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	<title>Railomotive &#187; RhB</title>
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	<description>Eisenbahn-Blog Friedhelm Weidelich - Fachjournalist</description>
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		<title>iPhone-App der Rhätischen Bahn</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 17:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die iPhone-App RhB Unesco hilft, den Urlaub an der Rhätischen Bahn schon zuhause vorzubereiten und bietet vor Ort zehn schöne Wanderrouten an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6682" class="wp-caption alignnone" style="width: 437px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0174.jpg"><img class="size-full wp-image-6682" title="IMG_0174" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0174.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Fast so eng wie auf einer Modellbahn geht es in Alp Grüm zu. Die iPhone-App RhB Unesco will zu einer Rast animieren.</p></div>
<p>Als Schweizer hat man es gut, wenn man die Rhätische Bahn vor Ort mit dem iPhone erkunden will, denn im Inland ist die Datenkommunikation zwar überall noch zu teuer, aber bezahlbar. Österreicher und Deutsche sollten sich die neue kostenlose iPhone-App <strong>RhB UNESCO</strong> besser zuhause anschauen, denn im Ausland wird die sekundenweise Nutzung von Kilobytes von den Netzbetreibern noch immer für schamlose Abzocke missbraucht. Aber man kann die App auch sinnvoll zuhause ausprobieren. Es  lohnt sich auch buchstäblich offline oder off track.</p>
<p>Die hundertjährige Rhätische Bahn gehört aus gutem Grund zum Unesco-Welterbe. Auch für mich bietet sie etliche der schönsten Eisenbahnstrecken Europas. Alp Grüm, vor dem Abstieg ins Puschlav, war für mich lange Jahre ein Ort der Träume, fernab der hektischen Zivilisation und doch so nah dank der Eisenbahn.</p>
<div id="attachment_6683" class="wp-caption alignnone" style="width: 437px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0172.jpg"><img class="size-full wp-image-6683" title="IMG_0172" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0172.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Die Albulabrücken und Klöster sind gut beschriebene Attraktionen</p></div>
<p>Die App soll zum Aussteigen und Wandern animieren, gibt aber auch mit sonnenbeschienenen Fotos der Orte und eisenbahntechnischen Meisterleistungen Einblicke in die Region, die eigentlich zu schade ist, um sie so zügig mit der Rhätischen Bahn zu durcheilen. Kartenausschnitte und Höhenprofile geben Wanderern vorab eine Vorstellung, was sie erwarten könnte. Und da die Bahn ziemlich gut vertaktet ist, muss man keine Angst haben, stundenlang irgendwo auf den nächsten Zug warten zu müssen.</p>
<div id="attachment_6684" class="wp-caption alignnone" style="width: 437px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0173.jpg"><img class="size-full wp-image-6684" title="IMG_0173" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0173.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Schon die Grunddaten machen die Planung einfach. Die Folgeseiten zeigen ausführliche Höhenprofile und Sehenswertes am Wanderpfad.</p></div>
<div id="attachment_6685" class="wp-caption alignnone" style="width: 437px"><a href="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0175.jpg"><img class="size-full wp-image-6685" title="IMG_0175" src="http://railomotive.com/wp-content/uploads/2010/11/IMG_0175.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Zu allen Orten gibt es kurze Beschreibungen und Längenangaben für die bahntechnischen Bauten wie die Schutzgalerien bei Alp Grüm.</p></div>
<p>So eine App wäre auch geeignet für die Harzer Schmalspurbahnen, speziell die Selketal- und Harzquerbahnen, die links und rechts manche versteckte Sehenswürdigkeit zu bieten haben. Doch der seit Jahrzehnten desolate Fahrplan dort erlaubt es leider nicht, mal in Seilzug, Alexisbad oder anderswo ein Stündchen Kaffee zu trinken und mit dem nächsten Zug weiter zu bummeln.</p>
