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	<title>Railomotive &#187; Märklin</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 May 2012 17:49:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Märklin-Modelleisenbahnen als Wertanlage</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 20:29:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Unser]]></category>
		<category><![CDATA[Wertanlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Gründe, mal einen Stopp beim Boxenstop in Tübingen einzulegen: Noch bis Ende März wird hier die 120-jährige Geschichte der Märklin Spur 1 gezeigt, nebst herrlich nostalgischen H0-Anlagen mit dem blauen Trafo, an denen man sich Kindheitserinnungen an die Blechgleise, funkensprühende Skischleifer und die schnarrenden Allstrommotoren wiederholen kann. Was das &#8220;alte Zeug&#8221; wert ist, erläutern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Gründe, mal einen Stopp beim Boxenstop in Tübingen einzulegen:</p>
<p>Noch bis Ende März wird hier die<a href="http://www.boxenstop-tuebingen.de/museum/terminkalender/modelleisenbahn-sonderschau.html"> 120-jährige Geschichte der Märklin Spur 1</a> gezeigt, nebst herrlich nostalgischen H0-Anlagen mit dem blauen Trafo, an denen man sich Kindheitserinnungen an die Blechgleise, funkensprühende Skischleifer und die schnarrenden Allstrommotoren wiederholen kann.</p>
<p>Was das &#8220;alte Zeug&#8221; wert ist, erläutern unter dem Motto<strong> Sammeln &#8211; Passion und Investition – Spielsachen als Wertanlage</strong> am kommenden Freitag, den 24. Februar 2012, gleich drei Experten:</p>
<ul>
<li><strong>Roland Gaugele</strong>, langjähriger Pressesprecher und Markenverantwortlicher bei Märklin und Kurator der Modelleisenbahn Sonderausstellung im Boxenstop</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Bernhard Bachor</strong>, Sammler und profunder Kenner von Märklin Spur 1</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Stephan Unser</strong>, ehemaliger Geschäftsführer bei Märklin</li>
</ul>
<p>Details zum Programm finden Märklin-Begeisterte <a href="http://www.boxenstop-tuebingen.de/museum/terminkalender/erzaehlsalon.html">hier</a>.</p>
<div id="attachment_10096" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2012/02/P7229713.jpg"><img class="size-full wp-image-10096" title="" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2012/02/P7229713.jpg" alt="" width="640" height="321" /></a><p class="wp-caption-text">Für so ein seltenes Blechmodell des Stuttgarter Hauptbahnhofs von Märklin bezahlte kürzlich ein Sammler 4.900 € (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>iPhone-App mit Modellbahnanlagen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 12:05:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine iPhone-App zeigt Modellbahn-Ausstellungsanlagen in Deutschland, Schweiz und Österreich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Miniatur-Wunderland in Hamburg kennt dank pfiffiger Medienarbeit der Geschäftsführer heute jeder. Doch es gibt weit über 100 Modellbahn-Schauanlagen in Deutschland, der Schweiz und Österreich, die auch eingefleischte Modellbahner nicht alle kennen. Und wer den Modellbahnvirus in sich trägt, fragt sich manchmal auf Reisen, wo jetzt eigentlich diese tolle Anlage war, von der man mal gelesen hat. Der Mensch vergisst bekanntlich schnell.</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0182.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6984" title="IMG_0182" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0182.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p>Mit einer <a href="http://www.vgbahn.de/app-schauanlagen.php4">iPhone-App der Verlagsgruppe Bahn</a> (iTunes-Suchbegriff: Schauanlagen) ist die Suche nach Modellbahn-Schauanlagen, die einen Besuch wert sind, ganz einfach. Die App, die noch bis Heiligabend für nur 79 Cent zu haben ist und dann 5,99 € kosten wird, zeigt Bilder, hat Beschreibungen des Charakters der Anlagen, Informationen über Öffnungszeiten, Eintrittspreise und wie man bis Bus und Bahn oder Pkw hinkommt. Auf einer Karte werden alle Anlagen angezeigt, so dass man auch auf einer Ferienreise oder im Urlaub schauen kann, was am Wegesrand oder im Umkreis liegt. Auch nach Stichworten kann gesucht werden, was für Fans bestimmter Modellbahnmarken wichtig sein kann.</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0183.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6985" title="IMG_0183" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/IMG_0183.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p>Wer lieber mit dem iPad auf dem Sofa durch die Modellbahnlandschaften surft, kann die App auch da benutzen.</p>
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		<title>Wochenrückblick</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 14:22:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Stuttgart 21]]></category>

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		<description><![CDATA[Stuttgart 21, Märklin und Spur-Null-Bahnen zu Weihnachten]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/Auhagenkarte.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6899" title="Auhagenkarte" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/12/Auhagenkarte.jpg" alt="" width="640" height="393" /></a></p>
<p>Es gäbe so viel zu schreiben und ich habe zu wenig Zeit! Deshalb nur ein Rückblick mit einigen Links.</p>
<p><strong>Stuttgart 21:</strong> Was die Landesregierung Baden-Württemberg mit S21, dem Untersuchungsausschuss und EnBW praktiziert, ist aus meiner Sicht eine brisante Mischung aus Lügen, Vertuschung, Polizeiwillkür, Egozentrismus, Polit- und Wirtschaftskriminalität und die Missachtung von simpelsten parlamentarischen Spielregeln, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Es fehlen mir die Worte für das Verhalten von Mappus und seiner CDU. Und ich verstehe nicht die Laschheit einer Opposition, die sich das alles gefallen und von jenseits der Gesetze handelnden Politikern vorführen lässt.</p>
<p>Ich habe große Zweifel, ob ein größerer Teil der baden-württembergischen Bevölkerung, durch SWR und Zeitungen systematisch verblödet und mit Lobbyisten- und Parteiinformationen desinformiert und hinters Licht geführt, klug genug ist, dieser Regierung, das sich wie ein Regime verhält, einen Platzverweis zu erteilen. Die Stuttgarter und Leinfelden-Echterdinger Bevölkerung hat nach der Schlichtung, die sich mehr und mehr als <span style="text-decoration: line-through;">Beruhigungspille</span> Placebo bzw. Muster ohne Wert entpuppt, sicher genug Wut im Bauch, Fakten gelernt und begriffen, dass sie von Grube, Kefer, ihrer Stadtverwaltung und Landesregierung wie dumme Jungen behandelt werden. Doch das reicht leider nicht, eine Regierung zu stürzen. Als &#8220;Wutbürger&#8221; würde ich mich von einem schlecht beobachtenden Spiegel-Autor und der dämlichen <em>Gesellschaft für deutsche Sprache</em> jedenfalls nicht diffamieren lassen. Das zeigt nur, dass beide den Sinn des Protests gegen Stuttgart 21 immer noch nicht verstanden haben, wie viele Zeitungen und Kommentatoren auch.</p>
