/02/Märklin-Club.jpg"><img class="size-full wp-image-3381" title="Märklin-Club" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/02/Märklin-Club.jpg" alt="" width="320" height="182" /></a><p class="wp-caption-text">Gehen Sie in den Märklin-Club!</p></div>
<p>Der 34-sekündige Schwenk über den Messestand, einen TGV und den netten Herrn von Ortloff vor einem Kameramann mit Assistenten und Aufheller kann zweifellos motivieren, spontan Mitglied der faszinierenden Märklin-Insider-Gleichgesinnten-Gemeinschaft werden zu wollen. Wenn der hingerissene Märklinist neben dem Teaser auf &#8220;Details&#8221; tippt, findet er dummerweise keinen Hinweis, wohin er den Gesinnungsbeitrag überweisen könnte. Nur einen Link zu dieser hochattraktiven Seite, bei der man sich einloggen könnte, wenn man denn schon &#8220;Insider&#8221; wäre:</p>
<p><strong>Aber ich würde sowieso kein Clubmitglied werden wollen</strong>.</p>
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		<title>Wie sich die Modellbahnbranche selbst schädigt</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/02/wie-sich-die-modellbahnbranche-selbst-schaedigt/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 19:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gartenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Fleischmann]]></category>
		<category><![CDATA[LGB]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>
		<category><![CDATA[Roco]]></category>

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		<description><![CDATA[Modellbahnen sind zu teuer für Kunden, deren Kaufkraft seit Jahren sinkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Spielwarenmesse rückt näher, die Neuheitenlisten und -kataloge fast aller Hersteller sind bekannt. Ich sehe die üblichen Materialschlachten, die 180-seitigen Neuheitenprospekte, dieses ewige „Viel hilft viel“ und die ebenso üblichen satten Preissteigerungen. Märklin und LGB langen wieder besonders heftig zu, und die Preise der Personenwagen bei Roco – aus längst abgeschriebenen Formen – haben sich in 20 bis 25 Jahren verdreifacht. Und das, obwohl längst nicht mehr in Österreich, sondern in Billiglohnländern (Ungarn, Slowenien, Rumänien, China) produziert wird und die Kaufkraft in Deutschland wegen minimaler Lohnerhöhungen, Steuerprogression, Weihnachtsgeld- und Urlaubsgeldstreichungen seit Jahren stagniert.</p>
<p>Ich kaufe seit 40 Jahren (in den letzten Jahren kaum noch) Modellbahnartikel. Ich habe noch kein einziges Jahr erlebt, in dem die Preise stabil blieben oder gesunken sind. Wenn jährlich zum 1.2. frech 5 bis 7 %, manchmal auch mehr, aufgeschlagen werden, kann das nichts mit gestiegenen Löhnen und Materialkosten zu tun haben. Nein, die Branche macht sich nicht einmal die Mühe, irgendeinen Grund für höhere Preise anzugeben!</p>
<p>Die Modellbahnbranche, soviel ist sicher, hat aus der Krise nichts gelernt. Während Modellbahnhändler aufgeben und ihre Läden schließen, Sammlungen aus allen Nähten platzen, die Nachlässe mit oft neuwertigem Material bei eBay billig zu haben sind, tun die Modellbahnhersteller so, als ob nichts gewesen wäre: Keine Insolvenz von LGB (es waren sogar zwei), keine Insolvenz von Märklin und Faller, keine Schwierigkeiten bei Roco, Fleischmann, Trix, Kibri und Herpa.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wer heute 369 bis 480 Euro für eine H0-Dampflok verlangt, hat schlichtweg den Verstand verloren.</span> 50 bis 80 Euro kostet ein schlichter Personenwagen in H0. Märklin-LGB erdreistet sich, für US-Schnellzugwagen aus abgeschriebenen Formen 350 Euro zu verlangen, 600 Euro für ein plumpes Diesellok-Spielzeug, made in China oder Hungary. Die amerikanische Konkurrenz USA-Trains verlangt für wesentliche bessere Modelle, made in China, gerade mal ein Drittel des Preises. Und macht dabei auch Gewinn, wenn auch vielleicht einen etwas bescheideneren.</p>