<p>Wie man Tourismus durch Werben für zu wenig beachtete Sehenswürdigkeiten und <span style="color: #ff0000;">Taktverkehr</span> und fördert, kann man bei den Schweizern lernen.</p>
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		<title>RhB-Allegra beim Rollout</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 09:39:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovationen]]></category>
		<category><![CDATA[Nahverkehr]]></category>
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		<description><![CDATA[Nun habe ich doch noch ein paar Pressefotos erhalten von der Allegra-Präsentation. Lassen Sie sich nicht erschrecken: Hier wird keine festgebackene Bremse oder ein Schwelbrand gezeigt, sondern eine spektakuläre Inszenierung für die Kameras. Man kann ja nicht immer durch eine Papier- oder Styroporwand fahren. Und Feuerwerke wirken bei Tag leider nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun habe ich doch noch ein paar Pressefotos erhalten von der Allegra-Präsentation. Lassen Sie sich nicht erschrecken: Hier wird keine festgebackene Bremse oder ein Schwelbrand gezeigt, sondern eine spektakuläre Inszenierung für die Kameras. Man kann ja nicht immer durch eine Papier- oder Styroporwand fahren. Und Feuerwerke wirken bei Tag leider nicht.  <img src='http://railomotive.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1365" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><img class="size-medium wp-image-1365  " title="2009_10_14_665433" src="http://www.railomotive.com/wp-content/uploads/2009/10/2009_10_14_665433-460x600.jpg" alt="Ein rotes Fahrzeug, aber trotzdem keine Feuerwehr. (Foto: Andrea Badrutt, Chur)" width="460" height="600" /><p class="wp-caption-text">Ein rotes Fahrzeug, aber trotzdem keine Feuerwehr. (Foto: Andrea Badrutt, Chur)</p></div>
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		<title>Alegria mit Allegra bei der Rhätischen Bahn</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 10:59:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute erhielt die Rhätische Bahn (RhB) in Landquart von der Stadler Altenrhein AG den ersten von 15 neuen Zweispannungstriebzügen der Reihe Allegra.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meterspurige Rhätische Bahn (RhB) im Kanton Graubünden gehört zu den schönsten Eisenbahnen der Welt. Heute gab es Grund für Alegria (spanisch: Lebensfreude), denn die RhB erhielt in Landquart von der Stadler Altenrhein AG den ersten von 15 neuen Zweispannungstriebzügen der Reihe Allegra. Etappenweise werden nun die restlichen Triebzüge ausgeliefert und auf dem RhB-Netz getestet. Die Züge werden auf der Berninalinie (Gleichstrom), der Chur-Arosalinie sowie auf der Strecke Landquart – Davos (Wechselstrom) eingesetzt.</p>
<p>Die ersten fünf Züge werden bis April 2010 ausgeliefert und ab Mai 2010 für eine deutliche Entspannung der Betriebssituation auf der vor allem im Sommer sehr stark ausgelasteten Berninalinie sorgen. Die bisher eingesetzten, teilweise bereits historischen Triebwagen auf der Berninalinie entsprachen nicht mehr den Erwartungen des heutigen Fahrgasts und des Betriebs. Dank des flexiblen Einsatzes werden diese Zweispannungstriebzüge auch auf der Arosalinie verkehren.</p>
<p>Die mehrsystemfähige Antriebsausrüstung bringt eine Leistung von  2,6 MW (zum Vergleich: die stärkste Lok der RhB, die Hochleistungslokomotive Ge 4/4 III,  bringt es auf 3,2 MW). Ein weiteres Merkmal des neuen Triebzugs ist die hohe Anfahrzugkraft von 260kN, welche diejenige der Ge 4/4 III sogar um 30 Prozent übertrifft. Damit ist der Allegra, was Leistungsdichte, Leistungsfähigkeit und Gewicht betrifft, ein weltweit einmaliger Meterspurtriebzug.</p>
<p>Die neuen Triebzüge können den Stromsystemwechsel auch fahrend durchführen. Entsprechend entfällt zukünftig der Triebfahrzeugwechsel in Pontresina zwischen Stamm- und Berninalinie, was zu einer weiteren Reisezeitverkürzung führt. Die moderne Antriebsregelung sowie der Einzelachsantrieb stellen sicher, dass die Triebzüge mit schweren Anhängelasten und bei allen Witterungsbedingungen die Steigungen des RhB-Netzes bewältigen können.</p>