<p>So wenig wie die Redaktionen, die bei Schneefall und gewöhnlichem Winterwetter mangels Urteilsvermögen von <em>Schneekatastrophe</em> sprechen und nicht wissen, dass jeder &#8220;Kundenbetreuer im Nahverkehr&#8221; (früher: &#8220;Schaffner&#8221;) ein Uralt-Smartphone von Nokia bei sich trägt, mit dem er Hilfe holen kann, bevor nach vier Stunden eine Diesellok trotz schlecht gepflegter und eingefrorener Weichen zum Abschleppen eintrifft. Auch, wenn alle Batterien im Zug leer sind. Mal abgesehen von den Fahrgästen, von denen jeder Zweite ein Handy hat, mit dem man die Bundespolizei (0800 6888 000) oder die Feuerwehr (112) verständigen kann. Schließlich war man nicht in Alaska. Siehe auch <a href="http://community.zeit.de/user/cm/beitrag/2010/12/17/alle-reden-vom-wetter-nur-nicht-die-bahn">diesen</a> passenden Beitrag. Doch schon im Sommer zeigte sich ja, dass Zivilcourage, eigenverantwortliches Handeln in Lebensgefahr und Aufbegehren gegen eine stundenlange Gefangennahme durch die Bahn in diesem Land ungewöhnlich wären. Man bezahlt teures Geld für eine schlechte Beförderungsqualität und benimmt sich, als wenn man sich hilflos in den Händen der Obrigkeit befände.</p>
<p>Grube, Homburg und Konsorten haben unterdessen fein ihre Hausaufgaben gemacht und aus dem ICE-Katastrophenwinter 2009/2010 gelernt, wie man sieht. Jetzt haben die ICE nur noch ca. 45 bis 80 Minuten Verspätung, sind von vornherein halbiert und InterCity-Züge fahren dafür 140 bis 180 Minuten später und sollen in einigen Jahren durch Doppelstockzüge ersetzt werden, die bekanntlich für kurze Fahrgastwechsel, viel Gepäck und insbesondere Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer besonders geeignet sind. Wir werden ja alle jünger und lieben das Treppensteigen und boxen uns gern durch Menschenmassen, die die breiten Türen auf dem Bahnsteig verstopfen, weil sie wie die Tiere auf die wenigen Plätze drängen. Und die Berliner S-Bahn fährt jetzt noch seltener, weil Drohungen der Politiker ja immer geholfen haben und die DB ja wahnsinnig seriös und ehrlich ist. Bundesverkehrsminister Ramsauer interessiert es erst gar nicht, was seine Untergebenen im Bahntower so treiben bzw. unterlassen.</p>
<p>Aber zurück zu Stuttgart 21: Wenn nun Kefer ankündigte, die Bahn werde den Stresstest selbst durchführen und von SMA prüfen lassen, zeigt er, dass er dem Schlichterspruch nur halbherzig akzeptieren und weiter vernebeln und manipulieren will. Der Baubeginn an der Neubaustrecke ist folgerichtig eine völlige Ignoranz der Bevölkerung und zeigt, dass die DB S21 bis zum bitteren Ende wegen Geldmangel durchziehen wird, gedeckt durch Verkehrsminister Ramsauer. Bis dieser Turmbau zu Babel – wenn überhaupt – fertig ist, haben die Entscheider längst das Zeitliche gesegnet oder zumindest den Dienst quittiert. Der Steuerzahler zahlt die Zeche sowieso.</p>
<p>Hannelore Schlaffer hat in der <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2750588_0_4537_-unterirdisches-terminal-mit-weltstadtflair.html">Stuttgarter Zeitung</a> plastisch beschrieben, was Stuttgart zu erwarten hat. Dass der Untergrundbahnhof Stuttgart 21 inzwischen selbst in der sächsischen Provinz zum Gespött geworden ist, zeigt die Weihnachtswerbekarte von <strong>Auhagen</strong> – eine Modellbahnzubehörfirma, die ich seit 20 Jahren mit Freude beobachte und die sich nach der Reprivatisierung wacker geschlagen hat.</p>
<p>Alles andere als wacker schlug sich <strong>Märklin</strong>. Der hoch pokernde Insolvenzverwalter musste nun klein beigeben, weil sich kein Käufer gefunden hat, wie <a href="http://www.handelsblatt.com/modellbahnhersteller-maerklin-steht-vor-einem-scherbenhaufen;2714433">Sönke Iwersen im Handelsblatt</a> schön beschrieb und was trotz eines Dementis des Insolvenzverwalters richtig ist. <strong>LGB</strong> ist weiter ein Fremdkörper im Märklin-Bauchladen, die Marke inzwischen fast wertlos und mehr als stiefmütterlich behandelt. Ich kenne Leute, die die Marke liebend gern sachkundig weitergeführt hätten. Die unkommunikativen und vor sich hin stümpernden Marketing- und Produktmanager in Göppingen haben der Marke den Rest gegeben. Und auch Märklin steht nicht gut da. Das glanzvolle Image ist dahin, die 150-jährige Geschichte abgeschlossen. Märklin ist ein abgeschlossenes Sammelgebiet, von Sammlern nicht mehr ernstgenommen und für viele nur noch pure Nostalgie. Schade.</p>
<p>Trotzdem freut sich die Branche, die sich immer mehr in Kleinstfirmen aufsplittert, dass Märklin die Insolvenz überstanden hat. Doch die Freude dürfte voreilig sein, weil das ehemals starke Zugpferd nur noch ein klappriger Gaul ist – ebenso wie <strong>Roco</strong> und <strong>Fleischmann</strong>. Bei immer weniger Läden, dem Kampf der verbliebenen Händler gegen Direktvermarktung durch die Hersteller, bei Keller- und Garagenhändlern ohne nennenswerte Kosten und der mangelnden Präsenz im Bewusstsein der Öffentlichkeit wird Modellbahn mehr und mehr ein Nischenhobby für ältere Herren, die sich die ultrateuren, wenn auch hübsch detaillierten Modelle (IC-Wagen 55 bis 85 €, Dampflok über 290 €, Ellok 230 €) leisten können, weil die heutigen Renten noch passabel bis üppig sind.</p>
<p>In zehn, 15 Jahren wird das ganz anders aussehen. Und weil exklusive Modellbahnen bald besser im Juwelierladen verkauft werden, steigt <strong>Brawa</strong> in die Baugröße Null ein, 1:45 und etwa doppelt so groß wie die übliche Modellbahn. Ein offener Güterwagen, zweiachsig und bis in feinste Details nachgebildet, wird um die 100 € kosten. Wer nicht über ein Haus ab 150 Quadratmeter und eine stattliche Beamtenpension verfügt, wird dann seine Spur-Null-Bahn als Brett an die Wand hängen und auf den zwei, drei Metern Gleis mit drei Wägelchen auf und ab fahren. Die Größe der Modelle ist nicht nur Brillenträger-freundlich, sondern bewahrt auch vor Materialschlachten, die den späteren Erben bei der Verhökerung auf Ebay sowieso nur zur Last fallen.</p>
<p>Eine Perspektive für Weihnachten bietet sich schon jetzt. Statt Socken und Krawatten greift Frau schon mal nach einem H0-Wägelchen zum Preis einer exklusiven Seidenkrawatte (bitte vorher diskret erkundigen, welche Epoche der werte Gatte fährt) – oder wartet auf noch mehr teure Null-Modelle. Legen Sie jetzt den Grundstein mit einem Spur-Null-Wagen und einer Weiche. Dann brauchen Sie nur noch alle paar Jahre etwas zu schenken oder können jetzt schon Geburtstag und Weihnachten geschenkemäßig zusammenlegen. <img src='http://railomotive.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nachtrag 19.12.: Ein ganz kleiner Modellbahnhersteller teilte gerade mit, dass zum 1. Februar die Modellbahnpreise wieder angehoben werden. Diese &#8220;Tradition&#8221;, die ich schon fast seit 50 Jahren kenne, pflegt die Modellbahnbranche in ihrer relativen Unfähigkeit zu marktangepassten Preisen auch 2011 wieder. Denn Preissteigerungen zwischen 5 und 10 % werden einfach jedes Jahr festgelegt, ganz egal, wie sich das Lohnniveau in Deutschland entwickelt hat. Denn diese sterbende Branche hat bis heute nicht gelernt, Fertigungstiefen zu reduzieren, Entwicklungszeiten zur verkürzen und Serien, die über ein paar hundert Stück niemals hinauskommen werden, einfach nicht zu entwickeln. Man hat sich immer gern von nahestehenden Fans bequatschen lassen, doch deren einzigartige Lieblingsmodelle zu bauen. Und um bei steigenden Stückkosten noch ein paar Euro zu verdienen, lagerte man das Know-how nach China aus, die Produktion gleich mit – oder ging wenigstens nach Rumänien und Ungarn, mit den bekannten Qualitätsproblemen und immensen Folgekosten.</p>