<p>Ich mag mich jetzt nicht über Geschäftsführer ohne Kommunikationstalent und Neuheitenblatt auslassen, über &#8220;professionelle&#8221; Investoren mit der Gier nach scheinbar großen Marken und fetten Renditen, sogenannte Consultants ohne Kenntnisse der Modellbaubranche, junge BWL-Karrieristen und Insolvenzverwalter (es gibt auch gute) schimpfen. Das kann Werner Killersreiter, der zwei Jahrzehnte mit Modellbausätzen gehandelt hat, viel besser. Nehmen Sie sich die Zeit für den <a href="http://www.sammlervz.net/nwsIndex.php?action=NwsView&amp;nId=2755&amp;PHPSESSID=ab2d36d08636d3b933a0da172e2f5dab">langen Beitrag</a>, dem ich in nahezu allen Punkten zustimmen muss.</p>
<p>Die Zeit ist mir zu schade, um die Filetierung Fleischmanns durch die Modelleisenbahn-Holding zu kommentieren. Was dort abläuft, bedeutet den Tod der Marke. Der scheint gewollt zu sein. Dummheit im Umgang mit einer (weiteren) Traditionsmarke und <span style="color: #ff0000;">V</span><span style="color: #ff0000;">erarschung der treuen Kunden</span>.</p>
<p>Die Modellbahnbranche steht mit ihrer Hochpreispolitik am Abgrund und wird auf der Spielwarenmesse ab Donnerstag wieder das selbe Programm abspulen wie seit 40 Jahren: Noch mehr Neuheiten, noch höhere Preise, noch kleinere Serien und so dicke Kataloge wie in den Jahren zuvor und wieder keine Anstrengungen, Kinder mit <span style="color: #ff0000;">bezahlbaren</span> <span style="color: #ff0000;"><strong><span style="text-decoration: underline;">aktuellen</span> Modellen <span style="font-weight: normal;"><span style="color: #000000;">zu locken</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #000000;">, </span></span><span style="font-weight: normal;">welche die potenziellen kleinen Kunden aus eigener Anschauung kennen.</span></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wer jetzt nicht Sortimente abspeckt, die Neuheitenzahl begrenzt, Innovationen und Standards schafft und Preise senkt, wird die Quittung vom Käufer bekommen.<span style="color: #000000;"> Käuferstreik.</span></strong></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Super – Märklin schafft den Neuanfang mit LGB</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/01/super-%e2%80%93-marklin-schafft-den-neuanfang-mit-lgb/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 21:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gartenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Marginalien]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[LGB]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[LGB bringt 2010 23 Neuheiten für die Gartenbahn]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich — die Zeit des Wartens hat ein Ende. LGB-Freunde erfuhren schon vor der Spielwarenmesse, worauf sie sich dieses Jahr freuen können. Mit 23 Neuheiten schafft die Gartenbahnmarke in Märklin-Hand einen gelungenen Neuanfang. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Doch auch die noch nicht bekannten Neuheiten haben es in sich. Ich untertreibe nicht.</p>