<p>Der neue Triebzug besteht aus zwei Trieb- und einem Zwischenwagen. Letzterer bietet dank Niederflurbereich einen bequemen Einstieg, behindertengerechte WC sowie Abstellplätze für Kinderwagen. In allen drei Gliedwagen sind auch Abstellvorrichtungen für Fahrräder eingebaut. Insgesamt bieten die Triebzüge in der 1. Klasse 24 und in der 2. Klasse 76 Sitzplätze sowie weitere Klappsitze und Stehplätze. Die Fahrgasträume sind vollklimatisiert und mit einem modernen Fahrgastinformationssystem mit Flachbildschirmen ausgerüstet. Fenster zum Öffnen gibt es offenbar nur sehr wenige, keine gute Idee für Fahrten über den Berninapass.</p>
<p>Der neue Zug fällt hebt sich auch optisch von den Vorgängern ab. Auf seiner wuchtigen (aber sehr zerklüfteten und mit viel zu vielen Anschlüssen bestückten) Stirnfront prangt das Bündner Wappen. Der Steinbock symbolisiere das Selbstbewusstsein und das Bekenntnis der RhB zum Kanton Graubünden, schreibt der Hersteller. Der untere Teil des Führerstands mit der zur Spitze laufenden Form und dem geraden, nach hinten gewölbten Führerstandsfenster soll dem Fahrzeug Eleganz verleihen.</p>
<p>Die Innenraumgestaltung nimmt die lokale Tradition der Baukultur auf und interpretiert diese neu – ein Ansatz, mit welchem es die Bündner Architektur zu Weltruhm gebracht hat, so die Pressemitteilung. Um eine klar lesbare Struktur zu schaffen und dem Layout eine gewisse Grosszügigkeit zu vermitteln, wurden zwei Oberflächenthemen gewählt, die sich durch den ganzen Zug ziehen. Als moderne Interpretation traditioneller Holzbauweise zieht sich die Oberfläche &#8220;Vrin&#8221; als Seitenwandverkleidung linear durch den gesamten Zug. Unterbrochen wird es von den Apparatekästen, die durch die Oberfläche &#8220;Vals&#8221; als unregelmässig geschichtete Monolithen erscheinen. Schade, das hätte ich gern im Bild gesehen.</p>
<p>Bis die ersten fünf Triebzüge der ersten Tranche Mitte Mai im fahrplanmässigen Einsatz stehen, sind noch umfangreiche Testfahrten auf dem RhB-Netz vorgesehen. Nach der technischen Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr BAV Ende Jahr sind erste Testfahrten mit RhB-Mitarbeitern und deren Angehörigen geplant. Die offizielle Taufe wird am 1. Mai 2010 in Landquart sein.</p>
<p>In einer zweiten Etappe werden die rund 40-jährigen Pendelzüge durch fünf vierteilige Einspannungstriebzüge, die nur mit Wechselstrom laufen, ersetzt. Der Service im Churer Rheintal (Linien Chur – Thusis und Schiers – Rhäzüns) wird dadurch attraktiver gestaltet und ausgebaut. Die Inbetriebsetzung erfolgt im Frühjahr 2011. Die fünf Triebzüge kosten rund 50 Millionen Franken. Insgesamt belaufen sich die Kosten der ersten und zweiten Etappe damit auf rund 200 Millionen Franken. Die Finanzierung des Flottenkonzepts wird über Kanton und Bund, den Kapitalmarkt sowie über die Auslösung von Rücklagen sichergestellt. Ohne den vom Kanton zur Verfügung gestellten Finanzbeitrag in der Höhe von 22 Millionen Franken hätten die dringend notwendige Ersatzbeschaffung und die damit verbundene Modernisierung des Rollmaterials nicht derart schnell realisiert werden können.</p>
<p>Fotos waren bis jetzt nicht erhältlich. Aber das ist leider nicht Neues in der Bahnindustrie, die sich traditionell schwer tut mit der fotografischen Inszenierung ihrer Produkte. Schade.</p>
<p>Nachtrag: Hier noch ein <a href="http://foto.arcor-online.net/palb/alben/50/3732650/1024_3961346265373361.jpg">Link zu privaten Fotos</a>, die den Zug zeigen. <a href="http://www.haribu.ch/coppermine/displayimage.php?album=lasthits&amp;cat=60&amp;pos=1">Hier</a> noch mehr.</p>
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		<title>Sind Manager mit Modellbahn Kindsköpfe?</title>