<p>Wer verstehen will, warum die Kaufzurückhaltung bei Märklin und Co.-Produkten so groß ist, sollte sich mal diese <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=7784#h08">Tabelle</a> anschauen. Während in allen entwickelten Ländern außer Israel und Japan deutlich mehr verdient wird, gingen die Löhne in Deutschland seit 2000 inflationsbereinigt um 4,5 % zurück! Dank an Frau Christiansen, Frau Will und die Herren Sinn(los), Henkel, Hundt und andere Wirtschaftsuntergangsjammerer (sprich: Lobbyisten): Sie haben ganze Arbeit geleistet! Und nun kämpft der Exportvizeweltmeister, dass die Länder, die dank ihrer Importe aus Deutschland und der deutschen Niedrigstlöhne ein Handelsbilanzdefizit und Wettbewerbsprobleme haben, nicht untergehen. Mit unserem Steuergeld, das dank der kalten Progression immer mehr wird und die Lohn-Negativspirale nach unten weiter verstärkt.</p>
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		<title>Mythos Märklin mit guter Führung</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/11/mythos-marklin-mit-guter-fuhrung/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 15:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Märklin]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos_Märklin]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Gaugele]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kurator von Mythos_Märklin bietet bei Ebay qualifizierte Führungen durch die Ausstellung in Oberhausen an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6179" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-6179" title="P7229905" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/P7229905.jpg" alt="" width="640" height="265" /><p class="wp-caption-text">Alte Märklin-Modelle, die Sehnsüchte aufkommen lassen (Foto: Friedhelm Weidelich) </p></div>
<p>Die Ausstellung <a href="http://www.mythos-maerklin.de/"><span style="color: #ff0000;"><strong>Mythos_Märklin</strong></span></a> in Oberhausen lockt nun nicht nur zusätzlich mit Modellen aus dem berühmten Metallbaukasten, sondern bietet nach Absprache auch eine Führung an. Geschichten und Geschichte präsentiert kein Geringerer als der Kurator und früherer Märklin-Pressesprecher Roland Gaugele in einem bis zu zweistündigen Rundgang.</p>
<p>Momentan kann man noch mitbieten. Auch nach Ablauf <a href="http://cgi.ebay.de/Mythos-Marklin-Oberhausen-Fuhrung-Ausstellung-/170555104244?pt=Blechspielzeuge&amp;hash=item27b5e05bf4">dieser Auktion</a> dürfte es noch weitere Chancen geben, so ein exklusives Weihnachtsgeschenk zu erwerben – oder sich selbst die Freude zu machen, einmal mit einem profunden Kenner der Materie zu reden.</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/Oberhausen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6186" title="Oberhausen" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/Oberhausen.jpg" alt="" width="640" height="439" /></a></p>
<p>Auch wenn Märklin ab 2011 wieder als selbstständiges Unternehmen unter Führung eines Event-Managers weitermachen will, betrachten viele Sammler Märklin bereits als abgeschlossenes Sammelgebiet. Nach 150 Jahren, sind sich viele Märklin-Fans sicher, endete die Geschichte des Traditionsunternehmens, das für den Spielzeugmarkt weltweit eine große Bedeutung hatte.</p>
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		<title>Grandiose Idee: Polizeizug von Märklin nach Stuttgarter Vorbild</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/09/polizeizug-von-maerklin-nach-stuttgarter-vorbild/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 16:13:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Mappus]]></category>
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		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeizug]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart 21]]></category>

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		<description><![CDATA[Märklin bringt als Herbstneuheit einen Polizeizug, der offensichtlich von Stuttgart 21 inspiriert ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sorry, liebe Leser, wenn ich zur morgen beginnenden Innotrans erst etwas schreibe, wenn ich dort gewesen bin. So sehr halten mich Broterwerb und Stuttgart 21 auf Trab. Doch einen hab ich noch:</p>
<p>Bei Märklin arbeiten einige große Marketingexperten, und das stellen sie mit einem toppaktuellen Produkt unter Beweis: dem Polizeizug! Wieder einmal eine Idee mit dem Zeug zum Knaller wie schon Spy Tec. Und so typisch Märklin!</p>
<p><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/09/Märklin-S21.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-5660" title="Märklin S21" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/09/Märklin-S21-1024x605.jpg" alt="" width="737" height="436" /></a></p>
<p>Märklin, das zeigt auch die Ausstellung <a href="http://mythos-maerklin.de/">Mythos_Märklin</a> in Oberhausen, war immer auf der Höhe der Zeit und bildete aktuelle Vorbilder mit den für Spielzeug typischen Freiheiten im Modell nach.</p>
<p>Die Inszenierung dieses neuen Märklin-Spielzeugs &#8220;Polizeizug&#8221; ist offensichtlich von Stuttgart 21 inspiriert. Der Bahnhof Kehl (ich habe den Bahnhofsnamen im Prospektausschnitt plump gefälscht – falls rechts nicht sichtbar, bitte Schriftgröße im Browser verkleinern) steht nur notdürftig für den abgerissenen Nordflügel, könnte aber auch die allmächtige LBBW symbolisieren. Die mobile Einsatzzentrale ist modular erweiterbar. Der Polizeihubschrauber kommt umweltfreundlich mit der Bahn. Bauarbeiter, Radlader und eine Lok mit Blaulicht (!) sowie ein ausrangierter Württemberger (&#8220;Mannschaftswagen&#8221; hinter der Lok) deuten für Kinderaugen und Sammler das Grauen an, das hinter Stuttgart 21 lauert. Die Prospektseite ist deshalb in fahlem Blaugrau gehalten, um die Endzeitstimmung mit maximalem Effekt zu vermitteln. Zur realitätsnahen Atmosphäre trägt auch die digital steuerbare Lok mit ihrem Martinshorn bei, das ja zum einmaligen Charme Stuttgarts beiträgt. Die Startpackung, die nur einmal aufgelegt werden soll, kostet 280 Euro.</p>