<p>Amerika steht wieder im Fokus, und die LGB-Freunde werden sich über eine – man kann es nicht anders sagen – kleine Sensation freuen: Zum ersten Mal kommt die berühmte Güterzug-Diesellok der Santa Fe mit dem blue-bonnet-Wappen! Zusammen kosten A- und B-Unit nur rund 1200 €. Ein Super-Angebot, weil in der B-Unit ein kräftiger Soundbaustein eingebaut ist, von dem auch Ihre Nachbarn sicherlich beeindruckt sein werden. Nimmt man die knuddelige zweite Einheit vom Gleis, sagt der Sounddekoder bei Schrägstellung &#8220;daddy, I love you!&#8221;. Das ist besonders wichtig für die Kundenbindung in Nordamerika – einem nun mehrere Jahre vernachlässigten Markt. Kippt die Lok bei einer Entgleisung auf die Seite, ruft sie &#8220;help!&#8221; und betätigt 21 Mal das Horn (abstellbar). Innovativ! Leider war kein Platz mehr für Motoren, aber auf die  kann der platzbeschränkte LGB-Freund bestimmt gut verzichten, denn die Zugkraft der Vorderlok ist mehr als ausreichend. Wer dazu die neu aufgelegten Streamliner-Hänger für günstige 350 € pro Stück erwirbt, erhält schon für wenige tausend Euro einen wunderschönen Zug. Das Blaue Band der Schiene für den Garten, wenn man so will.</p>
<p>Für die vielen Fans der Rhätischen Bahn haben LGB und Märklin ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Erstmals unlimitiert gibt es das berühmte Krokodil in grüner Lackierung. Das ist zwar nicht ganz vorbildgerecht, eröffnet Bastlern aber ganz neue Dimensionen bei der Verfeinerung und Umgestaltung. Fügt man zwei Vorlaufachsen hinzu, wird daraus eine Ce 6/8 der SBB, was ganz besonders Gartenbahner in der Schweiz erfreuen wird. Das LGB-Krokodil steht nun endlich ebenbürtig in der langen Tradition von Märklin, wo das beliebte Schweizer Krokodil in unzähligen Varianten immer neue Kaufimpulse ausgelöst hat. Gelegentlich zu hörende Klagen, Märklin hätte an Biss verloren und sei sprunghaft und leicht wie eine  Heuschrecke geworden, entbehren jeder Grundlage und können nur von neidischen Konkurrenten stammen.</p>
<p>Qualität ist teuer, und deshalb hat sich LGB für die Harzdampflok mit der Nummer 99 7245, die dank eines kostbaren Soundbausteins den mehrstufigen Auspuffschlag gewohnt souverän nachbildet, ein neues Finanzierungskonzept ausgedacht. Im vorab geführten exklusiven Hintergrundgespräch mit den kreativen Marketingfachleuten von Märklin wurde zwar verstohlen zugegeben, sich ein wenig in der Mobilfunkbranche umgeschaut zu haben. Doch das Konzept überzeugt auf der ganzen Linie. In der Prepaid-Variante wird die Lok klassisch vorausbezahlt und kostet 1732 €. Geld, das gut angelegt ist, denn wie alle LGB-Loks ist dieser Harz-Dampfer nicht kaputt zu kriegen.</p>
<p>Die Vertragsvariante wäre gerade für LGB-Freunde mit kleinerem Geldbeutel ideal, könnten sie sich doch auf diese Art einen Traum erfüllen. Für eine Rate von nur 99 Euro im Monat gehört die Lok schon nach 24 Monaten Ihnen! Das ist nur durch die enge Zusammenarbeit mit der Hypo Alpe Adria in Klagenfurt möglich, die für ihre ausgeklügelten Finanzierungskonzepte bekannt ist. Nun warten wir gespannt auf die Bekanntgabe dieser Pläne auf der Spielwarenmesse – falls sie in letzter Minute nicht verschoben werden.</p>
<p>Insider haben mir ein Papier zugespielt. Möglicherweise ist noch eine dritte Variante im Gespräch, die LGB in der Modellbahnbranche zum ersten Mal erproben könnte.<span style="color: #ff0000;"> Das wäre n</span><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;">i</span>cht nur eine Sensation, eher eine Revolution! </span>Digitale Hochleistungsdekoder und ein Kartenlesegerät an der Unterseite der Lok arbeiten in derart raffinierter Weise zusammen, dass LGB mit Recht und Stolz von einer Weltneuheit sprechen könnte. Denn erstmals würde dann auf Gartenbahnen, ja Modellbahnen überhaupt, „pay per drive“ realisiert, das Bezahlen pro Runde!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das könnte so gehen: Eine mit mindestens 200 € aufgeladene <span style="color: #ff0000;"><strong>L</strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>GB-Pay&amp;Drive-Card</strong></span> (Aufladen soll an jedem Geldautomaten gehen) wird einfach zwischen den Schienen befestigt, ein Gleisstück mit Kartenhalter (ca. 24,95 €) soll in Vorbereitung sein. Die Lok misst dank des Dekoders die zurückgelegte Strecke und bucht die Fahrtkosten beim Überfahren der Karte berührungslos ab. An die Handhabung von Pendelzügen, die Schwaben sicher kurz vor der Karte wenden lassen, wurde aber wohl noch nicht gedacht.</p>