		<link>http://railomotive.com/2009/09/sind-manager-mit-modellbahn-kindskopfe/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 11:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eckhard Cordes (Metro AG), Kurt Biedenkopf (ex Ministerpräsident) und Wendelin Wiedeking (ex Porsche) haben zwei, Hans Peter Stihl (Motorsägen) hat eine, Horst Seehofer und Rod Stewart auch. Es sind noch ein paar mehr, die sich zu ihren Modellbahnanlagen und -sammlungen bekennen, doch es ist sehr schwer, prominente Modellbahner in Wirtschaft und Verwaltung zu finden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eckhard Cordes (Metro AG), Kurt Biedenkopf (ex Ministerpräsident) und Wendelin Wiedeking (ex Porsche) haben zwei, Hans Peter Stihl (Motorsägen) hat eine, Horst Seehofer und Rod Stewart auch. Es sind noch ein paar mehr, die sich zu ihren Modellbahnanlagen und -sammlungen bekennen, doch es ist sehr schwer, prominente Modellbahner in Wirtschaft und Verwaltung zu finden. Auch im Showbiz ist es nicht viel einfacher. „Die Recherche war extrem aufwendig“, verrät Michael Machatschke, der einen fundierten und hämefreien Beitrag über Modellbahner in der Industrie im <a href="hthttp://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,643511-4,00.html">manager magazin</a> schrieb.</p>
<div id="attachment_1012" class="wp-caption alignright" style="width: 650px"><a href="http://www.railomotive.com/wp-admin/Gartenbahn Foto: Weidelich"><img class="size-full wp-image-1012 " title="DSCF2107 - 2007-10-13 at 17-08-22" src="http://www.railomotive.com/wp-content/uploads/2009/09/DSCF2107-2007-10-13-at-17-08-22.jpg" alt="Eine kreative und handwerkliche Leistung, keine Kinderei, ist diese Gartenbahn. Und eine Essenz der Rhätischen Bahn -&gt; Urlaubsstimmung  (Foto: Weidelich)" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Eine kreative und handwerkliche Leistung, keine Kinderei, ist diese Gartenbahn. Und eine Essenz der Rhätischen Bahn. Das schafft Urlaubsstimmung – ist das schlecht?   (Foto: Weidelich)</p></div>
<p>Warum gilt Modellbahn kaum als vorzeigbares Hobby, habe ich mich schon oft gefragt. Denn es gibt kaum ein Hobby, in dem sich handwerkliche Fähigkeiten, fundierte Kenntnisse der Geschichte, technische Wirkungsweisen, das Sammeln von Literatur und Modellen und das Fotografieren des Vorbilds so wunderbar verbinden lassen. Wer an seiner Anlage baut, sagt nicht nur der Wuppertaler Oberbürgermeister, ein LGB-Bahner, vergisst alles um sich herum und ist ganz bei seinem Hobby. Das gilt für jedes Hobby, ob es nun der Bau von Segelschiffen oder Flugzeugen ist oder die Restaurierung des Oldtimers oder die Pflege der Yacht oder die Gartenarbeit oder die Malerei.<br />
Wer sich mit der Modellbahn beschäftigt, „spielt“ im kindlichen Sinn nur ab und zu, obwohl auch am Spiel nichts Falsches ist. Doch häufig ist der Modellbahner ein Modellbauer, der plant, konstruiert, Technologien erprobt, baut, bemalt und beschriftet. So gut es geht, nach dem Vorbild, das man zuvor studiert haben muss. Das ist keine Kinderei, sondern ernsthafte Arbeit. Aber selbstgewählte Arbeit, die nur unter dem Leistungsdruck steht, den man sich selbst auferlegt. Außenstehende können im besten Fall die Qualität des Produkts beurteilen, bei dem der Weg das Ziel sein kann. Man „bastelt“ im Grunde für sich und will meist nur sich selbst etwas beweisen. Wie man ein Ziel erreicht, wenn man es geschickt angeht. Ein Bergsteiger denkt da nicht anders.</p>
<p>Warum verstecken Manager ihr Hobby? „Ich lache über jeden, der in seinem Büro oder seiner Praxis Spielzeug stehen hat, egal was“, bestätigt der Pressesprecher eines Konzerns das gängige Image. „Zu Managern mit Millionen- und Milliarden-Verantwortung passt so eine Kinderei nicht. Haben Sie mal eine hochrangige Managerin gesehen, die ihre Puppensammlung im Büro hat?“ Gut, ein schlagendes Argument.</p>
<p>Ich haben den Eindruck, dass es differenzierte Rangordnungen der Hobbys gibt, die als „seriös“ akzeptiert werden. Autos, Traktoren, Golf, Reiten, Wein, Zigarren und Boote gelten als seriös. Erbauer von Flug- und Schiffsmodellen werden wegen der handwerklichen Herausforderung akzeptiert und bewundert. Die weit komplexere und mit sehr viel Hightech ausgestattete Modellbahn läuft, wiewohl viel  anspruchsvoller, als Kinderspielzeug. Verständlich, dass Mann damit nicht in Verbindung gebracht werden möchte.</p>