<p>Leider wurde darauf verzichtet, den täglichen Schwabenstreich-Lärm in den Sounddekoder zu integrieren, was aber nicht weiter verwunderlich ist und auch nicht mehr stört, nachdem Stille nun als neues Protestsignal gewählt wurde. Der Anstoß zum Polizeizug soll nämlich nach investigativen Schnellrecherchen eines Kollegen vor Ort von Ministerpräsident Mappus höchstpersönlich kommen. Ihm lag Märklin sehr am Herzen, weil er nie eine Modellbahn hatte (und deshalb die Nachteile von Stuttgart 21 nicht versteht). &#8220;Wer soll denn noch bei Märklin einkaufen, wenn wir jetzt mit dem Abbruch aufhören würden&#8221;, werden ihm nahestehende Mitarbeiter zitiert. &#8220;Das ist mein Beitrag für den Fortbestand von Märklin in der Hand der LBBW&#8221;, wird der mittelstandsfördernde Ministerpräsident zitiert. 5 Euro des Verkaufspreises sollen nach unbestätigten Gerüchten an die CDU Baden-Württemberg gehen, weitere 30 Cent an die Bereitschaftspolizei Göppingen für den unermüdlichen, wenn auch nicht immer freiwilligen, doch stets freundlichen Einsatz gegen die Stuttgart 21-Gegner.</p>
<p>Ob Märklin als Ergänzungspackung demnächst Mercedes-Benz-Mannschaftswagen im Zwölferpack mit Bereitschaftspolizei-Hundertschaften aus Göppingen herausbringen wird, ist noch ungeklärt. Die Vorbilder hat Märklin ja praktischerweise vor der Tür.</p>
<p>Den Originalprospekt können Sie hier bei <a href="http://maerklin.de/de/service/veroeffentlichungen/neuheiten.html">Märklin</a> unter &#8220;Herbst-Neuheiten 2010&#8243; herunterladen. Für den Fall, dass Sie den Polizeizug für einen Witz halten.</p>
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		<title>Mythos Märklin in Oberhausen &#8211; aus der größten Privatsammlung der Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 15:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kinderherd]]></category>
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		<category><![CDATA[Puppenstube]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Sammler gibt in der Ausstellung "Mythos Märklin" in Oberhausen Einblicke in die größte Märklin-Sammlung der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4931" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229894.jpg"><img class="size-full wp-image-4931" title="P7229894" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229894.jpg" alt="" width="640" height="314" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Storchenbein&quot; von ca. 1890 (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Die größte Märklin-Sammlung der Welt gehört einem Mann im angrenzenden Ausland, der anonym bleiben will. Nur wenige hatten das Privileg, sie besichtigen zu dürfen. Sie umfasst eine fünfstellige Zahl von Märklin-Spielzeugen der Vorkriegszeit und eine weit größere Zahl aus der Zeit nach 1945. Das Privatmuseum soll ein Fußballfeld füllen und enthält auch Einzelstücke und Muster mit einem unermesslichen Sammlerwert.</p>
<p>Der frühere Märklin-Pressesprecher <a href="http://roland-gaugele.de/">Roland Gaugele</a> und Karlheinz Menrad, der ehemalige Chef der ungarischen Märklin-Produktion und Geschäftsführer der <a href="http://menrad-event.de/">Menrad Event GmbH</a>, kennen den Sammler seit vielen Jahren und haben es geschafft, seinem Fundus rund 500 exklusive Stücke zu entlocken, die nun ein Jahr lang in der <a href="http://miniaturwelt-oberhausen.de/">Miniaturwelt Oberhausen</a> gezeigt werden:<span style="color: #ff0000;"><strong> Mythos_Märklin</strong></span>. Viele Ausstellungsstücke waren noch nie zu sehen. Ihre Existenz war selbst eingefleischten Märklin-Kennern nicht bekannt. Denn Märklin begann vor 150 Jahren nicht als Modellbahnfirma, sondern als Hersteller von Blechspielzeug. Puppenstuben, funktionsfähige Herde, Sandspielzeuge, fahrbare Handpumpen, Schiffen, Ritterburgen, Autos, Kutschen, Dampfmaschinen, Metallbaukästen und nicht zuletzt Eisenbahnen gehörten zu dem riesigen Sortiment – Abbilder der Realität und mit hohem Spiel- und Lernwert. Denn Spielen war früher immer das Nachspielen und Üben der Welt der Erwachsenen, keine Flucht in digitale Fantasiewelten. Märklin, das waren handbemalte Spielzeuge, die gepflegt und vererbt wurden und deshalb mehr als ein Jahrhundert überdauert haben. Und nur das Kennerauge fand auf der ganzen Welt Stücke, die ebenfalls aus Göppingen stammten, auch wenn das auf den ersten Blick nicht erkannbar war. So etwa eine Sparbüchse, die um 1910 einen Zeppelin-Gedenkstein in Stuttgart-Echterdingen nachbildete. Sammler bezahlen heute dafür 5000 Euro! Auch die erste elektrische Autorennbahn ist zu sehen, sie stammt von 1934. <span style="color: #ff0000;">Märklin war früher technische Avantgarde.<span style="color: #000000;"><br />
</span></span></p>
<div id="attachment_4932" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229927.jpg"><img class="size-full wp-image-4932" title="P7229927" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229927.jpg" alt="" width="640" height="584" /></a><p class="wp-caption-text">Als Werbebotschaften noch einfach und manchmal wahr waren (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Die Ausstellung <a href="http://www.mythos-maerklin.de/">Mythos Märklin</a> hat mich sehr beeindruckt, denn nicht nur die Exponate bis zu einer riesigen Dampflok von 1910 auf Spurweite 12 cm sind mehr als einen liebevollen Blick wert. Die Vielfalt und technische Qualität der Ausstellungsstücke, die mit aus heutiger Sicht unglaublichem Aufwand und viel Liebe hergestellt wurden, ist schier unglaublich.<span style="color: #ff0000;"> Märklin ist deutsches Kulturgut und war eine Marke vom Feinsten!</span></p>
<p>Schade, dass sie nun von Eigentümern, Heuschrecken und untauglichem Personal kaputtgemacht wurde, die den kulturellen Wert von Märklin nicht verstanden haben. Aber wir haben nicht nur andere Zeiten, sondern einen Wertewandel, der nur noch kurzfristige &#8220;Ergebnisse&#8221; anstrebt und seine langfristige Orientierung verloren hat. Das merkt man auch am heutigen Auftritt der Restmarke Märklin, die als kurioser, nahezu geschichtsloser Gemischtwarenladen, allen Charmes entkleidet, nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.</p>
<p>Ich empfehle Ihnen wärmstens, diese Ausstellung zu besuchen und sich viel Zeit zu nehmen. Betrachten Sie in Ruhe die handbemalten Details und Muster und die enorm hohe Qualität der Märklin-Stücke. Viele werden nie wieder zu sehen sein. Die Chance ist einmalig. <span style="color: #ff0000;"><em>Mythos Märklin</em></span> fasziniert. Noch bis Juli 2011 wird in Oberhausen einzigartig Kulturgeschichte dokumentiert.</p>
<p>Wer dann noch Ausdauer hat, sollte sich im Haus das Ruhrgebiet in H0 im Zustand von 1965 bis 1970 anschauen, eine auf höchstem modellbahnerischen Niveau gebaute, vielfach unterschätzte 700 Quadratmeter große Anlage ohne aufdringliche Effekte, aber mit vielen (auch beweglichen) Details zum Entdecken. Mit Stahlwerken in Aktion, der Villa Hügel, unendlich langen Fahrstrecken, riesigen Güterbahnhöfen und all den Zutaten des Ruhrgebiets, wie es früher einmal war.</p>