<p>Die genauen Preise müssen bis zur Spielwarenmesse noch diskutiert werden. Analog zur Mobilfunkindustrie wird aber wohl daran gedacht, pro Meter günstige 49 Cent abzubuchen, wobei angefangene Meter wie ganze Meter zählen. Weichen werden extra berechnet. R1-Weichen sind wegen des hohen Verschleiß mit 99 Cent recht teuer, R3-Weichen kosten 39 Cent, andere Weichen, auch von anderen Herstellern, werden wegen des geringeren Abnutzungseffekts mit 19 Cent berechnet. Im Rangiermodus wären pro Stunde 8,99 € fällig, darin sollen gerüchteweise aber 10 Weichen enthalten sein. Jede weitere Weichenüberfahrt soll leider 1,29 € kosten. Kein Nachteil, denn LGB achtet im Sinne der Gartenbahner gewissermaßen darauf, dass beim Rangieren nicht übertrieben wird.</p>
<p>Um Mißbrauch zu vermeiden, kann die Lok nur gestartet werden, wenn eine Tagespauschale von 9,99 € von der Karte abgebucht wurde. Etwas unpraktisch dürfte sein, dass man die Lok dazu wohl umdrehen muss, um die Karte über das Lesegerät zu halten. Karte und Lok (SIM-Lock) sind eine Einheit. Die Lok, und das ist ein Wermutstropfen, wird erst für andere Nutzer freigeschaltet, wenn sie insgesamt 2199 € von der Karte abgebucht hat. Wer nicht so viel fährt, kann die Lok aber auch für 999 € teilkaufen und den Restbetrag gewissermaßen „erfahren“. Für viele Harzbahnfreunde sicher die bessere Lösung – wenn sie denn wirklich angeboten wird.</p>
<p>Gegenüber diesen revolutionären Entwicklungen, mit denen keiner mehr gerechnet hat, fallen die anderen LGB-Neuheiten naturgemäß etwas ab. Details finden Sie direkt bei <a href="http://www.lgb.de">LGB</a>.</p>
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		<title>Lionel will Märklin</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 20:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Kader]]></category>
		<category><![CDATA[Lionel]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FTD bestätigt Kaufabsichten von Lionel bei Märklin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Maier von der <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:produktionsverlagerung-us-hersteller-lionel-will-maerklin-kaufen/50060626.html">Financial Times Deutschland</a> ging der gestern schon thematisierten Vermutung nach und findet das Gerücht jedenfalls bestätigt: Lionel will Märklin. Interessant ist dabei, dass Lionel, die Ende 2004 insolvent und Gläubigerschutz beantragt hatten, mit gerade mal 80 Millionen Dollar (gut 55 Mio. Euro) Umsatz viel kleiner ist als Märklin, aber der führende amerikanische Modelleisenbahnanbieter sein soll. Das ist kaum zu glauben, denn der Multimarkenkonzern Kader/Bachmann, in dessen chinesischer Fabrik Sanda Kan neben Märklin ein Großteil der Modellbahnhersteller der Welt produziert, macht mit Modellbahnen wesentlich mehr Umsatz. 81 Milionen Euro setzte <a href="http://www.kader.com/investor_relations/financial_reports.html">Kader</a> 2008 insgesamt um. Modellbahnen machen knapp 97 % des Geschäfts aus. Der Umsatz stieg für die Halbjahre 2008 bis 2009 von 273 980 000 auf 484 610 000 Hongkong-Dollar (43 127 814 Euro). Weil hier für Fremde produziert wird, die ein Vielfaches der Einstandspreise verlangen, sind die Zahlen sowieso nicht besonders aussagefähig, was Marktanteile betrifft.</p>