<p>Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass der Stellenwert der „richtigen“ Bahn nicht hoch genug ist und das Image der DB am Boden liegt. Eisenbahn gilt, vom ICE abgesehen, nicht eben als chic, ein Dampflokmodell noch weniger. Wer ein Porsche-Modell auf seinen Schreibtisch stellt, hat dagegen selten ein Imageproblem.</p>
<p>Modellbahner orientieren sich in der Regel an historischen Vorbildern, sie sind im besten Sinne konservativ und wollen sich etwas bewahren, was es beim Vorbild nicht mehr gibt. Ist das schlecht? Brauchen wir in einer rasant bewegten Welt, in der alles möglich ist und in der kaum noch Maßstäbe außer Geld gelten, nicht einen inneren Ruhepol, der sich an einem Hobby orientiert, bei dem man seine Schrittgeschwindigkeit und seine Präferenzen ganz und gar selbst bestimmen kann? Ist jemand, der nicht Marathon läuft oder Berge besteigt und auch in der Freizeit wie im Beruf Höchstleistungen vollbringt, ein besserer Manager als jener, der sich in eine Welt versetzt, in der er selbst bestimmt, wie weit er geht. Wo nicht körperliche Grenzen ausgelotet werden, sondern intellektuelle und handwerkliche?</p>
<p>Das eher belächelte Image der Modellbahn basiert auch darauf, dass heute nicht einmal mehr Märklin etwas für das Image tut. Diese Marke war beliebt, trotz technischer Gimmicks konservativ und trotzdem zeitweise innovativ – auch wenn es nur um PR-Gags ging wie vergoldete Lokomotiven oder umlackierte Vorbildloks, die man dann als Modell anbieten konnte. Eine Masche, die eine Zeit lang funktionierte und Märklin immer wieder in die Medien brachte. Die Sympathiewelle unter den bahnernden Journalisten war erstaunlich groß, als Märklin Insolvenz anmelden musste.</p>
<p>Tradition ist gut, doch Images müssen mit der Zeit gehen. Wie sehr Modellbahn Hightech ist, hat die zersplitterte Branche nie fundiert vermittelt, zumal Digitalsteuerungen im Gebrauch wie Windows 95 und nicht sexy wie Apple sind. Modellbahn steht eher für Entgleisungen, Zusammenstöße und in der Kurve umgekippte Züge und alte Flügelsignale, die auf Halt stehen. Sie liefern kindische Metaphern an zynische Journalisten, die sich mit diesem Hobby nie auseinandergesetzt haben und es nicht überschauen oder an jenen Hobby-Autisten festmachen, die wir zuweilen auf Ausstellungen und Messen sehen.</p>
<p>Auch Märklin-Insolvenzverwalter Pluta ist mit der Vorstellung „Die Kinder von heute werden die Sammler in 30 bis 40 Jahren sein“ auf dem Holzweg. Es geht nicht um das Sammeln – an dieser Marktsättigungsphilosophie sind schon mehrere Manager bei Märklin gescheitert. Es geht um die Vermittlung der Idee, dass Modellbahn Historie und Zukunft, Hightech, Kreativität, Spaß und Entspannung ist und Modellbahner keine kleinen Kinder an der (verdienstvollen!) Brio-Bahn, sondern (meist) ernstzunehmende Erwachsene sind. Kinder kann man heranführen durch Präsenz in der Fläche, durch Aktionen und Mitmachen dürfen, aber vor allem mit bezahlbaren Preisen. Nur wer als Kind mit dem Eisenbahn-Virus infiziert wurde, steigt als junger Vater oder Rentner wieder ein, zeigt meine Erfahrung.</p>
<p>Die stockkonservative, mittelständische Modellbahnbranche ist marketingmäßig entweder bei den Methoden der 70er Jahre stehengeblieben oder schießt, siehe Sammlermarkt, weit an den Zielgruppen vorbei. Wer, wie Märklin-LGB, <a href="http://www.lgb-bahn.de/de/produkte/besondere_angebote/lgb-gartenaktion.html">Gartenbahnmodelle mit Gartenzwergen garniert</a> und damit die Kunden als kleinkariert und kleinbürgerlich diskreditiert, hat das Hobby und seine heterogene Zielgruppe nicht verstanden. Die bekennt sich, wenn sie im Rampenlicht steht, aus gutem Grund nicht zum Modellbahn-Hobby, das ein Seelenbalsam ist.</p>
<p>Wellness für die Seele. Das wäre imagebildend.</p>