<div id="attachment_4933" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229836.jpg"><img class="size-full wp-image-4933" title="P7229836" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/07/P7229836.jpg" alt="" width="640" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Eine riesige nostalgische Märklin-Anlage von 1960 mit Blechschienen, hunderten von Wiking-Autos ohne Scheiben und einer Autofabrik (oben Mitte) überrascht die Besucher gleich nach dem Eingang (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Den Katalog zur Märklin-Ausstellung sollte man mitnehmen, um zuhause die Details der Exponate und ein paar Anekdötchen des Sammlers  nachzulesen und in Ausschnitten alter Märklin-Kataloge zu schmöckern, die heute wie damals faszinieren. Die wenigen eingetragenen Preisen lassen erahnen, dass Märklin immer eine Marke für die gehobene Mittel- und Oberschicht war. Habgier und schlechtes Management haben leider dafür gesorgt, dass es auch heute wieder so ist. Modellbahnen sind wieder Luxusartikel. Doch sie zu sammeln, lohnt sich bei der Massenware nicht mehr.</p>
<p>Fahren Sie nach Oberhausen, es lohnt sich!</p>
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		<title>Modellbahnindustrie: Was inzwischen geschah</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 20:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen. Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich sehr, dass dieser Blog von immer mehr Lesern wahrgenommen wird. Zieht man die Suchmaschinen ab, sind es pro Tag um die 500 Besucher. Ich danke Euch und Ihnen.</p>
<p>Der Beitrag über den nahen Kollaps der Modellbahnindustrie hatte bisher über 2000 Leser und wurde in Foren einige Male verlinkt. Auch wenn die Kommentare, die ich übrigens nur beim ersten Mal (wegen des nervigen russischen Spams) freischalten muss, ruhig etwas mehr sein könnten, weiß ich doch, dass die Bahnindustrie, Eisenbahnfreunde, Lokführer und die Deutsche Bahn mitlesen. Und manchmal kommen Reaktionen von Seiten, mit denen ich gar nicht gerechnet habe.</p>
<p>Dass weite Teile der Modellbahnindustrie einen miserablen Job machen, was ihre Kommunikation betrifft, habe ich oft genug beklagt. Nicht, weil ich Journalismus und PR von allen Seiten des Schreibtischs und von innen und außen kenne, sondern weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe, dass diese in der Kommunikation durch und durch dilettierende mittelständische Industrie in der größten Not doch noch die Kurve kriegt. Leider spricht nichts dafür, dass meine Hoffnung erfüllt würde.</p>
<p>Obwohl: Da schrieb mir doch der Marketingleiter einer Firma, der mich seit dem Abgang des einzigen ernstzunehmenden Pressesprechers dieser Branche hartnäckig ignoriert hatte, kürzlich eine einschmeichelnde Mail, dass er mich &#8220;als exzellenten Kenner der Branche&#8221; gern zu einem Gespräch einladen möchte, um &#8220;meine Sicht der Dinge hinsichtlich des Gartenbahnmarkts im Allgemeinen und der Situation der Marke LGB im Besonderen zu erfahren&#8221;. Man würde für mich auch eine Werksführung machen.</p>
<p>So ködert man keinen Selbstständigen, für den Know-how und Zeit bares Geld sind. Mit dem üblichen bunten Werbewagen, den man nicht einmal mehr bei eBay los wird, als Gegenleistung für mein Wissen, meine Zeit und die Fahrtkosten kann ich nichts anfangen.</p>
<p>Ich hätte ihm gern vermittelt, wie der Weltmarkt aussieht und was man tun könnte an einem Dutzend Baustellen. Und sei es nur, auch mal an die Journalisten und Kunden zu denken, die keinen Clubbeitrag bezahlen, keine Hauspostillen lesen und keine Videos im Internet sehen wollen. Etwa durch den Versand einer Pressemitteilung, ein Hintergrundgespräch und wenigstens den Hauch einer Information mit einer Haltbarkeit von mehr als drei Tagen. Gut, das wäre schon vor zwei Jahren sein Job gewesen und ich hätte ihm damals gern geholfen, weil die Firma wichtig für die Branche ist. Aber man hätte mich schon fragen müssen.</p>
<p>27 Jahre Know-how im Gartenbahnmarkt, zu dem ein bisschen mehr als &#8220;LGB&#8221; gehört, habe ich mir mühsam und nicht bloß aus Hobbyinteresse erarbeitet. Anlass für das jäh aufgeflammte Interesse des Marketingleiters war übrigens die Besprechung einer Bachmann-Lok in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die um die 344.000 Exemplare verkauft und gern meine Beiträge druckt. Zum Vergleich: Das eisenbahn magazin verkaufte im ersten Quartal 23.468 Hefte, die Miba 23.599, das Märklin-Magazin 75.580. Ein Blatt solcher Reichweite ist schon interessant, auch wenn ich für einen Vorweihnachtsbeitrag in einer Ingenieurzeitung ebenfalls sechsstelliger Auflage zweimal um Fotos betteln musste, die dann so eines &#8220;Marktführers&#8221; nicht würdig waren.</p>
<p>Und weil diese Firma Millionenbeträge an Consultants bezahlt hatte, um durch mutmaßlich sinnfreie und bar jeden Branchenwissens veredelte Beratung in der Insolvenz zu landen, habe ich einen Tagessatz verlangt, der deutlich unter dem gewohnten Berater-Niveau lag und die Chance geboten hätte, binnen sieben Stunden einen Weltmarkt zu erfassen und die ganz besonderen Mentalitäten der Gartenbahn-Käufer, die nur seltenst Gartenzwerge besitzen, wenigstens ansatzweise verstehen zu lernen. Zumal denen der (einstige) Glanz der Marke Märklin keinen Cent wert ist. Auch wenn das schon vor zwei Jahren keine neue Erkenntnis war, als wohl Alix Partners unbedingt LGB haben wollte – vermutlich auf der Erkenntnis basierend, dass die Spur 1 und LGB dieselbe Spurweite haben und das wahnsinnige Synergieeffekte brächte. Consultants denken so schlicht und meist sehr eindimensional. Nicht nur in dieser Branche. Es gibt schon Verleger, denen Berater eingeredet haben, dass sie fast ohne Redakteure multimedial hochinnovative Produkte machen könnten, so mit Video, Podcasts, Social Media, Twitter und Facebook und Leser-Reportern, die immer tolle Handy-Fotos und -videos sofort ins Netz stellen. Das Geschäftsmodell ist dann, die Leser zielgenau nach ihren individuellen Interessen mit Hilfe von Google, Flash cookies und Pop-ups werbemäßig zuzudröhnen. Von Werbeblockern haben die Verlagsmanager und ihre dummen Werbekunden, die von Mediaagenturen und armseligen Social Media-Experten &#8220;beraten&#8221; werden, noch nie gehört. Eurozeichen im Auge machen blind. Aber das nur nebenbei.</p>
<p>Gehört habe ich von dem plötzlich so von mir begeisterten Manager seit Wochen nichts mehr, weil er möglicherweise andere Probleme hat. Dafür erreichte mich gestern eine Pressemitteilung von der PR-Agentur des Insolvenzverwalters und heute noch einmal von der Firma selbst. Der Inhalt hat sich inzwischen herumgesprochen und ist meines Erachtens so zu interpretieren: Die Kündigung durch Sanda Kan ist kein Problem, weil man schon vor einem Jahr nach neuen Lieferanten gesucht habe, aber nicht so recht welche finden konnte, obwohl man schon mit der Rückholung der Werkzeuge nach Göppingen und Ungarn begonnen habe, man aber auch mit chinesischen Zulieferern im Gespräch sei, wobei natürlich Göppingen und Ungarn von der Kündigung profitieren würden, weil dort niemand entlassen werden müsse und die Produktion von Sanda Kan nach Ungarn verlagert würde. Das Weihnachtsgeschäft sei nicht betroffen. Ich habe schon bessere Pressemitteilungen gelesen&#8230;</p>