<p>Einige Schlussfolgerungen der Kollegin kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen. Lionel war nie eine Sammlermarke wie Märklin (Fokus: Erwachsene) und liefert bis heute antiquiertes Kinderspielzeug, das vor allem für den in Amerika traditionellen Zug um den Weihnachtsbaum geeignet ist. Erwachsene machen darum einen Bogen, als Modellbahn – wie Märklin – geht Lionel mit seinem Blechspielzeugcharakter nicht durch. Zwischen Lionel und Märklin liegen Welten!</p>
<p>Spannend wird sein, ob Lionel zur Spielwarenmesse (4. &#8211; 9.2.10) dann als tatsächlicher Käufer aus dem Hut gezaubert wird und die gegenwärtigen Weitersuch-Absichten nur Ablenkungsmanöver waren. Lionel wäre ein denkbar schlechter Investor für Märklin.</p>
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		<title>Faller ist gerettet &#8211; Märklin nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 10:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marginalien]]></category>
		<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Faller]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>
		<category><![CDATA[Piko]]></category>

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		<description><![CDATA[Faller ist aus der Insolvenz gerettet, Märklin prüft noch Kaufangebote und überflutet den Markt weiter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie zu erwarten, wurde gestern der Insolvenzplan für Faller angenommen. Die Gläubiger müssen sich mit einer Quote von zehn Prozent zufriedengeben, die Banken lassen ihre Kredite von 1,125 Mio. € für zehn Jahre stehen und bedienen sich an den Grundstücken.</p>
<p>Im Brief an die Gläubiger (siehe auch <a href="http://gartenbahnprofi.de/28229/home.html">Gartenbahn Profi</a>) heißt es weiter: <em>Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens gestellt. Die Gesellschafter müssen jetzt noch eine Kapitalerhöhung von mindestens 500.000,00 EUR beschließen. Nach Mitteilung von Dr. Grub ist dies jedoch eine Formsache. Danach wird das Insolvenzgericht den Plan bestätigen. Die Gebr. FALLER GmbH kann jetzt mit der Reorganisation der Produktionsabläufe und mit der Konzentration von Fertigung, Verwaltung und Vertrieb in dem siebenstöckigen Hochhaus in Gütenbach beginnen, mit der Kosten in Höhe von 1,2 Mio. EUR verbunden sind</em>.</p>
<p>Bei Märklin wird unterdessen weiter gepokert. Laut Insolvenzverwalter Pluta hat Märklin 2009 &#8220;nach vorläufigen Zahlen&#8221;, die nur geschätzt und nicht aus einer fertigen Bilanz stammen können, 110 Millionen € Umsatz gemacht, nach 128 Mio. € im Vorjahr. Gestern flatterte Ferpress, wohl als Dementi des <a href="http://railomotive.com/2010/01/kauft-lionel-marklin/">Lionel-Gerüchts</a>, ein Brief von Dr. Kurt Seitzinger ins Haus, dem Handlungsbevollmächtigten des Insolvenzverwalters über das Vermögen der Gebr. Märklin &amp; Cie. GmbH, Rechtsanwalt Michael Pluta. Darin heißt es u.a.:</p>
<p><em> Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sich die stabile wirtschaftliche Lage, in der sich Märklin aktuell befindet, verschlechtern könnte. Diese gute wirtschaftliche Lage gibt uns die Möglichkeit, mit allen Interessenten auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln. Wir treten gegenüber den Kaufinteressenten nicht als Bittsteller auf, sondern wir bieten ein Objekt an, <span style="text-decoration: underline;">aus dem sich, wie wir täglich beweisen, etwas machen lässt, wenn an den richtigen Schrauben gedreht wird</span>.</em></p>
<p>Dazu kann ich nur sagen: Märklin hat nie etwas aus den ohne Not und ganz offensichtlich ohne Strategie und Marktkenntnis erworbenen Marken Hübner, Trix und LGB gemacht. Die Integration dieser Marken ist nicht gelungen bzw. wurde nicht einmal halbherzig versucht. Trix, eine schon vor dem Kauf halbtote Gleichstrom-H0-Marke, passte absolut nicht zu Märklin, Minitrix (Nenngröße N) wäre unter Umständen als neue Marke – aber ohne offensive Vermarktung unter dem Markendach von Märklin! – noch tragbar gewesen. Hübner-Modelle hätten endlich dem schlecht gepflegten und angejahrten Märklin-Spur-1-Sortiment einen Modernisierungskick gegeben. Die Formen scheinen aber irgendwo zu verrotten.</p>