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		<title>Werbung und Kundenbindung, live</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedhelm Weidelich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bahnhöfe]]></category>
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		<description><![CDATA[Webcams sind ein Mittel zur Kundenbindung und nahezu kostenlose Werbung mit weltweiter Wirkung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_262" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-262" title="brocken-14.50" src="http://www.railomotive.com/wp-content/uploads/2009/08/brocken-14.50.jpg" alt="Die HSB-Brockenkamera liefert ein neues Bild, sobald sich ein Zug bewegt  (Copyright: HSB)" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Die HSB-Brockenkamera liefert ein neues Bild, sobald sich ein Zug bewegt  (Copyright: HSB)</p></div>
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<p>An Tagen, in denen die Arbeit nicht so leicht von der Hand geht oder mich das Fernweh quält, werfe ich schon mal einen Blick auf den Brocken. Die Harzer Schmalspurbahnen haben dort bereits die zweite Generation einer <a href="http://webcam.netco.de/hsb/webcams/brocken/brocken_bhf.php">Webcam</a> installiert, die so gut ist, dass man die Loknummern lesen kann – wenn nicht der Schnee das Objektiv zugeweht hat. Ich war schon 1992 bei der (Wieder-)Eröffnungsfahrt dabei, der 1142 m hohe Berg in Sachsen-Anhalt mit seinem launischen Wetter ist mir ans Herz gewachsen. Und weil ich nur selten dort sein kann, tröstet die Webcam und sendet Bilder mit den beiden, über 100 Jahre alten Mallets vor dem Nostalgiezug oder von den nicht weniger beeindruckenden Regelzügen. Wenn man das Foto anklickt, lassen sich auch ältere Momentaufnahmen betrachten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein Genuss sind auch die <a href="http://www.hsb-wr.de/hsb_barrierefrei/webcams/dah/dah_bhf.htm#">Bilder aus Drei Annen Hohne</a>, wenn drei dampfende Züge an den Bahnsteigen stehen, umringt von Eisenbahnfreaks und Urlaubern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es gibt noch viele andere Webcams rund um die Eisenbahn, etwa die auf dem <a href="http://cam.switch.ch/">Bahnhof Zürich</a>, mit der man unverschämt nah an Straßenbahnen und Passanten heranzoomen konnte und die jetzt woanders steht. Sie zeigt keine Standbilder, sondern einen nahezu flüssigen Live-stream. Etwas gemächlicher geht es, der Schmalspurbahn angemessen, beim Rasenden Roland in <a href="http://webcam.inbinz.info/kleinbahn-2sec.html">Binz</a> auf Rügen zu. Die Bahnhofs-Webcam zeigt Bilder im 2-Sekunden-Takt. Romantisch, aber viel zu klein, präsentiert sich die <a href="http://www.bvo-annaberg.de/cgi-bin/fichtelbergbahn.pl?k=00012&amp;seite=22">Fichtelbergbahn</a> im Erzgebirge. Vorbildlich, von der nicht mehr ganz zeitgemäßen Bildschärfe abgesehen, gibt sich die Rhätische Bahn (RhB) mit ihrer <a href="http://webcam.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/">Webcam in Filisur</a>. Als besonderen Service zeigt die RhB sogar einen grafischen Fahrplan. Auch die Kreiskehre von <a href="http://www.link-gr.ch/webcams/cam_kreisviadukt-brusio-rhb_166.php">Brusio</a> lässt sich beobachten. Die Bahn weiß eben, dass sie Fans in aller Welt hat, die hier ihre Sehnsüchte stillen – und wiederkommen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist schade: Viel zu wenige Eisenbahnen, ob nostalgisch oder modern, nutzen Webcams als Marketinginstrument. Warum wollen sie nicht zeigen, was sie haben und was gerade vorgeht? Denn jeder Anknüpfungspunkt, und dazu gehören eine aktuell gehaltene Website und auch die Webcam, stärkt den Kontakt zu Kunden und Fans und verstärkt die Kundenbindung.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer die dampfende Lok oder den schicken Hochgeschwindigkeitszug sieht und den Betrieb im Bahnhofsvorfeld verfolgen kann, dem beweist die Internet-Kamera: Ja, die fahren wirklich und sind einen Besuch oder eine Reise wert. Simpler und billiger kann man Werbung nicht machen – und das mit weltweiter Reichweite.</p>
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