<p>Kollegen haben herausgefunden, dass die &#8220;6 bis 7 Prozent des Märklin-Umsatzes&#8221; mit Sanda Kan nur ein Teil der Wahrheit sind und Märklin insgesamt etwa 25 Prozent des Umsatzes durch den sehr preiswerten Einkauf bei (weiteren) chinesischen Zulieferern generiert. LGB wird jedenfalls nach meinen Quellen nicht bei Sanda Kan produziert. &#8220;Made in China&#8221; passt großartig zu Märklin, wie jeder weiß.</p>
<p>Von Aristo-Craft erfuhr ich übrigens auf Nachfrage, dass die Großbahnmodelle auch in Zukunft bei Sanda Kan produziert werden. Inzwischen in einer Qualität, bei der sich LGB eine dicke Scheibe abschneiden könnte.</p>
<p>Wenn sich jetzt die von Sanda Kan Hinausgeworfenen um andere Lieferanten bemühen, dürfte es ein Hauen und Stechen geben. Denn auf kleine Mittelständler wartet man in China nicht gerade. Inzwischen fehlen dort nicht zuletzt wegen der Ein-Kind-Politik die jungen Arbeitskräfte, wie vorgestern in der International Herald Tribune zu lesen war. Selbst renommierte Fertigungsstätten für Modellautos arbeiten mit halber Besetzung, weil die Karawane der Arbeitskräfte nicht mehr kommt und in den neuen Fabriken in der Provinz, nah der Heimat, Arbeitsplätze findet.</p>
<p>Entgegen Ferpress-Gerüchten nicht auf dem Weg nach China seien jedenfalls die Marken Roco und Fleischmann, erzählte mir heute nach dem Lesen des letzten Beitrags Michael Prock, Pressesprecher der Modelleisenbahn GmbH, am Telefon. Das Gerücht sei blanker Unsinn. Entwickelt würde nach wie vor in Heilsbronn bei Nürnberg und Gloggnitz (Österreich) und produziert im neuerdings nach deutschen Qualitätsstandards zertifizierten Werk in Rumänien. Ich habe keinen Grund, diese seine Aussage anzuzweifeln. Auch wenn die übrige Politik dieses Unternehmens- und Kapitalgeflechts und die juristischen Winkelzüge mir nicht durchweg vertrauenerweckend scheinen und ich mit der Entwicklung von Roco und Fleischmann, vor allem preislich, nicht glücklich bin. Aber ich bin ja auch nicht verpflichtet, eine H0-Dampflok für über 300 Euro zu kaufen. Solche Preise sind bei den heutigen Nettoeinkommen einfach unvertretbar, erst recht bei der Montage in einem Billiglohnland und bei allem Verständnis für höhere Konstruktions- und Werkzeugkosten bei uns. Dass auch die meisten anderen Hersteller diese Prügel verdienen, macht die Sache nicht besser.</p>
<p>Als &#8220;exzellenter Kenner der Branche&#8221; hätte ich in Göppingen übrigens als erste Maßnahme empfohlen, die LGB-Preise radikal um 30 % zu senken. Als Konjunkturprogramm. Aber Wachstum, glauben unsere selbsternannten Eliten, gibt es ja nur bei steigenden Preisen und Steuern. Und auf dem eigenen Konto.</p>
<p>Ein Studium der Volks- oder Betriebswirtschaft, bei einzelnen Frauen auch der Physik, ersetzt leider oft den gesunden Menschenverstand. Und wenn der weg ist, ist er weg. So wie vielleicht ein Teil der Modellbahnindustrie, wenn Sankt Nikolaus das Totenglöckchen zwischen leeren Regalen läutet.</p>
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		<title>Die Modellbahnindustrie steht vor dem Kollaps</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/06/die-modellbahnindustrie-steht-vor-dem-kollaps/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 19:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gartenbahn]]></category>
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		<description><![CDATA[Weil der chinesische Auftragsfertiger Sanda Kan den meisten Modellbahnfirmen gekündigt hat, steht die Modellbahnindustrie (Brawa, Brekina, Hornby, Märklin, Trix) vor dem Zusammenbruch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Insider wussten es schon einige Tage. Eine amerikanische Zeitschrift,<a href="http://www.modelrailroadnews.com/channels/n-scale/single-article-page/interesting-times/6fa58324da.html"> Model Railroad News</a>, veröffentlichte gestern die Hiobsbotschaft. Da war auch heute in Deutschland kein Halten mehr, Ferpress zog heute Abend nach: Ein großer Teil der Modellbahnindustrie (nicht nur die europäische!) kämpft weltweit ums Überleben. Der Grund: <span style="color: #0000ff;"><strong>Einer der größten Modellbahnhersteller in China, Sanda Kan, hat die Auftragsfertigungsverträge gekündigt! </strong><span style="color: #000000;">Und das ist kein Gerücht. Die Information kommt direkt von diversen Modellbahnfirmen.</span></span></p>
<p>Ganz hart trifft es <strong>Brawa, Brekina, Hornby und Märklin mit Trix</strong>, die spätestens zum Jahresende, nach Abarbeitung laufender Aufträge, vor die Tür gesetzt wurden.</p>
<p>Aber auch die Gartenbahnbranche ist betroffen, denn auch Aristo-Craft und USA Trains lassen bei Sanda Kan fertigen. Ob auch Märklin noch LGB-Formen dort liegen hat, ist nicht bekannt, es kursieren die wildesten Gerüchte. Wo Accucraft, die in letzter Zeit nur noch sehr schleppend liefern, fertigen lässt, entzieht sich momentan meiner Kenntnis.</p>
<p><span style="color: #3366ff;">Piko dagegen hat mit seinem eigenen Werk in China gut lachen.</span> Wieder einmal hat sich Dr. Wilfer als schlauer Fuchs erwiesen.</p>
<p>Sanda Kan gehört seit 2008 zur chinesischen Kader Holding, die u. a. die Marken Bachmann, Liliput, Graham Farrish und Williams (letztere britische Marken) vertreibt. Kader hat mit der Auftragsfertigung von Modellbahnen 107 Mio. $ Umsatz gemacht und weitere 90 Mio. $ mit der sonstigen Spielzeugfertigung umgesetzt. Zuvor war Sanda Kan durch Qualitätsprobleme und mehrere Besitzerwechsel aufgefallen. Unter anderem war zuerst auch die Heuschrecke JP Morgan beteiligt und hatte wohl mit den üblichen Methoden aus Kreditaufnahme zu Lasten der Firma und Entlassungen die Firma zunächst in Lieferprobleme und die Insolvenz getrieben.</p>
<p>Für die Modellbahnindustrie, die einen Teil ihrer Fertigung (wie Märklin) oder die ganze Produktion (Brawa, Brekina) nach China ausgelagert hat, rächt sich das nun in existenzbedrohender Weise. Stark steigende Löhne, null Loyalität der Arbeiter (wen wundert&#8217;s), sogar vereinzelt Streiks gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Qualitätsprobleme, Materialkostensteigerungen und die Aufwertung der chinesischen Währung erst vor wenigen Tagen machen der Branche immer mehr zu schaffen. Dazu kamen strukturbedingt die Probleme mit nicht verfügbaren Ersatzteilen. Wenn eine Produktion, die eine Mindestmenge erfordert, einmal läuft, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Mängel müssen teuer im Zielland behoben werden. Das kennt man nicht nur aus China, sondern auch aus Slowenien. Selbst die Modellbahnpresse hat sich vor ein paar Monaten über Qualitätsmängel bei inzwischen großteils unverschämten Preisen beklagt. Kaufzurückhaltung ist die logische Folge. Ein Markt für Kinderspielzeug ist das schon lange nicht mehr, auch wenn es immer noch Firmenretter gibt, die solches glauben.</p>