<p>LGB wurde zwar übernommen, aber nicht einmal ansatzweise verstanden und der große Kundenstamm (und die Journalisten) durch ehrliche Informationen noch weniger bei der Stange gehalten als durch die seltenen Lieferungen. Mehrfach versprochene und noch häufiger verschobene, fast produktionsreife Neuheiten sind de facto gestrichen und tauchen vielleicht zum dritten Mal als &#8220;Neuheiten&#8221; auf der Spielwarenmesse auf. Die Glaubwürdigkeit von Märklin ist hinsichtlich dieser Marke LGB inzwischen bei Null, die Marktkenntnis war es schon immer. Das Geschäft machen derweil dreiste chinesische Plagiatoren. Und Piko: Zwar mit Regelspurmodellen in einem kuriosen Maßstabsgemisch, aber preiswert in guter bis hervorragender Qualität. Auch ein neues Schienensortiment gehört zum rasch wachsenden Piko-Sortiment. Und während alte Kleinserienhersteller schlafen, Brawa sich vorschnell aus dem Marktsegment zurückzog und neue Hersteller heranreifen, wurde LGB überflüssig. Der Stern der Marke ist fast verglüht. Vom nicht nachvollziehbaren Umgang mit Ersatzteilen nach den beiden Insolvenzen und den bei Ebay in großen Mengen auftauchenden fabrikneuen Modellen und halbfertigen Teilen einmal abgesehen&#8230;</p>
<p>Auch mit <a href="http://www.spy-tec-world.com/">SpyTec</a> und MFOR hatte sich Märklin ja peinliche Flops geleistet, die von vornherein absehbar waren. Zu Märklin passte dieses Kinder- und Kriegsspielzeug nicht, nicht mal zum Imagetransfer (in welcher Richtung bloß?). Aber das konnten die branchenfremden &#8220;Berater&#8221; und unerfahrenen Jung-Mitarbeiter natürlich nicht wissen. (Persönlich würde ich mir nicht gerade zutrauen, Golfzubehör und Yachten zu verkaufen, nur weil ich ein paar Mal auf Golfplätzen war und drei, vier Yachten steuern durfte. Deshalb verstehe ich die Mentalität von Golfspielern und Yachtbesitzern noch lange nicht.)</p>
<p>Marketingentscheidungen in diesen emotional besetzten Märkten sind extrem sensibel und erfordern profunde Markt- und Mentalitätskenntnisse. Aber das übergroße Selbstbewusstsein von Investoren, Consultants und Marketingstrategen verdrängt solche essenziellen Entscheidungsgrundlagen leicht aus den Excel-Tabellen und Kosten-Nutzen-Rechnungen.</p>
<p>Seitzinger schreibt weiter: <em>Die stabile Situation bei Märklin erlaubt es uns, jedem Interessenten in Bezug auf sein unternehmerisches Konzept für eine Übernahme intensiv „auf den Zahn zu fühlen“. Ein fehlendes oder nicht überzeugendes Konzept hat schon in einer Reihe von Fällen zu einem Abbruch der Verhandlungen durch uns geführt. Wir sehen uns hier nicht nur in Verantwortung gegenüber dem Gläubigerausschuss sondern in einer zumindest ebenso großen Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern dieses Unternehmens. Gleiches gilt für die gelegentlich zitierten Schnäppchenjäger.</em></p>
<p>Es klingt befremdlich, wenn man von potenziellen Käufern überzeugende Konzepte verlangt, aber in Wort und Tat selbst täglich beweist, dass man selbst keins hat (jedenfalls keines, das man offensiv kommuniziert). Wer, wie jetzt Märklin, 400 (!) Neuheiten zur Spielwarenmesse ankündigt, scheint immer noch nichts von Marktsättigung und Konsumschwäche gehört zu haben. Aber vielleicht geht es wieder nur darum, Telefonbuch-schwere Kataloge zu verkaufen. Kauft, Sammler, kauft! Es könnten die letzten sein.</p>
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