<p>Dabei schien die Fertigung in China lange Zeit die Lösung überhaupt zu sein, denn die reinen Produktionskosten lagen und liegen immer noch in der Regel bei nicht einmal 10 Prozent des Ladenpreises in Deutschland. Was hier für 129 € über den Ladentisch geht, kostet im Einkauf 12 bis 13 €. Die Folge der ungehemmten Massenkonstruktion- und produktion war eine Überschwemmung des Markts. Wer gut bezahlte, bekam gute oder sogar hervorragende Qualität. Billigproduktion erzeugte, wie bei LGB-Modellen sichtbar, mittelprächtige Qualität – die hierzulande trotzdem zu gewohnt hohen Preisen wie aus deutscher Fertigung verkauft wurden. Auch Märklin verdarb sich seinen Ruf durch die teilweise China-Produktion.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Nun steht die Branche mit dem Rücken zur Wand</span></strong> und suchte letzte Woche bereits heftigst nach neuen Produktionsfirmen in China. Das Bild, das einige Klitschen abgegeben haben sollen, ist erschütternd. Und gerade die kleinen, aber sehr feinen Serien der Modellbahnindustrie erfordern mehr spezifisches Know-how und Präzision als die Montage billiger Elektronikspielzeuge.</p>
<p>Die Dummen sind nicht nur die Kunden, die – zumindest im Gartenbahnbereich – seit eineinhalb Jahren kaum noch neue Ware geliefert bekommen. Nicht zuletzt, weil Märklin LGB nicht ans Laufen bekommt, was angesichts der internen Umstände nicht verwundert. Die Dummen sind vor allem die Händler, denen Umsatz fehlt und von denen einige den Laden für immer geschlossen haben. Ganz besonders dumm da stehen die vermeintlichen Hersteller, die eigentlich nur Modellbahnvertriebsfirmen sind. Sie haben nur noch mit einzelnen Konstrukteuren Modelle für die Produktion vorbereitet oder gleich ganz mit einem Bündel Zeichnungen chinesische Konstrukteure beauftragt – mit all den Unwägbarkeiten, dass dann schon mal ein Radstern sich nach innen verjüngt, weil die Chinesen nun mal kein Wissen über unsere Bahnen haben oder amerikanische Beschriftungen grotesk falsch abtippen. Modellbahnen und Modellautos können heute fast nur noch, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, chinesische Firmen herstellen. Denn die deutsche Modellbahnindustrie hat ihr Know-how in Formenbau und Produktion verloren. So schaufelte sie ihr eigenes Grab.</p>
<p>Roco war ja bereits so ungeschickt, seine gute österreichische Produktion nach Slowenien und dann Rumänien auszulagern. Mit sichtbaren Folgen für die Qualität. Seitdem Fleischmann von Roco gemanagt wird, ist auch diese Marke am Verglühen. Ferpress weiß von Gerüchten, dass China künftig diese Marken produzieren könnte, zusammen mit der antiquierten, aber immer noch großen US-Marke Lionel, die Billigspielzeug zu horrenden Preisen anbietet, und Atlas, einer amerikanischen Modellbahnmarke. Das soll Sanda Kan, zusammen mit den eigenen Marken rund um Bachmann, angeblich gut auslasten. 20 der bisher 80 Kunden sollen für profitable Umsätze sorgen. Sanda Kan hatte sich schon bisher geweigert, Modelle unter bestimmten vierstelligen Stückzahlen zu produzieren, weil es sich nicht lohnte.</p>
<p>Die Modellbahnindustrie steht nun am Scheideweg: Will sie mit Qualität und den gewohnt (zu) hohen Preisen weitermachen – dann muss sie wieder Know-how in Deutschland oder zumindest Europa aufbauen. Denn entgegen allen Gerüchten lassen sich auch hier Modellbahnen produzieren und vor allem schnell reagieren, wenn sich Modelle als Renner erweisen. Oder sie bleibt in China, produziert Massenware in geringer Auswahl und mit null Service wie schon von amerikanischen Fabrikaten bekannt und geht allmählich unter, weil Qualität, Profit und Preise nicht mehr stimmen.</p>
<p>Wer jetzt schnell handelt und in Europa Know-how und die Fertigung reaktiviert, könnte noch Chancen haben. China bietet als Produktionsstandort für die relativ kleinen Modellbahn-Stückzahlen keine Perspektive mehr.</p>
<p>Jetzt geht es ums nackte Überleben. Gier und unternehmerische Kurzsichtigkeit rächen sich. Die Modellbahnindustrie steht vor dem Kollaps.</p>
<p><strong>Nachtrag 23.6.10:</strong> Die kanadische <a href="http://www.rapidotrains.com/">Rapido Trains</a> hat heute Nacht in einer <a href="http://www.rapidotrains.com/telegraph_currrent.html">Kunden-Rundmail</a> über die Pläne von Sanda Kan berichtet und verweist darauf, nicht betroffen zu sein, weil die Firma eine eigene Produktion in China hat. Die Fotos zeigen eine bessere Hinterhofwerkstatt. Eine Fertigung in Kanada sei wegen der hohen Investitionskosten für eine kleine Firma nicht finanzierbar. Wegen der Lohnerhöhung um 21 % in China werden Preiserhöhungen angekündigt. Rapido Trains macht zwar hochdetaillierte Ware auf Brawa-Niveau zu ähnlich hohen Preisen. Ob das das richtige Signal ist, bezweifle ich. Die Modellbahnindustrie hat den Wahlschalter auf <span style="color: #ff0000;">Selbstzerstörung</span> gedreht.</p>
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		<title>Lionel hat kein Interesse mehr an Märklin</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/03/lionel-hat-kein-interesse-mehr-an-marklin/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 18:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modellbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie das Handelsblatt meldet, ist Lionel nicht länger interessiert an Märklin. Ich hatte das bereits am 6.3. erwähnt. Für Märklin ist das kein Verlust. Lionel wäre als Kinderspielzeughersteller kein guter Käufer gewesen, zumal Amerikaner kein Verständnis für die europäische Mentalität und diese Marke haben. Lionel hätte Märklin endgültig zerstört. Doch Märklin braucht dringend schnellstens einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/modellbahnhersteller-zu-teuer-lionel-bietet-nicht-mehr-fuer-maerklin;2544464">meldet</a>, ist Lionel nicht länger interessiert an Märklin. Ich hatte das bereits am 6.3. erwähnt.</p>
<p>Für Märklin ist das kein Verlust. Lionel wäre als Kinderspielzeughersteller kein guter Käufer gewesen, zumal Amerikaner kein Verständnis für die europäische Mentalität und diese Marke haben. Lionel hätte Märklin endgültig zerstört.</p>
<p>Doch Märklin braucht dringend schnellstens einen Käufer, der die Marke pflegt und wieder aufbaut. Der Markenwert schwindet mit jedem Tag. Abgewiesene Käufer mit Herzblut, denen man vor den Kopf gestoßen hat, kommen nicht unbedingt wieder, neue Interessenten sind rar. Am Ende droht die Zerschlagung.</p>
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		<title>Hochglanz-Journalismus für Märklin</title>
		<link>http://railomotive.com/2010/03/hochglanz-journalismus-fur-marklin/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 16:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Märklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FTD druckte eine erschreckend distanzlose Lobhudelei auf Märklins Interimsgeschäftsführer Seitzinger]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war einmal Abonnent der Financial Times Deutschland. Viele Jahre lang, seit Mitte 2000. Fast von Anfang an. Jeden Morgen, von Montag bis Freitag, freute ich mich auf jede neue Ausgabe. Auf lachsrotem Papier. Mit witzigen Fotos, kreativem Layout und flotter Schreibe. Mit einer frechen Wochenendbeilage mit verrückten Ideen. Die FTD war das junge Gegenstück zum altväterlichen Handelsblatt: frisch, experimentierfreudig, mit jungen Wilden in der Redaktion. Und Kolumnisten, die etwas von Wirtschaftspolitik verstanden und nicht den monokausalen volkswirtschaftlichen Mist von Sinn und anderen Wirtschafts“forschungs“instituts-“Experten“ nachbeteten.</p>
<p>Nach vier, fünf Jahren gingen die ersten guten Redakteure. Einer nach dem anderen. Auch die Wochenendbeilage wurde weggekürzt. Und so wie Umfang, Kreativität und Qualität der FTD schwanden, schwand auch mein Interesse. Ich habe die FTD gekündigt. Eine Weile las ich sie noch online. Toll. Denn die Beiträge standen schon am Donnerstagabend online. Kostenlos. Dann kam ein Relaunch des Onlineauftritts. Er gefällt mir nicht. Ich schaue nur noch selten rein.</p>
<div id="attachment_3640" class="wp-caption alignright" style="width: 430px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/PC281959.jpg"><img class="size-full wp-image-3640" title="PC281959" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/03/PC281959.jpg" alt="" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Märklin ramponiert und schrottreif? Nicht für die FTD. (Foto: FW)</p></div>
<p>Nun erhielt ich einen Link. Ein Märklin-Artikel. Über Geschäftsführer Seitzinger. Von Nina Klöckner. Ich las ihn. Erschütternd. <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:agenda-der-mann-der-maerklin-saniert/50084233.html">„Der Mann, der Märklin saniert.“</a> Ach wirklich?</p>
<p>Nein, ich möchte die Railomotive-Leser nicht länger mit diesem Kurzsatz-Gestammel nerven, das Nina Klöckner in der Journalistenschule gelernt haben muss und das so viel besser zur Bildzeitung passen würde. Doch Frau Klöckner arbeitet bei der FTD, die nun, weil moderne Verlagsmanager eben Zahlenmenschen und nicht einer Qualitätszeitung verpflichtet sind, aus einem Wirtschaftsmedien-Redakteurspool schöpfen muss, der auch so überflüssige Printprodukte wie „Impulse“ und ein früher ernstzunehmendes Magazin namens „Capital“ versorgt. Verlagsmanager mögen das für eine gute Idee halten, für Redakteure selbst mit wenig Berufserfahrung ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Die FTD ist journalistisch nur noch ein klappriges Gerippe ohne Fleisch.</p>
<p>Nina Klöckner arbeitete „für die Sportteile der Stuttgarter Zeitung und der FTD. Nach zwei Europameisterschaften, einer Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in Athen wechselte sie die Stadien gegen Papst-Pilgerreisen, Provinzflughäfen oder die perunanischen Anden. Außer dem Schreiben liebt Nina das Meer, guten Wein, Reisen und Sport.“ So steht es in ihrem Selbstporträt.</p>
<p>Das qualifiziert sie natürlich, das Porträt eines 70-jährigen Mann zu schreiben, der ganz allein Märklin retten wird. Das steht schon fest, und weil der Sommer nah ist und Herr Seitzinger zurück in seine verdiente Pension in Spanien will, muss der Verkauf bald gelingen. Wird er auch. Nina Klöckner glaubt daran.</p>
<p>&#8220;Seitzinger hat bei Kässbohrer geschuftet&#8221;, schreibt sie. Ging die Firma damals nicht in die Insolvenz? Saß nicht Insolvenzverwalter Pluta bis 1995 im Aufsichtsrat? Ach ja: „Die beiden kennen sich schon lange, Seitzinger hat für Pluta schon so manche Firma saniert. Und ihm ist in 13 Monaten gelungen, woran niemand mehr so recht glaubte: die Wiederbelebung einer Legende. Der Neuanfang bei Europas größtem Modelleisenbahnhersteller. &#8230; Märklin lebt. Und in Göppingen wollen sie Seitzinger am liebsten gar nicht mehr gehen lassen.“</p>
<p>So etwas tippen vielleicht naive 20-jährige Volontärinnen mit bunten Plastikfingernägeln, die noch an die Allwissenheit von Geschäftsführern glauben und keinen blassen Schimmer von Märkten haben. So schreiben aber auch Journalisten, die gelernt haben, dass man eine Story so zuspitzen muss, dass die Kernthese belegt wird. In diesem Fall: „Seitzinger ist der Superheld. Mit 70.“ Was dagegen spricht, lässt man weg. So geht Journalismus. Häufig jedenfalls. Gottseidank nicht immer. Es gibt auch viele Redakteure, die wirklich recherchieren, hinterfragen und ihre Märkte kennen.</p>
<p>Natürlich weiß diese Dame – Mitte, Ende 30 – nichts über abverkaufte millionenteure Lagerbestände, die etwa dem Gewinn 2009 entsprochen haben sollen. Nichts über ausgesetzte Zinszahlungen, 100 unbezahlte Überstunden pro Mitarbeiter, den Krach mit dem Betriebsrat und einen &#8220;Drohbrief&#8221; Seitzingers an die Märklin-Händler-Initiative, dass ohne die Hälfte des Jahresumsatzes bis 31.3. der Märklin-Fortbestand gefährdet sei – was für viele Märklin-abhängige Händler das Todesurteil bedeuten würde und die unter Druck setzt zu bestellen.</p>
<p>Sie ahnt nicht, wie stark der Lack schon ab ist von der einst glanzvollen Marke Märklin, dass die Insolvenz viel zu lange dauert und dass Lionel endgültig abgesprungen ist. Die Fußballexpertin hat nichts gehört von übersättigten Märkten, wegsterbenden Sammlern und überteuerten Märklin-Produkten mit Qualitätsmängeln. Von dem sinnlosen Kauf von LGB, Trix und Hübner und verpulverten Millionen für MFOR, SpyTec und anderen Blödsinn, der niemals zur Marke passte. Sie kennt die fachfremden Vertriebsleiter und Produktmanager nicht und stellt nicht infrage, ob Plutas Preis für Märklin nicht unangemessen hoch und in der notleidenden Branche als nicht erzielbar gilt. Und welche Firmen hat Seitzinger für Pluta saniert? Existieren die denn noch?</p>
<p>Nina Klöckners Stil ist auf Hochglanz poliert, ihre Firmenporträts sind makellos. Neben dem FTD-Beitrag könnte, wie im lokalen Anzeigenblatt, die Anzeige von Märklin stehen. Oder von Lamy. Zitat aus einer <a href="http://www.ftd.de/karriere-management/management/:fallstudie-lamy-design-oder-nichtsein/50084136.html">Lamy-Story</a>: „Die Auszeichnungen hängen in der Heidelberger Lamy-Zentrale oben im Flur, eine neben der anderen. Nicht nur für Noto: Seit Lamy auf Design setzt, ist die Firma Stammgast bei Preisverleihungen.“</p>
<p>Wow. Diese Frau weiß zweifellos, wie man Firmen inszeniert. Geschäftsführer und Vorstände – schließlich sind sie auch Anzeigenkunden – lesen so etwas gern. Moderner Wirtschaftjournalismus, vom distanzlosen Sport“journalismus“ abgeleitet.</p>
<p>Für mich ist der Werbeartikel nichts als blanker Gefälligkeitsjournalismus und ein Zeichen, dass sich die FTD aufgegeben hat. Ich habe die FTD aus meinen Top Sites im Safari-Browser genommen. Endgültig.</p>
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